Das Hotel Imperial ist eine echte Legende in der österreichischen Hauptstadt. Doch überzeugt das Haus mit seiner mehr als 150 Jahre alten Tradition auch heute noch? Wir zeigen es Euch in dieser ausführlichen Hotel Imperial Wien Bewertung!
Inhaltsverzeichnis
Wer am Kärntner Ring steht, sieht dem Hotel Imperial seine Vergangenheit sofort an: Das Haus wurde zwischen 1862 und 1865 gar nicht als Hotel gebaut, sondern als Stadtpalais für Herzog Philipp von Württemberg – im Stil der italienischen Neorenaissance nach Plänen von Arnold Zenetti. Erst die Wiener Weltausstellung machte daraus eine Herberge: Weil der Stadt kurz vor dem Großereignis schlicht die repräsentativen Unterkünfte fehlten, wurde das Palais umgebaut und am 28. April 1873 in Anwesenheit von Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Elisabeth als Hotel eröffnet. Heute gehört das Haus zur Luxury Collection und damit zu Marriott Bonvoy – jener Marke, die weltweit vor allem historische Häuser mit lokalem Charakter versammelt, etwa das Augustine in Prag, den Park Tower Knightsbridge in London oder das Castillo Hotel Son Vida auf Mallorca.
Einen Ruf weit über Wien hinaus hat aber nicht nur das Hotel selbst, sondern auch das Café Imperial im Erdgeschoss – und vor allem dessen bekannteste Kreation. Die Imperial Torte aus Mandeln, Marzipan und Schokolade geht der Legende nach auf den Kochlehrling Xaver Loibner zurück, der sie 1873 zur Eröffnung des Hauses zu Ehren von Kaiser Franz Joseph I. erfunden haben soll. Das Rezept ist bis heute geheim.
Ich habe im Juli 2026 eine Nacht im Hotel Imperial verbracht, in einer Maisonette Suite unter dem Dach gewohnt und neben dem Zimmer auch das Frühstück im Café Imperial sowie den Erholungsbereich getestet. Was das Haus heute leistet – und wo es an seine Grenzen kommt –, lest Ihr im Folgenden.
Hotel Imperial Wien – die Buchung
Günstig ist ein Aufenthalt im Hotel Imperial erwartungsgemäß nicht: Die Einstiegskategorie Classic Zimmer mit 30 Quadratmetern startet bei rund 600 Euro pro Nacht, und das in der nicht stornierbaren Vorauszahlungsrate. Flexibel buchbar liegt dieselbe Kategorie eher zwischen 700 und 1.100 Euro, im Frühjahr und Frühsommer auch darüber. Damit bewegt sich das Haus im selben Segment wie die übrige Wiener Spitzenhotellerie, zu der etwa das Rosewood Wien, das Ritz-Carlton Wien und das Almanac Palais Vienna gehören. Ich selbst habe mit einer speziellen Rate für die Reiseindustrie gebucht. Für alle anderen empfiehlt sich die Buchung über suitespot, denn dort gibt es zusätzliche Hotelvorteile und einen persönlichen VIP-Service obendrauf.
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Der erste Eindruck bei der Ankunft ist stark. Durch die Drehtür geht es direkt in eine Lobby, die eher an ein Palais als an ein Hotelfoyer erinnert: hohe Decken, Kristallluster, dunkler Marmorboden und großformatige Porträts von Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Elisabeth an den Wänden.
Noch beeindruckender ist das angeschlossene Treppenhaus, das für mich zu den echten Highlights des Hauses zählt. Die Feststiege aus Carrara- und Siena-Marmor mit rotem Läufer, Deckenmalerei und Kronleuchtern ist auch dann einen Umweg wert, wenn man eigentlich den Aufzug nehmen wollte.
Der Check-in verlief sehr freundlich. Weil ich über Marriott Bonvoy ein Suite-Upgrade angefragt hatte, bot man mir gleich zwei verschiedene Suiten an – und zeigte mir beide, bevor ich mich entscheiden musste. Das ist ein Service, den man selbst in dieser Preisklasse selten erlebt. Meine Wahl fiel schließlich auf eine Maisonette Suite im obersten Stockwerk.
Etwas enttäuschend fiel dann allerdings genau dieses Willkommensgeschenk aus, das lediglich aus einer Karte und einer Packung Manner bestand. Ansonsten wurden mir aber alle Statusvorteile großzügig gewährt: Der Late Check-out war ebenso unkompliziert wie das kostenfreie Frühstück, das im Hotel Imperial sogar Champagner einschließt.
Hotel Imperial Wien – die Lage
Das Hotel Imperial steht am Kärntner Ring 16 und damit an einer der besten Adressen der Stadt. Genauer gesagt liegt es auf der Außenseite des Rings, sodass man in wenigen Minuten zu Fuß mitten in der Innenstadt ist.
Direkt hinter dem Hotel liegt die Staatsoper, auch der Musikverein ist nur wenige Schritte entfernt. Bis zum Naschmarkt spaziert man ebenfalls in wenigen Minuten. Insgesamt also eine sehr gute Lage, die kaum Wünsche offen lässt – auch, weil man vom Hotel aus praktisch alles Wichtige zu Fuß erreicht.
Wer nicht laufen möchte, findet die Straßenbahn direkt vor der Haustür, die U-Bahn ist ums Eck. Zum Flughafen Wien braucht man mit dem Taxi etwa eine halbe Stunde, mit öffentlichen Verkehrsmitteln geht es nur mit Umstieg. Der Hauptbahnhof ist mit dem Taxi in weniger als zehn Minuten erreicht.
Hotel Imperial Wien – die Suite
Das Hotel Imperial verfügt über 79 Zimmer und 59 Suiten – und damit über eine für ein Haus dieser Größe außergewöhnlich breite Auswahl an Kategorien. An der Spitze stehen die beiden Royal Suiten mit jeweils 150 Quadratmetern und sechs Metern Raumhöhe, darunter folgen unter anderem die Imperial Suiten mit bis zu 80 Quadratmetern und die Sisi Suite mit 55 Quadratmetern. Die Maisonette Suiten, in denen ich untergebracht war, liegen unter dem Dach und verteilen sich über zwei Ebenen.
Eine Besonderheit des Hauses: Durch die historische Gebäudesubstanz ist praktisch jedes Zimmer und jede Suite anders geschnitten, sodass es selbst innerhalb einer Kategorie noch viel Varianz gibt. Eingerichtet ist der Großteil sehr klassisch im Wiener Stil, bei der Farbwahl gibt es allerdings deutliche Unterschiede. Es lohnt sich daher, vor dem Aufenthalt klare Präferenzen zu hinterlegen.
Der Eingangsbereich
Die Maisonette Suite ist wirklich riesig und verteilt sich mit Eingangsbereich, Schlafzimmer, Galerie und Bad über zwei Ebenen. Schon der Eingangsbereich mit seinem aufwendigen Parkettmuster gibt den Ton vor.
Hier steht auch die Wendeltreppe, die ins Obergeschoss führt, dazu kommen mehrere Schränke. Der Platz reicht mehr als aus, um Koffer zu öffnen und Kleidung aufzuhängen oder abzulegen – in Wiener Altbauten keineswegs selbstverständlich.
Vom Eingangsbereich aus erreicht man das Schlafzimmer und das Badezimmer im unteren Geschoss sowie das Wohnzimmer auf der Galerie darüber.
Das Wohnzimmer
Über die schicke Wendeltreppe gelangt man auf die Galerie, auf der das Wohnzimmer untergebracht ist. Das Hotel selbst beschreibt diese Ebene als Wohn- und Bibliotheksbereich – und tatsächlich hat sie mit ihrer offenen Brüstung und dem Blick hinunter ins Schlafzimmer etwas von einer privaten Bibliothek.
Etwas Tageslicht kommt über Dachfenster und zusätzlich von unten aus dem Schlafzimmer herein. Insgesamt bleibt es hier oben aber ein wenig dunkel – wer tagsüber arbeiten möchte, wird das Licht anschalten.
Für genau diesen Fall steht ein klassischer Schreibtisch mit passendem Stuhl bereit, der direkt an der Brüstung platziert ist.
Ergänzt wird das Ganze um eine Sitzecke mit Couch und Sessel, von der aus man den Fernseher im Blick hat. Wer die Suite zu zweit bewohnt, gewinnt damit tatsächlich einen zweiten Wohnraum – und nicht nur eine bessere Abstellfläche.
Insgesamt ist die Galerie der Teil der Suite, der am deutlichsten macht, dass man hier in einem umgebauten Palais und nicht in einem Neubau übernachtet.
Das Schlafzimmer
Das Schlafzimmer im unteren Geschoss ist ein sehr großer Raum mit einer tollen Deckenhöhe. Allein dieser Bereich würde in vielen anderen Häusern bereits als Junior Suite durchgehen.
Das Design ist erwartungsgemäß sehr klassisch und im Wiener Stil gehalten – mit Damasttapete, blauem Teppich und antikisierenden Möbeln. Das mag nicht jedermanns Geschmack sein, passt aber perfekt zum Haus.
Das Bett steht auf der einen Seite des Raumes, davor ist eine Ottomane platziert. Die Bettwäsche ist hochwertig, die Kissen sind gut und insgesamt habe ich sehr bequem geschlafen.
Auf beiden Seiten steht jeweils ein mittelgroßer Nachttisch, den Turndown-Service gibt es selbstverständlich auch. Kritik gibt es dagegen an einem Detail, das gerade in dieser Preisklasse ärgerlich ist: Pro Seite findet man nur eine einzige, zudem schwer zugängliche Steckdose. Immerhin lässt sich das Licht direkt am Bett schalten.
In der Mitte des Zimmers, zwischen Bett und Fensterfront, stehen zwei Stühle neben einem kleinen Tisch – ein guter Platz für den ersten Kaffee am Morgen.
Auf der gegenüberliegenden Seite steht eine Kommode, auf der ein Flachbildfernseher platziert ist.
Im Schrank versteckt sich außerdem die Kaffeemaschine, die kostenfrei genutzt werden kann – inklusive Wasserkocher, Tassen und einer kleinen Auswahl an Tee.
Ebenfalls vorhanden ist eine gut gefüllte Minibar, die allerdings kostenpflichtig ist.
Insgesamt ist das Schlafzimmer der Bereich der Suite, in dem der historische Charakter des Hauses am stärksten spürbar wird.
Der Balkon
Die Besonderheit der Maisonette Suiten ist ihre Lage im obersten Stockwerk auf der Rückseite des Hauses. Dadurch bekommen sie deutlich mehr Tageslicht als so manche andere Kategorie – und vor allem etwas, das in der Wiener Innenstadt ausgesprochen selten ist.
Über zwei Türen gelangt man nämlich auf einen eigenen Balkon, der zwar lang, aber recht schmal ausfällt. Zwei Stühle finden hier trotzdem Platz.
Der Ausblick über Wien ist dann auch der eigentliche Grund, warum ich diese Kategorie empfehlen würde: Über die Dächer hinweg blickt man bis zur Karlskirche – für mich eines der Highlights des Zimmers.
Das Badezimmer
In den Maisonette Suiten und generell in den Zimmern der oberen Stockwerke fallen die Bäder ein Stück größer aus als in anderen Kategorien. Der erste Eindruck ist entsprechend luxuriös: viel Marmor, hochwertige Armaturen und ein großer vergoldeter Spiegel.
Herzstück ist ein großer Doppelwaschtisch mit reichlich Ablagefläche. An Utensilien mangelt es nicht – neben dem Üblichen liegen unter anderem auch Zahnpasta und Zahnbürste bereit.
Seitlich und optisch leicht abgetrennt befinden sich Toilette und Bidet.
Direkt neben den Waschbecken steht eine schöne Badewanne, die zum Ausklang eines langen Tages in der Stadt einlädt.
Zusätzlich gibt es eine abgetrennte Dusche mit gleich zwei Duschköpfen. Der Wasserdruck ist ganz gut, allerdings spritzt der Regenduschkopf in alle Richtungen – ein kleiner Wermutstropfen.
Bei den Pflegeprodukten setzt man wie in der Luxury Collection üblich auf Byredo, hier in der Linie Le Chemin.
Insgesamt hinterlässt die Suite damit einen guten Eindruck: Sie ist zwar durch und durch klassisch, wirkt dabei aber dennoch sehr luxuriös.
Hotel Imperial Wien – die Gastronomie
Das gastronomische Angebot des Hotel Imperial besteht aus zwei Adressen, die beide auch bei Wienerinnen und Wienern einen Namen haben: dem weltbekannten Café Imperial und der Imperial Bar.
Letztere kommt zwar ohne Tageslicht aus, bietet dafür aber eine ausgesprochen imposante Atmosphäre mit schicker Einrichtung. Blickfang ist der dreiteilige Kristallluster, der laut Hotel aus 240 Lichtern und 7.746 Kristallen besteht und 2018 mit dem iDogi Award ausgezeichnet wurde. Geöffnet ist die Bar täglich von 9 bis 1 Uhr, regelmäßig finden hier zudem Jazz Nights statt.
Das Café Imperial deckt dagegen gleich mehrere Rollen ab: Morgens gibt es Frühstück, mittags warme Speisen, am Nachmittag herrscht klassischer Kaffeehaus-Charakter und abends wird daraus ein Restaurant. Verantwortlich für die Küche ist seit Oktober 2025 Executive Chef Felix de Bortoli, geöffnet ist täglich von 7 bis 23 Uhr.
Testen konnten wir bei unserem Aufenthalt allerdings nur das Frühstück.
Das Frühstück
Serviert wird das Frühstück von 7 bis 11 Uhr, es besteht aus einem Buffet und einer à la carte Karte.
Sitzen kann man entweder im historisch anmutenden Innenbereich oder auf der schönen Terrasse direkt an der Ringstraße – gerade im Sommer eine klare Empfehlung.
Das Buffet selbst kann sich sehen lassen. Besonders gut gefallen hat mir die sehr gute Auswahl an verschiedenem Brot, Brötchen und Süßgebäck, die von einer lokalen Bäckerei stammt.
Ebenfalls gut sortiert ist die Theke mit Käse, Wurst und Fischspezialitäten wie Lachs.
Dazu kommen verschiedene Joghurts, Müsli und Cerealien. Einzig die Obstauswahl fand ich aus meiner Sicht zumindest etwas langweilig.
Diverse warme Speisen stehen in entsprechenden Behältnissen ebenfalls am Buffet bereit.
Frische Säfte, Smoothies und – ganz standesgemäß – sogar Champagner findet man ebenfalls am Buffet.
Am Tisch werden zusätzlich vom Barista zubereitete Kaffeespezialitäten, weitere Säfte nach Wunsch und warme Speisen serviert.
Die Karte ist umfangreich und die Qualität durchweg sehr gut – das gilt für die Omelettes ebenso wie für die Pfannkuchen.
Zusammen mit dem guten Service ergibt das insgesamt ein hervorragendes Frühstück, das für mich zu den Stärken des Hauses zählt.
Hotel Imperial Wien – die Erholung
Die größte Schwäche des Hotel Imperial ist vermutlich der fehlende Erholungsbereich. Ein Spa gibt es nicht, einen Pool ebenso wenig – zur Verfügung steht lediglich ein kleines Fitnessstudio im obersten Stockwerk.
Das Fitnessstudio
Der Fitnessbereich ist relativ klein und sichtbar in die Jahre gekommen. Für ein Haus dieser Kategorie ist das durchaus eine Enttäuschung.
Immerhin gibt es ein paar Cardio-Geräte und – anders als in vielen innerstädtischen Hotelgyms – tatsächlich ein wenig Tageslicht.
Dazu kommen ausgewählte Maschinen für das Krafttraining.
Freihanteln, eine Hantelbank und Matten sind ebenfalls vorhanden.
Insgesamt ist das Angebot damit nicht mit dem anderer Luxushotels vergleichbar.
Die Sauna
Neben dem Fitnessstudio findet man außerdem eine Umkleide und eine Sauna.
Die Umkleide ist ordentlich ausgestattet, Bademäntel und Handtücher liegen bereit.
Die Sauna selbst ist klassisch mit Holz ausgekleidet und für eine überschaubare Zahl an Gästen ausgelegt.
Eine nette Ergänzung ist das allemal – ein Spa-Ersatz ist es natürlich nicht.
Hotel Imperial Wien – das Fazit
Das Hotel Imperial ist ein schönes Haus mit einem ganz besonderen historischen Charme. Lobby, Feststiege, Café Imperial und auch die Zimmer passen perfekt zur Historie des Hotels und werden sichtbar gut in Schuss gehalten – bei einem Gebäude aus den 1860er-Jahren alles andere als eine Selbstverständlichkeit.
Die Maisonette Suiten sind wegen des Ausblicks und des eigenen Balkons besonders empfehlenswert, seine Präferenzen sollte man wegen der stark unterschiedlichen Zimmer aber vorab hinterlegen. Auch das Frühstück und die Freundlichkeit des Personals haben einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Kleine Schwächen bleiben: das enttäuschende Willkommensgeschenk, die schwer zugänglichen Steckdosen und vor allem der praktisch nicht vorhandene Erholungsbereich – wer Wert auf Spa und Pool legt, ist hier falsch.
Zusammenfassend war das Hotel Imperial für mich trotzdem eine positive Überraschung – ein Haus, das seine Geschichte nicht nur behauptet, sondern jeden Tag spürbar macht. Von mir gibt es 4,4 von 5 Punkten.
Der Aufenthalt im Hotel Imperial Wien fand im Juli 2026 statt.
