Ein Jahr ohne Kartenpreis: Miles & More gibt bis zum 30. September seinen stärksten Vorteil gratis her – den Meilenschutz, und das Meilensammeln gleich mit dazu.
Das stärkste Argument der Miles & More Blue Credit Card heißt nicht Willkommensbonus, sondern Meilenschutz. Wer sie besitzt, dessen Prämienmeilen verfallen nicht mehr – 66 Euro im Jahr kostet dieser Schutz sonst. Geht der Antrag bis zum 30. September ein, entfällt der Kartenpreis für zwölf Monate. Also ausgerechnet an dem Tag, an dem wieder ein Schwung Meilen verfällt.
Zwölf Monate ohne Kartenpreis sind der eigentliche Bonus
Die Bedingung ist schlicht: Geht der Kartenantrag für eine Miles & More Blue Credit Card zwischen dem 1. und dem 30. September 2026 ein, entfällt der monatliche Kartenpreis für die ersten zwölf Abrechnungsmonate. Ab dem 13. Abrechnungsmonat werden wieder 5,50 Euro fällig. Die Aktion gilt sowohl für die private als auch für die geschäftliche Blue Credit Card, ausgenommen ist ausschließlich die Variante für Unternehmen.
Das sind 66 Euro, die man schlicht nicht ausgibt. Noch deutlicher wird der Wert für alle, die den Kartenpreis bislang mit Meilen bezahlt haben: 1.650 Meilen verlangt Miles & More dafür pro Monat, macht 19.800 Meilen im Jahr. Das entspricht einem miserablen Gegenwert von 0,33 Cent je Meile – und genau diesen Kurs muss man ein Jahr lang nicht mehr akzeptieren.

Daneben läuft der Willkommensbonus unverändert weiter: 500 Meilen und 40 Points für die private Karte, 1.000 Meilen und 40 Points für die Business-Variante, jeweils bei Beantragung bis zum 31. Dezember 2026. Voraussetzung ist, dass in den vergangenen zwölf Monaten keine Miles & More Kreditkarte der Deutschen Bank auf den Antragsteller ausgestellt war, dazu kommt eine Mindestvertragsdauer von zwölf Monaten.
Bemerkenswert ist die Reihenfolge, in der Miles & More das bewirbt: Der Willkommensbonus steht oben, der Wegfall des Kartenpreises darunter. Tatsächlich ist es genau umgekehrt. 500 Meilen sind eine Randnotiz, zwölf Monate geschenkter Meilenschutz sind der Grund, warum diese Aktion überhaupt eine Meldung wert ist.
Der Meilenschutz greift sofort – und deshalb zählt der 30. September doppelt
Prämienmeilen verfallen bei Miles & More nach 36 Monaten, allerdings nicht auf den Tag genau, sondern zum Ende des Quartals, in dem die Frist abläuft. Der nächste dieser Stichtage ist der 30. September – derselbe Tag, an dem auch die Kartenaktion ausläuft. Dieser Zufall macht aus einem netten Gebührenerlass eine Frist mit echter Konsequenz.
Der Schutz selbst ist erfreulich unkompliziert geregelt. Für Inhaber einer privaten oder geschäftlichen Blue Credit Card oder Gold Credit Card sind alle Meilen direkt nach Ausstellung der Karte unbegrenzt gültig, und zwar ausdrücklich unabhängig vom Kartenumsatz. Es gibt keinen Mindestumsatz, keine Aktivierung und keine Wartezeit – die Karte muss lediglich existieren.
Genau deshalb funktioniert die Karte als Rettungsanker – und genau deshalb ist die Frist enger, als sie aussieht. Maßgeblich ist die Ausstellung, nicht der Antrag. In der Regel steht die virtuelle Karte binnen Minuten im Kreditkarten-Banking bereit, doch wer bis zum 29. September wartet und dann in eine manuelle Prüfung rutscht, riskiert exakt die Meilen, die er retten wollte.
Miles & More Kreditkarte Blue
- Unbegrenzte Gültigkeit von Miles & More Meilen
- 1 Miles & More Meile je 2 Euro Umsatz sammeln
- Zusätzliche Vorteile bei ausgewählten Partnern
- 25 Prozent Rabatt auf Avis Mietwagenbuchungen
Wer im September ohnehin einen Verfall vor sich hat, bekommt hier folglich zwei Dinge auf einmal: die akute Rettung des bedrohten Meilenbestands und ein volles Jahr Schutz obendrauf, ohne einen Cent Kartenpreis. In dieser Kombination hat Miles & More den Meilenschutz noch nie angeboten.
Die Karenzzeit nach der Kündigung ist der unterschätzte Teil
Was passiert, wenn man die Karte nach dem Freijahr wieder loswird, regelt Miles & More großzügiger, als die meisten annehmen. Nach der Kündigung gilt eine Karenzzeit von mindestens drei Monaten nach Ablauf des Quartals, in dem die Kündigung wirksam wurde. Das ist ein feiner, aber entscheidender Unterschied: Es sind nicht drei Monate ab Kündigung, sondern drei Monate ab dem darauffolgenden Quartalsende.
Rechnet man das durch, ergibt sich ein bemerkenswertes Bild. Wird die Karte im September 2026 ausgestellt, laufen die zwölf kostenlosen Abrechnungsmonate bis in den Herbst 2027. Eine Kündigung, die dann im vierten Quartal 2027 wirksam wird, hält die Meilen noch bis mindestens zum 31. März 2028 am Leben. Unterm Strich sind das rund achtzehn Monate Meilenschutz für null Euro Kartenpreis.

Alternativen gibt es kaum: Den Verfall stoppen ausschließlich die Miles & More Kreditkarten – Blue und Gold, die MyFlex ausdrücklich nicht – sowie ein Vielfliegerstatus bei Miles & More. Der schützt sogar großzügiger, weil die Meilen nach seinem Ablauf noch einmal drei volle Jahre gültig bleiben. Nur bekommt man ihn nicht durch Beantragen, sondern durch Fliegen. Bleibt die Karte – und die kostet in diesem Aktionsfenster gar nichts.
Zwei Einschränkungen gehören zur Ehrlichkeit dazu. Wer innerhalb der ersten zwölf Monate kündigt, bekommt Meilen und Points des Willkommensbonus wieder abgezogen. Und die Karenzzeit betrifft nur jene Meilen, die ohne den Schutz längst verfallen wären; jüngere Bestände laufen ohnehin nach ihrer regulären 36-Monats-Frist weiter.
500 Meilen und 40 Points sind hübsch, aber kein Argument
Der Willkommensbonus der privaten Karte ist bei realistischer Verwendung rund zehn Euro wert – die reisetopia Finanzexperten rechnen bei geschickter Einlösung mit knapp zwei Cent pro Miles & More Meile. Das ist ein nettes Extra, entscheidet aber über keine einzige Kartenwahl.
Auch die 40 Points relativieren sich schnell. Für den Frequent Traveller Status sind seit der Programmumstellung 650 Points und 325 Qualifying Points nötig. Die 40 Points aus dem Willkommenspaket decken davon rund sechs Prozent ab, und Qualifying Points sind nicht dabei. Als Statusbaustein taugt der Bonus damit nicht.

Deutlich besser fährt, wer selbstständig ist. Die Blue Credit Card Business bringt 1.000 statt 500 Meilen und schreibt eine Meile je Euro Umsatz gut statt je zwei Euro. Bei identischem Kartenpreis, identischem Meilenschutz und identischer Aktion ist sie damit schlicht die stärkere Karte – ein Blick in den Vergleich der Miles & More Kreditkarten lohnt vorher trotzdem.
Wer die Karte wegen des Bonus beantragt, hat die Aktion missverstanden. Sie ist kein Meilendeal, sondern ein Versicherungsangebot mit einem Jahr Beitragsfreiheit. Wer sie so liest, trifft die richtige Entscheidung – und wer auf die Meilenzahl schaut, wird enttäuscht sein.
Für Rückkehrer ist die Aktion attraktiver als der Bonus
Der Willkommensbonus ist an eine Neukundenklausel geknüpft: Wer in den vergangenen zwölf Monaten eine Miles & More Kreditkarte der Deutschen Bank besaß, bekommt weder die Meilen noch die Points. Für den Wegfall des Kartenpreises gilt diese Hürde dem Wortlaut nach nicht – dort zählt allein, dass der Antrag im September eingeht.
Das macht die Aktion ausgerechnet für die Gruppe interessant, die beim Bonus leer ausgeht: Wer seine Karte vor Kurzem gekündigt hat oder wessen Vertrag noch aus der DKB-Zeit stammt und im April ausgelaufen ist, holt sich zwölf Monate Meilenschutz zurück, ohne dafür zu zahlen. Ein Blick auf das Kündigungsdatum lohnt sich also, bevor man die Aktion abhakt.
Für Inhaber der Gold Credit Card ändert sich dagegen nichts. Ihre Meilen sind längst geschützt, dafür zahlen sie 11,50 Euro im Monat und bekommen Versicherungspaket und Statusvorteile mit. Ein Wechsel nach unten nur wegen zwölf beitragsfreier Monate rechnet sich selten – wer den Schutz allein braucht und ihn bisher über Gold bezahlt hat, sollte aber zumindest einmal nachrechnen.
Zum Meilensammeln taugt sie, als Reisekarte weniger
Die Blue Credit Card sammelt auf jeden Kartenumsatz Meilen, eine Meile je zwei Euro, im Worldshop und bei Avis deutlich mehr. Das ist kein Spitzenwert, aber es läuft nebenbei: Wer ohnehin mit Karte zahlt, füllt sein Meilenkonto, während der Schutz im Hintergrund arbeitet. Genau diese Kombination aus Sammeln und Schutz bietet in dieser Preisklasse sonst keine Karte.
Dazu kommen Extras, die im Alltag mehr wert sind, als sie klingen: sechs Monate kostenloses Wolt+, ein einmaliger Rabatt von 10 Prozent im Worldshop, 25 Prozent auf den Avis-Standardtarif und – befristet bis zum 30. November 2026 – ein Aktionszins von 2,1 Prozent auf das Guthaben des Kartenkontos.

Wofür die Karte nicht gebaut ist, sollte man ebenso kennen. Zahlungen in Fremdwährungen kosten 1,95 Prozent, Bargeldabhebungen 2 Prozent und mindestens 5 Euro pro Vorgang, Versicherungen sind nicht enthalten. Für den Urlaub im Ausland ist sie damit die falsche Wahl – für Euro-Umsätze und den Meilenschutz die richtige.
Einen Preis zahlt man trotz Nullgebühr: Der Antrag löst eine SCHUFA-Abfrage aus, und der bewilligte Verfügungsrahmen landet anschließend in der Auskunft. Wer das im Blick behalten will, setzt den Wunschrahmen bewusst niedrig an – für den Meilenschutz spielt seine Höhe ohnehin keine Rolle.
Miles & More verschenkt gerade sein bestes Argument
Seit Jahren ist der Meilenschutz die Antwort auf die Frage, warum jemand 66 Euro im Jahr für eine Karte ohne Versicherungen und mit mäßiger Meilenquote zahlen sollte. Wenn dieses eine Argument zwölf Monate lang nichts kostet, lernt der Kunde vor allem eines: Zwingend waren die 66 Euro nie. Für eine Marke, die den Schutz als Premiumleistung verkauft, ist das ein riskanter Lehrsatz.
Die Deutsche Bank wettet dabei erkennbar auf Trägheit. Wer eine Karte zwölf Monate lang nutzt, kündigt sie im dreizehnten Monat in aller Regel nicht mehr – ein völlig legitimes Kalkül und der Grund, warum solche Aktionen überhaupt gerechnet werden. Für den disziplinierten Meilensammler bleibt es trotzdem ein Geschenk, weil er die Frist im Kalender stehen hat.
Deshalb ist die Empfehlung diesmal eindeutig: Wer am 30. September Meilen verlieren würde, sollte nicht lange rechnen, sondern beantragen. Es ist die günstigste Rettung, die Miles & More je angeboten hat – nämlich gar keine.



