Bei Prämienflügen entscheidet oft nicht die Zahl der Meilen, sondern die Zuzahlung darüber, ob sich ein Ticket lohnt. Der größte Posten ist dabei meist der Zuschlag der Airline, und genau hier unterscheiden sich Fluggesellschaften und Vielfliegerprogramme enorm. Wir zeigen Euch, welche Programme und Airlines ohne Treibstoffzuschlag auskommen und wo Ihr besonders viel draufzahlt.

In diesem Guide erfahrt Ihr, warum der Zuschlag auch bei Meilentickets anfällt, welche Vielfliegerprogramme ihn nicht weitergeben, welche Airlines nur geringe Beträge verlangen und wie Ihr bei der Buchung die Zuzahlung drückt.

Das Wichtigste in Kürze: United MileagePlus, Air Canada Aeroplan und Avianca LifeMiles geben bei Prämienflügen keine Treibstoffzuschläge weiter, auch nicht auf Flügen der Lufthansa Group. Singapore Airlines verzichtet bei eigenen Prämienflügen auf den Zuschlag, Delta seit März 2025 auf eigenen Flügen ab Europa. Besonders hohe Zuschläge zahlt Ihr dagegen bei Miles & More auf Flügen der Lufthansa Group und bei British Airways. Prüft vor jeder Buchung die Summe aus Meilen und Zuzahlung.

Was ist der Treibstoffzuschlag und warum zahlt Ihr ihn auch bei Meilentickets?

Der Treibstoffzuschlag ist keine Steuer, sondern ein Preisbestandteil, den die Airline selbst festlegt. Im Ticket steht er unter den Kürzeln YQ oder YR, Lufthansa nennt ihn inzwischen „Zuschlag der Airline“, andere Fluggesellschaften sprechen von einem internationalen Zuschlag. Anders als Luftverkehrsteuer, Sicherheitsgebühr oder Flughafenentgelte bleibt dieser Betrag vollständig bei der Fluggesellschaft. Was genau hinter den Kürzeln steckt, erklären wir ausführlich in unserem Guide Was ist der Treibstoffzuschlag.

Bei einem Prämienflug ersetzen die Meilen nur den eigentlichen Flugpreis. Steuern, Gebühren und Zuschläge zahlt Ihr zusätzlich in bar. Ob der Zuschlag dabei anfällt, hängt von zwei Dingen ab: ob die Airline, die den Flug durchführt, überhaupt einen Zuschlag erhebt, und ob das Programm, über das Ihr bucht, diesen Zuschlag an Euch weitergibt. Genau deshalb kann derselbe Sitz je nach Programm mehrere Hundert Euro mehr oder weniger kosten.

San Francisco Airport Flugzeuge Berge
Ob ein Zuschlag anfällt, hängt von Airline, Programm und Abflugort ab

Seit dem Kerosinschock im Frühjahr 2026 ist das Thema noch wichtiger geworden. Viele Airlines haben ihre Zuschläge innerhalb weniger Wochen angehoben, die Lufthansa Group im März 2026 gleich zweimal. Wie sich die Zuzahlungen insgesamt zusammensetzen, zeigt unser Guide zu Steuern und Gebühren bei Miles & More.

Welche Vielfliegerprogramme verlangen keinen Treibstoffzuschlag?

Der wirksamste Hebel ist das richtige Vielfliegerprogramm. Drei Programme der Star Alliance geben bei Prämienflügen grundsätzlich keine Treibstoffzuschläge weiter, und zwar auch dann nicht, wenn Ihr mit einer Airline fliegt, die selbst hohe Zuschläge erhebt:

  • United MileagePlus: keine Treibstoffzuschläge, weder auf United-Flügen noch bei Partnern wie Lufthansa, Swiss oder Austrian Airlines.
  • Air Canada Aeroplan: keine Zuschläge auf Flügen von Air Canada und der Partner, bei Partnerflügen fällt aber eine Buchungsgebühr von 39 Kanadischen Dollar pro Ticket an.
  • Avianca LifeMiles: keine Treibstoffzuschläge, dafür eine Buchungsgebühr von 25 US-Dollar.

Ihr zahlt bei diesen Programmen also nur Steuern und Flughafengebühren sowie die genannten Buchungsgebühren. Auf einem Langstreckenflug in der Business Class spart Ihr damit gegenüber Miles & More schnell mehrere Hundert Euro pro Richtung. Allein die Zuschläge für einen Hin- und Rückflug von Frankfurt nach New York in der Business Class lagen bei Miles & More nach den Erhöhungen im März 2026 laut Auswertungen von Meilenoptimieren bei 1.348 Euro.

Air Canada Boeing 787 Dreamliner beim Start
Air Canada Aeroplan verlangt keine Treibstoffzuschläge, bei Partnerflügen aber eine Buchungsgebühr

Ganz ohne Abstriche geht es allerdings nicht. Aeroplan hat am 25. März 2026 für Flüge von United, Emirates, Etihad und einigen weiteren Partnern auf dynamische Preise umgestellt und zum 1. Juni 2026 viele Preise seiner festen Prämientabelle für Partnerflüge erhöht. Mehr zu den Programmen lest Ihr in unseren Überblicken zu United MileagePlus und Air Canada Aeroplan.

ProgrammTreibstoffzuschläge bei PrämienflügenHinweis
United MileagePluskeineauch auf Flügen der Lufthansa Group
Air Canada Aeroplankeine39 Kanadische Dollar Gebühr bei Partnerflügen
Avianca LifeMileskeine25 US-Dollar Buchungsgebühr
Singapore Airlines KrisFlyerkeine auf Flügen von Singapore Airlinesbei Partnerflügen werden Zuschläge weitergegeben
Delta SkyMileskeine auf Delta-Flügen, auch ab EuropaPartner wie Air France und KLM mit Zuschlag
American Airlines AAdvantagekeine auf Flügen von American AirlinesZuschläge bei British Airways und Iberia
Turkish Airlines Miles&Smilesja, auf eigenen und vielen Partnerflügenkeine bei United, Avianca oder Copa
Lufthansa Miles & Moreja, hochvor allem auf der Langstrecke nach Nordamerika
British Airways Clubja, hochZuzahlungen zuletzt im Mai 2026 erhöht

Welche Airlines verzichten auf den Treibstoffzuschlag?

Neben den Programmen spielt auch die Airline eine Rolle, die den Flug durchführt. Erhebt sie selbst keinen Zuschlag, kann ihn auch kein Programm an Euch weiterreichen. Das gilt vor allem für Avianca und Copa Airlines aus Lateinamerika. Selbst über Turkish Airlines Miles&Smiles, das sonst fast immer Zuschläge berechnet, zahlt Ihr auf Flügen von Avianca, Copa und United nur Steuern und Gebühren.

Singapore Airlines verzichtet bereits seit März 2016 auf Treibstoffzuschläge bei Prämienflügen auf eigenen Flügen. Das macht die Airline zu einem der attraktivsten Ziele für Meilen, egal ob Ihr über KrisFlyer oder ein Partnerprogramm bucht. Ab Frankfurt fliegt Singapore Airlines nonstop nach Singapur und erreicht von dort zahlreiche Ziele in Asien und Australien.

Avianca Boeing 787 8
Auf Flügen von Avianca fallen bei Prämientickets keine Treibstoffzuschläge an

Bei den US-Airlines hat sich in den vergangenen Jahren viel getan. United und American Airlines verlangen bei Prämienflügen über ihre eigenen Programme auf eigenen Flügen keine Zuschläge. Delta hat im März 2025 die Zuschläge für Prämienflüge auf eigenen Flügen ab Europa in die USA gestrichen, vorher fielen dort pro Strecke oft rund 150 Euro an. Auf Flügen der Partner Air France, KLM und Virgin Atlantic bleiben die Zuschläge bei SkyMiles aber bestehen.

Qatar Airways erhebt bei Prämienflügen über den Qatar Airways Privilege Club keinen klassischen Treibstoffzuschlag. Stattdessen fällt eine Gebühr der Airline an, die sich seit September 2024 nach Entfernung und Reiseklasse richtet und laut Qatar Airways bei 30 US-Dollar beginnt. Bucht Ihr Flüge von Qatar dagegen mit Avios bei British Airways, gibt das Programm die Zuschläge von Qatar weiter.

Welche Airlines verlangen nur geringe Zuschläge?

Zwischen „kein Zuschlag“ und „mehrere Hundert Euro“ gibt es eine breite Mitte. Ein gutes Beispiel ist Iberia: Prämienflüge auf Flügen von Iberia, die Ihr mit Avios über Iberia Club bucht, sind ab Madrid in der Regel deutlich günstiger als vergleichbare Flüge mit British Airways ab London. Wer ohnehin über Spanien reist, kann so viel Geld sparen.

Iberia Airbus A350
Iberia verlangt bei Prämienflügen ab Madrid meist deutlich weniger als British Airways

Auch einige asiatische Airlines bleiben vergleichsweise moderat. Das liegt teils an der Regulierung: In Hongkong genehmigt die Luftfahrtbehörde die Zuschläge jeweils nur für kurze Zeiträume, in Japan legen Airlines wie JAL ihre Zuschläge alle zwei Monate auf Basis des Kerosinpreises fest und lassen sie vom Verkehrsministerium genehmigen. Cathay Pacific hat den Zuschlag für Flüge zwischen Hongkong und Europa zum 1. August 2026 zwar auf umgerechnet rund 154 Euro pro Flugsegment angehoben, liegt damit aber noch klar unter Lufthansa.

Turkish Airlines erhebt auf eigenen Flügen Zuschläge, die im Vergleich zur Lufthansa Group meist überschaubar bleiben. Bei Partnerflügen über Miles&Smiles kann das ganz anders aussehen, denn dort gibt das Programm die Zuschläge der jeweiligen Airline in voller Höhe weiter.

Unser Tipp: Die Höhe der Zuschläge ändert sich derzeit häufig. Spielt im Buchungsprozess deshalb immer den konkreten Flug bis zur Preisübersicht durch, statt Euch auf ältere Beispielrechnungen zu verlassen.

Welche Airlines verlangen besonders hohe Treibstoffzuschläge?

An der Spitze stehen die Lufthansa Group und British Airways. Bei Miles & More fällt auf Flügen von Lufthansa, Swiss, Austrian Airlines und den übrigen Airlines der Gruppe der Zuschlag der Airline an, und der ist auf der Langstrecke und in den höheren Reiseklassen besonders hoch. Nach den Erhöhungen im März 2026 kostete allein der Zuschlag für einen Hin- und Rückflug nach New York in der Economy Class rund 318 Euro, in der Business Class rund 1.348 Euro.

British Airways gibt auf eigenen Flügen ebenfalls hohe Zuschläge weiter, vor allem auf Strecken nach Nordamerika. Zum 27. Mai 2026 hat die Airline den Bargeldanteil ihrer Prämienflüge erneut erhöht, die Zahl der Avios blieb dabei gleich. Wer mit Avios bei British Airways bucht, kann über Reward Flight Saver zwar mehr Avios einsetzen und so die Zuzahlung senken, ganz vermeiden lässt sie sich aber nicht.

British Airways Airbus A380
British Airways gehört zu den Airlines mit den höchsten Zuzahlungen bei Prämienflügen

Auch andere große Programme geben Zuschläge weiter. Air France und KLM haben die Zuschläge bei Flying Blue im Frühjahr 2026 wegen der gestiegenen Kerosinpreise angehoben. Qantas verlangt bei Classic Rewards sogenannte Carrier Charges und hat sie im August 2025 für die Business und First Class teils deutlich erhöht. Virgin Atlantic berechnet auf eigenen Langstreckenflügen ebenfalls spürbare Zuschläge.

Spielt der Abflugort beim Treibstoffzuschlag eine Rolle?

Ja, und zwar oft eine große. Viele Airlines legen ihre Zuschläge je nach Abflugland unterschiedlich fest. Bei Delta zeigt sich das besonders deutlich: Ein Prämienflug ab Europa ist seit März 2025 frei von Zuschlägen, über Partner kann dieselbe Strecke weiterhin mehr kosten. Auch bei Miles & More unterscheiden sich die Zuschläge je nach Abflughafen spürbar.

Ein Start im Ausland lohnt sich aber nur, wenn Ihr die Anreise ohnehin plant oder sie günstig bekommt. Rechnet die Kosten für den Zubringer, eine mögliche Übernachtung und die zusätzliche Reisezeit immer mit ein. Ab Madrid, Hongkong oder Tokio kann ein Prämienflug am Ende trotzdem spürbar günstiger sein als ab Frankfurt.

Qatar Airways Airbus A350
Qatar Airways verlangt im eigenen Programm keinen klassischen Treibstoffzuschlag, aber eine Gebühr

Bucht Ihr Hin- und Rückflug getrennt, könnt Ihr die Programme zudem kombinieren. Den Hinflug ab Deutschland bucht Ihr etwa über ein Programm ohne Zuschläge, den Rückflug ab den USA über ein anderes, wenn dort die bessere Verfügbarkeit besteht.

Worauf solltet Ihr bei der Buchung achten?

Ein Programm ohne Zuschläge nützt nur, wenn es auch Plätze gibt. Lufthansa gibt nicht jede Prämienverfügbarkeit an Partnerprogramme frei. Seit Juni 2026 berichten Meilensammler sogar, dass über United, Aeroplan oder LifeMiles kaum noch Business und First Class Plätze der Lufthansa auftauchen. Offiziell bestätigt hat Lufthansa das nicht. Für die Allegris Business Class führt deshalb aktuell kaum ein Weg an Miles & More vorbei, wie unser Guide zu Lufthansa Allegris mit Meilen zeigt.

Für Flüge anderer Star Alliance Airlines wie United, Air Canada, Singapore Airlines oder ANA bleiben die Programme ohne Zuschläge aber sehr interessant. Achtet außerdem darauf, wie Ihr an die Meilen kommt. Zu Aeroplan, United und LifeMiles gibt es in Deutschland keinen direkten Transfer von American Express Membership Rewards, Meilen bekommt Ihr hier vor allem über Meilenkäufe mit Bonus.

Achtung: Ein Programm ohne Zuschläge ist nicht automatisch das günstigste. Wenn ein Flug dort deutlich mehr Meilen kostet, kann eine Buchung mit Zuschlag am Ende trotzdem besser sein. Rechnet die Meilen deshalb mit einem realistischen Wert in Euro um und vergleicht die Gesamtkosten.

Viele Programme sind inzwischen von festen Award Charts zu dynamischen Preisen gewechselt, Aeroplan etwa seit März 2026 für Flüge von United, Emirates und Etihad. Die Meilenpreise schwanken dadurch stärker, die Zuschläge kommen jeweils oben drauf.

Fazit zu den Airlines ohne Treibstoffzuschlag

Komplett ohne Zuschläge kommt Ihr vor allem über United MileagePlus, Air Canada Aeroplan und Avianca LifeMiles sowie auf Flügen von Singapore Airlines, Avianca und Copa. Auch Delta auf eigenen Flügen ab Europa und American Airlines auf eigenen Flügen verzichten inzwischen darauf. Qatar Airways und Iberia verlangen im eigenen Programm vergleichsweise wenig.

Am teuersten wird es bei Miles & More auf Flügen der Lufthansa Group und bei British Airways, wo die Zuschläge auf der Langstrecke schnell vierstellig werden. Weil Lufthansa seit Juni 2026 kaum noch Premium-Plätze an Partner freizugeben scheint, lässt sich das nicht immer umgehen. Vergleicht deshalb vor jeder Buchung Meilen und Zuzahlung über mehrere Programme hinweg.

Ihr habt spannende Informationen, Euch fehlen wichtige Themen oder Ihr habt einfach eine Anregung für neue Content Ideen? Dann sendet sie uns über dieses Formular!

Autor

Anna Schulte war als Duale Studentin im reisetopia Content-Team tätig. Mit einer Ausbildung startete ihr beruflicher Weg in die Reisebranche und mittlerweile hält sie Euch mit aktuellen News des Reisealltags immer up to date.

Fragen? In der reisetopia Club Lounge auf Facebook beantworten wir Eure Fragen.

  • Dies ist nicht nur eine Mogelpackung, aus meiner Sicht grenzt dies schon an abzocke. Das Flugzeug fliegt nun mal mit Kerosin und ist ein Bestandteil um vorwärts zu kommen. Man muss nur schauen woher dieser kommt. Als die Treibstoffe sehr teuer waren wurde dieser eingeführt. By the way, nicht nur von Airlines. Aber abgeschafft wurde er nicht mehr nur umbenannt. Nun, wenn die Bahn das selbe mit dem Strom machen würde, dann würde es ein riesen aufschreie geben.

Alle Kommentare anzeigen (1)