Pünktlich zum 25. Jahrestag der Gründung der Star Alliance, der größten Luftfahrtallianz der Welt, wird eine neue Kreditkarte angekündigt, mit der man bei allen Partner-Airlines und deren Vielfliegerprogrammen Punkte einlösen kann.

Die Star Alliance geht mit ihrer neusten Ankündigung gleich mehrere große Schritte, die es so noch nie gegeben hat. Es gibt jedoch ebenfalls auch noch eine Menge ungelüfteter Geheimnisse über die Vorhaben der Luftfahrtallianz, die im Verlauf der nächsten Zeit noch gelüftet werden müssen, so thepointsguy. Was über die neue Kreditkarte der Star Alliance bereits bekannt ist, zeigen wir Euch im folgenden Artikel.

Einlösemöglichkeiten bei allen Star-Alliance-Vielfliegerprogrammen

Das Anbieten einer meilenfähigen Kreditkarte ist für viele Vielfliegerprogramme auf dem Markt ein lukratives Geschäft. Auch in Deutschland gibt es einige davon, so beispielsweise die Miles & More Kreditkarten oder die Eurowings Gold und Eurowings Classic Karte. Nachdem die Eurowings das Ende des Boomerang Clubs verkündete, sammelt man auf beiden Karten Miles & More Meilen. Das Vielfliegerprogramm der Lufthansa Group gehört wie Singapore Airlines KrisFlyer, SAS Eurobonus und ANA Mileage Club zu Airlines der Star Alliance. Nun gibt diese allerdings einige äußerst spannende Neuerungen bekannt.

Lufthansa CityLine Airbus A340-300 (Star Alliance)

[Leveraging airline loyalty programs into highly-profitable businesses] is quite the holy grail for most individual airlines.

Jeffrey Goh, CEO Star Alliance

Während wir in naher Zukunft zum ersten Mal ein vermutungsweise nicht luftfahrttechnisches neues Mitglied der Star Alliance sehen werden, kündigt der Star-Alliance-Chef Jeffrey Goh bekannt, dass die Luftfahrtallianz auch eine eigene Kreditkarte auf den Markt bringen will. Noch gibt es nicht allzu viele Informationen zu der Karte, außer dass diese im dritten Quartal dieses Jahres auf einem noch nicht öffentlich bekannt gegebenen Markt getestet werden soll. Ebenfalls noch nicht bekannt ist dadurch auch, welche Bank die neue Kreditkarte der Star Alliance ausstellen soll.

Insofern diese Testphase erfolgreich verläuft, wird man die Kreditkarte auch auf andere Märkte ausweiten. Weiterhin wurde bereits angekündigt, dass man mit der neuen Kreditkarte der Star Alliance in einer noch unbestimmten Währung Punkte oder Meilen sammeln kann, die im Anschluss bei allen 26 Partner-Airlines und womöglich bald auch einem europäischen Bahnunternehmen eingelöst werden können. Das Vorhaben bringt jedoch auch einige Probleme mit sich.

Probleme bei der Umsetzung

Mit den vielversprechenden Plänen kommen allerdings auch so einige Hürden auf die Star Alliance zu, die sie nehmen muss, um ein eigenes Kartenprodukt auf den Markt zu bringen, dass sich langfristig etablieren kann. Der offensichtlichste Punkt mag sein, dass eine Möglichkeit geschaffen werden muss, die gesammelten Punkte wie versprochen bei allen Mitgliedern einlösen zu können. Dies stellt bei den für einen Prämienflug notwendigen Meilenwerten, die sich innerhalb der Vielfliegerprogramme der Star Alliance teilweise stark unterscheiden, eine entscheidende Herausforderung dar.

Miles & More Kreditkarte Gold

Während Goh bereits in der Vergangenheit von erhöhter Flexibilität bei Einlösungen durch dynamische Meilenwerte sprach, die es ermöglichen würden, ein zentrales Buchungssystem für die gesamte Allianz einzuführen, währe die Schaffung eines solchen ein wahnsinnig aufwendiges Unterfangen. Eine andere Möglichkeit wäre beispielweise, ähnlich wie bei den American Express Membership Rewards Punkten eine feste Konvertierungsrate der auf der neuen Kreditkarte gesammelten Währung zu den hauseigenen Meilen der einzelnen Vielfliegerprogramme zu schaffen.

Star Alliance Tailfin

Zu bedenken ist allerdings auch, dass die von der Star Alliance geplante Kreditkarte je nach Umfang der Vorteile, die man mit ihr erhalten wird, direkt in Konkurrenz zu den Vielfliegerprogrammen der einzelnen Airlines sein wird, deren Zustimmung und Kooperation für den internen bi- und multilateralen Verhandlungen über die Möglichkeiten zur Nutzung der neuen Kreditkarte der Star Alliance essenziell ist.

Fazit zur neuen Kreditkarte der Star Alliance

Die größte Luftfahrtallianz der Welt überrascht mit einer unverhofften Ankündigung. Sie könnte bald eine eigene Kreditkarte auf den Markt bringen. Der Leistungsumfang dieser ist bis auf den Fakt, dass man mit ihr Meilen sammeln und diese bei allen Partner-Airlines der Allianz und deren Vielfliegerprogrammen einlösen kann, noch gänzlich unbekannt. Auch in welchem Land die Kreditkarte schon in diesem Herbst testweise erhältlich sein wird, ist noch nicht klar. Es bleibt also spannend und sobald es weitere Informationen gibt, halten wir Euch selbstverständlich auf dem Laufenden.

Autor

Seitdem Sandro mit nur einem Jahr seinen ersten Langstreckenflug antrat und danach 6 Jahre lang im Ausland aufwuchs, war er von Reisen begeistert. Heute ist er immer auf der Suche nach der nächsten Möglichkeit, in einen Zug oder ein Flugzeug zu steigen, neue Orte und Personen kennenzulernen und seinen Horizont zu erweitern.

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  • So richtig gut finde ich die eigene *A-Kreditkarte nicht. Klar habe ich eine M&M-Kreditkarte und würde vermutlich auch das neue Angebot nutzen.

    Was da aber im Hintergrund geschieht, ist das langsame Erodieren der zumindest in Europa lange funktionierenden Debitkarten. Man mag denken, ist doch egal. Nur sind die Gebühren im Umgang mit Kreditkarten deutlich höher als bei Debitkarten, ohne, dass für Händler und Kunden ein wirklicher Mehrwert entsteht. O.K., bei M&M gibts einen Teil der Gebühren in Gestalt von Meilen zurück, ein Minus bleibt summarisch dennoch.

    Das ist durch die gesetzlich vorgeschriebene Mischkalkulation zumindest im Einzelhandel nicht sichtbar, aber natürlich schlagen die Gebühren auf die Preise. Je mehr echte Kreditkarten im Umlauf sind, desto höher wird auch in einer Mischkalkulation der Aufschlag.

    Ich kans nicht ändern, darf aber zumindest grummeln.

    • @Rainer
      Größere Händler haben oft ihr eigenes Zahlungssystem und da macht es im Hintergrund vielleicht einen maginalen Unterschied ob es eine echte Kreditkarte oder eine Debitkarte ist. Für den kleinen Händler und Gastronom gibt es von den Kosten her eigentlich keinen Unterschied, außer wenn es sich um eine Amex handelt. Ansonsten sind die Debitkarten gerade erst stark im Kommen. Es werden ja fast nur noch Visa oder MasterCard Debit von den Hausbanken ausgegeben. Eine richtige Kreditkarte wie M&M gibt es natürlich weiterhin… Ich behaupte den meisten Kunden und Händlern ist der Unterschied nicht wirklich bekannt und es spielt zumindest in Deutschland ja auch keine Rolle.

      Auf das Angebot von der Star Alliance bin ich mal gespannt. Ob ich es dann auch nutze wird sich zeigen. Hängt stark von dem Preis / Leistung Verhältnis ab.

    • Dem kann ich nicht zustimmen: Die Interchanges, also “Kartenumsatzgebühren” der Händler, sind EU-weit vor einigen Jahren reguliert worden, so dass die Kreditkarten sich den Debit Karten angepasst haben. Also kann schon lange nicht mehr von “deutlich höheren Kosten” gesprochen werden. IMHO ist es nun eher so, dass Alle (Händler & Kunden) einen Vorteil dadurch haben (außer vielleicht auf den ersten Blick die kartenausgebenden Banken, die nun weniger aus den Gebühren raus bekommen, also zuvor)

      Nehmen wir mal AMEX raus (die vermutlich noch immer horrende Interchange Fees haben und nicht unter die Regulierung fallen), so ist eine Visa und MC Akzeptanz für den Händler um mindestens 1% im Umsatz auf ca. 0,3% gefallen. Debit Karten hingegen kosten 0,2%

      Ergo: Warum sollte man ein weiteres System (in Form von Debit) weiter betreiben, welches Kosten und Umstände bedeutet, wenn es ein einheitliches System in Form von Kreditkarten parallel dazu gibt und teils erheblich einfacher verwendet (und erst recht INTERNATIONAL) anstelle nur EU-Weit angeboten wird. Wie dann die Karten beim Kunden abgerechnet werden (als Charge, Debit oder Revolving) ist dann zusätzlich ein Bonus, den Debit alleine so nicht kann.

      Ich persönlich begrüße das Verschwinden von Debit, da die eingesparten Kosten sich über Umwege wieder bei uns Kunden bemerkbar machen werden, da sich kartenausgebende Banken mehr auf ein System konzentrieren und bessere/günstigere/attraktivere Karten anbieten (werden). Steigt nun der Umsatz signifikant im Bereich Kreditkarten an, so können die Banken durch Mischkalkulationen auch die erwähnten “besseren” Karten nachhaltig anbieten.

      Konkret sehen wir dieses nun auch durch die Star Alliance, die Ihre eigene Kreditkarte ausbringt oder Barclaycard, welche seit jeher kostenlos angeboten wurde. Ebenso andere KK Angebote, die oftmals kostenlos für uns Kunden ist, was bis vor einigen Jahren gar nicht realisierbar gewesen wäre, wenn nicht X Euro Mindestumsatz betrieben wurde

      In diesem Sinne stimme ich auch @Meike uneingeschränkt zu

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