Seit 1893 verbindet die Postschiffroute die Orte entlang der norwegischen Küste. Aus dem Liniendienst von damals sind zehn Schiffe geworden, die bis heute dieselbe Strecke fahren, bis zu 34 Häfen anlaufen und dabei an manchen Anlegern nur zehn Minuten bleiben.

Kreuzfahrt mit Hurtigruten Expeditions

  • Spannende Expeditionsreisen in arktische und antarktische Gewässer
  • Legendäres Nordlicht-Versprechen bei Reisen nach Norwegen
  • Einmalige Erkundungen in Begleitung von erfahrenen Forscherteams
  • Geräumige Kabinen und luxuriöse Suiten mit hochwertiger Ausstattung

Weil sich die Schiffe stark ähneln und Hurtigruten sie inzwischen auf zwei sehr unterschiedliche Reisearten verteilt, lohnt der Überblick über die ganze Flotte mehr als die Suche nach dem einen richtigen Schiff. Wir zeigen Euch, welches Schiff wofür fährt und worin sich die Reisen tatsächlich unterscheiden.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die klassische Route führt von Bergen nach Kirkenes und zurück34 Häfen, rund 2.500 Seemeilen, zwölf Tage
  • Sie ist seit 1893 ein Liniendienst: An Bord reisen Einheimische mit, und es wird Fracht befördert
  • Die Aufenthalte dauern zwischen zehn Minuten und mehreren Stunden – viele Häfen werden nachts angelaufen
  • Was auf dem Weg nach Norden im Dunkeln liegt, seht Ihr auf dem Rückweg bei Tag
  • Daneben gibt es die Signature-Reisen mit weniger Häfen, längeren Aufenthalten und deutschsprachigem Team

Wer das Konzept verstanden hat, trifft die richtige Wahl fast von selbst. Die folgenden Abschnitte gehen deshalb zuerst durch die Mechanik der Route und danach durch Schiffe, Kabinen und Preise.

Wie funktioniert die Postschiffroute?

Der entscheidende Unterschied zu jeder Kreuzfahrt steht schon im Namen: Die Postschiffroute ist ein Liniendienst und kein Ausflugsprogramm. Seit 1893 befördert sie Passagiere, Einheimische und Fracht entlang derselben Strecke, und der Fahrplan richtet sich nach den Orten, nicht nach den Gästen.

Das klassische Programm führt von Bergen bis Kirkenes und zurück: 34 Häfen, rund 2.500 Seemeilen, zwölf Tage. Die Aufenthalte fallen entsprechend unterschiedlich aus. In kleinen Orten legt das Schiff nur zehn bis fünfundvierzig Minuten an, in den größeren Städten mehrere Stunden — und angelaufen wird rund um die Uhr.

Warum lohnt sich die Rundreise mehr als eine Teilstrecke?

Hier steckt der eleganteste Punkt der ganzen Route. Weil Hin- und Rückweg dieselbe Strecke nutzen, aber zeitversetzt gefahren werden, seht Ihr auf dem Rückweg bei Tageslicht genau die Häfen, die auf dem Weg nach Norden in der Nacht lagen. Die Rundreise zeigt die Küste damit vollständig, eine einfache Strecke nur zur Hälfte.

Wer trotzdem nur einen Abschnitt fährt, sollte deshalb gezielt auswählen und vorher in den Fahrplan schauen, welche Orte in dieser Richtung tagsüber liegen. Das ist die eine Vorbereitung, die auf dieser Route wirklich etwas verändert — und sie kostet nichts.

Was heißt es, dass Einheimische mitfahren?

Auf den Schiffen der klassischen Route sind nicht nur Urlauber unterwegs. Menschen fahren von einem Ort zum nächsten, Schulklassen steigen zu, Waren werden geladen und gelöscht. In manchen Häfen dauert der Aufenthalt nur so lange, wie das Entladen braucht.

Das prägt die Stimmung an Bord stärker als jedes Ausstattungsmerkmal. Es gibt keine Show, keinen Animateur und keine Abendgarderobe — dafür sieht man, wie die Küste tatsächlich funktioniert. Wer genau das sucht, findet es auf keiner Kreuzfahrt der Welt; wer Unterhaltung erwartet, wird enttäuscht.

Welche Häfen sind die Höhepunkte?

Von den 34 Anlegern sind nur wenige lang genug für mehr als einen Blick von Deck. Zu den Häfen mit mehrstündigem Aufenthalt zählen Trondheim mit dem Nidarosdom, Tromsø als größte Stadt nördlich des Polarkreises und Kirkenes als Wendepunkt der Route nahe der russischen Grenze.

Landschaftlich prägend sind weniger die Städte als die Passagen dazwischen. Die Lofoten mit Svolvær, die Einfahrt in den schmalen Trollfjord und je nach Saison der Abstecher in den Geirangerfjord gehören zu den Abschnitten, für die viele die Reise überhaupt buchen. Der Nordkap-Besuch läuft über Honningsvåg und ist ein zubuchbarer Ausflug, kein Bestandteil der Fahrt.

Weil die Saison über den Fahrplan entscheidet, gehört ein Blick in den konkreten Törnplan zur Vorbereitung. Einzelne Fjordabstecher gibt es nur im Sommer, andere Häfen liegen je nach Richtung zu unpassender Zeit — was auf der Route steht, ist nicht automatisch das, was Ihr auch seht.

Wie viel Zeit verbringt man an Land?

Über die gesamte Rundreise summieren sich die Aufenthalte auf erstaunlich wenig planbare Landzeit. Von 34 Häfen bieten nur eine Handvoll genug Spielraum, um das Schiff sinnvoll zu verlassen; bei den übrigen reicht es für einen Blick vom Kai oder gar nicht. Wer eine Städtereise mit Schiffsanschluss erwartet, liegt falsch.

Der Ausgleich findet an Bord statt. Die Küste zieht praktisch durchgehend vorbei, und die eindrucksvollsten Abschnitte sind Passagen und keine Häfen. Auf dieser Route ist das Deck der eigentliche Aufenthaltsort — wer das verstanden hat, empfindet die kurzen Stopps nicht als Mangel, sondern als Taktgeber.

Für längere Landgänge sind die Signature-Reisen gebaut. Sie laufen bis zu 14 Orte an, bleiben dafür mehrere Stunden und lassen sich mit organisierten Ausflügen füllen. Der Preis dafür ist, dass man die Küste nur ausschnittweise sieht.

Welche Linie passt zu wem?

Die Entscheidung lässt sich auf eine Frage herunterbrechen: Wollt Ihr die Küste sehen oder die Orte an der Küste? Wer die Strecke selbst als Ziel versteht, bucht die klassische Route und nimmt kurze Stopps und nächtliche Anläufe in Kauf. Wer an Land will, bucht Signature und akzeptiert, dass ein Teil der Küste dabei ungesehen bleibt.

Ein zweiter Faktor ist die Bequemlichkeit. Signature bringt Vollpension, Getränke, deutschsprachiges Team und bei zwei Schiffen sogar den Start ab Hamburg. Die klassische Route verlangt mehr Eigenleistung — bei der Anreise, bei der Verpflegung und bei der Planung der Landgänge — und kostet dafür spürbar weniger.

Wer unsicher ist, fährt am besten eine Teilstrecke der klassischen Route. Sie ist die günstigste Art herauszufinden, ob dieses Reiseformat zu einem passt, bevor man zwölf Tage und den entsprechenden Betrag investiert.

Wer sich für die volle Runde entscheidet, sollte die Reise nicht als Urlaub mit Programmpunkten planen, sondern als zwölf Tage entlang einer Küste, die sich langsam verändert. Der Süden ist grün und fjordreich, ab dem Polarkreis wird die Landschaft karger, und hinter Tromsø beginnt eine Weite, die man auf keiner Landreise in dieser Abfolge erlebt. Genau diese Entwicklung ist das eigentliche Erlebnis dieser Route.

Was ist im Preis enthalten?

Hier unterscheiden sich die beiden Linien deutlich, und das ist der häufigste Grund für Missverständnisse. Auf den Signature-Reisen gehören Vollpension und ein Getränkepaket zum Tarif. Auf der klassischen Route ist das nicht automatisch so — dort lässt sich die Verpflegung je nach Buchungsvariante zubuchen, weil das Schiff eben auch als Verkehrsmittel für kurze Strecken dient.

Nicht enthalten sind in beiden Fällen die Ausflüge. Rund 130 optionale Touren mit einheimischen Guides stehen zur Wahl, von der Hundeschlittenfahrt bis zur Stadtführung, und sie werden einzeln berechnet. Wer in jedem größeren Hafen bucht, verdoppelt schnell den Reisepreis — wer sich auf drei oder vier Höhepunkte beschränkt, bleibt im Rahmen.

Prüft die konkrete Leistungsbeschreibung deshalb vor jeder Buchung. Zwei Angebote für dieselbe Strecke können sich allein dadurch um mehrere hundert Euro unterscheiden, dass eines die Verpflegung enthält und das andere nicht.

Wie kommt man zum Abfahrtshafen?

Die klassische Route beginnt in Bergen, das sich aus dem deutschsprachigen Raum per Direktflug erreichen lässt. Für die Gegenrichtung ab Kirkenes ist die Anreise aufwendiger und führt in der Regel über Oslo oder Tromsø. Eine Hotelnacht vor dem Auslaufen gehört in beiden Fällen zur Planung — das Schiff wartet nicht auf verspätete Flüge.

Wer die Anreise ganz vermeiden möchte, findet die Alternative in der eigenen Flotte: Die Nordkap-Linie startet in Hamburg und kommt ohne Flug aus. Sie fährt weniger Häfen an und ist teurer, spart dafür aber Anreisekosten und zwei Reisetage.

Welche Schiffe fahren auf der Postschiffroute?

Hurtigruten führt für die norwegische Küste zehn Schiffe. Fast alle tragen Namen, die sich auf die Route, die Landschaft oder die Geschichte der Reederei beziehen:

  • MS Richard With trägt den Namen des Kapitäns, der die Route 1893 ins Leben rief
  • MS Vesterålen gehört zu den ältesten und kleinsten Schiffen der Flotte; den Namen trug schon der allererste Dampfer der Route
  • MS Nordkapp ist nach dem nördlichsten Punkt des europäischen Festlands bei 71 Grad Nord benannt
  • MS Kong Harald erinnert an Norwegens regierenden Monarchen, selbst ein erfahrener Seemann
  • MS Nordlys heißt übersetzt Nordlicht, worauf auch die Innenausstattung anspielt
  • MS Polarlys steht für dasselbe Winterphänomen in der Arktis
  • MS Nordnorge ist nach Nordnorwegen benannt, das größtenteils nördlich des Polarkreises liegt
  • MS Midnatsol verweist auf die Mitternachtssonne, die im Sommer 24 Stunden am Himmel steht
  • MS Trollfjord trägt den Namen eines schmalen Fjords im Vesterålen-Archipel
  • MS Finnmarken ist das moderne Hybridschiff der Flotte

Wer die Route im Winter fährt, hat gute Chancen auf das Naturschauspiel, dem gleich zwei dieser Schiffe ihren Namen verdanken.

Hurtigruten Schiff unter Nordlichtern vor verschneiter Kueste in Norwegen
Die Postschiffroute führt ganzjährig an der norwegischen Küste entlang, im Winter durch die Nordlichtsaison. Foto: Hurtigruten

So ähnlich die Schiffe gebaut sind, so unterschiedlich sind inzwischen die Reisen, auf denen sie eingesetzt werden.

Was unterscheidet die Signature-Reisen von der klassischen Route?

Hurtigruten trennt das Angebot in zwei Linien. Die klassische Postschiffroute ist der ursprüngliche Liniendienst: bis zu 34 Häfen, Aufenthalte zwischen zehn Minuten und vier Stunden, an Bord reisen Einheimische mit. Wer die Küste in ihrer Alltagsfunktion erleben will, ist hier richtig.

Die Signature-Reisen setzen den Gegenakzent: weniger Häfen, dafür längere Aufenthalte von mehreren Stunden in bis zu 14 Orten, Vollpension mit All-inclusive-Getränkepaket und ein großes deutschsprachiges Expeditionsteam an Bord. Gefahren werden sie als Nordkap-Linie ab Hamburg und als Spitzbergen-Linie. Für den deutschen Markt ist besonders relevant, dass MS Finnmarken und MS Midnatsol direkt ab Hamburg starten, die Anreise nach Bergen also entfällt. MS Midnatsol gehört seit Mai 2026 zu dieser Signature-Flotte.

Wann ist die beste Reisezeit?

Die Route wird ganzjährig gefahren, und die Jahreszeit verändert die Reise vollständig. Von Ende September bis Ende März liegt die Nordlichtsaison: Nördlich des Polarkreises ist es dann dunkel genug für Polarlichter. Die Schiffe fahren mehrere Tage in dieser Zone, was die Chance deutlich erhöht — eine Garantie gibt es naturgemäß nicht.

Zwischen Mai und Juli geht die Sonne nördlich des Polarkreises gar nicht mehr unter. Das bedeutet nicht nur lange Tage, sondern auch, dass die nächtlichen Hafenanläufe bei Helligkeit stattfinden — auf einer Route mit über dreißig Anlegern verändert das den Charakter der Reise erheblich.

Frühjahr und Herbst sind der Kompromiss: weniger Mitreisende, häufig günstigere Preise, dafür weder durchgehende Helligkeit noch verlässliche Dunkelheit. Wer zum ersten Mal fährt und sich nicht auf ein Naturphänomen festlegt, macht hier nichts falsch.

Wie ruhig liegt das Schiff?

Den größten Teil der Strecke fahren die Schiffe im Schutz der vorgelagerten Inseln, wo der Seegang gering bleibt. Zwei Abschnitte sind davon ausgenommen: die Hustadvika zwischen Molde und Kristiansund sowie das offene Wasser vor der Lofotenküste. Dort kann es je nach Wetterlage spürbar bewegt zugehen.

Wer zu Seekrankheit neigt, sollte deshalb weder auf Glück setzen noch die Route deswegen abschreiben. Eine Kabine mittschiffs auf einem tieferen Deck bewegt sich deutlich weniger als eine weit vorn oder ganz oben, und Medikamente gehören ins Gepäck statt in die Bordapotheke.

Zur Ausrüstung noch ein Hinweis, der über den Komfort entscheidet: Das Beste an dieser Route passiert draußen, und zwar bei jedem Wetter. Wind- und wasserfeste Kleidung, warme Schichten und rutschfeste Schuhe gehören auch im Sommer ins Gepäck — an Deck ist es bei Fahrt selbst im Juli empfindlich kühl. Wer nur für drinnen packt, verbringt die eindrucksvollsten Stunden hinter Glas.

In der Nordlichtsaison kommt ein zweiter Punkt dazu: Polarlichter zeigen sich meist spät in der Nacht und selten mit Vorlauf. Die Schiffe wecken Gäste auf Wunsch, wenn sich etwas tut — wer die Chance nutzen möchte, sollte also nicht nur warme Kleidung griffbereit haben, sondern sich auch beim Bordpersonal für diesen Weckdienst eintragen, statt darauf zu hoffen, zufällig wach zu sein.

Wie groß sind die Schiffe?

Hurtigruten nennt für die Flotte weniger als 500 Gäste an Bord. Das ist der eigentliche Unterschied zu jeder Mainstream-Kreuzfahrt: Schiffe dieser Größe kommen an Anleger, die für große Einheiten schlicht nicht erreichbar sind, und genau davon lebt eine Route mit mehr als 30 Anlaufpunkten.

Die Flotte ist historisch gewachsen und dementsprechend nicht einheitlich. MS Vesterålen zählt zu den ältesten und kleinsten Schiffen, MS Finnmarken zu den modernsten. Wer Wert auf einen bestimmten Ausstattungsstand legt, sollte deshalb nicht die Route, sondern das konkrete Schiff prüfen.

Spielt es eine Rolle, welches Schiff man erwischt?

Weniger, als man vermutet — und mehr, als die Reederei betont. Alle zehn Schiffe fahren dieselbe Strecke nach demselben Fahrplan, das Reiseerlebnis bestimmt also die Route und nicht der Rumpf. Wer die Küste sehen will, sieht sie auf jedem dieser Schiffe.

Beim Ausstattungsstand ist die Spanne dagegen groß. Zwischen den ältesten und den zuletzt modernisierten Einheiten liegen Jahrzehnte, was sich an Kabinenzuschnitt, Bädern und Aufenthaltsbereichen zeigt. Wer darauf Wert legt, sollte nicht nur den Termin buchen, sondern nachsehen, welches Schiff dann fährt.

Ein dritter Punkt betrifft die Größe. Die kleineren Einheiten der Flotte kommen an Anleger, die für die größeren zu eng sind — für die Route selbst ist das der Grund, warum sie überhaupt so viele Orte bedienen kann. An Bord bedeutet es weniger Mitreisende und kürzere Wege, dafür ein schmaleres Angebot an Bordeinrichtungen.

Wo wird an Bord gegessen?

Die Gastronomie folgt derselben Zweiteilung wie die Reisen. Auf den Schiffen der klassischen Route stehen drei Lokale mit norwegischen Namen:

  • Torget, norwegisch für Marktplatz, als Hauptrestaurant für alle drei Mahlzeiten, abends als Buffet oder festes Menü
  • Kysten, norwegisch für Küste, als À-la-carte-Restaurant
  • Brygga, norwegisch für Werft, als Bistro mit Salaten und Pizza

Auf den Signature-Schiffen heißen die Lokale anders und sind aufwendiger angelegt: Flora als Hauptrestaurant, die Brasserie Árran mit traditioneller norwegischer Küche und das Gourmetrestaurant Røst mit wechselnden Drei- bis Fünf-Gänge-Menüs aus rund 16 saisonalen Gerichten. Der Name Árran stammt aus dem Nordsamischen und bezeichnet das Feuer im traditionellen Lavvo-Zelt.

Restaurant mit bodentiefen Fenstern an Bord eines Hurtigruten Schiffes
Die Bordrestaurants arbeiten nach Angaben der Reederei zu 80 Prozent mit Zutaten aus der Region. Foto: Hurtigruten

Untergebracht sind die Gäste je nach Schiff und Budget sehr unterschiedlich.

Welche Kabinen gibt es an Bord?

Die Spanne reicht von einfachen Kabinen ohne Fenster bis zur Eigner-Suite auf dem Oberdeck. Dazwischen liegen große Außenkabinen mit Fenster auf dem Promenaden- und Mitteldeck, Mini-Suiten und Suiten mit zwei Betten. Weil die Schiffe unterschiedlich alt sind, weicht das Kabinenangebot von Schiff zu Schiff ab.

Ein Hinweis, der vor der Buchung Geld spart: Auf einer Route mit über 30 Häfen verbringt man tagsüber ohnehin wenig Zeit in der Kabine. Der Aufpreis für eine höhere Kategorie lohnt sich vor allem auf den längeren Signature-Reisen mit Seetagen, weniger auf einer kurzen Teilstrecke.

Aussenkabine mit Fenster und Doppelbett an Bord eines Hurtigruten Schiffes
Außenkabine mit Fenster: Der Zuschnitt der Kabinen unterscheidet sich je nach Baujahr des Schiffes. Foto: Hurtigruten

Mehr Zeit als in der Kabine verbringen die meisten Gäste ohnehin in den öffentlichen Bereichen.

Was gibt es an Deck und in den Lounges?

Zur Standardausstattung gehören kostenloses WLAN, Panoramalounges mit Blick auf die Küste, Sauna und Fitnessraum, ein Wäscheraum, Konferenzräume und kontaktloses Bezahlen. Auf den Schiffen der klassischen Route ist die Explorer Lounge & Bar der zentrale Aufenthaltsraum, dazu kommt ein Whirlpool im Freien.

Die Signature-Schiffe legen noch einmal nach: Dort sitzt die 1893 Bar in einer zweistöckigen Panorama-Lounge auf dem Oberdeck und schenkt norwegischen Aquavit aus, die Sauna hat raumhohe Fenster, und ein eigener Vortragsraum wird abends zum Kino. Vorträge, Fototipps, Quizabende und Handwerks-Workshops übernimmt das Expeditionsteam.

Pooldeck am Heck eines Hurtigruten Schiffes mit Blick auf die norwegische Kueste
Das Achterdeck mit Pool und Whirlpools gehört zu den beliebtesten Plätzen an Bord. Foto: Hurtigruten

Bei aller Tradition hat sich technisch in den vergangenen Jahren am meisten getan.

Wie umweltfreundlich fährt die Flotte?

Hurtigruten hat nach eigenen Angaben rund 100 Millionen Euro in die Modernisierung der Flotte gesteckt. Die Reederei nennt dazu konkrete Zahlen und Maßnahmen:

  • minus 29,9 Prozent CO2- und minus 69,2 Prozent Stickoxid-Emissionen im Jahr 2024
  • drei Schiffe der Flotte fahren mit Hybridantrieb
  • Landstromanschluss, kein schweres Heizöl, kein Einwegplastik
  • bei MS Richard With senkte der Hybrid-Umbau 2023 Verbrauch und CO2-Ausstoß um etwa ein Viertel, die Stickoxide durch SCR-Technik um mindestens 80 Prozent

Das erklärte Fernziel heißt Sea Zero: Gemeinsam mit dem norwegischen Forschungsinstitut SINTEF arbeitet die Reederei an einem vollständig emissionsfreien Schiff für die klassische Postschiffroute. Es wäre nach eigener Einschätzung das ehrgeizigste Vorhaben der 130-jährigen Firmengeschichte.

Was kostet eine Reise auf der Postschiffroute?

Zur Einordnung zwei Beispiele aus dem offiziellen Angebot, beide als Rundreise über 15 Tage: Die Nordkap-Linie ab und bis Hamburg beginnt bei rund 3.190 Euro pro Person, die Spitzbergen-Linie ab und bis Bergen bei rund 4.499 Euro. Beide Preise verstehen sich als All-inclusive-Tarife.

Wer nur einen Abschnitt fahren möchte, kommt deutlich günstiger weg, weil sich die klassische Route auch in Teilstrecken buchen lässt. Zusätzlich bietet Hurtigruten rund 130 optionale Ausflüge mit einheimischen Guides an, die separat berechnet werden und die Gesamtrechnung spürbar bewegen können.

Für wen lohnt sich eine Postschiffreise?

Die klassische Route passt zu Reisenden, die Norwegen abseits der Kreuzfahrtterminals sehen wollen und denen ein Hafen um drei Uhr morgens lieber ist als ein Bühnenprogramm. Wer dagegen ausschlafen, länger an Land bleiben und deutschsprachig betreut werden möchte, bucht besser eine Signature-Reise.

Dafür ist die klassische Postschiffroute die richtige Wahl

  • Wenn Ihr Norwegen abseits der Kreuzfahrtterminals sehen wollt
  • Wenn Euch ein Hafen um drei Uhr morgens lieber ist als ein Bühnenprogramm
  • Wenn Ihr die Rundreise fahrt – nur so seht Ihr jeden Hafen einmal bei Tageslicht
  • Wenn Ihr flexibel bucht: Teilstrecken kosten deutlich weniger als die volle Runde

Das solltet Ihr vorher wissen

  • Es ist ein Liniendienst, keine Kreuzfahrt – ohne Show, Animation und Abendgarderobe
  • Viele Aufenthalte dauern nur zehn bis fünfundvierzig Minuten
  • Zwei Streckenabschnitte liegen im offenen Wasser und können bewegt sein
  • Die rund 130 optionalen Ausflüge werden separat berechnet

Nicht geeignet ist das Konzept für alle, die eine klassische Kreuzfahrt mit großem Unterhaltungsangebot erwarten. Wer ein größeres Schiff für Nordeuropa sucht, aber beim skandinavischen Zuschnitt bleiben möchte, findet mit der Viking Neptune eine Alternative.

Kreuzfahrt mit Hurtigruten Expeditions

  • Spannende Expeditionsreisen in arktische und antarktische Gewässer
  • Legendäres Nordlicht-Versprechen bei Reisen nach Norwegen
  • Einmalige Erkundungen in Begleitung von erfahrenen Forscherteams
  • Geräumige Kabinen und luxuriöse Suiten mit hochwertiger Ausstattung

Weitere Schiffe und Anbieter im Überblick

Für die weitere Einordnung helfen diese Seiten:

Wer Norwegen lieber mit einem deutschsprachigen Anbieter bereisen möchte, findet bei Plantours Routen bis zum Nordkap. Wie sich Hurtigruten gegenüber den übrigen Reedereien einordnet, zeigt unsere Übersicht der Kreuzfahrt-Reedereien.

Autor

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