Die meisten meiner Flüge in der Business Class bezahle ich mit Meilen. Die naheliegende Vermutung dahinter: Für Business Class mit Meilen muss man ständig fliegen. Vor ein paar Wochen habe ich meine Miles & More Meilen der letzten zwölf Monate einmal genau ausgewertet. Das Ergebnis hat mich selbst überrascht.
Ganz ohne Flug kamen in dieser Zeit über 100.000 Meilen zusammen: knapp 39.000 über meine Kreditkarten, 70.000 über ein Abo der WELT und noch einmal ein paar Tausend über Partner wie Sixt und Marriott. Über alle meine Flüge zusammen waren es 37.549, und da ist sogar ein Flug in der Business Class nach Hongkong dabei. Die meisten Meilen kamen also nicht aus dem Flugzeug, sondern aus dem Alltag: beim Bezahlen, online wie offline, über PAYBACK und über Aktionen.
Für mich ist das die wichtigste Erkenntnis aus all den Jahren Meilensammeln: Business Class mit Meilen ist kein Privileg von Vielfliegern. Sie ist das Ergebnis von ein paar Gewohnheiten, die jeder übernehmen kann.
Mit 18 zum ersten Mal vorne sitzen
Angefangen hat alles ganz unspektakulär. Mit 16, 17 bin ich für einen Nebenjob in einer Gaming-Redaktion zum ersten Mal allein um die Welt geflogen, nach Shanghai und Los Angeles, natürlich in der Economy. Was eine Lounge ist, wusste ich damals nicht einmal.
Im Vielfliegertreff habe ich dann gelernt, wie man Meilen sammelt und wofür man sie am besten einlöst. Mit gerade einmal 18 Jahren saß ich zum ersten Mal mit Meilen in der Business Class, von Frankfurt nach Madrid. Ein kurzer Flug, aber für mich war damit klar: Das geht auch ohne großes Budget.
2016 haben wir aus diesem Hobby mit Freunden einen Blog gemacht, ohne konkreten Plan. Daraus ist reisetopia geworden. Die Grundidee ist bis heute dieselbe: Business Class soll nicht nur für Leute mit Firmen-Reisebudget möglich sein. Wie es danach weiterging, habe ich zum zehnjährigen Jubiläum von reisetopia aufgeschrieben.
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5 Travel Hacks, auf die du nicht verzichten solltest
Die Hacks, die reisetopia-CEO Moritz Lindner selbst nutzt. Kostenlos als PDF und in fünf Minuten gelesen.
Meine Meilen sammle ich nebenbei im Alltag
Mein wichtigster Hebel ist erstaunlich langweilig: die Karte, mit der ich im Alltag bezahle. Ich nutze dafür nicht eine Kreditkarte, sondern eine Kombination. Die eine bringt mir Lounge-Zugang, Versicherungen und Hotelstatus. Mit der anderen sammle ich bei jeder Zahlung direkt Meilen, im Laden genauso wie online, und auch dort, wo die erste nicht akzeptiert wird.

Dazu kommt PAYBACK. Die meisten Punkte holen mir dort die eCoupons: 10- oder 15-fach auf den ganzen Einkauf bei EDEKA, 33-fach auf einzelne Produktgruppen bei dm, 8-fach beim Tanken bei Aral. Dazu kommen Online-Einkäufe und Buchungen unterwegs, vom Carsharing bis zu Touren über GetYourGuide. Ein einziger Einkauf mit 15-fach-Coupon brachte mir so 672 Punkte.
Gerade liegen gut 10.000 Punkte auf meinem Konto. In Meilen umgewandelt habe ich sie bewusst noch nicht: Im Prämienshop landen sie bei mir ohnehin nie, und für den Transfer zu Miles & More warte ich auf die nächste Bonusaktion. Dann gibt es für dieselben Punkte spürbar mehr Meilen.
Klingt simpel, und genau das ist der Punkt. Wer ohnehin jeden Monat Geld ausgibt, im Laden wie online, sammelt mit der richtigen Kombination nebenbei genug Meilen für eine Langstrecke in der Business Class. Dazu kommen Aktionen mit hohen Meilenprämien, wie mein Abo der WELT. Welche Karten ich genau kombiniere und worauf Ihr dabei achten solltet, steht in meinen 5 Travel Hacks.
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5 Travel Hacks, auf die du nicht verzichten solltest
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Guide ansehenWie viel man mit den Meilen am Ende herausholt, entscheidet sich allerdings erst bei der Einlösung. Das habe ich in diesem Jahr in Südafrika wieder einmal gemerkt.
Warum ich nach Kapstadt hin und ab Johannesburg zurück geflogen bin
Bei unserer Südafrika-Reise im Frühjahr habe ich die Route bewusst um die Prämienflüge herum geplant: hin nach Kapstadt, zurück ab Johannesburg. Ab Kapstadt hätte der Rückflug in der Business Class fast doppelt so viele Meilen gekostet.

Die Rundreise endete zwar in Durban, für den Rückflug sind wir aber noch nach Johannesburg weitergereist. Von dort ging es mit Lufthansa in der Business Class über Frankfurt nach Berlin, für 40.000 Meilen pro Person plus rund 250 Euro Zuschläge. Seit Miles & More die Meilenpreise dynamisch berechnet, frage ich bei jeder Prämiensuche deshalb mehrere Abflughäfen ab und rechne den Zubringer gleich mit ein.
Auch der Hinflug war kein Zufall. Für die Air France Business Class nach Kapstadt habe ich zuerst bei Flying Blue einen freien Prämienplatz gesucht und erst danach meine Amex-Punkte dorthin übertragen. Andersherum mache ich das nie: Ein Transfer lässt sich nicht rückgängig machen, und wer Punkte auf Vorrat überträgt, sitzt im schlimmsten Fall auf Meilen ohne passenden Flug.
Diese Reihenfolge hat mir schon viele schöne Flüge ermöglicht. Nach Malaysia bin ich zum Beispiel mit Qatar Airways in der Business Class hin und zurück geflogen, für 90.000 Avios aus 112.500 Amex-Punkten und rund 400 Euro Zuschläge.
Wie die ganze Reise lief, steht in meinem Bericht über die Planung der Südafrika-Reise.
New York, weil es gerade günstig war
Meine schönsten Meilenreisen habe ich übrigens gar nicht lange geplant. Bei Meilenflügen schaue ich zuerst, wo es gerade günstige Verfügbarkeiten gibt, und entscheide dann über das Ziel.
So kam meine erste Überraschungsreise mit meiner Nichte zustande. Ein Promo Award von Flying Blue brachte uns für knapp 40.000 Meilen pro Strecke in der Business Class von Berlin nach New York. Ein paar Jahre später war mein Neffe dran. Hin ging es mit Air France in der Business Class über Paris nach Newark, zurück mit SAS, jeweils für 50.000 Meilen pro Person. Bezahlt habe ich alles mit Amex-Punkten.
Hätte ich auf einem bestimmten Datum und einem bestimmten Ziel bestanden, wären beide Reisen deutlich teurer geworden. Wer erst das Angebot sucht und dann das Reiseziel festlegt, bekommt für seine Meilen einfach mehr. Solche Angebote stellen wir übrigens jeden Morgen im Newsletter vor. Beide Reisen habe ich ausführlich beschrieben: die mit meiner Nichte und die mit meinem Neffen.
Fünf Gewohnheiten statt Vielflieger-Status
Wenn ich auf die letzten Jahre zurückschaue, war es nie ein einzelner Trick. Es sind fünf Gewohnheiten, die ineinandergreifen: im Alltag richtig bezahlen, Punkte nicht verschwenden, beim Abflughafen flexibel sein, erst die Prämie finden und dann übertragen und offen für das nächste gute Angebot bleiben.
Genau diese fünf Hacks habe ich in einem kurzen Guide aufgeschrieben: „5 Travel Hacks, auf die ich nie mehr verzichte“. Zu jedem erzähle ich, wie ich ihn selbst nutze, und gebe Euch einen ersten Schritt mit. Ganz hinten findet Ihr alle fünf als Liste zum Abhaken. Der Guide ist kostenlos und in fünf Minuten gelesen.
Wenn Ihr nur eine Sache ändert, dann die Karte, mit der Ihr im Alltag bezahlt. Bei mir kamen im letzten Jahr darüber mehr Meilen zusammen als über alle Flüge. Alles andere baut darauf auf.




