Seit dem 13. Oktober lassen sich die Miles & More CO₂-Pakete wieder nachträglich buchen, und diesmal wollte ich es genau wissen. Also habe ich mich durch alle 24 Flüge geklickt, die in meinem Konto aus diesem Jahr noch offen sind: vom kurzen Hüpfer Wien–Budapest bis zur First Class von Hongkong nach Zürich, mit Lufthansa, SWISS, Austrian, Brussels Airlines, Eurowings und sogar Turkish Airlines.
Gekauft habe ich dabei nichts, ich bin bei jedem Flug nur bis zur Paketauswahl gegangen. Herausgekommen ist eine ziemlich klare Landkarte, wann sich die CO₂-Einsparung für Statuspunkte lohnt und wann man sein Geld besser behält.
Die Miles & More CO₂-Pakete kosten einen festen Preis pro Tonne
Nach dem Relaunch bietet Miles & More für jeden vergangenen Flug des laufenden Jahres vier Pakete an. Sie unterscheiden sich im Anteil an nachhaltigem Flugkraftstoff, und genau dieser Anteil bestimmt auch die Gutschrift: Bei Small gibt es 5 Prozent der regulären Points und Qualifying Points obendrauf, bei X-Large 80 Prozent. HON Circle Points sind dagegen auf 20 Prozent gedeckelt.
Was mich überrascht hat: Der Preis folgt einer starren Formel. Bei allen 24 Flügen kostet jedes Paket exakt denselben Betrag pro Tonne CO₂, die Lufthansa für den jeweiligen Flug ansetzt. Airline, Tarif oder Reisedatum spielen keine Rolle.
| Paket | SAF-Anteil und Zusatzpunkte | Preis pro Tonne CO₂ |
|---|---|---|
| Small | 5 Prozent | 36 Euro |
| Medium | 20 Prozent | 75 Euro |
| Large | 50 Prozent | 154 Euro |
| X-Large | 80 Prozent | 233 Euro |
Die Punkte gibt es dagegen nicht nach Kilometern, sondern pauschal pro Segment: innerhalb Europas 20 in der Economy und 40 in der Business Class, auf der Langstrecke 60 in der Economy und 200 in der Business Class. Je weniger CO₂ ein Flug im Verhältnis zu seinen Segmentpunkten verursacht, desto billiger wird der Statuspunkt.
Das größte Paket ist fast immer die beste Wahl
Lufthansa markiert das Medium-Paket als „Unsere Empfehlung“ und wählt es auch gleich vor. Für Sammler ist das die falsche Wahl. An meinem Business-Class-Flug von Berlin nach Frankfurt sieht man das sehr deutlich:
| Paket | Preis und Zusatzpunkte | Preis pro Punkt |
|---|---|---|
| Small | 4,20 Euro für 2 Punkte | 2,10 Euro |
| Medium | 8,81 Euro für 8 Punkte | 1,10 Euro |
| Large | 18,03 Euro für 20 Punkte | 0,90 Euro |
| X-Large | 27,26 Euro für 32 Punkte | 0,85 Euro |
Das Small-Paket kostet pro Punkt also fast das Zweieinhalbfache des X-Large-Pakets. Der Grund: Jedes Paket gleicht den kompletten Flug aus, nur der Mix ist ein anderer. Bei Small fließen 95 Prozent in Klimaschutzprojekte und nur 5 Prozent in nachhaltigen Kraftstoff, entsprechend klein fällt die Gutschrift aus.
Ein kleineres Paket lohnt sich höchstens, wenn bis zu einer Schwelle nur noch eine Handvoll Punkte fehlt. Wer ohnehin sammeln will, nimmt X-Large. Alle weiteren Werte in dieser Story beziehen sich deshalb auf das größte Paket.
Auf kurzen Strecken werden die Punkte billig
Die besten Werte für die Miles & More CO₂-Pakete gibt es ausnahmslos auf kurzen Flügen. Spitzenreiter ist ein Austrian-Flug von Wien nach Budapest über gerade einmal 214 Kilometer: 13,28 Euro für 16 Points und 16 Qualifying Points, also 83 Cent pro Punkt.
Dahinter folgen fast nur Business-Class-Flüge innerhalb Europas, die meisten davon zwischen 400 und 650 Kilometer lang:
| Strecke | Klasse und Distanz | Preis pro Punkt |
|---|---|---|
| Wien–Budapest | Economy, 214 km | 0,83 Euro |
| Berlin–Frankfurt | Business, 431 km | 0,85 Euro |
| Brüssel–Berlin | Business, 645 km | 1,03 Euro |
| Zürich–Berlin (SWISS) | Business, 651 km | 1,04 Euro |
| Frankfurt–Berlin | Economy, 431 km | 1,18 Euro |
Zum Vergleich: Wer Statuspunkte erfliegt, zahlt im Schnitt 2,50 bis 4 Euro pro Punkt. Ein Euro pro Qualifying Point dürfte in der Regel die Grenze sein, bis zu der sich die CO₂-Einsparung auf jeden Fall lohnt, wenn man noch Punkte braucht.
Bei meinen Flügen bleibt man in der Business Class bis rund 600 Kilometer unter dieser Grenze, in der Economy nur auf sehr kurzen Strecken wie Wien–Budapest. Bis 1,50 Euro reicht es in der Economy bis etwa 650 Kilometer, in der Business Class bis etwa 1.200 Kilometer. Auf deutschen Inlandsstrecken und den kurzen Flügen zu den Drehkreuzen in Zürich, Wien oder Brüssel ist man damit fast immer im grünen Bereich.
Business schlägt Economy auf derselben Strecke
Besonders spannend wird es, wenn man die Miles & More CO₂-Pakete auf derselben Strecke in beiden Klassen vergleicht. Lufthansa rechnet für die Business Class zwar mehr CO₂ an, aber längst nicht doppelt so viel, während sich die Punkte verdoppeln:
| Strecke | Business Class | Economy Class |
|---|---|---|
| Berlin–Frankfurt | 0,85 Euro (117 kg CO₂) | 1,18 Euro (81 kg CO₂) |
| Zürich–Berlin | 1,04 Euro (SWISS) | 1,46 Euro (Eurowings) |
Auf Berlin–Frankfurt setzt Lufthansa für die Business Class 117 Kilogramm CO₂ an, in der Economy 81 Kilogramm. Das sind 44 Prozent mehr, gutgeschrieben werden aber doppelt so viele Punkte. Und das auf dem gleichen Sitz, nur mit freiem Mittelplatz.
Bei Zürich–Berlin kommt noch die Airline ins Spiel: Mein SWISS-Flug in der Business Class kostet 1,04 Euro pro Punkt, der Eurowings-Flug in der Economy auf derselben Strecke 1,46 Euro.
Wer im Laufe des Jahres ohnehin Business Class geflogen ist, sollte deshalb für genau diese Flüge zuerst die CO₂-Einsparung buchen.
Bei diesen Flügen lohnen sich die Miles & More CO₂-Pakete kaum
Je länger der Flug, desto schlechter das Verhältnis. In der Economy kostet der Punkt nach Palma schon 2,49 Euro, von Kos nach Berlin 2,88 Euro. Auf der Langstrecke wird es noch teurer:
| Strecke | Klasse und Distanz | Preis pro Punkt |
|---|---|---|
| Frankfurt–Madrid | Business, 1.422 km | 1,62 Euro |
| Budapest–Frankfurt | Economy, 836 km | 1,66 Euro |
| Berlin–Palma | Economy, 1.647 km | 2,49 Euro |
| Kos–Berlin | Economy, 2.032 km | 2,88 Euro |
| Frankfurt–Hongkong | Business, 9.169 km | 3,09 Euro |
| Hongkong–Zürich | First, 9.296 km | 4,11 Euro |
Für Frankfurt–Hongkong in der Business Class werden im X-Large-Paket 494,63 Euro fällig, für 160 zusätzliche Punkte. Das liegt zwar noch im Rahmen dessen, was ein erflogener Punkt kostet, ein Schnäppchen ist es aber nicht.
Am schlechtesten schneidet ausgerechnet die First Class ab. Mein SWISS-Flug von Hongkong nach Zürich ist in einer Business-Buchungsklasse gebucht, gutgeschrieben werden deshalb nur Business-Punkte. Das CO₂ wird aber für die First-Kabine angesetzt. Ergebnis: 657,03 Euro für 160 Punkte, also 4,11 Euro pro Punkt.
Ein Sonderfall sind Partnerflüge. Für meine Flüge mit Turkish Airlines und South African Airways lässt sich die CO₂-Einsparung zwar ebenfalls buchen, sie bringt aber nur Points und keine Qualifying Points. Prämienflüge tauchen gar nicht erst in der Liste auf.
Meine Faustregeln nach 24 Flügen
Unterm Strich sind die Miles & More CO₂-Pakete ein starkes Werkzeug auf dem Weg zum Status, wenn man sie gezielt einsetzt. Gegenüber einem klassischen Statusrun spart man auf kurzen Strecken schnell zwei Drittel der Kosten pro Punkt.

Nach diesem Test gelten für mich fünf einfache Regeln:
- Immer das X-Large-Paket wählen, die Vorauswahl Medium ist pro Punkt rund 30 Prozent teurer
- Für kurze Business-Class-Flüge zuerst die CO₂-Einsparung buchen, sie bringen Punkte für deutlich unter einen Euro
- Bis etwa einen Euro pro Qualifying Point auf jeden Fall zugreifen, das gelingt vor allem auf kurzen Business-Class-Flügen bis rund 600 Kilometer
- Langstrecken und First Class nur nutzen, wenn bis zur nächsten Schwelle wenige Punkte fehlen
- Erst zum Jahresende entscheiden, denn die Punkte zählen für das Jahr des Flugs und nicht für das Jahr des Kaufs
Wer am Jahresende noch Punkte für die Verlängerung braucht, findet mit dieser Rechnung schnell die günstigsten Flüge im eigenen Konto. Liegt der Preis über einem Euro pro Punkt, lohnt der Blick auf die Alternativen: etwa die aktuelle Aktion zum Kauf von Meilen mit extra Points, Sammelkarten in der Uptrip-App oder den Tausch von eVouchern in Statuspunkte. Alle Wege haben wir im Guide zu Points ohne Flüge zusammengestellt, mehr Hintergründe zu Paketen und Preisen im Guide zur CO₂-Einsparung bei Miles & More.





