Seit November 2025 fliegt Swiss auf der Langstrecke mit einer komplett neuen Kabine: Die Swiss Senses Business Class im Airbus A350-900 bietet jedem Gast direkten Zugang zum Gang, ein flaches Bett und fünf verschiedene Sitztypen bis hin zur Suite mit Tür. Noch fliegt sie allerdings nur auf wenigen Strecken, auf den meisten Flügen sitzt Ihr weiter in der bisherigen Business Class.
In diesem Guide zeigen wir, welche Sitztypen es gibt, was die Reservierung kostet, wohin der A350 im Herbst 2026 fliegt und wann die Airbus A330 und Boeing 777 die neue Kabine bekommen. Außerdem vergleichen wir sie mit der bisherigen Swiss Business Class und werfen einen Blick auf Essen und Lounges.
Inhaltsverzeichnis
- Was ist die Swiss Senses Business Class?
- Welche Sitztypen gibt es in der Swiss Senses Business Class?
- Was kostet die Sitzplatzreservierung in der Swiss Senses Business Class?
- Auf welchen Strecken fliegt die Swiss Senses Business Class?
- Wann bekommen Airbus A330 und Boeing 777 die neue Kabine?
- Wie unterscheidet sich die bisherige Swiss Business Class?
- Was erwartet Euch beim Essen und in der Lounge?
- Fazit zur Swiss Senses Business Class
Das Wichtigste in Kürze: Die Swiss Senses Business Class gibt es bisher nur im Airbus A350-900, unter anderem nach Boston, Seoul, ab dem 5. Oktober 2026 nach Shanghai und ab dem 25. Oktober 2026 nach Johannesburg. Classic Seat, Privacy Seat und Extra Long Bed reservieren alle Gäste kostenlos, für den Extra Space Seat und die Business Suite verlangt Swiss einen Aufpreis. Senatoren und HON Circle Member wählen auch diese Plätze kostenlos, wenn sie frei sind. Die 14 Airbus A330-300 werden seit Sommer 2026 umgebaut, die Boeing 777 folgen ab Ende 2028.
Was ist die Swiss Senses Business Class?
SWISS Senses ist das neue Langstreckenprodukt von Swiss. Der Name steht nicht nur für die neuen Sitze, sondern für das gesamte Kabinen- und Servicekonzept in First, Business, Premium Economy und Economy Class. Vorgestellt hat Swiss die Kabine bereits im März 2023, geflogen ist sie erstmals im Oktober 2025: Der erste Airbus A350-900 mit dem Kennzeichen HB-IFA absolvierte zunächst Trainingsflüge nach Prag und in andere europäische Städte, bevor er am 20. November 2025 auf die Langstrecke nach Boston wechselte.
Senses ist dabei kein Lufthansa-Produkt, sondern die eigene Kabine von Swiss. Technisch ist sie eng mit der Lufthansa Allegris Business Class verwandt, Swiss setzt aber auf ein eigenes Design mit burgunderroten Sitzen, hellen Schalen und Holzoptik. Wer Allegris kennt, findet sich trotzdem schnell zurecht, auch die Sitztypen tragen dieselben Namen.

Im A350 hat die Business Class 45 Sitze in einer 1-2-1-Anordnung, verteilt auf zwei Kabinenbereiche. Jeder Platz hat direkten Zugang zum Gang und lässt sich in ein komplett flaches Bett verwandeln. Zur Grundausstattung aller Sitze gehören:
- Sitzheizung und Sitzkühlung, die Ihr individuell regeln könnt
- eine Schulterzone, die beim Liegen nachgibt und Seitenschläfern mehr Platz lässt
- ein 4K-Bildschirm mit rund 17 Zoll, beim Extra Space Seat und in der Suite mit 24 Zoll
- Bluetooth für eigene Kopfhörer sowie ein herausnehmbares Tablet zur Steuerung von Sitz, Licht und Unterhaltung
- eine Ladefläche zum kabellosen Laden des Smartphones
Gegenüber der bisherigen Swiss Business Class ist das vor allem für Paare und Alleinreisende in der Mitte ein großer Schritt: Niemand muss mehr über den Nachbarn klettern, um zum Gang zu kommen.
Welche Sitztypen gibt es in der Swiss Senses Business Class?
Swiss bietet in der neuen Business Class fünf Sitztypen an. Sie unterscheiden sich bei Lage, Bettlänge, Stauraum und Privatsphäre, die Grundausstattung ist bei allen gleich.
| Sitztyp | Was ihn auszeichnet |
|---|---|
| Classic Seat | Standardplatz mit allen Grundfunktionen und flachem Bett von rund 2 Metern |
| Privacy Seat | Einzelplatz am Fenster, vom Gang abgerückt und durch Konsole und Schale abgeschirmt |
| Extra Long Bed | Bett mit 2,20 Metern Länge, eines der längsten in einer Business Class |
| Extra Space Seat | mehr Ablagefläche und Bewegungsfreiheit, 24-Zoll-Bildschirm |
| Business Suite | acht Plätze pro Flugzeug mit Schiebetür, eigenem Garderobenfach und 24-Zoll-Bildschirm |
Für Alleinreisende ist der Privacy Seat am Fenster die naheliegende Wahl. Er liegt näher an der Außenwand als am Gang, sodass Ihr vom Betrieb in der Kabine wenig mitbekommt. Großgewachsene Gäste profitieren vom Extra Long Bed, wer viel arbeitet oder Platz für Taschen braucht, vom Extra Space Seat.

Die acht Business Suiten liegen jeweils ganz vorne in den beiden Kabinenbereichen. Sie lassen sich mit einer Tür von der Kabine abtrennen. Die beiden mittleren Suiten einer Reihe sind über eine verstellbare Trennwand verbunden und werden als Honeymoon Suite für Paare vermarktet, die gemeinsam reisen.

Die Sitztypen entsprechen weitgehend denen der Lufthansa Allegris Business Class. Welche Plätze sich dort lohnen, lest Ihr in unserem Allegris Sitzvergleich.
Was kostet die Sitzplatzreservierung in der Swiss Senses Business Class?
Anders als bei Allegris ist bei Swiss der Großteil der Plätze für alle Gäste kostenlos reservierbar. Classic Seat, Privacy Seat und Extra Long Bed wählt Ihr ohne Aufpreis aus. Kostenpflichtig sind nur der Extra Space Seat und die Business Suite.
| Sitztyp | Ohne Status | Senator und HON Circle |
|---|---|---|
| Classic Seat | kostenlos | kostenlos |
| Privacy Seat | kostenlos | kostenlos |
| Extra Long Bed | kostenlos | kostenlos |
| Extra Space Seat | umgerechnet rund 209 Euro pro Flug | kostenlos, wenn verfügbar |
| Business Suite | umgerechnet rund 614 Euro pro Flug | kostenlos, wenn verfügbar |
Die Beträge hat Swiss im August 2025 gegenüber aeroTELEGRAPH bestätigt, sie werden in Franken berechnet und können je nach Strecke und Wechselkurs abweichen. Für Hin- und Rückflug in der Suite kommen so schnell über 1.100 Euro zum Ticketpreis hinzu. Einen Überblick über die Aufpreise bei Lufthansa, Austrian und anderen Airlines findet Ihr in unserem Guide zur Sitzplatzreservierung im Flugzeug.
Tipp: Mit dem Senator Status lohnt sich ein früher Blick in den Sitzplan. Die acht Suiten sind die begehrtesten Plätze an Bord und auf beliebten Flügen oft schon Wochen vorher vergeben.
Auf welchen Strecken fliegt die Swiss Senses Business Class?
Weil Swiss bisher nur wenige A350 in der Flotte hat, ist die Auswahl an Strecken noch klein. Nach Boston im November 2025 kam im Februar 2026 der zweite A350 mit dem Kennzeichen HB-IFB, im September 2026 nach Medienberichten der dritte. Bis Ende 2026 sollen es fünf Flugzeuge sein, insgesamt hat Swiss zehn A350-900 bestellt. Stand Oktober 2026 fliegt die neue Kabine auf diesen Strecken ab Zürich:
- Boston: seit November 2025, teilweise im Wechsel mit dem Airbus A330-300
- Seoul: seit dem 29. März 2026, im Sommerflugplan dreimal pro Woche
- Shanghai: ab dem 5. Oktober 2026 zunächst dreimal pro Woche, ab dem 25. Oktober 2026 täglich
- Johannesburg: ab dem 25. Oktober 2026 täglich
Nach Montreal war der A350 nur zwischen Ende Februar und Ende März 2026 im Einsatz, danach hat Swiss ihn wieder abgezogen. Welche weiteren Ziele die Airline auf der Langstrecke bedient, zeigt unser Überblick zum Swiss Streckennetz.

Der Einsatz der neuen Flugzeuge hat sich mehrfach verschoben. Shanghai war ursprünglich ab Anfang September 2026 geplant, dann ab Ende September, schließlich ab dem 5. Oktober 2026. Auch der zweite A350 kam mehrere Wochen später als vorgesehen.
Achtung: Eine Garantie auf die neue Kabine gibt es nicht. Swiss kann kurzfristig ein anderes Flugzeug einsetzen, dann sitzt Ihr in der bisherigen Business Class. Habt Ihr für Suite oder Extra Space Seat bezahlt, solltet Ihr die Gebühr in diesem Fall zurückfordern.
Wann bekommen Airbus A330 und Boeing 777 die neue Kabine?
Neben den neuen A350 rüstet Swiss auch einen Teil der bestehenden Flotte um. Den Anfang machen die 14 Airbus A330-300: Im Juli 2026 hat Swiss das erste Flugzeug mit dem Kennzeichen HB-JHC zum Umbau nach Hongkong geschickt. Nach bisheriger Planung soll es im Winterflugplan 2026/2027 mit der neuen Kabine zurückkehren.
Das erste Flugzeug dauert mehrere Monate, danach soll etwa alle sechs Wochen ein weiterer A330 folgen. Damit dürfte der Umbau bis Ende 2027 oder Anfang 2028 dauern. Nach dem Umbau hat der A330 insgesamt 227 statt 236 Sitze. Auf welchen Strecken die umgebauten Flugzeuge fliegen, hat Swiss noch nicht bekannt gegeben.

Die zwölf Boeing 777-300ER sind laut dem Zeitplan der Lufthansa Group erst ab Ende 2028 an der Reihe. Die Airbus A340-300 bekommen die neue Kabine nicht mehr, sie werden nach und nach durch die A350 ersetzt. Bis dahin fliegen sie weiter, unter anderem im Winter nach Montreal und Dubai.
Wie unterscheidet sich die bisherige Swiss Business Class?
Auf den meisten Langstreckenflügen sitzt Ihr bis auf Weiteres in der bisherigen Swiss Business Class im Airbus A330-300, A340-300 oder in der Boeing 777-300ER. Auch hier lassen sich alle Sitze in ein flaches Bett von rund 2 Metern verstellen, die Anordnung ist aber versetzt: Am Fenster wechseln sich Reihen mit einem Einzelsitz und Reihen mit zwei Sitzen ab, in der Mitte stehen immer zwei Plätze nebeneinander.
Dadurch hat nicht jeder Gast direkten Zugang zum Gang. Am begehrtesten sind die Einzelsitze am Fenster, die wegen der großen Ablageflächen auf beiden Seiten oft Thron genannt werden. Als wir die Business Class in der Boeing 777 nach Hongkong getestet haben, fanden wir den Sitz bequem, wenn auch etwas hart gepolstert, im Fußbereich wurde es im Liegen eng. Härte und Massagefunktion ließen sich immerhin per Knopfdruck einstellen.
| Bisherige Business Class | Swiss Senses Business Class | |
|---|---|---|
| Flugzeuge | A330-300, A340-300, Boeing 777-300ER | A350-900, ab Winter 2026/2027 erste A330-300 |
| Anordnung | versetzt, 1-2-1 und 2-2-1 | 1-2-1 |
| Direkter Gangzugang | nicht für alle Plätze | für alle Plätze |
| Suiten mit Tür | keine | acht pro Flugzeug |
| Sitzheizung und Kühlung | nein | ja |
Im Vergleich zu älteren Kabinen anderer Airlines ist die bisherige Swiss Business Class immer noch solide. Wer allein reist und einen Thron am Fenster bekommt, schläft dort gut, zu zweit sind die Doppelsitze am Fenster eine gute Wahl.
Was erwartet Euch beim Essen und in der Lounge?
Das Catering unterscheidet sich zwischen neuer und alter Kabine kaum. Auf allen Langstreckenflügen ab der Schweiz läuft das Programm Swiss Taste of Switzerland, bei dem alle drei Monate Köche aus einem anderen Kanton die Menüs für Business und First Class gestalten. Von September bis November 2026 kocht das Team des Restaurants Villa Sommerlust aus Schaffhausen, in der Business Class gibt es zum Beispiel Rauchlachs-Tatar mit Gazpacho und ein Pistazientörtchen.
Dazu kommen Schweizer Weine und eine Käseauswahl. Die Menüs von Taste of Switzerland gibt es auf allen Langstreckenflügen, Ihr bekommt sie also im A350 genauso wie in den älteren Flugzeugen.
Am Boden nutzt Ihr mit einem Business Class Ticket die Swiss Business Lounges in Zürich. Diese ziehen um: Im ersten Quartal 2027 eröffnet Swiss eine neue Business Lounge und eine neue Senator Lounge auf rund 2.600 Quadratmetern an der Südseite von Dock B. Die bisherigen Business, Senator und Alpine Lounges in Dock A schließen dann. Für Statusgäste empfehlen wir bis dahin die Swiss Senator Lounge im Dock E, von wo die meisten Langstreckenflüge starten.
Fazit zur Swiss Senses Business Class
Mit SWISS Senses hat Swiss ihre Business Class auf der Langstrecke deutlich modernisiert. Jeder Platz hat direkten Zugang zum Gang, dazu kommen Sitzheizung und Kühlung, größere Bildschirme und Suiten mit Tür. Positiv ist die Reservierungspolitik: Drei von fünf Sitztypen sind für alle Gäste kostenlos, Senatoren und HON Circle Member bekommen auch die Suite ohne Aufpreis, wenn sie frei ist.
Der Haken ist die Verfügbarkeit. Bis Ende 2026 fliegt die neue Kabine nur nach Boston, Seoul, Shanghai und Johannesburg, auf allen anderen Strecken bleibt es vorerst bei der bisherigen Business Class. Mit dem Umbau der A330 wird sich das bis Anfang 2028 spürbar ändern, die Boeing 777 folgen erst danach. Wer die neue Kabine sicher erleben will, prüft vor der Buchung den Flugzeugtyp.




