Das Girokonto zu wechseln ist vielfach gar nicht so schwer, wie viele glauben. Doch was muss man dabei beachten und zu bei welchen Konten ist ein Wechsel besonders einfach? Wir werfen einen Blick auf den Prozess!

Wer seinen Stromvertrag wechselt oder zum ersten Mal ein Girokonto beantragt, wird sich wundern, denn bei diese Vorgänge sind alles andere als kompliziert. Der Girokontowechsel dagegen ist meist ein aufwendiger und nervenaufreibender Prozess – allerdings gibt es Abhilfe durch moderne Technologien.

So funktioniert ein Girokonto Wechsel

Im Gegensatz zu einen Wechsel des Handyvertrages oder auch der Stromverbindung handelt es sich beim Wechsel des Girokontos nicht um einen nahtlosen Übergang. Es wird nicht einfach ein Konto zum anderen gewechselt und damit hat sich die Sache. Das liegt daran, dass es einfach möglich und auch durchaus verbreitet ist, mehrere Girokonten parallel zu haben. Welches Konto nun das aktive ist, entscheidet der Kunde selbst.

Das bedeutet konkret, dass man in der Regel selbst dafür verantwortlich ist sich um seinen Wechsel zu kümmern. Dieser Punkt macht es leider auch recht aufwändig das Girokonto zu wechseln und sorgt bei vielen Bankkunden dafür, einen solchen Wechsel nicht in Betracht zu ziehen. Möchte man sich nämlich selbst um alle Angelegenheiten kümmern, bedeutet das in der Regel viel Aufwand.

Der Ablauf eines Girokontowechsels ist grundlegend nämlich immer folgendermaßen:

  1. Beantragung eines neuen Girokonto
  2. Benachrichtigung der auf das eigene Konto überweisenden Unternehmen und Institute (etwa Arbeitgeber) über die neue Bankverbindung
  3. Aktualisierung und Übertragung von SEPA Lastschriftmandaten auf die neue Bankverbindung
  4. Aktualisierung von Zahlungsdaten bei Online-Zahlungsdienstleistern oder Accounts
  5. Schließung des bisherigen Girokonto durch Kündigung

Besonders Punkt zwei und drei können sehr viel Zeit in Anspruch nehmen, weil man hier in regelmäßigem Kontakt zu den jeweiligen Unternehmen steht. Auch ist man darauf angewiesen, dass diese die eigene Änderung umsetzen, was nicht unbedingt immer schnell geht. Schließlich antworten viele Firmen heutzutage nicht einmal zuverlässig. Sind erstmal alle bisherigen Verbindungen übertragen, kann man die alte Bankverbindung einfach zum nächsten Monat kündigen. Längere Kündigungsfristen sind bei Banken nicht üblich.

Was passiert, wenn noch Geld vom alten Konto eingezogen wird?

Man kann seinen Girokonto Wechsel noch so gründlich planen und durchführen. An irgendeiner Stelle wird man wahrscheinlich eine unregelmäßige Abbuchung oder Gutschrift vergessen haben, die dann noch vom alten Konto abgeht oder diesem gutzuschreiben versucht wird. Was aber passiert dann? Zunächst gibt es zwei mögliche Szenarien. Im ersten ist neue Konto schon eröffnet und wird aktiv genutzt, das alte ist allerdings ebenfalls noch aktiv und wahrscheinlich mit nur noch kleinem Guthaben ausgestattet. Wird hier nun Geld überwiesen, gibt es kein Problem und das Guthaben wird einfach gutgeschrieben.

Handelt es sich allerdings um eine Lastschrift, wird es komplizierter. Ist noch genügend Guthaben auf dem Konto verfügbar, um diese zu bedienen gibt es ebenfalls kein Problem. Ist allerdings zu wenig Guthaben auf dem Konto, wird entweder die Lastschrift abgelehnt oder eine Überziehung erlaubt. Letzteres ist für den Bankkunden der deutlich bessere Fall, denn so kann entdeckt man zum einen einfach, dass noch eine Bankverbindung übertragen werden muss und kann zudem einfach per Überweisung Geld auf das Konto schicken, um den negativen Kontostand auszugleichen.

Teilweise wird bei der Schließung eines Kontos auch eine neue Bankverbindung verlangt. Von dieser bucht die Bank dann automatisch mögliche verspätete Lastschriften ab, sodass einem kein großer Aufwand entsteht. Diesen Service müssen Banken allerdings nicht verpflichtend anbieten. Zudem können auch Gebühren dafür anfallen, dass die Bank sich hierum kümmert.

Durch Wechselhelfer einfacher zum neuen Girokonto

Obwohl der Wechsel des Girokonto auf den ersten Blick anstrengend und nervig wirkt, ist die ganze Sache auf Grund von Wechselservices der Banken deutlich einfacher geworden. Diese Angebote sind sehr komfortabel und seit 2016 sogar durch ein Gesetz verpflichtend, welches vorschreibt, dass Banken von neuen Kunden eine Liste mit Verbindungen erhalten können, die die neue Bank dann nutzen muss, um die Bankkontakte zum neuen Konto zu übertragen.

Konkret läuft das so, dass Ihr – je nach Bank verschieden – Eure Transaktionsdaten des alten Girokontos bei der neuen Bank einreicht und diese die jeweiligen Kontakt über Eure neue Bankverbindung informiert. So habt Ihr bei Eurem neuen Konto dann direkt alle wichtigen Verbindungen und müsst Euch im Bestfall nicht darum kümmern. Darüber hinaus wird noch übergebliebenes Guthaben einfach auf das neue Konto überwiesen.

Konkret ausprobiert haben wir diesen Dienst kürzlich bei der comdirect, das neben der DKB, ING und Revolut zu den besten kostenlosen Girokonten zählt und darüber hinaus auch im Wechselprozess sehr positiv auffällt. Konkret werdet Ihr hier nach der Beantragung des Kontos gefragt, ob Ihr den Wechselhelfer nutzen möchtet. Entscheidet Ihr Euch für das Tool könnt Ihr auf einer neuen, speziell dafür angelegten Webseite, die eine sehr angenehme Funktion bietet.

Girokonto wechseln comdirect
Ein Wechsel zum comdirect Girokonto funktioniert recht einfach

So loggt Ihr Euch dort nämlich in Euer altes Online-Banking ein, von dem sich die comdirect die Transaktionsdaten der letzten Monate herunter lädt. Mit diesen Daten wiederum wird Euer persönliches Wechselformular befüllt, wo die verschiedenen Bankverbindungen und Unternehmen aufgeführt sind, die benachrichtigt werden müssen. Nachdem Ihr alles überprüft habt, schickt comdirect über den Wechselhelfer direkt eine Nachricht an alle auf dieser Liste befindlichen Bankkontakte und informiert über Eure neue Kontoverbindung. Darüber hinaus kann über den Helfer auch gleich das alte Konto gekündigt werden – völlig automatisiert.

Die comdirect Bank ist dabei nur ein Beispiel, denn eine Menge anderer Banken nutzen ein ähnliches System auch, um Euch beim Wechsel des Girokonto zu helfen. So ist der Wechsel dann deutlich einfacher als auf den ersten Blick vermutet. Einen vergleichbaren Service bieten beispielsweise auch das DKB Girokonto oder das das ING Girokonto.

Warum lohnt sich das Girokonto wechseln überhaupt?

Obwohl der Prozess des Girokonto Wechsels durch die Banken und auch das Gesetz deutlich vereinfacht wurde, kann man sich immernoch die Frage stellen, ob sich das ganze überhaupt lohnt. Schließlich werden in der Regel nicht alle Buchungen bzw. Kontakte der alten Bankverbindung beim Wechsel automatisch übertragen oder auch die andere Seite meldet sich nicht. Das wieder führt zu erneutem Aufwand, mit dem man immer rechnen muss. Nur selten funktioniert der Wechsel wirklich reibungslos.

Ihr müsst bezüglich Eurer finanziellen Lage immer individuell entscheiden, ob sich ein Girokontowechsel lohnt. Sicherlich ist das Prozedere immer mit etwas Aufwand und unter Umständen auch nervigem Hinterherlaufen verbunden, kann sich aber extrem lohnen. Wirft man einen Blick auf die Konditionen, die verschiedene Konten bieten, wird schnell klar, dass die qualitativen Unterschiede und die Kombination aus Preis- und Leistung zwischen einzelnen Banken gravierend abweichen. Nicht umsonst gibt es zahlreiche kostenlose Girokonten von Direktbanken wie der DKB, ING oder Revolut, zu denen sich ein Wechsel oft lohnt. Viele Banken locken darüber hinaus mit attraktiven Willkommensboni, um Euch als Kunden zu gewinnen. Dennoch lohnt sich ein Wechsel nicht immer.

Wer mit seiner Bank unzufrieden ist und obendrein noch relevant Gebühren bezahlt, sollte einen Wechsel auf jeden Fall in Betracht ziehen. Bei Gebühren von 10 Euro oder mehr im Monat und einem schlechten Service, wie es vor allem bei vielen Filialbanken der Fall ist, kann man anderswo deutlich bessere Angebote finden. Macht als einen ausführlichen Girokonto Vergleich, bei dem Ihr Eure individuellen Vorlieben einfließen lasst. Stellt sich dann heraus, dass Ihr weniger bezahlt und dafür ein deutlich besseres Angebot bekommt und obendrein noch eine Wilkommensprämie abstauben könnt, ist es den Wechsel auf jeden Fall wert. Seid Ihr allerdings bei einer Bank, die nur einige Schwachstellen hat und seid grundsätzlich zufrieden, lohnt sich der Wechsel wahrscheinlich nicht.

Fazit zum Wechsel des Girokonto

Der Girokonto Wechsel ist leider kein allzu einfaches Unterfangen, jedenfalls bislang. Nicht verwunderlich, dass viele Verbraucher noch nie Ihr Girokonto gewechselt haben. Seitdem es Service-Angebote der Banken gibt, wird der Wechsel allerdings stetig einfacher. Dazu kommt, dass die Angebote vieler Banken so attraktiv sind, dass ein Wechsel für die persönlichen Finanzen einen extrem Mehrwert haben kann.

Häufig gestellte Fragen zum Wechsel des Girokontos

Wie nehme ich einen Wechsel meines Girokontos vor?   +

In der Regel verläuft der Wechsel eines Girokontos folgendermaßen:

  1. Beantragung eines neuen Girokonto
  2. Benachrichtigung der auf das eigene Konto überweisenden Unternehmen und Institute (etwa Arbeitgeber) über die neue Bankverbindung
  3. Aktualisierung und Übertragung von SEPA Lastschriftmandaten auf die neue Bankverbindung
  4. Aktualisierung von Zahlungsdaten bei Online-Zahlungsdienstleistern oder Accounts
  5. Schließung des bisherigen Girokonto durch Kündigung
Warum sollte ich mein Girokonto wechseln?   +

Ihr müsst bezüglich Eurer finanziellen Lage immer individuell entscheiden, ob sich ein Girokontowechsel lohnt. Sicherlich ist das Prozedere immer mit etwas Aufwand und unter Umständen auch nervigem Hinterherlaufen verbunden, kann sich aber extrem lohnen. Wirft man einen Blick auf die Konditionen, die verschiedene Konten bieten, wird schnell klar, dass die qualitativen Unterschiede und die Kombination aus Preis- und Leistung zwischen einzelnen Banken gravierend abweichen. Nicht umsonst gibt es zahlreiche kostenlose Girokonten, zu denen sich ein Wechsel lohnt. Viele Banken locken darüber hinaus mit attraktiven Willkommensboni, um Euch als Kunden zu gewinnen, sodass Ihr einen Wechel definitiv in Erwägung ziehen solltet.

Was sollte ich bei einem Wechsel des Girokontos beachten?   +

Man kann seinen Girokonto Wechsel noch so gründlich planen und durchführen. An irgendeiner Stelle wird man wahrscheinlich eine unregelmäßige Abbuchung oder Gutschrift vergessen haben, die dann noch vom alten Konto abgeht oder diesem gutzuschreiben versucht wird. Was aber passiert dann? Zunächst gibt es zwei mögliche Szenarien. Im ersten ist neue Konto schon eröffnet und wird aktiv genutzt, das alte ist allerdings ebenfalls noch aktiv und wahrscheinlich mit nur noch kleinem Guthaben ausgestattet. Wird hier nun Geld überwiesen, gibt es kein Problem und das Guthaben wird einfach gutgeschrieben. Handelt es sich allerdings um eine Lastschrift, wird es komplizierter. Ist noch genügend Guthaben auf dem Konto verfügbar, um diese zu bedienen gibt es ebenfalls kein Problem. Ist allerdings zu wenig Guthaben auf dem Konto, wird entweder die Lastschrift abgelehnt oder eine Überziehung erlaubt. Letzteres ist für den Bankkunden der deutlich bessere Fall, denn so kann entdeckt man zum einen einfach, dass noch eine Bankverbindung übertragen werden muss und kann zudem einfach per Überweisung Geld auf das Konto schicken, um den negativen Kontostand auszugleichen. Teilweise wird bei der Schließung eines Kontos auch eine neue Bankverbindung verlangt. Von dieser bucht die Bank dann automatisch mögliche verspätete Lastschriften ab, sodass einem kein großer Aufwand entsteht. Diesen Service müssen Banken allerdings nicht verpflichtend anbieten. Zudem können auch Gebühren dafür anfallen, dass die Bank sich hierum kümmert.

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