Die Beantragung einer US-Kreditkarte als Deutscher klingt interessant. Doch lohnt es sich auch in der Praxis? Welche Schritte sind notwendig und welche Risiken drohen? Wir zeigen es Euch in diesem umfangreichen Ratgeber!
Erst einmal ist eine Einordnung wichtig, denn bei einer Kreditkarte für die USA geht es meist um ein Zahlungsmittel für eine Reise in die USA. Wer dagegen in Deutschland eine US-Kreditkarte beantragen möchte, der will in der Regel davon profitieren, dass die Karten in Nordamerika größtenteils ein attraktiveres Preis-Leistungsverhältnis bieten. Die Erklärung dafür und alles andere, was man über die Beantragung von einer US-Kreditkarte als Deutscher wissen muss, zeigen wir Euch in diesem umfassenden Ratgeber!
Das Wichtigste in Kürze
- Die Beantragung ist legal, aber aufwendig: US-Adresse, US-Identifikationsnummer und eine US-Kredithistorie sind die größten Hürden.
- Den schnellsten Einstieg bietet das Amex Global Transfer Program – als bestehender Amex-Kunde erhaltet Ihr eine US-Karte ganz ohne SSN, ITIN oder US-Kredithistorie.
- Der Lohn sind deutlich höhere Willkommensboni und stärkere Meilen-Programme als in Deutschland.
- Wer keine US-Karte möchte, sammelt mit deutschen Karten und Membership Rewards® Punkten weiterhin komfortabel Meilen.
Bevor wir in die Details einsteigen, findet Ihr hier eine Übersicht über alle Themen dieses Ratgebers:
Inhaltsverzeichnis
- Was macht die Beantragung einer US-Kreditkarte als Deutscher interessant?
- Ist die Beantragung einer amerikanischen Kreditkarte in Deutschland legal?
- Wie kommt man in Deutschland an eine US-Kreditkarte?
- Wie lässt sich eine Kredithistorie in den USA aufbauen?
- Wie lange dauert die Beantragung einer amerikanischen Kreditkarte?
- Welche Risiken lauern bei der Beantragung einer US-Kreditkarte?
- Können Meilen und Membership Rewards Punkte auf US-Kartenkonten transferiert werden?
- Welche amerikanischen Kreditkarten sind zum Meilen sammeln besonders attraktiv?
- Unser Fazit zur Beantragung einer US-Kreditkarte in Deutschland
Was macht die Beantragung einer US-Kreditkarte als Deutscher interessant?
Schon seit Jahren werben diverse Anbieter in Videokursen dafür, dass sie geheime Tipps und Tricks zeigen, wie man an eine US-Kreditkarte kommt. Der Hintergrund ist überwiegend derselbe, geht es doch primär um Kreditkarten zum Meilen sammeln. Die Idee dahinter: In den USA gibt es großzügigere Willkommensboni für Kreditkarten sowie höhere Gutschriften für Umsätze.
Zudem gibt es mehr Konkurrenz als in Deutschland, eine größere Auswahl an Transferpartnern, attraktivere Transferraten und nicht zuletzt auch generell mehr Vorteile der verschiedenen Kreditkarten. Teilweise sind auch die Gebühren, etwa für Zahlungen in Fremdwährungen oder auch für Abhebungen, niedriger.

Der Hintergrund dieses Qualitätsunterschieds findet sich in einer anderen Art der Refinanzierung von Kreditkarten. Zum einen ist es in den USA üblicher, dass die Karten in (aus Kundensicht) teuren Raten zurückgezahlt werden. Zum anderen verdienen die Banken an den Transaktionsgebühren (sogenannte Interchange Fees) deutlich mehr als in der Europäischen Union.
Wie groß die Unterschiede ausfallen, zeigt ein Blick auf die Willkommensangebote: Während in Deutschland Boni von einigen Tausend Punkten üblich sind, rufen US-Karten regelmäßig sechsstellige Punktebeträge auf – teils im Gegenwert von mehreren Hundert bis über tausend US-Dollar. Genau diese Größenordnung macht den Aufwand für viele Meilensammler überhaupt erst interessant.
Entsprechend ist es nachvollziehbar, dass es ein großes Interesse daran gibt, US-Kreditkarten auch in Deutschland zu beantragen. Doch geht das auch und ist es überhaupt legal? Wir klären Euch in diesem Ratgeber auf und zeigen Euch alles, was Ihr über die Beantragung von US-Kreditkarten wissen müsst.
Ist die Beantragung einer amerikanischen Kreditkarte in Deutschland legal?
Die kurze Antwort lautet: Ja. Es gibt kein Gesetz, das Euch als in Deutschland lebende Person verbietet, eine US-Kreditkarte zu beantragen oder zu nutzen. Auch die US-Banken selbst schließen Antragsteller aus dem Ausland nicht grundsätzlich aus – sie verlangen lediglich bestimmte Nachweise wie eine US-Adresse, eine US-Identifikationsnummer oder eine Kredithistorie vor Ort.
Zu unterscheiden ist dabei zwischen dem Gesetz und den Geschäftsbedingungen der Banken: Zwar verbietet kein Gesetz die Nutzung, viele US-Emittenten setzen in ihren Bedingungen aber einen US-Wohnsitz voraus. Das Amex Global Transfer Program ist auch deshalb so beliebt, weil American Express® diesen Weg ausdrücklich für bestehende Kunden aus dem Ausland vorgesehen hat – Ihr umgeht damit die Grauzone, die bei anderen Anträgen schnell entstehen kann.

Wichtig ist die saubere Umsetzung: Wer im Antrag bewusst falsche Angaben macht, etwa einen fingierten US-Wohnsitz oder eine nicht existierende Steuernummer angibt, bewegt sich klar im Bereich des Betrugs. Genau deshalb empfehlen wir, ausschließlich legale Wege zu nutzen – allen voran das beschriebene Global Transfer Program, bei dem Ihr keinerlei falsche Angaben machen müsst.
Achtung: keine falschen Angaben
Macht im Antrag niemals bewusst falsche Angaben – etwa einen fingierten US-Wohnsitz oder eine erfundene Steuernummer. Das erfüllt den Tatbestand des Betrugs und kann zur Sperrung von Karte und Konto führen. Zudem vergibt der IRS eine ITIN nur bei einem konkreten steuerlichen Anlass, nicht allein für den Wunsch nach einer Kreditkarte.
Aus steuerlicher Sicht gilt: Eine US-Kreditkarte allein macht Euch weder zum US-Steuerpflichtigen noch verpflichtet sie Euch zu einer US-Steuererklärung. Erst echte US-Einkünfte würden eine solche Pflicht auslösen. Bei größeren Vorhaben lohnt sich dennoch der Blick zu einem auf die USA spezialisierten Steuerberater.
Wie kommt man in Deutschland an eine US-Kreditkarte?
In der Praxis führt der Weg zur US-Kreditkarte über mehrere Bausteine, die je nach Vorgeschichte unterschiedlich aufwendig sind. Grundsätzlich benötigt Ihr eine US-Identifikationsnummer, eine verlässliche US-Postadresse, häufig ein US-Bankkonto sowie eine erste Karte, mit der Ihr überhaupt eine Kredithistorie aufbauen könnt. Wer bereits eine American Express Karte besitzt, kann die meisten dieser Schritte über das Amex Global Transfer Program deutlich abkürzen. Wir gehen die einzelnen Bausteine im Folgenden der Reihe nach durch.
| Baustein | Wofür Ihr ihn braucht | Gut zu wissen |
|---|---|---|
| US-Identifikationsnummer (ITIN) | Ersatz für die SSN und Basis für den Credit Score | Nur bei steuerlichem Anlass; für den Global Transfer nicht nötig |
| US-Postadresse | Versand der Karte und Pflichtfeld im Antrag | Verlässliche Adresse nötig – Billig-Dienste werden von Banken geprüft |
| US-Telefonnummer | Identifizierung beim Antrag | Über eine US-Prepaid-SIM oder einen VoIP-Dienst |
| US-Bankkonto | Begleichen der Kartenrechnung in US-Dollar | Filialbanken oft nur vor Ort; Fintechs wie Wise oder Revolut aus der Ferne |
| Erste US-Kreditkarte | Einstieg und Aufbau der Kredithistorie | Am einfachsten via Amex Global Transfer, sonst über eine Secured Card |
Wie beantragt man eine amerikanische Steuernummer?
Da Ihr als Deutsche in der Regel keine US-amerikanische Social Security Number (SSN) besitzt, ist die Individual Taxpayer Identification Number (ITIN) das wichtigste Ersatzdokument. Sie wird vom US-Finanzamt IRS vergeben und von vielen Banken als Alternative zur SSN akzeptiert. Beantragt wird sie über das Formular W-7, dem Ihr beglaubigte Kopien Eurer Ausweisdokumente beilegen müsst.
Plant dafür ausreichend Vorlauf ein: Schickt Ihr das Formular W-7 samt Unterlagen per Post an den IRS, dauert die Bearbeitung in der Regel sieben bis elf Wochen, in der US-Steuersaison zwischen Januar und April sogar bis zu vierzehn Wochen. Als alleiniger Identitätsnachweis genügt ein gültiger Reisepass; einfache notarielle Kopien akzeptiert der IRS hingegen nicht. Wer seinen Pass nicht wochenlang aus der Hand geben möchte, nutzt einen sogenannten Certifying Acceptance Agent (CAA), der die Dokumente beglaubigt und den Antrag begleitet.

Die wichtigste Einschränkung: Der IRS vergibt eine ITIN nicht “auf Vorrat” und auch nicht allein deshalb, weil Ihr eine Kreditkarte möchtet. Es muss ein konkreter steuerlicher Anlass vorliegen – etwa eine abzugebende US-Steuererklärung, Einkünfte aus einer US-Immobilie oder bestimmte sonstige US-Einkünfte. Für den reinen Wunsch nach einer Kreditkarte ist die ITIN daher oft die größte Hürde, weshalb sich spezialisierte Dienstleister auf die Beantragung konzentriert haben.
Gute Nachricht für Amex-Kunden: Für den ersten Schritt über das Global Transfer Program benötigt Ihr noch keine ITIN. Sie wird erst dann wirklich wichtig, wenn Ihr darüber hinaus weitere US-Karten beantragen und einen eigenständigen Credit Score aufbauen wollt.
Wie kommt man an eine Postadresse in den USA?
Für nahezu jeden US-Kreditkartenantrag braucht Ihr eine US-Postadresse, an die Karte und Korrespondenz verschickt werden. Hier ist Sorgfalt gefragt: Reine Briefkasten- oder Billig-Weiterleitungsdienste sind vielen Banken bekannt und können dazu führen, dass ein Antrag abgelehnt oder ein Konto später gesperrt wird. Banken wie Chase oder American Express prüfen Adressen durchaus genau.
Sinnvoll ist daher eine möglichst verlässliche, “echte” US-Adresse – etwa über einen seriösen Mail-Forwarding-Anbieter mit residenzieller Adresse oder über Bekannte und Verwandte vor Ort. Diese Adresse nutzt Ihr anschließend konsistent für alle Anträge, das US-Bankkonto und Euer Kartenkonto.

Eng mit der Adresse verknüpft ist eine US-Telefonnummer, die für viele Anträge ebenfalls verlangt wird. Diese lässt sich über eine US-Prepaid-SIM oder einen VoIP-Dienst einrichten. Wichtig ist vor allem Konsistenz: Verwendet für Adresse, Telefonnummer, Bankkonto und Kartenantrag möglichst durchgängig dieselben Daten.
Welche Möglichkeit für ein US-Bankkonto gibt es?
Ein US-Bankkonto ist zwar nicht für jeden Kartentyp zwingend, in der Praxis aber sehr hilfreich – schließlich müsst Ihr Eure US-Kreditkartenrechnung in US-Dollar begleichen, und manche Emittenten fragen US-Bankdaten bereits im Antrag ab. Klassische Filialbanken wie Chase, Bank of America oder Wells Fargo verlangen für die Kontoeröffnung meist den persönlichen Besuch einer Filiale vor Ort.
Flexibler sind moderne Fintech- und Neobank-Lösungen: Anbieter wie Wise, Revolut oder Payoneer ermöglichen ein US-Dollar-Konto häufig auch aus der Ferne und ohne SSN; für geschäftliche Zwecke sind zudem Dienste wie Mercury verbreitet. Mit einem solchen Konto könnt Ihr Eure Kartenrechnungen direkt in Dollar bezahlen und müsst nicht bei jeder Abrechnung den Umweg über eine teure Währungsumrechnung gehen.
Welche US-Kreditkarte sollte man zuerst beantragen?
Der mit Abstand einfachste Einstieg führt über das Amex Global Transfer Program (offiziell “Global Card Relationship”). Voraussetzung ist, dass Ihr bereits Hauptkarteninhaber einer deutschen oder österreichischen American Express Karte seid – American Express empfiehlt eine Kartenhistorie von mindestens sechs Monaten, erforderlich sind mindestens drei Monate. American Express nutzt dann Eure bestehende Kundenbeziehung, um Euch eine US-Karte zu genehmigen – ganz ohne SSN, ITIN oder US-Kredithistorie. Benötigt werden lediglich eine US-Adresse und eine US-Telefonnummer.

Über das Programm stehen Euch grundsätzlich Karten offen, die am amerikanischen Membership Rewards Programm teilnehmen; ein beliebter, weil gebührenfreier Einstieg ist beispielsweise eine Hilton-Honors-Karte von American Express. Beachtet, dass der Antrag in der Regel telefonisch läuft und nicht sofort entschieden wird – häufig erhaltet Ihr zunächst den Status “pending”, bevor American Express die bestehende Kundenbeziehung prüft und die Karte genehmigt.
Unser Tipp
Wer bereits eine deutsche oder österreichische American Express Karte besitzt, sollte den Weg über das Global Transfer Program wählen: Er ist der einzige, mit dem Ihr ganz ohne SSN, ITIN und US-Kredithistorie an eine US-Karte kommt – und das meist schon innerhalb weniger Wochen.
Habt Ihr noch keine American Express Karte, lohnt sich vorab der Abschluss einer deutschen Amex – etwa der American Express Green Card, der American Express Gold Card oder der American Express Platinum Card. Wer den Weg ganz ohne Amex gehen möchte, startet in den USA klassischerweise mit einer sogenannten Secured Credit Card (etwa von Capital One oder Discover), bei der Ihr eine Sicherheitsleistung hinterlegt und über Monate hinweg langsam eine Kredithistorie aufbaut.
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Wie lässt sich eine Kredithistorie in den USA aufbauen?
Sobald Ihr eine erste US-Karte besitzt, geht es darum, einen guten Credit Score (FICO Score) aufzubauen – die Eintrittskarte zu den wirklich attraktiven Karten, die meist einen Score von rund 700 oder mehr voraussetzen. Der Score setzt sich im Wesentlichen aus fünf Faktoren zusammen: der Zahlungshistorie (rund 35 Prozent), der Kreditausnutzung (rund 30 Prozent), der Länge der Kredithistorie (rund 15 Prozent), neuen Kreditanfragen (rund 10 Prozent) sowie dem Mix der Kreditarten (rund 10 Prozent).
Geführt wird diese Historie von den drei großen US-Auskunfteien Experian, Equifax und TransUnion. Als Neuling startet Ihr mit einer “dünnen” Kreditakte (thin file); erst durch regelmäßig gemeldete, pünktlich bezahlte Umsätze – etwa über eine Secured Credit Card – wächst nach und nach ein belastbarer Score heran.

Daraus ergeben sich einige einfache Regeln: Zahlt Eure Rechnungen immer pünktlich und vollständig, nutzt möglichst wenig Eures Kreditrahmens (Faustregel: deutlich unter 30 Prozent), beantragt nicht mehrere Karten gleichzeitig und kündigt alte Karten nicht vorschnell, da dies die durchschnittliche Länge Eurer Historie verkürzt. Mit etwas Geduld wächst der Score so über mehrere Monate hinweg in den attraktiven Bereich.
Wie lange dauert die Beantragung einer amerikanischen Kreditkarte?
Wie lange der gesamte Prozess dauert, hängt stark von Eurer Ausgangslage ab. Wer bereits eine American Express Karte besitzt und das Global Transfer Program nutzt, kann seine erste US-Karte realistisch innerhalb von rund zwei bis vier Wochen in den Händen halten.
| Mit bestehender Amex (Global Transfer) | Komplett ohne Amex | |
|---|---|---|
| Dauer bis zur ersten US-Karte | ca. 2–4 Wochen | ca. 6–12 Monate |
| SSN oder ITIN nötig? | Nein | Ja (ITIN) |
| US-Kredithistorie nötig? | Nein | Ja, muss erst aufgebaut werden |
| Erste Karte | US-Amex über den Transfer | Secured Credit Card |
| Aufwand | Gering | Hoch |
Startet Ihr dagegen komplett bei null – also ohne bestehende Amex und ohne US-Kredithistorie –, solltet Ihr mit deutlich mehr Geduld rechnen. Bis ein solider Credit Score und damit der Zugang zu den wirklich lukrativen Karten aufgebaut ist, vergehen in der Regel sechs bis zwölf Monate. Hinzu kommt die Zeit für die übrigen Bausteine: Allein die ITIN-Bearbeitung beim IRS kann mehrere Wochen bis Monate in Anspruch nehmen, dazu kommen die Einrichtung der US-Adresse und des US-Bankkontos.
Welche Risiken lauern bei der Beantragung einer US-Kreditkarte?
Bei allen Vorteilen solltet Ihr die Beantragung einer US-Kreditkarte nicht auf die leichte Schulter nehmen. Neben dem organisatorischen Aufwand gibt es vor allem zwei Themen, die immer wieder für Unsicherheit sorgen: mögliche steuerliche Folgen und das Wechselkursrisiko.
Wird wegen der amerikanischen Steuernummer eine Steuererklärung fällig?
Die Beantragung einer ITIN macht Euch nicht automatisch in den USA steuerpflichtig und löst für sich genommen auch keine US-Steuererklärung aus. Eine Pflicht zur Abgabe entsteht erst, wenn Ihr tatsächlich steuerpflichtige US-Einkünfte erzielt.
Allerdings dreht sich die eigentliche Hürde genau um diesen Punkt: Weil der IRS eine ITIN nur bei einem konkreten steuerlichen Anlass vergibt, hängt die Frage “brauche ich eine Steuererklärung?” eng mit dem Grund zusammen, aus dem Ihr die ITIN überhaupt beantragt. Wer hier auf Nummer sicher gehen will, sollte die individuelle Situation vorab mit einem auf US-Steuerrecht spezialisierten Berater klären – pauschale Aussagen verbieten sich an dieser Stelle.
Welche Rolle spielen die Wechselkurse bei Kartentransaktionen?
Eine US-Kreditkarte rechnet in US-Dollar ab. Das bedeutet: Sobald Ihr mit der Karte in Euro oder einer anderen Währung bezahlt, kommt es auf den jeweiligen Wechselkurs sowie eventuelle Fremdwährungsgebühren an. Schwankt der Euro-Dollar-Kurs, verändern sich damit auch Eure tatsächlichen Kosten – mal zu Euren Gunsten, mal zu Euren Lasten.
Auch beim Begleichen der Kartenrechnung spielt der Kurs eine Rolle: Zahlt Ihr aus einem Euro-Konto, fällt bei jeder Abrechnung eine Umrechnung an. Mit einem US-Dollar-Konto lässt sich dieser Effekt zumindest abfedern. Wer die Karte primär zum Meilensammeln und für Ausgaben in Dollar nutzt, sollte das Wechselkursrisiko bei der Kalkulation also stets einplanen.
Unser Tipp
So haltet Ihr die Wechselkurskosten gering: Bezahlt im Ausland immer in der lokalen Währung und lehnt die Dynamic Currency Conversion an der Kasse ab. Wer zusätzlich ein US-Dollar-Konto nutzt und auf eine Karte ohne Fremdwährungsgebühr setzt, spart bei jeder Transaktion.
Hinzu kommen mögliche Fremdwährungsgebühren: Während viele US-Reisekarten ganz auf solche Foreign Transaction Fees verzichten, schlagen andere Karten rund 2,5 bis 3 Prozent auf jede Fremdwährungstransaktion auf. Achtet außerdem darauf, im Ausland stets in der lokalen Währung zu bezahlen und die sogenannte Dynamic Currency Conversion abzulehnen, da diese Umrechnung an der Kasse meist deutlich teurer ausfällt.
Können Meilen und Membership Rewards Punkte auf US-Kartenkonten transferiert werden?
Eine der häufigsten Fragen lautet, ob sich einmal gesammelte Punkte zwischen den Ländern verschieben lassen. Bei American Express ist das tatsächlich möglich: Membership Rewards Punkte könnt Ihr zwischen Euren Kartenkonten in verschiedenen Ländern – etwa von Deutschland in die USA – übertragen, indem Ihr Euch an die Amex-Hotline wendet. Die Punkte werden dabei zum jeweils aktuellen Wechselkurs umgerechnet, und einzelne Länder begrenzen die Zahl der Transfers pro Jahr.

Praktisch ist das auch im Zuge des Global Transfer Programs: Wechselt Ihr zu einer US-Karte, die ebenfalls am Membership Rewards Programm teilnimmt, lassen sich die Punkte Eurer alten Karte auf das neue Konto überführen. Nur wenn die neue Karte nicht am Programm teilnimmt, solltet Ihr Eure Punkte vorher einlösen.
Wichtig ist die Unterscheidung: Sobald Punkte einmal in ein Vielfliegerprogramm wie Miles & More oder Flying Blue übertragen wurden, “gehören” sie diesem Programm und sind nicht mehr länderabhängig. Der hier beschriebene Transfer betrifft also die Membership Rewards Punkte selbst, solange sie noch auf Euren Amex-Konten liegen. Mehr zu den Programmen findet Ihr in unserem Ratgeber zum Meilen sammeln.
Welche amerikanischen Kreditkarten sind zum Meilen sammeln besonders attraktiv?
Der eigentliche Reiz US-amerikanischer Kreditkarten liegt in ihren großzügigen Willkommensboni und den starken Punkteprogrammen. Zu den beliebtesten Karten zählen seit Jahren die Chase Sapphire Preferred und die Chase Sapphire Reserve, die American Express Platinum Card sowie die Capital One Venture X.

Zur Einordnung der Größenordnung (Stand 2026, Konditionen ändern sich häufig): Die Chase Sapphire Reserve lockt zeitweise mit rund 150.000 Punkten nach etwa 6.000 US-Dollar Umsatz in drei Monaten, die American Express Platinum Card mit Angeboten von bis zu rund 175.000 Punkten nach etwa 12.000 US-Dollar Umsatz in sechs Monaten. Die Capital One Venture X punktet mit einer vergleichsweise niedrigen Jahresgebühr von 395 US-Dollar samt jährlichem Reiseguthaben. Solche Boni liegen deutlich über dem, was auf dem deutschen Markt üblich ist.
Der eigentliche Hebel liegt dabei in den Transferpartnern: Sowohl Chase als auch American Express kooperieren mit zahlreichen Airline- und Hotelprogrammen – von United über Air France-KLM Flying Blue bis World of Hyatt –, sodass sich die Punkte flexibel und oft besonders wertvoll einlösen lassen. Wer geschäftlich unterwegs ist, findet mit Business-Karten wie der Chase-Ink-Serie zusätzliche Sammelmöglichkeiten.
Beachten solltet Ihr allerdings bankspezifische Regeln. Besonders bekannt ist die “5/24-Regel” von Chase: Wer in den vergangenen 24 Monaten fünf oder mehr neue Kreditkarten eröffnet hat, wird in der Regel abgelehnt. Da sich Boni, Gebühren und Bedingungen laufend ändern, lohnt sich vor jedem Antrag ein Blick auf die aktuellen offiziellen Konditionen.
Unser Fazit zur Beantragung einer US-Kreditkarte in Deutschland
Eine US-Kreditkarte als Deutscher zu beantragen, ist legal und kann sich für ambitionierte Meilensammler durchaus lohnen – die Willkommensboni und Punkteprogramme jenseits des Atlantiks sind deutlich attraktiver als hierzulande. Der Weg dorthin ist allerdings mit Aufwand verbunden: US-Adresse, US-Identifikationsnummer, US-Bankkonto und der Aufbau einer Kredithistorie wollen organisiert sein.
Wer bereits eine American Express Karte besitzt, hat über das Global Transfer Program den mit Abstand komfortabelsten Einstieg. Für alle anderen gilt: Der Aufbau braucht Geduld und Sorgfalt. Wer den Aufwand scheut, sammelt mit den passenden deutschen Karten – etwa aus dem Hause American Express – und einem klugen Einsatz seiner Membership Rewards Punkte weiterhin komfortabel Meilen.





