Wir bei reisetopia lieben das Reisen – doch wir sind uns auch bewusst, dass touristische Aktivitäten wie das Fliegen, das Besichtigen von Sehenswürdigkeiten oder Hotelaufenthalte neben vielen positiven Effekten ebenso einen Einfluss auf die Umwelt, aber auch auf soziale und wirtschaftliche Aspekte in den Destinationen haben können.

Wir wollen diese Aspekte nicht einfach ignorieren, dafür sind die langfristigen Auswirkungen zu groß. Gleichzeitig wollen wir auch nicht in das klassische schwarz-weiß Denken übergehen und jegliche Form des Reisens verteufeln, da bei aller Kritik auch immer die Bedeutung des Tourismus für viele Länder beachtet werden muss. Gerade in den Zeiten der Corona-Pandemie hat man gesehen, wie wichtig der Wirtschaftszweig für viele Orte dieser Welt ist. Um ein besseres Gefühl für die Thematik zu bekommen und uns differenziert mit den Kritikpunkten am Reisen und insbesondere dem Fliegen, aber auch den guten Seiten auseinanderzusetzen, berichten wir hier regelmäßig über Nachhaltigkeits-Themen. Doch auch sonst versuchen wir als Unternehmen an anderen kleinen Hebeln etwas zu bewirken.

Aktuelle Artikel zum Thema nachhaltiges Reisen

Auch wenn wir uns primär mit den schönsten Reisezielen der Welt, Hotelneueröffnungen und der Welt der Meilen und Punkte beschäftigen, ist es essenziell, andere wichtige Themen nicht zu vernachlässigen. Das Thema Nachhaltigkeit ist im Zuge der Corona-Pandemie ein wenig in den Hintergrund gerückt, dabei hat sich die Aktualität daran wenig verändert. Um Euch immer einen aktuellen Überblick über die Nachhaltigkeits-Entwicklungen in der Reisebranche zu geben, findet Ihr bei uns immer die neusten Meldungen zu dem Thema – insbesondere wenn es um die Forschung an alternativen Flugkraftstoffen geht.

Was bedeutet Nachhaltigkeit für uns?

Das Thema ist nicht neu und der Begriff Nachhaltigkeit in aller Munde. Doch was bedeutet das eigentlich für uns? Das Problem mit der Nachhaltigkeit ist, dass es zu einer Art Trendwort geworden ist, das in vielen Menschen negative Gefühle hochkommen lässt, da man von allen Seiten häufig in Form von Schuldzuweisungen damit konfrontiert wird. Dennoch beschleicht einen manchmal das Gefühl, dass die Bedeutung des Themenkomplexes, der sich dahinter befindet, nicht immer ganz eindeutig ist – aber wie könnte er auch? Schließlich gibt es ja ganze Studiengänge und Forschungsgebiete dazu. Wir wollen uns dementsprechend natürlich nicht anmaßen ein allumfassendes Verständnis der Thematik mitzubringen, doch gerade in Bezug auf Nachhaltigkeit im Tourismus sind wir in den vergangenen Jahren immer mehr in die komplexen Zusammenhänge eingestiegen und wollen unser Wissen darüber mit Euch teilen. Auch haben wir spannende Projekte in die Wege geleitet, an denen wir Euch teilhaben lassen wollen.

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Doch bevor wir tiefer in die Thematik einsteigen, wollen wir zunächst die Begrifflichkeit des nachhaltigen Tourismus klären, um zu vermeiden, dass auch wir diesen Begriff inflationär und aus dem Kontext gerissen verwenden. Für die Welttourismusorganisation UNWTO ist nachhaltiger Tourismus folgendes:

“Tourism that takes full account of its current and future economic, social and environmental impacts, addressing the needs of visitors, the industry, the environment and host communities”

World Tourism Organization

Dem Tourismus wird also die Aufgabe gestellt, seine gegenwärtigen und zukünftigen wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Auswirkungen in vollem Umfang zu berücksichtigen und dabei den Bedürfnissen der Besucher, der Industrie, der Umwelt und der Gastgebergemeinschaften Rechnung zu tragen. Das klingt nach einer ganz schön schweren Herausforderung – eher schon nach einer Utopie. Problematisch ist, dass wenn dieses allumfassende Endziel das einzige ist, was als nachhaltiger Tourismus gilt, jegliche Auseinandersetzung mit dem Thema im Keim erstickt wird. Denn wenn wir ehrlich sind, gibt es wohl kein einziges Unternehmen auf der Welt, das diesem gerecht wird.

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Viel mehr möchten wir die Thematik daher als einen Prozess sehen, in dem wir das Reisen nutzen, um dem “Idealbild” der Nachhaltigkeit einen Schritt näherzukommen. Der Fokus sollte daher eher auf dem Grad der Nachhaltigkeitsabsichten eines Unternehmens und den Fortschritten, die dabei gemacht werden liegen, als nur darauf, ob man in allen Bereichen fehlerfrei ist.

Unsere “Nachhaltigkeits-Reise” – von damals bis heute

Die Bestrebung, unser Geschäftsmodell nachhaltiger zu gestalten, haben wir schon lange. Das Thema, das einem bei uns als Erstes in den Kopf kommt, sind die Flugreisen und die Umweltbelastung, die damit einhergeht. Wir haben deswegen schon früh damit begonnen, unser eigenes Verhalten zu hinterfragen und nach Lösungen zu suchen.

Kompensation von Flugreisen

Zunächst sind wir dabei auf das Thema “Kompensation” gestoßen. Ein erster Schritt, den wir dahingehend gegangen sind, war, dass wir die von uns vermittelten Flüge kompensiert haben. Dabei haben wir jeden Euro Umsatz aus Flugbuchen an Klimaschutzprojekte gespendet. Im Jahr 2019 haben wir somit über 8.000 Euro an Atmosfair für Klimaschutzprojekte gespendet.

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Außerdem haben wir, immer wenn wir auf reisetopia einen Flug-Deal präsentieren, die Möglichkeit geschaffen, den CO2-Ausstoß im Blick zu haben. Dafür findet Ihr bei unserem Partner Jetbeds die Möglichkeit vor, den gesamten CO2-Abdruck Eurer Reise direkt auszugleichen. Die Spende geht dabei an Atmosfair, wobei wir uns bewusst für einen Partner entschieden hat, der den CO2-Ausstoß nicht kleinrechnet. Bei einem Business oder First Class Flug werden Euch deshalb meist Werte zwischen 100 und 300 Euro angezeigt, je nach Route.

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Alternativ könnt Ihr auch Eure eigene Spende leisten, die sogar höher ausfallen kann als der angezeigte Betrag.

Keine Mileage oder Status Runs bei reisetopia

Darüber hinaus haben wir nach den anfänglichen Jahren des Vielfliegens damit begonnen, unser eigenes Flugverhalten zu verändern. Das gilt auch für unsere Tipps, die wir bei reisetopia mit Euch teilen. Wir haben früher selbst Mileage oder Status Runs gemacht, bei denen wir mit dem primären Ziel Meilen zu sammeln durch die Gegend geflogen sind – schlichtweg, weil wir zu wenig Bewusstsein für die Schäden hatten. Damit dies in Zukunft nicht mehr passiert, haben wir uns bei reisetopia zum Ziel gesetzt, Mileage oder Status Runs keine Basis mehr zu bieten. Wir selbst werden nicht mehr für das reine Ziel der Meilengenerierung durch die Gegend fliegen und wollen auch nicht andere dazu animieren genau das zu tun.

Veränderung des eigenen Reiseverhaltens

Wir haben neben dem Verzicht auf Status Runs auch weitere Anpassungen an unserem persönlichen Reiseverhalten vorgenommen. Bei uns gibt es nahezu keine innerdeutschen Flüge mehr, stattdessen setzen wir intensiv auf die Bahn. Auch reine Review-Trips vermeiden wir ebenfalls und für unsere reisetopia Meetings und Lesertreffen steigen wir nur noch so selten ins Flugzeug wie irgendwie möglich. Wir planen dadurch, die Zahl der Flüge innerhalb des reisetopia Teams mindestens zu halbieren, während wir gleichzeitig weiterhin versuchen, Euch hochwertige Reviews zu liefern. Darüber hinaus verzichten fast alle Mitarbeiter und Gründer in unserem Büro in Berlin auf ein Auto – wir als Arbeitgeber übernehmen sogar komplett alle Kosten für den öffentlichen Nahverkehr oder ein Leihfahrrad.

Um auch unseren Content dahingehend anzupassen, berichten wir immer mehr über Geschehnisse aus der Bahn-Branche, stellen die besten Zug-Deals vor und schreiben Texte über die spannendsten Bahn-Routen, die weit über eine langweilige Fahrt von A nach B hinausgehen.

Unsere Mitgliedschaft bei aireg

Nach diesen Anfängen gingen wir einen Schritt weiter, denn wir wollen langfristiger und größer denken. Selbstverständlich ist das Reflektieren des eigenen Handels wichtig, genau wie die Unterstützung von Klimaschutzprojekten – damit wollen wir auch nicht aufhören. Doch manchmal kommt es einem so vor, als wären dies nur “Tropfen auf dem heißen Stein”. Um wirklich in eine (ökologisch) nachhaltigere Zukunft gehen zu können, bedarf es darüber hinaus umfassende und gemeinschaftliche Anstrengungen. Daher betraf unser letztes großes Projekt auch wieder den Themenbereich der Flugreisen und insbesondere den damit verbunden CO2-Ausstoß sowie den Verbrauch fossiler Rohstoffe. Denn wird sich auf dieser Ebene nicht langfristig etwas ändern, stehen wir vermutlich schon bald vor sehr großen umwelttechnischen Herausforderungen oder einschneidenden Veränderungen, die sich keiner von uns wünscht. Denn selbst, wer über die Umweltfolgen hinwegsieht, kann nicht die Tatsache ignorieren, dass die fossilen Energieträger, aus denen die Kraftstoffe für Flugzeuge gemacht werden, irgendwann knapp und somit erheblich teurer werden. Es müssen also Alternativen her!

Zum Glück sind wir mit diesen Überlegungen nicht allein, sondern sehen viele Firmen und Initiativen, die sich für die Forschung in diesem Bereich stark machen. Eine der größten dieser Initativen ist aireg. Aireg steht für Aviation Initiative for Renewable Energy in Germany e.V., also die Kraftstoffinitiative für Kerosin aus erneuerbaren Energien. Hier arbeiten verschiedene Akteure aus den Bereichen Luftverkehr, Flughäfen, Forschungseinrichtungen, Unternehmen der Luftfahrtindustrie sowie der Rohstoffbereitstellung und -verarbeitung zusammen und tauschen in verschiedenen Arbeitskreisen ihr Wissen aus Industrie, Wissenschaft und Wirtschaft aus. Damit soll bis 2025 das gemeinsame Ziel, dass 10 Prozent des deutschlandweit getankten Kerosins aus alternative Flugkraftstoffen stammen, erreicht werden. Mitglieder bei aireg sind unter anderem Airbus, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt, das Fraunhofer-Institut, für Bauphysik, die IATA, Ministerien verschiedener Bundesländer und viele mehr.

Mehr als ein Jahr waren auch wir von reisetopia Mitglied bei aireg, hatten die Möglichkeit unsere Sicht auf die Dinge einbringen zu können und viel von den anderen Branchenexperten zu lernen, was wir in vielen Artikeln und Interviews an euch weitergeben konnten.

Soziales Engagement – wir wollen was tun

Nachhaltigkeit geht jedoch weit über reine Umwelt-Themen hinaus. Die soziale Komponente wird oft nicht mit einbezogen. Wir haben uns vorgenommen, das zu ändern und unserer Verantwortung als Unternehmen Ausdruck zu verleihen.

Soziales Engagement

Aus diesem Grund haben wir uns dazu entschlossen, mit der Caritas eine gemeinnützige Einrichtung zu unterstützen. An festen Terminen im Jahr schenken wir seit Kurzem Senioren unsere Zeit und verbringen ein paar schöne Stunden mit ihnen. Unser erster Ausflug ging dabei beispielsweise zu einem kleinen Imbiss, bei dem wir mit den Bewohnern gemeinsam Pommes essen und Limo trinken konnten – ein tolles Erlebnis. In der Weihnachtszeit werden wir zusammen einen kleinen Weihnachtsbasar veranstalten. Die Zusammenarbeit mit den Menschen zeigt uns, wie wertvoll ein paar Stunden investierte Zeit für das Leben eines anderen sein kann.

Was wir sonst noch so machen – und wie wir versuchen, unseren Office-Alltag nachhaltiger zu gestalten, haben wir euch in unserem Beitrag zum Thema “Was macht das reisetopia Team für mehr Nachhaltigkeit?” zusammengefasst.

Zukunftsvisionen – wo kann die Reise hingehen?

Kompensation, Partnerschaften, Aufklärungsarbeit – Ist das schon alles? Absolut nicht, denn Nachhaltigkeit ist bei reisetopia keine Marketing-Maßnahme, sondern eine Herzensangelegenheit. Wir wollen in der Welt der Reiseportale vorangehen und dafür sorgen, dass statt Ignoranz zukünftig aktiv über die Folgen des Reisens auf Umwelt, Menschen und Wirtschaft nachgedacht wird.

Langfristig wollen wir das Thema Nachhaltigkeit noch aus vielen weiteren Blickwinkeln betrachten, denn auch in der Hotellerie oder im allgemeinen Reiseverhalten gibt es einige Dinge, die zwar auf den ersten Blick nichts mit Nachhaltigkeit zu tun haben, aber allesamt eine Relevanz für den Prozess mit sich bringen.

Wollen wir damit ab sofort das Reisen schlecht machen? Absolut nicht, denn dafür lieben wir das Reisen zu sehr und eine positive Veränderung kommt selten durch Vorwürfe und Verbote zustande. Doch wir denken, dass wir einen Stein ins Rollen bringen können und Druck ausüben können, um Reisekonzerne, Fluggesellschaften und Hotelketten zum Umdenken bewegen zu können.

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Dafür brauchen wir allerdings auch Eure Unterstützung, denn alleine können wir es nicht schaffen. Wir wollen gemeinsam mit unserer Community Initiativen entwickeln, um die Reisewelt in puncto nachhaltige Entwicklung besser zu machen. Welchen Ideen habt Ihr? Welche Initiativen sollten wir noch mit Euch zusammen angreifen? Wie kann jeder seinen Beitrag leisten, um Reisen zukünftig nachhaltiger zu gestalten? Wir freuen uns auf Eure Hilfe und Eure Ideen, um Reisen in Zukunft nachhaltiger zu gestalten – sodass es eines Tages vielleicht möglich sein kann, die wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Auswirkungen in vollem Umfang zu berücksichtigen und den Bedürfnissen der Besucher, der Industrie, der Umwelt und der Gastgebergemeinschaften Rechnung zu tragen!

  • Toller Anfang, weiter so!
    Berichterstattung von alternativen Treibstoffen ist jedoch vermutlich nicht der effektivste Hebel den ihr angehen könnt. Die Business-Class ist für euch ja ein muss. Aber was wäre wenigstens mit einer Nachhaltigkeits-Sektion bei all euchren Hotels?

    • Hey Lutz,
      danke für das Feedback und den Vorschlag mit der Hotel-Nachhaltigkeits-Sektion. Das ist auf jeden Fall tolle Idee, die bereits in Grundzügen mit auf meiner Agenda steht. An der genauen Ausarbeitung muss noch etwas gefeilt werden.

      Wir werden dennoch an der Berichterstattung über alternative Kraftstoffe festhalten – denn das Thema verdient meiner Meinung nach größere mediale Präsenz und ist etwas, das wir uns für die Zukunft der Luftfahrt wünschen – egal ob für die Business oder Economy Class oder selbst für Frachtflüge.

      Aber das eine schließt das andere ja keineswegs aus. Wie im Text geschrieben, ist der Weg zum nachhaltigeren Fliegen auch nicht unsere allumfassende Definition des Themas “nachhaltigeres Reisen”, sondern lediglich ein Teil davon. Und wir wollen in Zukunft noch viele weitere Aspekte beleuchten. Daher werden Berichte über Nachhaltigkeitsthemen in Bezug auf Hotels und Destinationen tolle Ergänzungen darstellen können.🙂

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