Manche Vielflieger verbringen mehrere Wochen pro Jahr im Flugzeug, umrunden jährlich mehrfach die Erde und bescheren ihrer Airline Umsätze im fünf- oder gar sechsstelligen Bereich. Der Dank dafür sind die exklusivsten Vielfliegerstatus der Welt – Statuslevel, die weit über jeden regulären Vielfliegerstatus hinausgehen und häufig nur auf Einladung vergeben werden. Doch welcher ist der exklusivste?

In diesem Guide lüften wir den Schleier um diese teilweise recht unbekannten, ganz besonderen Statuslevel und stellen Euch die wichtigsten vor – sortiert nach Star Alliance, oneworld, SkyTeam und weiteren Airlines. Die spannendste Frage dabei: Was erhalten diejenigen, die den Airlines Jahr für Jahr solche Summen bringen?

Einige dieser Status sind offiziell erreichbar, andere werden ausschließlich auf Einladung vergeben. Für Letztere veröffentlichen die Airlines in aller Regel keine Kriterien – vieles, was über sie bekannt ist, stammt aus Berichten von Mitgliedern, Branchenblogs und Foren. Solche Angaben kennzeichnen wir deshalb entsprechend.

Was sind die exklusivsten Vielfliegerstatus der Star Alliance?

Relativ gut bekannt ist der erste Status, den man in der Kategorie der weltweit exklusivsten Vielfliegerstatus auf keinen Fall vergessen darf, nämlich der Lufthansa HON Circle Status. Das liegt wohl auch daran, dass dieser im Gegensatz zu den anderen Status, die noch folgen, relativ offensiv kommuniziert wird und sogar offizieller Teil von Miles & More ist.

Lufthansa HON Circle

Die Qualifikationskriterien für den HON Circle Status sind alles andere als einfach. So müssen innerhalb eines Kalenderjahres ganze 6.000 HON Circle Points erflogen werden. Diese Punkte gibt es ausschließlich in der First Class und Business Class an Bord der voll integrierten Partnerairlines, also unter anderem bei Lufthansa, SWISS, Austrian Airlines, Brussels Airlines, ITA Airways, LOT Polish Airlines und Discover Airlines. Bei Eurowings zählt nur der BIZclass-Tarif, und Bahnfahrten in der Business Class (etwa mit Lufthansa Express Rail) zählen für den Status mit höchstens 1.000 HON Circle Points.

Miles-More_Servicekarte_HON-Circle
Der HON Circle Status ist nicht einfach zu erreichen

Dafür haben es die Vorteile aber auch in sich. Ihr könnt Euch als HON Circle Mitglied auf eine Menge exklusiver Vorteile freuen. So könnt Ihr die First Class Services unabhängig von Eurer Reiseklasse bei den Lufthansa Group Airlines in Anspruch nehmen:

  • First Class Check-in
  • Zugang zu den First Class Lounges der Lufthansa Group Airlines (inklusive bis zu zwei Gästen) sowie zum First Class Terminal in Frankfurt
  • Kostenfreier Limousinen-Service zum Flugzeug, etwa bei Abflügen von einer Außenposition oder bei knappen Umstiegen (Frankfurt, München, Wien, Zürich, Genf und Warschau)
  • Persönlicher Begleitservice an ausgewählten Flughäfen, etwa im First Class Terminal Frankfurt
  • Zusätzliches Freigepäck
  • Weitere Priority Services
LH HON Chauffeur
Als HON Circle Mitglied wird man an den Drehkreuzen der Lufthansa Group mit der Limousine zum Flugzeug gebracht

Dazu kommen noch einige weitere Vorteile bei der Lufthansa:

  • Kostenlose Miles & More Kreditkarte
  • Vier eVoucher für Upgrades bei Lufthansa, jeweils bei Erreichen und Verlängerung des Status (24 Monate gültig)
  • Kostenlose Sitzplatzreservierung bei Lufthansa (ausgenommen sind unter anderem die Basic- und Light-Tarife sowie die Allegris Business Class Suite)
  • Persönlicher HON Circle Service (in ausgewählten Märkten rund um die Uhr), künftig mit einem eigenen HON Circle Relation Manager
  • Buchungsgarantie bis 24 Stunden vor Abflug in Economy, Premium Economy und Business Class
  • Unbegrenzte Meilengültigkeit
  • Companion Award
  • Meilenvorschuss: Das Meilenkonto lässt sich zeitweise um bis zu 100.000 Meilen überziehen
  • Höchste Wartelistenpriorität
  • Zusätzliche Prämienverfügbarkeit bei Miles & More Airlines
  • Auf Wunsch Senator Status für den Ehe- oder Lebenspartner während der gesamten Haltedauer
  • Kostenlose Mitnahme eines zusätzlichen Golfgepäckstücks

Weiterhin gibt es natürlich auch noch eine Menge zusätzlicher, “weicher” Vorteile – etwa, dass man sich darauf verlassen kann, als HON mit höchster Priorität bei Ungereimtheiten und besonderen Umständen behandelt zu werden. Wo dieser Service beziehungsweise die Vorteile anfangen und wo diese aufhören, ist allerdings schwer festzulegen. Man kann allerdings ohne Zweifel sagen, dass der HON Circle Status deutlich über das hinausgeht, was man als treuer Kunde einer Airline erwarten kann. Als Speerspitze der Vielflieger des Kranichs sollte man als HON Circle Mitglied davon ausgehen können, immer den besten Service und die höchste Priorität zu bekommen.

Interessant ist am HON Circle allen voran, dass er trotz der hohen Voraussetzungen offizieller Teil von Miles & More ist. Die zusätzlichen Vorteile beschränken sich jedoch auf die Lufthansa und ausgewählte Partner. Seit Juli 2026 gibt es dank eines Anerkennungsprogramms zudem bei United einige Extras, etwa den Check-in an der Global Reception. Allianzweit hat man als HON Circle Mitglied “nur” den Star Alliance Gold Status. Einen Lifetime Status gibt es beim HON Circle übrigens nicht.

United Global Services

Besonders die US-Airlines sind im Bereich der exklusiven Statusprogramme stark. Alle drei Großen bieten ein solches Programm an, und so lässt sich natürlich United Airlines nicht lumpen und belohnt die besten Kunden mit dem Global Services Status. Die Herangehensweise von United an den Global Services Status ist interessant, denn obwohl man die Vorteile nicht öffentlich kommuniziert und auch die Aufnahme in den Club nur per Einladung geschieht, findet man Hinweise auf den Status überall an Flughäfen. American und Delta halten sich hier deutlich stärker zurück und verschleiern die Existenz des Status fast komplett.

United Global Services Card
Nur auf Einladung und mit dem nötigen Investment möglich

Wie schon erwähnt, sind auch beim Global Services Status die Zugangsvoraussetzungen nicht öffentlich verfügbar. Berichten aus der Vielflieger-Szene zufolge sind aber mindestens 50.000 bis 75.000 US-Dollar Flugumsatz mit United pro Jahr nötig, um für den Status infrage zu kommen – die Schwelle soll 2024 noch einmal angehoben worden sein.

Ist dies der Fall, wird der Kunde mit einem Global Services Package überrascht und darf sich fortan mindestens auf die folgenden Vorteile freuen:

  • Kostenfreie Premier-Upgrades auf den meisten Inlands- und einigen internationalen Kurzstreckenflügen – freigegeben ab 120 Stunden vor Abflug, auch für einen Mitreisenden auf derselben Buchung
  • Spezielle Prämienverfügbarkeit
  • Saver-Prämienflug für eine Begleitperson zum eigenen bezahlten Ticket (Companion Saver Award)
  • Dedizierte Support- und Reservierungshotline
  • Höchste Priorität für Standby und Upgrades auf Flügen mit United und United Express
  • Höchste Priorität beim Boarding
  • Spezielle Global Services beim Preboarding auf Flügen mit United und United Express
  • Bestellung des Essens vor allen anderen
  • Zugang zu den United Club Lounges (in die Polaris Lounges geht es dagegen nur mit einem internationalen Business oder First Class Ticket)
  • Privater Auto-Transfer bei engen Umstiegen

Ähnlich wie bei allen anderen Statusleveln auch hört es hier natürlich nicht auf. Denn egal, welche Probleme auf dem Weg von A nach B mit United auftreten, Global Services Mitglieder können davon ausgehen, dass ihnen als Erstes und am besten geholfen wird.

United Global Services Transfer im BMW vor einem Dreamliner
Global Services Mitglieder werden bei knappen Umstiegen mit dem Auto zum Anschlussflug gebracht

Interessant ist am United Global Services Status auch, dass dieser tatsächlich lebenslang im Rahmen des Million Miler Programms vergeben wird. Habt Ihr vier Millionen Meilen auf bezahlten Flügen mit United gesammelt, seid Ihr Euer Leben lang Global Services – genauso wie eine Begleitperson, etwa der Ehe- oder Lebenspartner. Auch die Möglichkeit, bei einem bezahlten Ticket eine Begleitperson zum reduzierten Meilenpreis mitnehmen zu können, ist besonders erwähnenswert. Natürlich erhält man auch hier den Star Alliance Gold Status. Seit Juli 2026 werden Global Services Mitglieder zudem bei der Lufthansa Group bevorzugt behandelt. So ist auch der Global Services Status ein guter Anwärter auf den Titel des weltweit exklusivsten Vielfliegerstatus.

Ganz an der Spitze steht bei United allerdings noch ein weiterer, kaum bekannter Kreis: der Chairman’s Circle. Das private Programm stammt noch von Continental Airlines und richtet sich Berichten zufolge vor allem an Konzernchefs, die große Firmenreisebudgets an United vergeben. Interne Unterlagen nannten früher mindestens 5 Millionen US-Dollar Jahresumsatz des Unternehmens mit United, eine Nominierung durch den CEO oder das Senior Sales Management und höchstens ein Mitglied pro Firma. Die Mitgliederzahl soll zwischen einigen Dutzend und wenigen Hundert liegen. Zu den Vorteilen sollen ein eigener Reservierungsservice, persönliche Betreuung am Flughafen, Zugang zu den United Clubs und Upgrade-Priorität auf Global Services Niveau zählen – offiziell bestätigt hat United das Programm nie.

Singapore Airlines Solitaire PPS Club

Der Status, der wohl am besten die Beschreibung “over the top” verdient, ist das höchste Level des Singapore Airlines PPS Club. Dabei handelt es sich um ein exklusives Programm neben KrisFlyer, welches die sehr loyalen Vielflieger von Singapore Airlines noch einmal extra belohnen soll. Hier zählt die geflogene Strecke überhaupt nicht, relevant ist ausschließlich der Umsatz. Zunächst müsst Ihr Mitglied im PPS Club sein, wofür 25.000 PPS Value innerhalb von zwölf Monaten nötig sind. Für den Solitaire PPS Status sind dann 50.000 PPS Value innerhalb eines Mitgliedsjahres fällig, also rund 50.000 Singapur-Dollar (etwa 35.000 Euro). PPS Value gibt es nur für Flüge mit Singapore Airlines in Suites, First und Business Class – die Premium Economy zählt nicht. Bis zu 5.000 PPS Value dürfen aus Ausgaben ohne Flug stammen, etwa über Kris+ oder KrisShop.

Singapore Airlines PPS Club Solitaire Card
Solitaire PPS ist die höchste Stufe im PPS Club von Singapore Airlines

Die Statusvorteile, die Euch dafür erwarten, sind gut, allerdings nicht ganz so üppig und erinnern eher an die des HON Circle Status, der deutlich “günstiger” ist:

  • Solitaire PPS Supplementary Card für eine Person Eurer Wahl
  • First Class Check-in
  • Zugang zum First Class Bereich der SilverKris Lounges (mit einem Gast)
  • Priorisierte Warteliste
  • Priority Boarding
  • Priority Gepäck
  • kostenfreie Sitzplatzwahl
  • kein Meilenverfall
  • Vorrang bei Saver-Prämienflügen und auf der Award-Warteliste
  • Priority Immigration (an ausgewählten Flughäfen)
  • Shangri-La Circle Gold mit beschleunigtem Aufstieg zu Jade
  • Upgrade in die Business First Class des Heathrow Express (Star Alliance Gold Vorteil)

Dazu muss man sagen, dass viele dieser Vorteile schon ab dem regulären PPS Club gelten und die First Class Bereiche der SilverKris Lounges lange nicht an die Lufthansa First Class Lounges heranreichen. Über ihnen steht zumindest in Singapur noch der Private Room, der die eigentliche First Class Lounge von Singapore Airlines ist. Alles in allem ist der Singapore Airlines Solitaire PPS Club Status zwar exklusiv, aber kein Anwärter auf den Titel des exklusivsten Status der Welt.

Was sind die exklusivsten Vielfliegerstatus in der oneworld?

Vor allem bekannt ist American Airlines Concierge Key aus dem Film “Up in the Air”: George Clooney jagt darin als Vielflieger Ryan Bingham die Marke von zehn Millionen Meilen bei American Airlines – im Portemonnaie die echte Concierge Key Karte. Die Karte, die er für die zehn Millionen Meilen erhält, ist dagegen frei erfunden.

American Airlines Concierge Key

Im Gegensatz zum HON Circle Status gibt es hier allerdings keine klaren Voraussetzungen oder offiziellen Kriterien, die man erreichen muss. Es handelt sich um einen Status, der nur auf Einladung vergeben wird. Gemunkelt wird allerdings, dass ein Umsatz von mehr als 50.000 US-Dollar pro Jahr bei American Airlines nötig ist, um die Einladung zu erhalten – inzwischen wohl eher deutlich mehr. Ehemaligen Mitgliedern bot American zuletzt eine Rückkehr per Challenge über 750.000 Loyalty Points an.

American Airlines Concierge Key
Concierge Key vergibt American Airlines ausschließlich auf Einladung

Der Status kommt dafür aber auch mit wertvollen Vorteilen daher:

  • Dedizierter Concierge Key Support per Telefon und E-Mail, rund um die Uhr
  • Flagship First Check-in auf allen von American durchgeführten Flügen, unabhängig von der Reiseklasse (wo vorhanden)
  • Kostenloser Zugang zu den Flagship Lounges (auch bei Inlandsflügen), den First Class Lounges der oneworld sowie den Admirals Clubs
  • Alle Vorteile des AAdvantage Executive Platinum Status
  • Privater Auto-Transfer bei engen Umstiegen (je nach Verfügbarkeit)
  • Höchste Priorität beim Boarding
  • Höchste Upgrade Priorität (auch bei Prämienflügen)
  • Laut Berichten keine Zuzahlung bei Upgrades
  • Und noch einiges mehr …
American Airlines Dreamliner Boeing 787 9 Neue Business Class
Als Concierge Key hat man bei American Airlines überall die höchste Priorität

Auch hier sieht man recht schnell, dass es sich größtenteils um “Soft Benefits” handelt, die das Leben eines Vielreisenden erleichtern sollen. Die “harten” Benefits wie Sitzplatzreservierung oder Lounge-Zugang sind bereits in den niedrigeren Statusleveln des AAdvantage Programms inbegriffen. Auch hier beziehen sich fast alle Vorteile nur auf American Airlines selbst, nicht auf andere Airlines der oneworld. Dort hat man “nur” den oneworld Emerald Status.

British Airways Premier

Gänzlich unbekannt und damit ein heißer Anwärter auf den Titel des exklusivsten Vielfliegerstatus der Welt ist der höchste British Airways Status, genannt Premier. Obwohl British Airways im British Airways Club (bis 2025 Executive Club) über dem Gold Status sogar noch die Gold Guest List führt, liegt Premier noch ein ganzes Stück darüber. Über diesen Status ist nämlich so gut wie gar nichts bekannt, auch auf der Webseite von British Airways findet man nirgends einen Hinweis. Lediglich über Inhaber des Status sind gewisse Informationen in Foren und anderen Quellen gelandet. Diese sind sich allerdings auch nicht ganz einig, was genau man tun muss, um British Airways Premier zu werden. Es soll weltweit gerade einmal rund 450 Inhaber der Karte geben, was einen Eindruck vermittelt, wie exklusiv dieser ist.

British Airways First Class Emblem
Premier Mitglieder werden regelmäßig kostenlos in die First Class hochgestuft

Eines der Qualifikationskriterien soll laut geleakten Richtlinien das Reisebudget eines Unternehmens bei British Airways sein: mindestens 2 Millionen Pfund pro Jahr, auf deren Verteilung der Anwärter Einfluss haben muss. Vorgeschlagen wird man von einem Vorstandsmitglied oder einem Key Account Manager der Airline, anschließend müssen fünf Führungskräfte von British Airways einschließlich des COO zustimmen.

British Airways Premier Status
Die Premier Karte gehört zu den seltensten Statuskarten der Welt

Aufgrund des Umsatzes von ganzen Unternehmen kann es oftmals auch sein, dass die Person mit dem British Airways Premier überhaupt nicht viel selbst fliegt, sondern nur die Mitarbeiter.

Auf dem Papier sind die Vorteile des British Airways Premier Status dieselben, die der British Airways Gold Status auch erhält. Allerdings sind es die zusätzlichen, nicht offiziell kommunizierten Vorteile, die den Unterschied machen. Diese sollen Berichten zufolge unter anderem die folgenden umfassen:

  • Dedizierte Telefonnummer für Support
  • Sitzplatzgarantie auch auf ausgebuchten Flügen
  • Anschlussflüge werden notfalls kurz zurückgehalten
  • Fahrdienst direkt zum oder vom Flugzeug, auch an Außenpositionen
  • Begleitung am Flughafen durch einen persönlichen Assistenten
  • Zugang zum Concorde Room in London inklusive zwei Gästen, unabhängig von der Reiseklasse
  • Regelmäßige kostenlose Upgrades in die First Class sowie ein jährlicher Upgrade-Gutschein für zwei Personen
British Airways Concorde Room T5
Exklusiver Zugang zum Concorde Room

Der Premier Status ist nur auf Einladung möglich und kann nicht durch das Sammeln von Tier Points im British Airways Club oder das Fliegen auf einer bestimmten Anzahl von Flügen pro Jahr erreicht werden. Dieser Status wird nur Personen angeboten, die Einfluss auf bestimmte Umsatzziele innerhalb eines oder mehrerer Unternehmen haben und British Airways als ihre bevorzugte Fluggesellschaft nutzen. Daher zählt der Premier Status zu den exklusivsten Status weltweit.

Qantas Chairman’s Lounge

Die Qantas Chairman’s Lounge ist weniger ein Status, sondern eher eine Lounge, deren Zugang nur einer bestimmten, sehr exklusiven Zielgruppe vorbehalten ist. Dieser Club besteht nicht wie bei British Airways aus bestimmten “Big Spenders”, sondern eher aus einem exklusiven Zirkel an Personen, die von Qantas ausgewählt werden. Darunter sind neben wichtigen Personen aus dem politischen Umfeld auch Prominente und die sogenannten Qantas Ambassadors. Dazu zählen (ehemalige) Botschafter wie John Travolta und Hugh Jackman, die über Jahre für Qantas geworben haben.

Qantas Lounge
Beispielhafter Eingang zu einer Qantas Lounge

Die Chairman’s Lounge ist ein exklusiver Club für VIP-Kunden, die auf Inlandsflügen innerhalb Australiens reisen. Es gibt sechs Chairman’s Lounges, alle in den Inlandsterminals von Sydney, Melbourne, Brisbane, Adelaide, Canberra und Perth. Der frühere Qantas-CEO Alan Joyce soll sie einmal als wahrscheinlich exklusivsten Club des Landes bezeichnet haben. Über den Zugang zu diesen Lounges hinaus bringt die Chairman’s Lounge allerdings keine weiteren Vorteile. Über die Mitgliedschaft in der Lounge, die nur auf Einladung zugänglich ist, entscheiden Berichten zufolge der Qantas-Vorsitzende John Mullen und CEO Vanessa Hudson persönlich. Weitere Details hält Qantas unter Verschluss – zumal die Mitgliedschaft zahlreicher Politiker in Australien in den vergangenen Jahren immer wieder für Diskussionen gesorgt hat.

Cathay Pacific Diamond Plus

Wir begeben uns nun zu einem weiteren Invitation Only Status, der in dieser Kategorie eine Erwähnung verdient. Bei Cathay Pacifics Cathay ist der höchste Status eigentlich der Diamond Status, der gleichzeitig dem oneworld Emerald entspricht.

Allerdings gibt es seit 2006 noch einen weiteren Status, der noch darüber angesiedelt ist. Dieser Status heißt Diamond Plus und wird ausschließlich auf Einladung vergeben. Wie viel Umsatz dafür nötig ist, verrät Cathay nicht – in Vielfliegerforen kursieren Schätzungen zwischen 100.000 und 200.000 US-Dollar Ticketumsatz pro Jahr. Damit ist dieser Status sicherlich deutlich “einfacher” zu erreichen als die exklusiven Level von Emirates oder British Airways, zeugt aber immer noch von einer Menge Flügen mit der Airline.

The Wing First Class Lounge
Als Diamond Plus Mitglied gibt es immer Zugang zu Cathay Pacific First Class Lounges

Laut Cathay Pacific ist Diamond Plus eine Einladung für Diamond- und ab 2027 auch für Diamond Exec Mitglieder, vergeben anhand ihrer jährlichen Ticketausgaben auf Flügen von Cathay Pacific. Für diese Treue zu Cathay darf man sich dann auch auf folgende Vorteile freuen:

Cathay Diamond Plus
  • Alle Benefits des Diamond Status
  • Diamond Status für eine Begleitperson
  • Zugang zu Cathay Pacific First Class Lounges unabhängig von der Reiseklasse und Airline
  • Dedizierte Hotline für Diamond Plus Kunden
  • Begleitung bei Ankunft und Abflug in Hongkong

Mit diesen Vorteilen hat man sicherlich ein deutlich angenehmeres Reiseerlebnis mit Cathay Pacific. Ab dem 1. Januar 2027 schiebt Cathay mit Diamond Exec übrigens einen neuen Status zwischen Diamond (1.200 Status Points) und Diamond Plus, für den 2.400 Status Points innerhalb eines Kalenderjahres nötig sind. Infrage für den weltweit exklusivsten Vielfliegerstatus kommt der Cathay Pacific Diamond Plus jedoch nicht.

Was sind die exklusivsten Vielfliegerstatus bei SkyTeam?

Das Secret-Statuslevel der dritten US-Airline, Delta, heißt Delta 360°. Es handelt sich um eine jährliche Mitgliedschaft, die ebenfalls nur auf Einladung vergeben wird.

Delta 360°

Ähnlich wie bei United und American gibt es auch bei Delta keine offiziellen Umsatzziele, sondern nur Schätzungen. In der Szene kursieren Werte von mehr als 50.000 bis über 100.000 US-Dollar Jahresumsatz mit Delta, je nach Heimatflughafen. Belegt ist davon allerdings nichts.

Delta Kabinendesign Neu
Für Delta 360° Mitglieder ist das Flugzeug wohl wie ein zweites Zuhause

Laut Delta erhält nur ein sehr kleiner Teil der Diamond Medallion Mitglieder eine Einladung. Berücksichtigt werden unter anderem die gesamte Flugaktivität, Käufe von Premiumprodukten (Delta One, Delta Premium Select und Delta First) sowie Umsätze mit den Delta SkyMiles Kreditkarten von American Express, die es allerdings nur in den USA gibt. Wer die Marke von fünf Millionen Meilen erreicht, wird übrigens jedes Jahr automatisch eingeladen. Die Vorteile sind wiederum ähnlich wie auch bei den anderen beiden US-Airlines und erleichtern den Alltag des Vielfliegers deutlich. Als Delta 360° Mitglied gibt es unter anderem die folgenden Vorteile:

  • Zugang zur Delta One Lounge bei Flügen in Delta First am selben Tag
  • Delta Sky Club Executive Membership, ausgenommen von der Drei-Stunden-Regel
  • Transfer im Porsche bei knappen Umstiegen an ausgewählten Drehkreuzen
  • Exklusiver Telefonsupport 24 Stunden am Tag verfügbar
  • Jährliches Geschenkpaket
  • Laut Mitgliedern kostenlose Upgrades in die Delta Comfort für Mitreisende kurz nach der Buchung
DAL LGA OPEN
Delta Sky Club am New Yorker LaGuardia Airport

Hier merkt man aber, dass gewisse Vorteile nicht dabei sind, die die anderen beiden Airlines ihren besten Kunden gewähren. Dazu kommt, dass die Fahrten am Flughafen auch schon Diamond Medallion Mitgliedern von Delta gewährt wurden, die hohe Umsätze generiert haben. Somit wäre Delta 360° unter den drei US-Airlines wohl das Schlusslicht, wenn man sie in eine Reihenfolge bringen wollte. Zudem schließt Delta 360° den Diamond Medallion Status nicht automatisch ein: Eingeladen werden in der Regel Diamond Mitglieder, den Status – und damit SkyTeam Elite Plus – müssen sie aber regulär erfliegen.

Flying Blue Ultimate

Den letzten SkyTeam-Status, den wir uns anschauen, vergeben Air France und KLM. Er ist generell vergleichbar mit dem Diamond Plus Status bei Cathay Pacific, denn auch hier ist der Status direkt über dem höchsten Status bei Flying Blue angesiedelt. Für den Status Ultimate müsst Ihr innerhalb eines zwölfmonatigen Qualifikationszeitraums 900 UXP sammeln. UXP gibt es nur für Flüge mit Air France- oder KLM-Flugnummer (Transavia zählt nicht), und sammeln können sie ausschließlich Platinum- und Ultimate-Mitglieder. Wer mehr als 900 UXP erreicht, kann bis zu 900 UXP ins Folgejahr mitnehmen. Zudem bringt auch der Kauf von SAF (nachhaltigem Kraftstoff) UXP.

Ultimate
Ultimate ist der höchste offizielle Status bei Flying Blue

Die Vorteile ähneln denen einiger anderer hier aufgeführter Programme:

  • SkyPriority Vorteile
  • Persönlicher Ultimate Assistant, rund um die Uhr erreichbar (Kontakt auf der Metallkarte)
  • Kostenlose Umbuchung am Abflugtag und bevorzugte Gepäckabfertigung
  • Zugang zu Air France und KLM Lounges mit bis zu 8 Gästen
  • La Première Lounge Zugang inklusive 2 Gästen, nur bei einer La Première Buchung
  • Vier Upgrade-Voucher pro Mitgliedsjahr für von Air France oder KLM durchgeführte Flüge – mit zwei Vouchern geht es von der Business Class in die La Première
  • Kostenloses WLAN an Bord (wo verfügbar)
  • Eine Flying Blue Platinum Karte für einen Reisebegleiter
  • Hertz Platinum Status
  • Autotransfer zum Flugzeug an Außenpositionen in Paris-Charles de Gaulle

Überdies scheint es im Flying Blue Programm noch inoffizielle Programme zu geben, die weder Air France noch KLM offiziell bestätigen. Am bekanntesten ist der Air France Club 2000, daneben ist von den KLM Skippers of the Flying Dutchman die Rede. Laut The Points Guy war der Club 2000 früher einmal für Öl-CEOs und wichtige Politiker gedacht, später sollen auch besonders wertvolle Kunden aufgenommen worden sein. Er soll noch rund 10.000 bis 15.000 Altmitglieder haben, neu vergeben wird er Branchenblogs zufolge aber wohl nicht mehr. Wie man den Status erhalten könnte, ist nicht bekannt.

Air France La Premiere Begleitung
In der La Première werden Gäste in Paris persönlich begleitet

Lediglich in Foren und Branchenblogs taucht noch ein weiterer Status auf: Hippocampe. Dabei soll es sich um einen Invitation Only Status handeln, den es seit 2019 gibt und der höchstens rund 200 Mitglieder hat – vor allem CEOs großer Konzerne und Entscheider über Firmenreisebudgets. Mitglieder sollen den Ultimate Status inklusive erhalten und sogar am Boden die Services der La Première genießen. Bestätigt ist davon allerdings nichts.

Was sind die exklusivsten Vielfliegerstatus weiterer Airlines?

Bei Emirates kann man überrascht sein, dass es einen der exklusivsten Vielfliegerstatus der Welt über den Skywards Statusleveln gibt, denn auch hier wird keine solche Statuskarte kommuniziert.

Emirates iO

Allerdings soll es den Emirates iO (Invitation Only) tatsächlich geben, wie sich in verschiedenen Foren zeigt. Auch hier gibt es wieder keine offiziellen Qualifikationskriterien, denn der Status inklusive der Vorteile und Kriterien wird von Emirates seit 2010 so geheim gehalten wie möglich. Angeblich kommen vor allem Firmenchefs und Reiseverantwortliche infrage, deren Unternehmen jährlich mehr als eine Million US-Dollar bei Emirates ausgibt, oder Vielflieger mit rund 50 Business oder First Class Flügen zum Vollpreis pro Jahr. Bestätigt hat Emirates das nie. Andere berichten, dass man die Aufmerksamkeit des Emirates-Präsidenten Sir Tim Clark auf sich ziehen “sollte”.

Emirates IO Status
Emirates iO taucht in keiner offiziellen Übersicht von Skywards auf

Die Vorteile, die man dafür bekommt, sind erneut ziemlich eindrucksvoll, auch wenn diese nur bedingt bestätigt werden können:

  • Persönlicher Chauffeurdienst, wo immer möglich
  • Fahrten mit dem Auto von Gate zu Gate bei Umstiegen
  • Zugang zur Qantas Chairman’s Lounge bei Flügen mit Qantas sowie zu den Qantas First Lounges
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Emirates Lounges (unabhängig von der Airline und Reiseklasse, sofern Platz ist)
  • Persönliche Begleitung von Check-in bis zur Lounge
  • Boarding zur präferierten Zeit
  • Berichten zufolge auch Upgrades über mehrere Reiseklassen
  • Dedizierte Emirates iO 24/7 Hotline
  • Sitzplatzgarantie in der Emirates Business Class auf jedem Flug
  • Einladung von Emirates-Präsident Sir Tim Clark und persönlich überbrachtes Willkommenspaket
Emirates First Class
Als Emirates iO kann man auch Upgrades von der Economy in die First Class erhalten

Besonders Emirates ist es offensichtlich gelungen, das iO Programm relativ gut abzuschirmen und geheim zu halten, was sich auch an der Auswahl der Vorteile zeigt. Bei den Zugangsrichtlinien ist es wahrscheinlich, dass auch hier nur wenige Kunden den Status innehaben, und diese vermutlich eher aus den Emiraten selbst stammen.

Fazit zu den weltweit exklusivsten Vielfliegerstatus

Die Welt der Statusprogramme ist ohne Frage interessant, vor allem am ganz oberen Ende. Es ist absolut nachvollziehbar, dass Airlines ihre besten Kunden stark belohnen. Dass dies bis zu einem solchen Grad geschieht, ist auf den ersten Blick aber schon etwas erstaunlich. Welcher nun der weltweit exklusivste Vielfliegerstatus ist, lässt sich kaum sagen – auch, weil die Airlines bei den Invitation Only Status fast nichts offiziell bestätigen. Emirates iO und British Airways Premier stehen aber sicherlich im Finale um den Titel.

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Autor

Für Stefan ist die Suche nach spannenden Flugangeboten, attraktiver Meileneinlösungen und die Erstellung qualitativ hochwertiger Guides weit mehr als nur eine Aufgabe. Es ist sein Anliegen, Euch nicht nur erstklassigen Lesestoff zu bieten, sondern auch die Themen Vielflieger und optimiertes Fliegen auf ansprechende Weise näherzubringen.

Fragen? In der reisetopia Club Lounge auf Facebook beantworten wir Eure Fragen.

  • Für welches Zielpublikum werden hier solche Artikel verfasst, die schon mit dem falschen Fragewort “Was” vs “Welche” in der Überschrift starten?🤨

    • Hallo Manfred, „Was sind die exklusivsten …“ ist eine gängige und korrekte Frageform, „Welche“ wäre hier ebenso möglich. Der Artikel richtet sich an Vielflieger und Reiseinteressierte, die sich einen Überblick über die exklusivsten Statusprogramme der Airlines verschaffen möchten.

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