ANA Mileage Club ist das Vielfliegerprogramm von All Nippon Airways, Japans größter Fluggesellschaft – und vor allem wegen der preisgekrönten Business-Suite „The Room” ein Traumziel vieler Meilensammler. Als Star-Alliance-Mitglied ist ANA auch für Vielflieger aus Deutschland relevant, das eigene Meilenprogramm ist aus DACH-Sicht allerdings schwer zu bespielen.
Das Wichtigste in Kürze
- ANA (Star Alliance) steht für die preisgekrönte „The Room”-Business-Class – aus Deutschland ist das eigene Meilenprogramm aber schwer zu sammeln
- Kein Amex-MR, kein Klarna, kein Revolut: nur Marriott Bonvoy (3:1). Achtung: ANA-Meilen verfallen fix nach 36 Monaten
- Status über Premium Points (Bronze/Platinum/Diamond); ab Platinum erhaltet Ihr Star Alliance Gold mit weltweitem Lounge-Zugang
- Wichtig: ANA „The Room” bucht Ihr oft günstiger und einfacher über Partnerprogramme wie Aeroplan oder United als mit ANA-Meilen selbst
Von der Meilen-Sammlung über das Einlösen und die Wege aus Deutschland bis zu Status, den besten Prämienflügen und den Alternativen – wir gehen alles der Reihe nach durch.
Inhaltsverzeichnis
- Was ist ANA Mileage Club?
- Wie sammelt man Meilen bei ANA Mileage Club?
- Wie sammelt man ANA-Meilen in Deutschland?
- Welche Statuslevel gibt es bei ANA Mileage Club?
- Wie löst man Meilen bei ANA Mileage Club ein?
- Welche Prämienflüge lohnen sich bei ANA Mileage Club am meisten?
- Wie fliegt man die ANA „The Room” Business Class am günstigsten?
- Für wen lohnt sich ANA Mileage Club?
- Unser Fazit: Wie gut ist ANA Mileage Club wirklich?
ANA Mileage Club ist im Ergebnis ein Programm mit einem klaren Highlight und einigen Tücken – wir schauen uns Schritt für Schritt an, wie Ihr das Beste herausholt.
Was ist ANA Mileage Club?
ANA Mileage Club ist das Bonusprogramm von All Nippon Airways (ANA), Japans größter Airline mit Drehkreuzen in Tokio-Haneda und Tokio-Narita. ANA ist Star-Alliance-Mitglied, sodass sich Meilen und Status im gesamten Netz von Lufthansa, SWISS, Austrian, United und Co. nutzen lassen. Berühmt ist ANA vor allem für „The Room” – eine Business-Suite mit Tür auf der Boeing 777-300ER, die zu den besten Business-Produkten der Welt zählt.
Einen wichtigen Nachteil solltet Ihr aber kennen: ANA-Meilen verfallen fix 36 Monate nach der Gutschrift – und zwar unabhängig davon, ob Ihr das Konto zwischendurch nutzt. Anders als bei US-Programmen verlängert Aktivität die Gültigkeit nicht. Nur Diamond- und Million-Miler-Mitglieder sind vom Verfall ausgenommen.
Wie sammelt man Meilen bei ANA Mileage Club?
Meilen sammelt Ihr auf Flügen mit ANA und allen Star-Alliance-Partnern nach Entfernung und Buchungsklasse. Wichtig ist die Unterscheidung zweier Währungen: Meilen löst Ihr für Prämienflüge ein, während die Premium Points ausschließlich über den Status entscheiden und nur über tatsächlich geflogene Strecken entstehen.

Abseits des Fliegens ist ANA stark auf den japanischen Markt zugeschnitten. Für deutsche Sammler ist der Alltag daher entscheidend – und genau hier wird es schwierig, wie der nächste Abschnitt zeigt.
Wie sammelt man ANA-Meilen in Deutschland?
Aus deutscher Sicht ist ANA das am schwersten zu sammelnde der großen Programme: ANA ist kein Transferpartner von American Express Membership Rewards in Deutschland, nicht bei Klarna Cashback und nicht bei Revolut RevPoints. Die ANA-Kreditkarten gibt es faktisch nur in Japan.
Der einzige praktikable Weg abseits eigener Flüge führt über Marriott Bonvoy: Bonvoy-Punkte lassen sich im Verhältnis 3:1 zu ANA übertragen (bei 60.000 Punkten auf einmal gibt es 5.000 Bonusmeilen, also 25.000 ANA-Meilen). Zusammen mit dem 36-Monats-Verfall bedeutet das: Aus Deutschland lohnt sich das gezielte Sammeln für ANA meist nur, wenn Ihr eine konkrete Prämie im Blick habt.
Vorsicht Meilenverfall: ANA-Meilen verfallen unwiderruflich nach 36 Monaten – ohne Verlängerung durch Aktivität. Sammelt also erst gezielt, wenn Ihr wisst, wofür Ihr die Meilen einlösen wollt, sonst verfallen sie ungenutzt.
Welche Statuslevel gibt es bei ANA Mileage Club?
Der Status läuft über Premium Points, die Ihr pro Kalenderjahr auf ANA- und Star-Alliance-Flügen sammelt. ANA kennt drei Statusstufen. Entscheidend für die Praxis ist der zugeordnete Star-Alliance-Status, dessen Vorteile auf allen Partner-Airlines gelten.
| Status | Premium Points | Star Alliance |
|---|---|---|
| Bronze | 30.000 | Silver |
| Platinum | 50.000 | Gold |
| Diamond | 100.000 | Gold |
Werfen wir einen Blick auf die Vorteile der einzelnen Stufen – jeweils bei ANA selbst und über den korrespondierenden Star-Alliance-Status.

Was bietet ANA Bronze (Star Alliance Silver)?
Bronze ist der Einstiegsstatus und bringt vor allem erhöhte Bonusmeilen und eine bevorzugte Warteliste. Über Star Alliance Silver profitiert Ihr auf Partnerflügen von etwas Priorität – einen garantierten Lounge-Zugang gibt es aber noch nicht. Ein solider erster Schritt für Gelegenheitsflieger.
| Vorteil | Bei ANA | Über Star Alliance |
|---|---|---|
| Bonusmeilen | erhöhter Meilenbonus auf ANA-Flügen | – |
| Priority | bevorzugte Warteliste | Priorität bei Wartelisten & Standby |
| Lounge | nur gegen Upgrade Points | kein garantierter Lounge-Zugang |
| Das Besondere | Einstieg mit mehr Bonusmeilen und Priority – als Star Alliance Silver aber noch ohne echten Lounge-Zugang | – |
Was bietet ANA Platinum (Star Alliance Gold)?
ANA Platinum ist der wichtigste Sprung, denn hier schaltet Ihr über Star Alliance Gold den weltweiten Lounge-Zugang frei – auch auf Lufthansa-, SWISS- und Austrian-Flügen. Ein zusätzliches Highlight: Ab Platinum könnt Ihr die Super Flyers Card beantragen und den Gold-Status so dauerhaft sichern.
| Vorteil | Bei ANA | Über Star Alliance |
|---|---|---|
| Bonusmeilen | hoher Meilenbonus + Upgrade Points | – |
| Priority | Priority Check-in, Boarding & Baggage, Extra-Freigepäck | Priority-Services auf allen Partnern |
| Lounge | ANA-Lounge-Zugang | Star-Alliance-Lounges weltweit inkl. Gast |
| Das Besondere | Ab hier Star Alliance Gold – weltweiter Lounge-Zugang und Priority auf allen Partnern; zudem Super-Flyers-Card-berechtigt (dauerhafter Gold-Status) | Lounge-Zugang weltweit |
Was bietet ANA Diamond (Star Alliance Gold)?
Diamond ist mit 100.000 Premium Points der Spitzenstatus und richtet sich an echte Vielflieger. Neben den höchsten Bonusmeilen und der größten Upgrade-Points-Zuteilung genießt Ihr einen eigenen Diamond-Service-Desk, Zugang zu ANAs First-Class-Lounge – und Eure Meilen verfallen nicht, solange Ihr den Status haltet.
| Vorteil | Bei ANA | Über Star Alliance |
|---|---|---|
| Bonusmeilen | höchster Meilenbonus + meiste Upgrade Points | – |
| Priority | höchste Priorität, bevorzugte Buchung | Priority-Services auf allen Partnern |
| Lounge | ANA First-Class-Lounge | Star-Alliance-Lounges weltweit inkl. Gast |
| Das Besondere | Eigener Diamond-Service-Desk, First-Class-Lounge-Zugang und kein Meilenverfall, solange der Status gehalten wird | Lounge-Zugang weltweit |
Ein Wort zur Super Flyers Card (SFC): Wer einmal Platinum erreicht, kann diese Kreditkarte beantragen und behält den Star Alliance Gold Status quasi dauerhaft, ohne jährlich nachzufliegen – der berühmte „SFC-Hack”. Für DACH-Leser ist die SFC allerdings kaum praktikabel (sie setzt eine ANA-Kreditkarte mit Japan-Bezug voraus), und ab 2028 verschärft ANA die Bedingungen deutlich.
Wie löst man Meilen bei ANA Mileage Club ein?
ANA nutzt eine entfernungs- und saisonabhängige Award-Chart: Prämienflüge werden nach Zonen und Saison (Low, Regular, High Season) bepreist, mit festen Kalendern statt dynamischer Preise. Seit Juni 2025 gibt es zwei wichtige Änderungen: Auf ANA-eigenen Flügen sind nun auch One-Way-Prämien buchbar, während bei Partner-Awards mit ANA-Meilen weiterhin Hin- und Rückflug Pflicht ist.
Zwei Punkte solltet Ihr einkalkulieren: ANA erhebt auf eigenen Flügen Treibstoffzuschläge, die je nach Ölpreis stark schwanken (2026 zeitweise deutlich erhöht) – vor der Buchung also den aktuellen Wert prüfen. Und der früher legendäre Round-the-World-Award mit ANA-Meilen wurde im Juni 2025 ersatzlos gestrichen und ist nicht mehr buchbar.
Gut zu wissen: Seit Juni 2025 sind auf ANA-eigenen Flügen auch Einzelstrecken buchbar – praktisch, um Hin- und Rückflug getrennt zu optimieren oder mit einem Programmwechsel zu kombinieren.
ANA nutzt einen Zonen-Chart mit drei Saisons (Low/Regular/High). Die offiziellen Werte findet Ihr auf ana.co.jp. Zur Orientierung Japan↔Europa in der Regular Season auf ANA-Metall:
| Kabine | Hin + Rück (Regular) | einfach (nur ANA-Metall) |
|---|---|---|
| Economy | 55.000 | 27.500 |
| Premium Economy | 77.000 | 38.500 |
| Business | 115.000 | 57.500 |
| First | 190.000 | 95.000 |
Der Business-Preis schwankt mit der Saison (Low 110.000 / High 120.000 Meilen Hin und zurück). Wichtig: Die Einzelstrecke zum halben Preis geht nur auf ANA-eigenem Metall – Prämienflüge auf Star-Alliance-Partnern wie Lufthansa müssen zwingend als Hin- und Rückflug gebucht werden.
Welche Prämienflüge lohnen sich bei ANA Mileage Club am meisten?
Um Euch ein Gefühl für den Meilenwert zu geben, haben wir einige der attraktivsten Prämienflüge zusammengestellt. Die Werte sind Richtwerte in der günstigen Low/Regular Season; in der High Season steigen sie deutlich, dazu kommen Treibstoffzuschläge.
| Beispiel-Prämienflug | Klasse | ab Meilen |
|---|---|---|
| Innerasien (Hin- und Rückflug) | Business | ab 40.000 |
| Nordamerika ↔ Japan (Hin- und Rückflug) | Business | ab 75.000 |
| Nordamerika ↔ Japan (Einzelstrecke, nur ANA) | Business | ab 45.000 |
| Europa ↔ Japan (Hin- und Rückflug) | Business | ab 115.000 |
Die günstigen Innerasien-Verbindungen und – seit 2025 – die neuen Einzelstrecken auf ANA-Metal sind die interessantesten Optionen. Bei den Langstrecken relativieren die hohen High-Season-Preise und die Treibstoffzuschläge den Wert allerdings spürbar.
Wie fliegt man die ANA „The Room” Business Class am günstigsten?
Der vielleicht wichtigste Tipp dieses Guides: Wer ANAs „The Room” fliegen möchte, bucht sie aus DACH-Sicht oft günstiger und flexibler über ein Partnerprogramm als mit ANA-Meilen selbst – vor allem, weil dort meist Einzelstrecken möglich sind und ANA-Meilen für Deutsche ohnehin schwer zu sammeln sind.
| Programm | ANA Business (Einzelstrecke) | Besonderheit |
|---|---|---|
| Virgin Atlantic Flying Club | ab 45.000 Punkte | günstigster Preis, aber nur telefonisch buchbar |
| Air Canada Aeroplan | ab 87.500 Punkte | online buchbar, moderate Zuschläge |
| United MileagePlus | ab 90.000 Meilen | online, komplett ohne Treibstoffzuschläge |
Besonders praktisch für DACH-Reisende sind Air Canada Aeroplan (online buchbar) und United MileagePlus (keine Zuschläge, in Deutschland u. a. über Klarna sammelbar). Virgin Atlantic ist am günstigsten, verlangt die Buchung aber telefonisch. So kommt Ihr an „The Room”, ohne mühsam ANA-Meilen aufbauen zu müssen.
Merke: ANA fliegen und ANA sammeln sind zwei paar Schuhe. Für „The Room” bucht Ihr am besten über Aeroplan oder United (in Deutschland über Klarna sammelbar) – eigene ANA-Meilen lohnen sich nur, wenn Ihr ohnehin viel mit ANA fliegt.
Für wen lohnt sich ANA Mileage Club?
Aus deutscher Sicht ist ANA Mileage Club ein Nischenprogramm. Das eigene Meilenkonto lohnt sich vor allem für Vielflieger, die regelmäßig mit ANA fliegen, ohnehin Star-Alliance-Status über ANA anpeilen oder über Marriott-Bonvoy-Punkte gezielt eine konkrete Prämie ansteuern. Der 36-Monats-Verfall und der fehlende deutsche Sammelweg machen das planlose Horten von ANA-Meilen aber unattraktiv.
Für die meisten DACH-Reisenden gilt daher: ANA ist ein fantastisches Flugerlebnis, aber selten das beste eigene Meilenprogramm. Wer „The Room” erleben will, sammelt besser bei einem flexibleren Programm wie Singapore Airlines KrisFlyer (über American Express sammelbar) oder Aeroplan und bucht ANA als Partner.
Weitere Programme im Detail: Als Star-Alliance-Partner lohnt der Blick auf Air India Maharaja Club, EVA Air Infinity MileageLands und Thai Royal Orchid Plus; das oneworld-Pendant aus Japan ist JAL Mileage Bank, und ANA-Prämien lassen sich auch über Virgin Atlantic Flying Club buchen.
Unser Fazit: Wie gut ist ANA Mileage Club wirklich?
ANA Mileage Club ist ein Programm mit einem herausragenden Highlight – der „The Room”-Business-Class – und einigen echten Hürden für deutsche Sammler. Der 36-Monats-Verfall, die Treibstoffzuschläge, die Round-Trip-Pflicht bei Partner-Awards und vor allem der fehlende deutsche Sammelweg machen das eigene Meilenkonto zur Nische. Die gute Nachricht: Ihr müsst gar nicht bei ANA sammeln, um ANA zu fliegen – über Partnerprogramme wie Aeroplan, United oder Virgin Atlantic kommt Ihr oft günstiger und flexibler an einen Platz in „The Room”. Als reines Sammelprogramm lohnt sich ANA aus DACH-Sicht dagegen nur in Ausnahmefällen.






