Holland America Line ist die traditionsreichste Marke im amerikanischen Kreuzfahrtmarkt und fährt mit überschaubaren Schiffen, auf denen jedes Schiff auf „-dam” endet. Wir zeigen Euch die Flotte, das Routenprogramm und die Mariner Society mit ihren fünf Sterne-Stufen.
Wer kleine Häfen, lange Routen und ein ruhiges Bordgefühl sucht, findet hier eine der wenigen großen Reedereien, die bewusst nicht auf Megaschiffe setzt. Wir aktualisieren diesen Guide laufend – zuletzt im August 2026.
Inhaltsverzeichnis
- Was ist Holland America Line?
- Welche Schiffe gehören zur Flotte von Holland America Line?
- Welche Routen fährt Holland America Line?
- Wie lang sind die Reisen von Holland America Line?
- Was erwartet Euch an Bord?
- Welche Kabinen gibt es bei Holland America Line?
- Wie unterscheidet sich Holland America von Princess und Cunard?
- Was kostet eine Kreuzfahrt mit Holland America Line?
- Wie bezahlt man an Bord von Holland America Line?
- Wie funktioniert die Mariner Society?
- Für wen lohnt sich eine Kreuzfahrt mit Holland America Line?
- Weitere Kreuzfahrtanbieter im Überblick
- Unser Fazit zu Holland America Line
Was ist Holland America Line?
Holland America Line ist eine Reederei mit niederländischen Wurzeln, die heute zur Carnival Corporation gehört – demselben Konzern wie Costa Cruises und Seabourn. Die niederländische Herkunft prägt die Marke bis heute, sichtbar an den Schiffsnamen und an der Ausstattung an Bord.
Positioniert ist die Reederei im gehobenen Massenmarkt, mit einem deutlich klassischeren Bordstil als Royal Caribbean oder MSC. Das Publikum ist im Schnitt älter, das Programm ruhiger und stärker auf Kultur, Musik und Kulinarik ausgerichtet.
Alle Schiffe der Flotte enden auf „-dam” – eine Tradition, die auf die niederländische Gründungsgeschichte zurückgeht. Am Namen lässt sich also sofort erkennen, ob ein Schiff zu Holland America gehört.
Welche Schiffe gehören zur Flotte von Holland America Line?
Die Flotte umfasst elf Schiffe und ist damit deutlich kleiner als die der großen Wettbewerber. Wichtiger als die Zahl ist aber die Größe der einzelnen Einheiten: Holland America baut bewusst mittelgroße Schiffe.
- Koningsdam, Nieuw Statendam und Rotterdam: die jüngste Generation der Flotte
- Eurodam und Nieuw Amsterdam: etwas ältere, ähnlich ausgestattete Schiffe
- Noordam, Oosterdam, Westerdam und Zuiderdam: das etablierte Rückgrat der Flotte
- Volendam und Zaandam: die kleinsten Einheiten für besonders enge Fahrtgebiete
Der Verzicht auf Megaschiffe ist eine strategische Entscheidung. Er erlaubt Anläufe in Häfen, die für Schiffe mit mehreren tausend Passagieren nicht erreichbar sind – ein Vorteil, der sich besonders in Alaska und Nordeuropa auszahlt.

Wer das aktuelle Bordprodukt sehen möchte, wählt am besten die Rotterdam, das jüngste Schiff der Flotte und zugleich Namensträger einer langen Traditionslinie.
Welche Routen fährt Holland America Line?
Holland America ist einer der etabliertesten Anbieter in Alaska und fährt dort seit Jahrzehnten. Dazu kommen Nordeuropa und die Ostsee, das Mittelmeer, die Karibik, Kanada und Neuengland sowie ausgedehnte Fahrten in Asien und im Pazifik.
Eine Besonderheit sind die langen Reisen: Die Reederei bietet Grand Voyages und Weltkreuzfahrten sowie Routen jenseits der 25 Tage an – ein Segment, das die meisten Wettbewerber gar nicht mehr bedienen.

Für Gäste aus dem deutschsprachigen Raum sind vor allem die Europasaisons interessant, weil sie ohne Langstreckenflug erreichbar sind.
Wie lang sind die Reisen von Holland America Line?
Kaum eine andere Reederei staffelt ihr Programm so konsequent nach Reisedauer. Holland America gliedert die Routen selbst in sechs Längenklassen – von der Kurzreise bis zur Weltkreuzfahrt.
| Reisedauer | Einordnung |
|---|---|
| 1 bis 5 Tage | Kurzreisen zum Kennenlernen |
| 6 bis 8 Tage | klassische Wochenreisen |
| 9 Tage und länger | das Kernprogramm der Reederei |
| mehr als 17 Tage | ausgedehnte Routen |
| 25 bis 59 Tage | als „Legendäre Reisen” vermarktet |
| Weltkreuzfahrten | Grand Voyages über mehrere Monate |
Diese Staffelung ist mehr als ein Filter im Buchungssystem. Sie zeigt, wo der Schwerpunkt der Reederei liegt: Ab neun Tagen beginnt das eigentliche Kernprogramm, und die langen Reisen jenseits von 25 Tagen sind ein Segment, in dem Holland America zu den wenigen verbliebenen Anbietern zählt.
Für den Treuestatus sind die langen Reisen der schnellste Weg nach oben: Weil jeder Reisetag einen Kreuzfahrttag bringt, hebt eine einzige Grand Voyage den Status oft um mehrere Stufen.
Was erwartet Euch an Bord?
Das Bordprogramm setzt auf Musik, Kulinarik und Vorträge statt auf Attraktionen. Es gibt keine Wasserrutschen und keine Kletterwände – dafür ein durchgehend ruhigeres Bordgefühl.
Kulinarisch arbeitet die Reederei mit mehreren benannten Spezialitätenrestaurants: dem Pinnacle Grill, dem italienischen Canaletto, dem asiatisch ausgerichteten Tamarind und dem Restaurant Rudi’s Sel de Mer. Alle vier sind zugleich jene Restaurants, in denen Mitglieder der Mariner Society ab der dritten Stufe Rabatte erhalten.
Die vier Spezialitätenrestaurants sind der Ort, an dem sich der Treuestatus am unmittelbarsten auszahlt: Ab 3-Star-Mariner gibt es dort Ermäßigungen, die bei mehreren Besuchen pro Reise spürbar werden.
Welche Kabinen gibt es bei Holland America Line?
Die Kabinenstruktur ist klassisch aufgebaut und verzichtet auf Sonderformen. Nach oben hin wird sie allerdings feiner gestaffelt als bei vielen Wettbewerbern, weil die Suitenkategorien klar voneinander abgegrenzt sind.
- Innenkabinen: die günstigste Kategorie
- Außenkabinen: mit Fenster, teils als Familienvariante mit mehr Fläche
- Verandahkabinen: Balkonkabinen und das Rückgrat der Flotte
- Signature Suite: der Einstieg in die Suitenkategorien
- Neptune Suite: mit erweitertem Service und Zugang zu eigenen Bereichen
- Pinnacle Suite: die größte Kategorie an Bord
Die Suitenwahl hat bei Holland America unmittelbare Folgen für das Treueprogramm: Wer eine geräumige Suite oder eine Penthouse Suite zum ausgewiesenen Preis bucht, bekommt die Kreuzfahrttage doppelt angerechnet.

Für Paare, die ohnehin über eine Balkonkabine hinausdenken, lohnt der Sprung in die Suite damit doppelt – einmal beim Komfort und einmal beim Statusfortschritt.
Wie unterscheidet sich Holland America von Princess und Cunard?
Alle drei Marken bedienen ein eher klassisches Publikum, setzen die Schwerpunkte aber unterschiedlich. Der Vergleich hilft bei der Auswahl mehr als jeder Preisvergleich.
| Reederei | Charakter | Stärke |
|---|---|---|
| Holland America Line | klassisch, niederländisch geprägt, mittelgroße Schiffe | Alaska, Nordeuropa und lange Routen |
| Princess Cruises | klassisch mit moderner Bordtechnik | Alaska mit Landprogramm und Weltreisen |
| Cunard | britisch, formeller, mit Transatlantiktradition | Transatlantikpassagen und Ozeanliner-Erlebnis |
Holland America liegt damit zwischen den beiden: weniger technikgetrieben als Princess, weniger formell als Cunard – und mit der kleinsten Durchschnittsschiffsgröße der drei.
Was kostet eine Kreuzfahrt mit Holland America Line?
Preislich liegt Holland America im oberen Massenmarkt, vergleichbar mit Princess Cruises. Lange Routen und Alaskareisen sind dabei deutlich teurer als Karibikrouten gleicher Dauer.
Enthalten sind Unterkunft, Hauptrestaurants, Buffet und das Bordprogramm. Getränke, Spezialitätenrestaurants, Landausflüge und WLAN kosten extra. Trinkgelder werden automatisch auf das Bordkonto gebucht, sofern sie nicht im Tarif enthalten sind.
Bei Holland America lohnt der Blick auf die Bordausgaben doppelt: Sie erhöhen nicht nur die Rechnung, sondern zählen auch für den Treuestatus – je 300 US-Dollar gibt es einen Bonus-Kreuzfahrttag. Wer das einplant, bewertet ein Getränkepaket anders.
Wie bezahlt man an Bord von Holland America Line?
Abgerechnet wird bargeldlos über das Bordkonto, das beim Check-in mit einer Kreditkarte hinterlegt wird. Die Bordwährung ist der US-Dollar.
Eine Kreditkarte ohne Fremdwährungsgebühr ist deshalb klar im Vorteil – besonders hier, weil Bordausgaben bei Holland America ohnehin eine größere Rolle spielen als bei anderen Reedereien.
Wie funktioniert die Mariner Society?
Die Mariner Society ist das Treueprogramm der Reederei und arbeitet mit Kreuzfahrttagen statt mit klassischen Punkten. Ihr sammelt für jeden Reisetag einen Kreuzfahrttag, dazu kommen Bonustage für Suitenbuchungen und für Ausgaben an Bord.
Der Aufstieg erfolgt über fünf Sterne-Stufen. Alle Schwellen, den Suitenbonus und die Rabattlogik haben wir in unserem Beitrag zur Mariner Society aufgeschlüsselt.
Für wen lohnt sich eine Kreuzfahrt mit Holland America Line?
Holland America passt zu Reisenden, die ein ruhiges, klassisches Kreuzfahrterlebnis suchen und Wert auf Routenqualität legen. Für Alaska, Nordeuropa und lange Reisen gehört die Reederei zu den ersten Adressen.
Weniger geeignet ist sie für Familien mit jüngeren Kindern und für alle, die ein umfangreiches Unterhaltungsangebot erwarten. Wer das sucht, ist bei Royal Caribbean besser aufgehoben. Bordsprache ist Englisch.

Ein zusätzliches Argument ist das Treueprogramm: Weil Bordausgaben mitzählen, kommen Gäste schneller voran als bei reinen Nächtezählungen.
Weitere Kreuzfahrtanbieter im Überblick
Holland America ist nur eine von mehreren Marken mit klassischem Zuschnitt. Welche sonst noch infrage kommen, zeigt unsere Übersicht der Kreuzfahrt-Reedereien.
Im direkten Vergleich stehen Princess Cruises, Celebrity Cruises und Cunard, das ebenfalls auf klassische Seereisen setzt.
Unser Fazit zu Holland America Line
Holland America Line ist die ruhigste der großen amerikanischen Reedereien und macht aus dem Verzicht auf Megaschiffe eine Stärke. Mittelgroße Schiffe, gute Häfen und ein Programm, das lange Routen ernst nimmt – das findet man im Massenmarkt kaum noch.
Wer Attraktionen und Trubel sucht, ist hier falsch. Wer Alaska, Nordeuropa oder eine mehrwöchige Reise plant und dabei ein klassisches Bordgefühl schätzt, bekommt bei Holland America ein sehr stimmiges Produkt – mit einem Treueprogramm, das Bordausgaben belohnt statt sie nur abzurechnen.









