Die Silver Ray ist das zweite Schiff der Nova-Klasse und seit 2024 im Einsatz. Sie teilt sich mit der Silver Nova jede technische Kennzahl: 728 Gäste, 544 Crewmitglieder, 54.700 Tonnen. Innerhalb der Silversea-Flotte sind die beiden damit die größten Einheiten — und bleiben dennoch kleiner als jedes Mainstream-Schiff.
Wer sich für die Silver Ray interessiert, steht deshalb vor einer ungewöhnlichen Frage: nicht, welches Schiff das bessere ist, sondern welches zur gewünschten Route passt. Wir zeigen Euch die Eckdaten, das Suitenangebot und wie sich die Silver Ray in die Flotte einordnet.
Das Wichtigste in Kürze
- Kategorie: Luxusklasse – 728 Gäste bei LNG-Antrieb mit Brennstoffzelle und Batteriespeicher – der modernste Antrieb der Flotte
- Die Silver Ray wurde am 14. Mai 2024 von der Meyer Werft übergeben und ist das zweite Schiff der Nova-Klasse
- Sie misst 54.700 Tonnen, nimmt 728 Gäste auf und wird von 544 Crewmitgliedern betreut
- An Bord verteilen sich 364 Suiten auf 13 Kategorien, alle mit Meerblick und eigenem Balkon
- Der Antrieb kombiniert LNG-Motoren, eine 4-Megawatt-Brennstoffzelle und Batterien
- Im Hafen kann der Hotelbetrieb dadurch ohne laufende Hauptmaschinen versorgt werden
Weil die Silver Ray ihrem Schwesterschiff technisch in allem gleicht, lohnt der genaue Blick weniger auf die Kennzahlen als auf das, was unter Deck steckt. Genau dort liegt der eigentliche Unterschied dieser Baureihe zum Rest der Flotte.
Inhaltsverzeichnis
- Die Silver Ray im Überblick
- Silver Ray oder Silver Nova: Welches Schiff nehmen?
- Was macht die Bauweise der Nova-Klasse besonders?
- Wie wird die Silver Ray angetrieben?
- Welche Routen fährt die Silver Ray?
- Die Kulinarik auf der Silver Ray
- Die Suiten auf der Silver Ray
- Welcher Service ist an Bord inbegriffen?
- Für wen lohnt sich die Silver Ray?
- Weitere Schiffe von Silversea im Überblick
Die Silver Ray im Überblick
Mit der Nova-Klasse hat Silversea 2023 und 2024 zwei Schiffe in Dienst gestellt, die das Format der Reederei nach oben erweitern, ohne ihren Charakter zu verändern. Die Silver Ray ist die jüngere der beiden und in jedem messbaren Punkt identisch ausgestattet.
Kreuzfahrt mit Silversea
- All-Suite-Schiffe mit persönlichem Butlerservice
- All-Inclusive Plus mit Guthaben für Landausflüge
- Getränke, Trinkgeld und WLAN im Preis enthalten
- Expeditionsreisen bis in die Antarktis
Wie viele Gäste passen auf die Silver Ray?
An Bord finden 728 Gäste Platz, betreut von 544 Crewmitgliedern. Das ergibt rund 1,3 Gäste je Besatzungsmitglied. Zum Einordnen hilft der Blick auf die Flotte: Die Silver Spirit fasst 636 Gäste bei 415 Crew, die Silver Shadow und die Silver Whisper je 392 Gäste bei 302 Crew, die kleine Silver Wind 274 Gäste.
Noch deutlicher wird der Maßstab bei der Expeditionsflotte: Die Silver Origin fährt mit 100 Gästen und 90 Crewmitgliedern, die Silver Endeavour mit 220 Gästen. Die Silver Ray ist also das große Format bei Silversea, nicht das kleine.
Wie groß ist die Silver Ray?
Die Vermessung beträgt 54.700 Tonnen. Zum Vergleich: Die Silver Muse liegt bei 40.700 Tonnen. Der Größenzuwachs der Nova-Klasse fließt in öffentliche Flächen und Suitengrößen, nicht in zusätzliche Gäste — das Platzverhältnis je Gast gehört damit zu den großzügigsten im Markt.
Was ist Silversea?
Silversea gehört zum Ultra-Luxus-Segment: ausschließlich Suiten mit Meerblick, Butlerservice für jede Kategorie und ein weitreichender All-inclusive-Ansatz. Die vollständige Flotte und die Einordnung der Reederei findet Ihr in unserem Silversea Guide.
Wo wurde die Silver Ray gebaut?
Gebaut wurde die Silver Ray bei der Meyer Werft in Papenburg – rund 40 Kilometer landeinwärts von der Nordsee. Fertige Schiffe müssen von dort in einer mehrtägigen Überführung die Ems hinunter gebracht werden, ein Manöver, das die Werft bei jedem Neubau aufs Neue plant.
Die offizielle Übergabe an Silversea fand am 14. Mai 2024 im niederländischen Eemshaven statt, also erst nach dieser Überführung. In Dienst gestellt wurde das Schiff im Sommer desselben Jahres. Damit liegt zwischen den beiden Schwesterschiffen der Nova-Klasse knapp ein Jahr.
Silver Ray oder Silver Nova: Welches Schiff nehmen?
Bei diesem Paar gibt es keine inhaltliche Entscheidung zu treffen. Beide Schiffe stimmen in Gästezahl, Crewstärke, Tonnage, Suitenkategorien und Bordlokalen vollständig überein. Selbst die Formulierungen der Reederei sind austauschbar: Was auf der einen Produktseite als Besonderheit der Silver Ray beschrieben wird, steht auf der anderen wortgleich für die Silver Nova.
Der einzige belastbare Unterschied ist das Baujahr — 2023 für die Silver Nova, 2024 für die Silver Ray. Bei Schiffen dieser Kategorie und diesem Pflegezustand ist das kein Kriterium, das einen Aufpreis rechtfertigt.
Unser Rat lautet deshalb: Wählt nach Fahrtgebiet und Termin. Beide Schiffe sind weltweit im Einsatz, aber selten in derselben Region — die Route entscheidet die Frage in der Praxis meist von selbst.
Einen Sonderfall gibt es doch: Wer zwei Reisen hintereinander hängen möchte, sollte prüfen, ob beide Abschnitte auf demselben Schiff liegen. Ein Wechsel zwischen den Schwestern bedeutet zwar dieselbe Ausstattung, aber trotzdem einen kompletten Umzug samt Ein- und Ausschiffung – organisatorisch der aufwendigste Teil einer solchen Kombination.
Was macht die Bauweise der Nova-Klasse besonders?
Silversea hat die Nova-Klasse bewusst asymmetrisch gebaut. Öffentliche Bereiche liegen nicht spiegelbildlich auf beiden Schiffsseiten, sondern versetzt. Der Effekt ist im Alltag deutlich spürbar: An Stellen, wo auf konventionell gebauten Schiffen eine Innenwand steht, öffnet sich hier der Blick nach draußen.
Für Reisende heißt das vor allem eines: Der Anteil der Aufenthaltsflächen mit Außenbezug ist höher als auf den älteren Silversea-Schiffen. Wer viel Zeit an Deck oder in den Lounges verbringt, merkt den Unterschied stärker als jemand, der das Schiff überwiegend als Basis für Landgänge nutzt.
Hinzu kommt das nach Angaben der Reederei größte Pooldeck der Flotte sowie die durchgehende Ausstattung aller Suiten mit privaten Glasbalkonen. Beides gilt für die Silver Ray genauso wie für ihr Schwesterschiff.
Wie wird die Silver Ray angetrieben?
Die Nova-Klasse fährt mit einer Kombination aus drei Energiequellen, die es in dieser Zusammenstellung auf Kreuzfahrtschiffen bis dahin nicht gab. Den Grundlastbetrieb übernehmen Dual-Fuel-Motoren, die verflüssigtes Erdgas als Hauptkraftstoff verbrennen. Dazu kommen eine Brennstoffzellenanlage und ein Batteriespeicher.
Das klingt zunächst nach einem Thema für Techniker. Für Reisende ist es aus einem anderen Grund relevant: Diese Bauweise entscheidet mit darüber, welche Häfen ein Schiff künftig noch anlaufen darf. Mehrere europäische Hafenstädte haben Auflagen für Emissionen am Liegeplatz verschärft, und Schiffe ohne entsprechende Technik verlieren dort nach und nach Anlaufmöglichkeiten.
Was leistet die Brennstoffzelle an Bord?
Die Anlage kommt auf eine Leistung von vier Megawatt und ist damit nach Angaben der Werft die erste Großinstallation dieser Art auf einem Kreuzfahrtschiff. Sie ist nicht als Hauptantrieb gedacht, sondern versorgt den sogenannten Hotelbetrieb: Licht, Klimatisierung, Küchen, Aufzüge und alles Übrige, was ein Schiff im Hafen an Energie braucht.
Genau darin liegt der praktische Nutzen. Ein Kreuzfahrtschiff liegt oft acht bis zwölf Stunden am Kai, und in dieser Zeit laufen sonst Hilfsdiesel durch. Brennstoffzelle und Batterien können diese Aufgabe übernehmen, sodass der Betrieb am Liegeplatz ohne laufende Hauptmaschinen auskommt. Wo ein Landstromanschluss vorhanden ist, nutzt die Silver Ray zusätzlich diesen.
Wie viel spart die Technik tatsächlich ein?
Die Werft beziffert die Einsparung auf rund 40 Prozent geringere Treibhausgasemissionen je Doppelsuite im Vergleich zur vorherigen Schiffsklasse von Silversea. Beim Energieeffizienz-Index der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation liegt der Entwurf etwa 25 Prozent besser als die geltende Vorgabe.
Zwei Einordnungen gehören dazu. Erstens ist die Bezugsgröße die eigene Vorgängerklasse und nicht der Marktdurchschnitt. Zweitens bleibt verflüssigtes Erdgas ein fossiler Brennstoff – die Bilanz verbessert sich deutlich, sie wird aber nicht neutral. Wer eine Kreuzfahrt aus Umweltgründen kritisch sieht, findet hier einen Fortschritt, keine Auflösung des Problems.
Warum LNG und nicht Marinediesel?
Verflüssigtes Erdgas verbrennt deutlich sauberer als die in der Schifffahrt üblichen Rückstandsöle. Schwefeloxide entfallen praktisch vollständig, der Ausstoß von Feinstaub und Stickoxiden sinkt stark, und auch beim Kohlendioxid liegt die Bilanz je erzeugter Kilowattstunde unter der von Marinediesel. Für Häfen mit strengen Luftreinhaltevorgaben ist vor allem der erste Punkt entscheidend.
Der Haken hat einen Namen: Methanschlupf. Ein Teil des Gases verlässt den Motor unverbrannt, und Methan wirkt als Treibhausgas ein Vielfaches stärker als Kohlendioxid. Wie groß der Effekt ausfällt, hängt vom Motorentyp und vom Lastprofil ab. Wer den Umweltvorteil eines LNG-Schiffs bewertet, sollte diesen Punkt kennen, statt allein auf die Prozentangaben der Werft zu schauen.
| Baustein | Aufgabe an Bord |
|---|---|
| Dual-Fuel-Motoren | Hauptantrieb mit LNG |
| Brennstoffzelle | Hotelbetrieb im Hafen |
| Batteriespeicher | Lastspitzen abfangen |
| Landstromanschluss | Versorgung über den Kai |
Was merken Gäste davon an Bord?
Im Alltag am meisten dort, wo man es am wenigsten erwartet: in den achteren Suiten. Weil die Antriebsanlage leiser und vibrationsärmer arbeitet als klassische Konfigurationen, konnte Silversea Kategorien am Heck platzieren, die auf herkömmlich gebauten Schiffen als Problemlage gelten. Auf der Silver Ray liegen dort ausgerechnet zwei der teuersten Suiten.
Der zweite spürbare Effekt betrifft die Zeit im Hafen. Ohne laufende Hilfsdiesel fallen Geräusch und Abgasfahne am Liegeplatz weg – bemerkbar vor allem auf den Balkonen der unteren Decks und an Deck, wenn das Schiff über Nacht liegen bleibt.
Worin unterscheidet sie sich von den älteren Silversea-Schiffen?
Der Unterschied ist größer als der Sprung von einem Baujahr zum nächsten. Die klassischen Einheiten der Flotte stammen aus italienischen Werften und sind konventionell gebaut: symmetrischer Grundriss, vertikal gestapelte Kategorien, Antrieb mit Marinediesel. Die Nova-Klasse bricht mit allen drei Punkten gleichzeitig.
Das schlägt sich auch im Bordangebot nieder. Dusk Bar und Marquee-Bereich gibt es ausschließlich auf den beiden Neubauten, ebenso den durchgehenden Glasbalkon in jeder Kategorie. Umgekehrt fehlen der Silver Ray Einrichtungen, die auf den älteren Schiffen zum Inventar gehören – etwa die Zigarrenlounge Connoisseur’s Corner, die es auf der Silver Muse gibt.
Wer also glaubt, das jüngere Schiff sei automatisch das bessere, verkürzt die Frage. Die Nova-Klasse bietet mehr Fläche, modernere Technik und größere Balkone; die klassischen Einheiten sind kleiner, kommen in engere Häfen und wirken auf manche Gäste persönlicher. Beides sind gültige Argumente, die sich nicht gegeneinander aufrechnen lassen.
Die Umwelttechnik der Nova-Klasse in Stichpunkten
- Verflüssigtes Erdgas als Hauptkraftstoff statt Schweröl oder Marinediesel
- Brennstoffzelle mit vier Megawatt für den Hotelbetrieb am Liegeplatz
- Batteriespeicher zum Abfangen von Lastspitzen
- Landstromfähigkeit für Häfen mit entsprechendem Anschluss
- Rund 40 Prozent weniger Treibhausgas je Doppelsuite als in der Vorgängerklasse
Welche Routen fährt die Silver Ray?
Silversea unterteilt sein Programm in reguläre Routen, Weltreisen und sogenannte Grand Voyages, also längere zusammenhängende Abschnitte. Expeditionsreisen laufen dagegen über die spezialisierte Expeditionsflotte mit Schiffen wie der Silver Endeavour oder der Silver Origin und nicht über die Nova-Klasse.
Die Silver Ray ist weltweit im Einsatz. Ihre Größe von 54.700 Tonnen ist dabei ein Kompromiss: groß genug für ein breites Bordangebot, klein genug für Häfen, die Schiffen mit mehreren tausend Gästen verschlossen bleiben. Welche Regionen zu Eurem Wunschtermin anstehen, wechselt saisonal und sollte direkt geprüft werden.
Praktisch relevant ist dabei, dass die beiden Schwesterschiffe meist in unterschiedlichen Fahrtgebieten unterwegs sind. Wer eine bestimmte Region ansteuern möchte, hat deshalb in der Regel gar keine Wahl zwischen Silver Ray und Silver Nova — die Route legt das Schiff fest.

Für die Routenplanung ist dabei ein Detail des Antriebs relevant, das selten erwähnt wird: Verflüssigtes Erdgas ist längst nicht in jedem Hafen zu bunkern. Das Versorgungsnetz konzentriert sich bislang auf Nordeuropa, ausgewählte Mittelmeerhäfen und einige Punkte in Nordamerika.
Deshalb sind die Dual-Fuel-Motoren so ausgelegt, dass sie auch mit konventionellem Kraftstoff fahren können. Auf Routen abseits der Versorgungspunkte fährt die Silver Ray also nicht zwangsläufig mit Gas – der Umweltvorteil hängt am Fahrtgebiet und nicht allein an der Technik.
Was sind Grand Voyages?
Neben den regulären Abschnitten vermarktet Silversea längere zusammenhängende Strecken als Grand Voyages. Sie bestehen aus mehreren aneinandergehängten Routen und laufen über mehrere Wochen. Für Gäste bedeutet das nicht nur mehr Zeit an Bord, sondern auch einen anderen Rhythmus: Seetage und Hafentage wechseln sich über eine ganze Weltregion hinweg ab statt über eine einzelne Küste.
Zwei Dinge sind dabei zu beachten. Für Reisen dieser Länge ist die Suitenwahl wichtiger als bei einer Woche im Mittelmeer, weil man deutlich mehr Zeit in der Suite verbringt. Und die Vorlaufzeit ist erheblich: Grand Voyages und Weltreisen sind häufig mehr als ein Jahr im Voraus ausgebucht, insbesondere in den Kategorien am Heck.
Die Kulinarik auf der Silver Ray
Neun gastronomische Adressen stehen 728 Gästen gegenüber. Weil sämtliche davon im Reisepreis enthalten sind, verschiebt sich die Logik des Abends: Es geht nicht darum, ob ein Lokal seinen Aufpreis wert ist, sondern nur darum, wo gerade ein Tisch frei ist.
Reserviert werden muss trotzdem, und zwar früh. La Dame mit französischer Küche und das japanische Kaiseki sind die kleinsten Lokale an Bord und entsprechend schnell ausgebucht; das Atlantide als Hauptrestaurant und die Pizzeria Spaccanapoli nehmen Gäste dagegen ohne Voranmeldung. Wer flexibel bleiben will, hält sich die Seetage für die kleinen Adressen frei und geht an Hafentagen ins Hauptrestaurant.
Rund um die Restaurants verteilen sich die Bars und Aufenthaltsbereiche über das Schiff.
Welche Bars und Lounges gibt es an Bord?
Die Bars gliedern den Tag eher, als dass sie ihn dominieren. Vormittags ist das Arts Café der Treffpunkt, nachmittags die Panorama Lounge mit Blick über das Heck, abends das Silver Note als Supper Club mit Livemusik. Dazu kommen die Dusk Bar und der überdachte Marquee-Bereich an Deck, die es nur auf der Nova-Klasse gibt.
Eine Konsequenz der Inklusivpreise fällt erst nach ein paar Tagen auf: Es gibt an Bord keine Rechnung am Tresen und damit auch keinen Moment, in dem jemand rechnet. Das verändert den Ton in den Bars merklich gegenüber Schiffen mit Einzelabrechnung.
Die Suiten auf der Silver Ray
Innenkabinen gibt es bei Silversea nicht. Jede Unterkunft ist eine Suite mit Meerblick und privatem Glasbalkon, Butlerservice inklusive. Die Silver Ray verteilt 364 Suiten auf 13 Kategorien, die sich in Fläche, Lage und Ausstattung staffeln.
Einstieg: die Veranda-Kategorien
Die Superior Veranda Suite bietet 28 Quadratmeter Innenfläche und liegt im vorderen wie hinteren Schiffsbereich. Die Classic Veranda Suite ist an Bug und Heck angeordnet, die Deluxe Veranda Suite rangiert dazwischen. Auch hier gehören Balkon, Meerblick und Butler bereits zum Standard.
Mittelfeld: Medallion und Silver Suite
Die Medallion Suite und die Premium Medallion Suite teilen sich die Ausstattung, wobei die Premium-Variante am Heck liegt. Die Silver Suite zählt laut Reederei zu den bevorzugten Kategorien der Venetian-Society-Stammgäste.
Spitze: Otium, Master und Signature Suite
Die Otium Suite ist die jüngste Kategorie der Reederei und bietet einen 270-Grad-Rundblick. Master Suite und Signature Suite wurden für die Nova-Klasse entwickelt; beide finden sich sowohl auf der Silver Ray als auch auf ihrem Schwesterschiff, nicht aber auf den älteren Einheiten der Flotte.
Abgerundet wird die Spitze durch Owner’s Suite, Grand Suite und Junior Grand Suite. Bei nur 728 Gästen ist die Stückzahl je Kategorie gering — wer eine bestimmte Top-Suite möchte, sollte früh buchen.
Welche Kategorie passt zu welchem Reisestil?
Weil Butler, Meerblick und Balkon in jeder Kategorie enthalten sind, entscheidet die Wahl nicht über den Service, sondern über Fläche, Lage und das WLAN-Niveau. Für kurze Reisen mit vollem Ausflugsprogramm reicht eine Veranda-Kategorie meist aus – die Suite ist dann ohnehin vor allem Schlafplatz.
Anders sieht es bei längeren Routen mit mehreren Seetagen aus. Dort zahlt sich Fläche unmittelbar aus, und ab der Medallion Suite kommt das schnellere Premium-WLAN ohne Aufpreis dazu. Wer an Bord arbeiten oder streamen möchte, sollte diese Schwelle kennen, bevor er die günstigste Kategorie bucht.
Ein dritter Punkt betrifft die Verfügbarkeit. Bei 364 Suiten insgesamt ist die Stückzahl je Kategorie zwangsläufig klein, und die Spitzenkategorien am Heck existieren nur in wenigen Exemplaren. Wer auf eine bestimmte Suite festgelegt ist, entscheidet in der Praxis über den Buchungszeitpunkt, nicht über den Preis.
Welcher Service ist an Bord inbegriffen?
Auf 728 Gäste kommen 544 Crewmitglieder, also rund 1,3 Gäste je Besatzungsmitglied. Diese Zahl ist der Grund, warum jede Suite einen Butler bekommt und nicht nur die oberen Kategorien: Ein solcher Schlüssel lässt sich anders gar nicht sinnvoll einsetzen.
Zum Serviceumfang gehört außerdem, dass sich sämtliche Speisen rund um die Uhr in die Suite bestellen lassen – auf Wunsch auch als vollständiges Menü, das der Butler gangweise serviert. Auf einer Reise mit mehreren Seetagen ist das mehr als eine Randnotiz: Es macht den Balkon zum zweiten Esszimmer und nimmt der Frage nach dem freien Tisch im Restaurant einen Teil ihrer Schärfe.
Dazu kommen der Otium Spa, ein Fitnessbereich und das Casino. Beim WLAN hält sich hartnäckig die Annahme, es koste extra – das trifft so nicht zu: Das Standardnetz für Mails und Nachrichten gehört zu jeder Suite. Nur das Premium-Netz mit Streaming und mehreren Geräten ist an die Kategorie gebunden und ab der Medallion Suite aufwärts ohne Aufpreis dabei.
Vor der Buchung der Silver Ray zu klären
- Ob Ihr das Premium-WLAN braucht, das erst ab der Medallion Suite ohne Aufpreis dabei ist
- Welcher Tarif gebucht wird, denn nur einer enthält ein Guthaben für Landausflüge
- Ob Eure Wunschregion überhaupt von der Silver Ray und nicht vom Schwesterschiff bedient wird
- Wie Ihr an- und abreist, weil Flüge und Transfers seit 2025 gesondert gebucht werden
Für wen lohnt sich die Silver Ray?
Die Silver Ray passt zu Reisenden, die das größte Silversea-Format wollen, ohne auf die persönliche Betreuung kleiner Schiffe zu verzichten. Neun gastronomische Adressen und 13 Suitenkategorien geben auf einer längeren Reise genug Abwechslung, ohne dass das Schiff je voll wirkt.
Wer die intimere Atmosphäre sucht, findet sie bei der Silver Wind mit 274 Gästen oder der Silver Muse mit 632 Gästen. Für Expeditionsreisen ist ohnehin die spezialisierte Flotte zuständig, etwa die Silver Origin mit gerade einmal 100 Gästen.
Ein Argument spricht speziell für dieses Schiff und nicht für die Klasse: Wer Wert darauf legt, mit möglichst aktueller Umwelttechnik zu fahren, findet in der Nova-Klasse derzeit das fortschrittlichste Angebot der Reederei – und mit der Silver Ray die jüngere der beiden Einheiten. Ein Aufpreis gegenüber dem Schwesterschiff ist dafür allerdings nicht gerechtfertigt, weil die Technik auf beiden identisch ist.
Silversea oder Regent: Wo liegt der Unterschied?
Beide Reedereien spielen im selben Segment und arbeiten mit Schiffen ähnlicher Größe. Der Unterschied liegt im Zuschnitt der Inklusivleistungen. Bei Regent gehören Landausflüge in unbegrenzter Zahl zum Reisepreis, dafür bekommt nicht jede Suite einen Butler – der ist dort erst ab den Penthouse-Kategorien vorgesehen.
Bei Silversea ist es genau umgekehrt: Der Butler gilt ab der günstigsten Suite, Landausflüge sind je nach Tarif nur mit einem Guthaben abgedeckt. Wer viel an Land unternimmt, fährt bei Regent tendenziell günstiger; wer die Zeit an Bord und den persönlichen Service in den Vordergrund stellt, bei Silversea. Ein direkter Vergleich lohnt vor allem gegen die Seven Seas Grandeur, die mit 744 Gästen fast genauso groß ist.
Die Tage an Bord zählen für das Treueprogramm von Silversea mit. Wie sich daraus Bordguthaben, Buchungsvorteile und ab 350 Tagen eine kostenfreie Reise ergeben, zeigt unser Guide zur Venetian Society.
Weitere Schiffe von Silversea im Überblick
Für den Vergleich innerhalb der Flotte helfen diese Seiten:
Kreuzfahrt mit Silversea
- All-Suite-Schiffe mit persönlichem Butlerservice
- All-Inclusive Plus mit Guthaben für Landausflüge
- Getränke, Trinkgeld und WLAN im Preis enthalten
- Expeditionsreisen bis in die Antarktis
- Silver Nova als baugleiches Schwesterschiff, ein Jahr älter
- Silver Muse als kleinere Einheit mit 632 Gästen
- Silversea Guide mit der kompletten Flotte
- Silver Endeavour als Expeditionsschiff mit Polarklasse PC6
- Silver Origin als Spezialschiff für die Galápagos-Inseln
Wo Silversea zwischen den übrigen Luxusanbietern steht, zeigt unsere Übersicht der Kreuzfahrt-Reedereien. Wer zusätzlich Regent vergleichen möchte, findet die Eckdaten der Seven Seas Splendor auf einer eigenen Seite.
