Der Markt für Meilen-Kreditkarten ist in Deutschland in den vergangenen Jahren attraktiver geworden. Doch die verschiedenen Sammelraten machen eine Entscheidung für die eine “richtige” Karte im Grunde unmöglich.
Fraglos sind die American Express Kreditkarten und die Miles & More Kreditkarten die bekanntesten Meilen-Kreditkarten in Deutschland. Doch mittlerweile gibt es auch noch einige weitere Produkte, mit denen sich indirekt oder direkt Meilen sammeln lassen. Allesamt haben sie leicht unterschiedliche Bedingungen und auch Preise. Ein Blick auf die schwere Entscheidung für die richtige Karte und die unglaublich komplexen Formeln zur Berechnung.
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Unterschiedliche Marktführer bei der regulären Sammelrate
Noch einigermaßen klar kann herausgefiltert werden, welche Anbieter bei der regulären Sammelrate für private Nutzer besonders attraktive Konditionen bieten. Da sind zum einen die verschiedenen American Express Kreditkarten, mit denen es für jeden Euro Umsatz auch einen Punkt gibt.
Positiv fällt hierbei auf, dass es einen Punkt je Euro Umsatz selbst mit den günstigeren Karten gibt. Egal ob BMW Kreditkarte, American Express Blue Kreditkarte (die Programmteilnahme kostet hier allerdings extra) oder American Express Green Card – selbst bei Produkten mit einer Jahresgebühr von deutlich weniger als 100 Euro darf man sich auf eine attraktive Ratio zum Sammeln von Meilen freuen.

Konkurrenz gibt es in dieser Kategorie ansonsten primär von Anbietern einer Debitkarte. Besonders zu nennen ist hier Revolut Ultra, denn beim teuersten Abonnement des britischen Wettbewerbers gibt es für deutsche Kunden ebenfalls einen Punkt je Euro Umsatz. Dasselbe gilt für das höchste Abonnement bei Klarna, wobei das Programm im Verhältnis noch in den Kinderschuhen steckt.
Zuletzt sei bei der regulären Sammelrate auch noch die Miles & More Kreditkarte genannt, bietet diese doch zumindest in der Variante für Selbstständige und Freiberufler ebenfalls eine Meile je Euro Umsatz. Die private Karte fällt mit einer Gutschrift von einer Meile je zwei Euro Umsatz im Verhältnis dagegen ab.
Aktionen und Boni machen die Rechnung komplizierter
Doch einfach auf die reguläre Sammelrate zu blicken, reicht für die final richtige Entscheidung noch lange nicht. Das liegt daran, dass es bei allen Produkten noch einmal viele Sonderbedingungen gibt. Das beginnt mit festen Programmbestandteilen: Bei Membership Rewards gibt es das Turbo-Programm, das gegen einen überschaubaren Aufpreis 1,5 Punkte je Euro Umsatz verspricht.
Dazu kommen wiederkehrende Aktionen: American Express bietet Karteninhabern immer mal wieder Extra-Punkte für Umsätze und auch bei der Miles & More Kreditkarte gibt es in der Regel einmal jährlich eine Aktion mit doppelten Meilen für Umsätze. Die Karte der Deutschen Bank verspricht zudem zusätzliche Meilen bei Partnern wie Avis oder Wolt.

Selbst abseits solcher Aktionen gibt es noch einige Komplexitäten, die bei der Entscheidung eine Rolle spielen können. Bestes Beispiel dafür sind die verschiedenen Debitkarten im Universum des Revolut Girokontos. Bei ausgewählten Partnern gibt es nämlich bis zu zehnfache Meilen für Einkäufe, wodurch die Sammelrate je nach konkretem Einkaufsverhalten massiv in die Höhe steigt.
Nicht zu vergessen sind in der Gesamtkalkulation auch die angebotenen Boni, denn gerade rund um Karten wie die American Express Gold Card und American Express Platinum Card sind Aktionen mit einem Willkommensbonus im mittleren bis hohen fünfstelligen Bereich die Regel, was die Entscheidung massiv beeinflussen kann.
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Nicht jeder Punkt und jede Meile sind gleich viel wert
Als wäre all das noch nicht komplex genug, gibt es auch noch eine weitere mathematische Variable, die für eine Entscheidung von Relevanz ist: den Wert der gesammelten “Währung”. Wie reisetopia-Berechnungen zum Wert von Vielflieger-Meilen zeigen, gibt es auch hier massive Unterschiede.
Während wir für den deutschen Markt den Wert von Miles & More Meilen sowie Membership Rewards Punkten von American Express (jeweils 1,7 Cent pro Meile) identisch sehen, bewerten wir Revolut RevPoints im Verhältnis deutlich höher (2 Cent pro Meile). Schlechter schneiden dagegen etwa Klarna Cashback (1,5 Cent pro Meile) oder auch Turkish Airlines Meilen (1,1 Cent pro Meile) ab.

Hintergrund der Bewertung sind die Transferraten zu verschiedenen Partnern sowie die Flexibilität der Punkte oder Meilen für Einlösungen. So ist man bei Miles & More etwa auf ein Programm festgelegt und muss beispielsweise mit sehr hohen Zuschlägen bei den meisten Einlösungen leben. Bei Revolut lassen sich die Punkte derweil immer im Verhältnis 1:1 übertragen, bei American Express gelten unterschiedliche Transferverhältnisse zwischen 2:1 und 5:4.
All das sorgt dafür, dass die Berechnung der kombinierten Sammel- und Einlöserate ausgesprochen kompliziert ist, gibt es doch schlicht eine enorme Anzahl an Variablen. Das gilt selbst dann, wenn man den Jahreskartenpreis außen vorlässt.
Die perfekte Empfehlung gibt es schlicht nicht
Nun kommt es vor, dass wir nach der “perfekten” Empfehlung gefragt werden, wenn es um Kreditkarten zum Meilen sammeln geht. Doch genau hier kommen wir zum Problem, denn die massiv komplizierte Mathematik ist nur die eine Seite der Medaille, denn selbst wenn man alle Metriken mit aufnimmt, kommt man noch auf verschiedene Lösungen.
Das liegt schlicht daran, dass für manch einen flexible Währungen attraktiver sind als Miles & More Meilen, für andere wiederum das Lufthansa-Programm die Präferenz ist. Die einen sehen den höchsten Wert im hohen Neukundenbonus, die anderen in der täglichen Sammelrate.

Dazu kommt, dass die “Pakete” der einzelnen Karten meist weit über das Meilen sammeln hinausgehen und noch diverse andere Leistungen, von Versicherungen bis Guthaben bis Abonnements, enthalten. Deren Wert ist ebenfalls massiv subjektiv und sorgt für noch komplexere Rechenformeln.
Was also bleibt nach einem Blick auf die hohe Mathematik hinter den Meilen-Kreditkarten? Die Antwort, dass die richtige Karte für jede Person eine andere ist – oft sogar abhängig von der temporären Lebenssituation oder aktuellen Angeboten. Richtig oder falsch gibt es nicht – auch wenn es gerade bei Meilen-Kreditkarten in dieser Hinsicht seit jeher starke Meinungen gibt 😉
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