Plantours fährt mit einem einzigen Hochseeschiff, und genau daraus macht der Anbieter sein Argument: Auf der MS Hamburg reisen höchstens 400 Gäste, das Schiff misst 144 Meter und kommt damit in Häfen, die für die großen Einheiten nicht in Frage kommen.
Dazu kommt eine Flussflotte, die den größeren Teil des Programms ausmacht. Wir zeigen Euch, wie der Anbieter aufgestellt ist, was die MS Hamburg technisch und an Bord zu bieten hat und für welche Reisenden das Konzept passt.
Inhaltsverzeichnis
- Was ist Plantours Kreuzfahrten?
- Welche Schiffe gehören zur Flotte?
- Wie groß ist die MS Hamburg?
- Welche Kabinen gibt es auf der MS Hamburg?
- Wo wird an Bord gegessen?
- Was gibt es sonst an Bord?
- Wohin fährt die MS Hamburg?
- Wie umweltfreundlich fährt die MS Hamburg?
- Für wen lohnt sich eine Reise mit Plantours?
- Weitere Reedereien im Überblick
Was ist Plantours Kreuzfahrten?
Hinter der Marke steht die plantours Partner GmbH mit Sitz am Holzdamm in Hamburg, eingetragen beim Amtsgericht Hamburg. Ihr Jubiläum „35 Jahre Plantours” hat das Unternehmen 2024 gefeiert, es ist also seit Ende der Achtzigerjahre im Markt.
Der Anspruch steckt im Claim „Der Welt so nah”: Plantours positioniert sich ausdrücklich abseits des Massentourismus und setzt auf Routen, die kleinere Schiffe voraussetzen. Alles läuft auf Deutsch, von der Bordsprache bis zur Abrechnung in Euro. Damit ist der Anbieter im selben Feld unterwegs wie Phoenix Reisen und nicko cruises.
Welche Schiffe gehören zur Flotte?
Die Flotte teilt sich in ein Hochseeschiff und mehrere Flussschiffe. Für die Hochsee steht ausschließlich die MS Hamburg zur Verfügung, auf den Flüssen ist das Angebot deutlich breiter:
- MS Hamburg als einziges Hochseeschiff des Anbieters
- MS Lady Diletta als Flaggschiff der Flussflotte
- MS Lady Cristina, seit 2023 im Einsatz und ab Frankfurt unterwegs
- MS Sans Souci, MS Elegant Lady, MS Rousse Prestige, MS Monte Carlo und MS La Marguerite als weitere Flussschiffe
Wer über Plantours sucht, meint in aller Regel das Hochseeschiff. Deshalb geht es im Folgenden vor allem um die MS Hamburg.
Die Maße des Schiffes erklären, warum das Programm so aussieht, wie es aussieht.
Wie groß ist die MS Hamburg?
Das Schiff lief 1997 bei der MTW Wismar vom Stapel und wurde im Frühjahr 2020 umgebaut und modernisiert; für Herbst 2026 kündigt der Anbieter eine weitere Modernisierung an. Vermessen ist es mit 15.000 BRZ bei 144 Metern Länge, 21,5 Metern Breite und rund fünf Metern Tiefgang. Gefahren wird unter der Flagge von Nassau auf den Bahamas.
Zwei Angaben sind für die Routenwahl entscheidend. Erstens die Kapazität: maximal 400 Passagiere, betreut von 150 Crewmitgliedern, verteilt auf nur sechs Passagierdecks. Zweitens die Eisklasse 1B, die Fahrten in Polargewässern überhaupt erst ermöglicht. Genau deshalb stehen Antarktis, Grönland und Spitzbergen im Programm eines Schiffes dieser Größe.
Welche Kabinen gibt es auf der MS Hamburg?
Insgesamt gibt es 197 Kabinen, davon 134 außen und 63 innen; acht davon sind Suiten, zwei sind behindertengerecht ausgestattet. Die Grundrisse fallen nach heutigen Maßstäben kompakt aus:
- Innenkabine mit rund 13 Quadratmetern, auch als Einzel- und als Vierbettkabine mit Pullmanbetten
- Außenkabine mit rund 13 oder 15 Quadratmetern, teils mit Bullaugen statt Fenster
- Suite mit rund 27 Quadratmetern, Sofa, Schreibtisch und Sitzgruppe
- Balkonsuite mit rund 31,5 Quadratmetern, zwei Panoramafenstern und eigener Veranda
Beim Umbau 2020 hat Plantours auf den Decks 4 und 5 elektrisch absenkbare Infinity-Panoramafenster eingebaut. Das ist der eigentliche Unterschied zwischen den Decks: Wer die Kabine nicht nur zum Schlafen nutzen will, sollte dort buchen statt weiter unten, wo je nach Kabine zwei bis fünf Bullaugen für Licht sorgen.
Beim Essen arbeitet das Schiff mit einem Modell, das man auf großen Schiffen kaum noch findet.
Wo wird an Bord gegessen?
Das Alsterblick-Restaurant ist das Hauptrestaurant und arbeitet mit festen Tischplätzen für die gesamte Reise. Alle Gäste essen in einer einzigen Tischzeit, das Schiff braucht also keine zwei Durchgänge. Wer es lockerer mag, geht in den Palmgarten, das Buffet-Restaurant mit freier Platzwahl und direktem Ausgang zum Sonnendeck; der Buffetbereich dort heißt seit dem Umbau The Grill.
Dieses Modell hat eine praktische Folge, die man vor der Buchung kennen sollte: Ein fester Tisch bedeutet feste Tischnachbarn für die ganze Reise. Auf einer Weltreise über mehrere Wochen ist das entweder das Beste am Abend oder das Gegenteil davon.
Neben den beiden Restaurants ist das Bordangebot bewusst überschaubar gehalten.
Was gibt es sonst an Bord?
Drei Bars verteilen sich über das Schiff: die Bar in der Lounge, die beim Umbau deutlich vergrößerte Weinstube und die Poolbar auf dem Sonnendeck. Dazu kommen ein Friseur, ein Wellnessbereich, ein Bordhospital und zwei Fahrstühle. Ein Kasino, ein Theater mit großen Produktionen oder ein Kinderclub fehlen, und zwar erklärtermaßen.
Zwei Punkte fallen dafür positiv aus dem Rahmen. Erstens führt das Schiff Zodiacs für Expeditionsfahrten mit, was zusammen mit der Eisklasse die Anlandungen in Polarregionen erklärt. Zweitens gehören Lektorenvorträge und ein Concierge-Service zum Standard. Das Programm zielt also auf Einordnung des Reiseziels, nicht auf Unterhaltung an Bord.
Wohin die MS Hamburg damit fährt, ist für ein Schiff dieser Größe bemerkenswert weit gefasst.
Wohin fährt die MS Hamburg?
Das Fahrtgebiet reicht von Europa bis in beide Polarregionen. Im Programm stehen unter anderem Norwegen mit Nordkap, Spitzbergen, Island, Grönland, Ostsee, Nordsee, Mittelmeer und Ägäis, dazu Kanaren, Kapverden und Nordafrika. Auf der anderen Seite des Atlantiks kommen Karibik, Kuba, Panamakanal, Große Seen, Südamerika, Chilenische Fjorde, Südgeorgien und Antarktis hinzu.
Auch Indien, die Malediven, die Seychellen, Madagaskar und Südafrika finden sich im Angebot. Für ein Schiff mit 400 Gästen ist das eine ungewöhnlich große Bandbreite, und sie ist der Kern des Versprechens: Reiseziele, die große Schiffe entweder nicht anlaufen können oder nicht anlaufen wollen.
Wie umweltfreundlich fährt die MS Hamburg?
Plantours benennt für das Schiff eine Reihe konkreter Maßnahmen, was bei einem Baujahr von 1997 nicht selbstverständlich ist:
- seit dem 1. Januar 2020 freiwilliger Verzicht auf Schweröl in allen Fahrtgebieten, gefahren wird mit schwefelarmem Marine-Gasöl
- Müllverbrennungs-, Bioklär- und Osmoseanlage an Bord
- Routenplanung unterhalb der möglichen Höchstgeschwindigkeit, was nach Angaben des Anbieters mehr als ein Drittel Treibstoff spart
- TBT- und biozidfreier Anstrich des Schiffskörpers gegen Bewuchs
Das ersetzt keinen Hybridantrieb, wie ihn etwa die norwegische Küstenflotte inzwischen führt. Es ist aber mehr, als die meisten Anbieter für ein Schiff dieses Jahrgangs überhaupt ausweisen.
Für wen lohnt sich eine Reise mit Plantours?
Das Konzept passt zu Reisenden, die deutschsprachig unterwegs sein wollen, denen das Ziel wichtiger ist als das Bordprogramm und die ein überschaubares Schiff einem großen vorziehen. Wer eine Antarktis- oder Grönlandreise auf Deutsch sucht, findet auf dem Markt ohnehin nur eine Handvoll Möglichkeiten, und die MS Hamburg ist eine davon.
Weniger geeignet ist sie für alle, die Wert auf große Kabinen legen: Mit 13 bis 15 Quadratmetern in den Standardkategorien liegt das Schiff deutlich unter dem, was neuere Schiffe bieten. Auch wer Balkon erwartet, wird enttäuscht, denn den gibt es ausschließlich in der teuersten Suitenkategorie.
Weitere Reedereien im Überblick
Zum Vergleich innerhalb des deutschsprachigen Marktes lohnen sich diese Seiten:
- Phoenix Reisen mit vier ähnlich kleinen Schiffen aus Bonn
- nicko cruises mit Fluss- und Hochseereisen unter einer Marke
- Hurtigruten Postschiffe für alle, die es vor allem nach Norwegen zieht
Wo Plantours zwischen den übrigen Anbietern steht, ordnet unsere Übersicht der Kreuzfahrt-Reedereien ein.



