Die Viking Neptune gehört zur jüngeren Hälfte der Viking-Hochseeflotte und ist seit 2022 im Dienst. Sie nimmt 930 Gäste auf, misst 48.000 BRZ und kennt wie alle Schwesterschiffe der Klasse keine einzige Kabine ohne eigene Veranda.

Interessant wird das Schiff weniger über seine Kennzahlen als über seinen Einsatz: Die Neptune fährt im Sommer durch das Mittelmeer und Nordeuropa, im Winter durch Südostasien bis nach Australien und Japan. Wir zeigen Euch die Kabinenkategorien, das Bordangebot und die Routen im Detail.

Wie groß ist die Viking Neptune?

Viking führt das Schiff als Small Ship. Die offiziellen Werte: 48.000 BRZ, 745 Fuß Länge und 94,5 Fuß Breite, umgerechnet also rund 227 mal knapp 29 Meter. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 20 Knoten, registriert ist die Neptune in Norwegen.

Entscheidend ist das Verhältnis von Größe zu Gästezahl. Bei 48.000 BRZ und 930 Gästen entfällt auf jeden Reisenden mehr als das Doppelte an Raum, das auf einem großen Mainstream-Schiff üblich ist. Praktisch wirkt sich das doppelt aus: an Bord über die Weite der öffentlichen Bereiche, im Hafen über die Zahl der Anlegestellen, die überhaupt in Frage kommen.

Wie ist das Schiff aufgebaut?

Der offizielle Deckplan weist neun durchnummerierte Gästedecks aus, dazu ein tiefer liegendes Deck A. Ganz unten liegen Nordic Spa, Fitnessbereich, Friseur, Läden, Gästeservice und die kleinen Restaurants, die Wohn- und Suitendecks stapeln sich darüber, die Pool- und Terrassenbereiche sitzen oben.

Zwei bauliche Details prägen den Eindruck an Bord stärker als jede Zahl: ein Atrium über drei Decks als optische Mitte des Schiffes und ein umlaufendes Promenadendeck, auf dem vier Runden nach Angaben der Reederei genau einer Meile entsprechen. Dazu kommen ein Kino mit zwei Sälen, ein Theater über zwei Ebenen, eine Wäscherei zur Selbstbedienung und ein medizinisches Zentrum.

Welche Kabinen gibt es an Bord?

Sechs Kategorien stehen zur Wahl, und alle sechs haben eine eigene Veranda mit bodentiefer Schiebetür. Innenkabinen oder Kabinen mit bloßem Fenster gibt es auf dem Schiff nicht. Die Flächenangaben von Viking schließen die Veranda jeweils mit ein:

  • Veranda Stateroom mit rund 25 Quadratmetern als Einstiegskategorie
  • Deluxe Veranda Stateroom mit ebenfalls rund 25 Quadratmetern, aber früherem Kabinenzugang und Vorbuchungsrechten
  • Penthouse Veranda mit rund 31 Quadratmetern
  • Penthouse Junior Suite mit rund 38 Quadratmetern, zwei davon barrierefrei
  • Explorer Suite mit rund 57 bis 72 Quadratmetern als Zweiraumsuite mit Essplatz für vier Personen
  • Owner’s Suite mit rund 120 Quadratmetern als größte Unterkunft an Bord

Die Kategorien unterscheiden sich nicht nur in der Fläche. Viking staffelt daran auch, wann Landausflüge, Restauranttische und Spa-Termine gebucht werden können: Die Owner’s Suite darf Ausflüge 177 Tage vor Abfahrt reservieren, das Veranda Stateroom 130 Tage vorher. Wer auf bestimmte Touren angewiesen ist, kauft mit der Kategorie also auch Vorlauf.

Was steckt in der Owner’s Suite?

Die Owner’s Suite liegt laut Deckplan auf Deck 7 und ist als Mehrraumwohnung ausgelegt: eigenes Schlafzimmer, Wohnzimmer, Essbereich für sechs Personen und eine Pantry für den Zimmerservice. Dazu kommt ein Besprechungsraum für zwölf Personen, den Viking mit dem nach eigenen Angaben ersten Dampfkamin auf See ausgestattet hat.

Zwei Details fallen aus dem üblichen Suitenrahmen heraus. Erstens eine private Trockensauna mit Meerblick innerhalb der Suite. Zweitens eine Bibliothek samt Wein- und Musiksammlung, die Firmengründer Torstein Hagen persönlich zusammengestellt hat. Das ist weniger Ausstattung als Handschrift.

Wo wird an Bord gegessen?

Viking verteilt die Gastronomie über mehrere Decks und arbeitet dabei mit klar getrennten Konzepten statt mit einem großen Hauptrestaurant plus Buffet:

  • The Restaurant als Hauptrestaurant mit wechselnder Karte
  • World Café als offene Marktküche mit Blick in die Zubereitung
  • Manfredi’s Italian Restaurant für die italienische Linie
  • The Chef’s Table mit wechselnden Menüfolgen und passender Weinbegleitung
  • The Kitchen Table als Kochstudio, in dem Gäste selbst mitarbeiten
  • Mamsen’s mit norwegischen Spezialitäten im Wintergarten
  • Pool Grill und Aquavit Terrace für die legere Variante am und hinter dem Pool

Dazu kommen zwei separate Räume für private Tischgesellschaften. Auffällig ist, dass Viking mit The Kitchen Table und The Chef’s Table gleich zwei Formate führt, die eher zum Reiseziel gehören als zur Verpflegung: Beide greifen die Regionen auf, die auf der jeweiligen Route angelaufen werden.

Welche Bars und Lounges hat die Viking Neptune?

Das Barangebot bleibt überschaubar und folgt derselben Logik wie die Gastronomie: wenige Räume, die dafür einen eigenen Charakter haben. Zentral ist die Explorers’ Lounge über zwei Ebenen am Bug, dazu kommen die Torshavn als Abendbar, die Bar im Atrium und The Living Room als offener Wohnbereich mit Bibliothekscharakter.

Was an Bord fehlt, ist ebenso aussagekräftig: Der Deckplan führt kein Casino und keinen Kinderbereich. Viking richtet sich ausdrücklich an erwachsene Reisende, und die Raumaufteilung des Schiffes setzt das konsequent um.

Wie sehen Pool- und Wellnessbereich aus?

Die Neptune hat zwei Pools mit sehr unterschiedlicher Funktion. Der Hauptpool im Mittschiffsbereich liegt unter einem verschiebbaren Glasdach und ist damit auch auf Nordrouten nutzbar. Am Heck sitzt ein Infinity-Pool, der optisch in die Kielwasserlinie übergeht. Beheizte Whirlpools ergänzen beide Bereiche.

Der Wellnessbereich läuft unter dem Namen The Nordic Spa und liegt bewusst tief im Schiff, wo die Bewegung am geringsten ist. Fitnessbereich, Friseur und ein Sportdeck im obersten Bereich vervollständigen das Angebot.

Wohin fährt die Viking Neptune?

Der Einsatzplan der Neptune reicht deutlich über Europa hinaus, und genau darin unterscheidet sie sich von den meisten Schwesterschiffen. Im europäischen Sommer liegt der Schwerpunkt auf dem Mittelmeer, von Barcelona und Lissabon über Rom und Venedig bis Athen und Istanbul, ergänzt um Nordeuropa mit Routen wie Stockholm nach Bergen oder Amsterdam nach Bergen.

Außerhalb der europäischen Saison verlegt Viking das Schiff nach Asien und in den Pazifik: Bangkok nach Bali, Bali nach Sydney, Bangkok nach Hongkong, Hongkong nach Tokio sowie Rundreisen ab Tokio. Die Reisedauern reichen von acht Tagen bis zu einer 36-tägigen Strecke von Lissabon nach Istanbul.

Viking Neptune oder Viking Star: Welches Schiff nehmen?

Diese Frage lässt sich über die Ausstattung nicht beantworten, und das sollte man offen sagen: Die Viking Star teilt mit der Neptune jede einzelne Kennzahl. Gleiche Gästezahl, gleiche Vermessung, gleiche Abmessungen, gleicher Deckplan, gleiche sechs Kabinenkategorien. Getrennt werden die beiden nur durch das Baujahr: 2015 bei der Star, 2022 bei der Neptune.

Der praktische Unterschied liegt deshalb im Fahrtgebiet. Die Star konzentriert sich auf das Mittelmeer und fährt im Winter nach Südamerika, die Neptune deckt zusätzlich Asien, Australien und Nordeuropa ab. Wer eine bestimmte Region im Kopf hat, wählt also nicht das Schiff, sondern die Route und bekommt das Schiff dazu.

Für wen lohnt sich die Viking Neptune?

Das Schiff passt zu Reisenden, die eine lange Route in einer entfernten Region suchen und dabei nicht auf ein überschaubares Schiff verzichten wollen. Für Asien- und Australienstrecken ist die Neptune innerhalb der Flotte die naheliegende Wahl, weil sie dort regelmäßig eingesetzt wird.

Weniger geeignet ist sie für alle, die abends Casino, Show-Vielfalt oder ein Kinderprogramm erwarten. Nichts davon ist an Bord vorgesehen. Wie Viking insgesamt aufgestellt ist und was im Reisepreis steckt, steht in unserem Viking Guide.

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Zum Einordnen helfen diese Seiten weiter:

Wo Viking zwischen Premium- und Luxusanbietern steht, zeigt unsere Übersicht der Kreuzfahrt-Reedereien.

Autor

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Alle Termine und Routen des Schiffes findet Ihr direkt bei Viking.