Die MS Hamburg ist das einzige Hochseeschiff von Plantours Kreuzfahrten und mit 400 Gästen eines der kleinsten Schiffe im deutschsprachigen Markt. Genau daraus zieht sie ihren Zweck: Sie fährt Ziele an, die Schiffen mit mehreren tausend Passagieren verschlossen bleiben – von der Antarktis bis zu den Großen Seen in Nordamerika.
Kreuzfahrt mit Plantours
- MS Hamburg mit höchstens 400 Gästen auf 144 Metern
- Häfen, die großen Schiffen verschlossen bleiben stehen offen
- Dazu eine eigene Flussflotte Hochsee und Fluss aus einer Hand
- Durchgehend deutschsprachig unterwegs
Im Winter 2026 geht sie für mehrere Wochen ins Dock, und der Umbau verändert zum ersten Mal die Kabinenstruktur. Wir zeigen Euch die Eckdaten, was an Bord erwartet, was sich ändert und für wen dieses Schiff das richtige ist.
Das Wichtigste in Kürze
- Die MS Hamburg fasst maximal 400 Gäste, betreut von rund 150 Crewmitgliedern
- Sie misst 15.000 BRZ bei 144 Metern Länge und verteilt sich auf sechs Passagierdecks
- Gebaut 1997 bei der MTW Wismar; bis 2012 fuhr sie als C. Columbus für Hapag-Lloyd
- Eisklasse 1B und die geringe Größe öffnen Polarregionen ebenso wie die Großen Seen
- Im November und Dezember 2026 wird sie umgebaut – erstmals entstehen Mini-Suiten mit Veranda
Die folgenden Abschnitte gehen durch Baudaten, Kabinen, Gastronomie und Fahrtgebiete – und vor allem durch die Frage, die bei diesem Schiff alles erklärt: warum ausgerechnet die Größe das Programm möglich macht.
Inhaltsverzeichnis
- Die MS Hamburg im Überblick
- Warum kommt die MS Hamburg dorthin, wo andere nicht hinkommen?
- Was ändert der Umbau im Winter 2026?
- Welche Kabinen gibt es an Bord?
- Wo wird an Bord gegessen?
- Was gibt es sonst an Bord?
- Wie umweltfreundlich fährt die MS Hamburg?
- Wohin fährt die MS Hamburg?
- Was ist im Reisepreis enthalten?
- Für wen lohnt sich die MS Hamburg?
- Weitere Schiffe und Anbieter im Überblick
Die MS Hamburg im Überblick
Plantours fährt nur ein einziges Hochseeschiff, und die MS Hamburg ist es. Wer den Anbieter sucht, meint in aller Regel dieses Schiff. Es ist bewusst klein gehalten, deutschsprachig geführt und auf Reiseziele ausgelegt statt auf Bordunterhaltung.
Wie groß ist die MS Hamburg?
Vermessen ist das Schiff mit rund 15.000 BRZ bei 144 Metern Länge, 21,5 Metern Breite und etwa fünf Metern Tiefgang. Die Gäste verteilen sich auf sechs Passagierdecks, gefahren wird unter der Flagge von Nassau auf den Bahamas. Zum Einordnen: Ein aktuelles Mainstream-Schiff misst schnell das Fünfzehnfache an Tonnage.
Wie viele Gäste passen an Bord?
Maximal 400 Gäste reisen mit, betreut von rund 150 Crewmitgliedern. Das ergibt etwa 2,7 Gäste je Besatzungsmitglied – kein Luxusverhältnis wie bei den Ultra-Luxus-Reedereien, für ein Schiff dieser Preisklasse aber ein guter Wert. Praktisch merkt man es weniger am Service als an der Abwesenheit von Warteschlangen: Bei 400 Gästen gibt es weder am Buffet noch am Tender ein Gedränge.
Wer hat das Schiff gebaut?
Gebaut wurde es 1997 bei der MTW Schiffswerft in Wismar. Die ersten fünfzehn Jahre fuhr es als C. Columbus für Hapag-Lloyd Cruises, seit 2012 gehört es zum Programm von Plantours und trägt den Namen MS Hamburg. Angetrieben wird es von vier Wärtsilä-Dieselmotoren mit zusammen gut zehn Megawatt, die auf zwei Verstellpropeller arbeiten; die Dienstgeschwindigkeit liegt bei 16 Knoten.
Für die Einordnung ist die Herkunft relevanter, als sie klingt. Das Schiff wurde für Hapag-Lloyd als Expeditions- und Nischenschiff konzipiert, nicht als Ferienschiff. Genau diese Auslegung – schmaler Rumpf, verstärkter Bug, überschaubare Gästezahl – ist der Grund, warum es heute Routen fahren kann, die für Neubauten dieser Preisklasse unerreichbar sind.
Wie weit dieses Format tatsächlich trägt, zeigt sich weniger an der Ausstattung als an den Reisezielen.
Warum kommt die MS Hamburg dorthin, wo andere nicht hinkommen?
Diese Frage ist der Kern des ganzen Schiffes. Zwei bauliche Eigenschaften öffnen ihr Fahrtgebiete, die für die meisten Kreuzfahrtschiffe schlicht nicht befahrbar sind – und beide haben nichts mit Ausstattung zu tun, sondern mit Maßen und Rumpf.
Was bedeutet die Eisklasse 1B?
Eisklassen beschreiben, wie stark ein Rumpf für die Fahrt in Eis verstärkt ist. Die MS Hamburg führt die Klasse 1B, die Fahrten in eisbedecktem Wasser mit Unterstützung erlaubt. Das ist keine Eisbrecherklasse, reicht aber aus, um Spitzbergen, Grönland und die Antarktische Halbinsel im Sommer der jeweiligen Halbkugel anzulaufen.
Dazu führt das Schiff Zodiacs mit, also die Schlauchboote, mit denen Anlandungen abseits von Hafenanlagen überhaupt erst möglich werden. Ein Schiff ohne diese Kombination aus Eisklasse und Zodiacs kann Polarregionen bestenfalls vom Wasser aus zeigen.
Wie kommt das Schiff auf die Großen Seen?
Das ist die zweite Besonderheit und im deutschsprachigen Markt eine Rarität. Um von Montreal aus in die Großen Seen zu gelangen, muss ein Schiff durch die Schleusen des Sankt-Lorenz-Seewegs passen. Deren Kammern setzen eine harte Obergrenze für Länge und Breite – und die meisten Kreuzfahrtschiffe überschreiten sie deutlich.
Mit 144 Metern Länge und 21,5 Metern Breite bleibt die MS Hamburg darunter. Sie kann deshalb bis in die Großen Seen fahren und Städte wie Toronto, Detroit oder Chicago vom Wasser aus erreichen. Für Reisende ist das der greifbarste Beleg dafür, dass die geringe Größe bei diesem Schiff kein Kompromiss ist, sondern die Voraussetzung des Programms.
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Vermessung | 15.000 BRZ |
| Länge | 144 Meter |
| Breite | 21,5 Meter |
| Tiefgang | rund 5 Meter |
| Passagierdecks | 6 |
| Gäste maximal | 400 |
| Crew | rund 150 |
| Eisklasse | 1B |
| Baujahr | 1997 |
Diese Ziele ermöglicht erst die geringe Größe
- Die Großen Seen in den USA und Kanada über die Schleusen des Sankt-Lorenz-Seewegs
- Anlandungen in Grönland, auf Spitzbergen und an der Antarktischen Halbinsel
- Kleine Häfen im Mittelmeer und in der Ägäis, die Großschiffe auslassen
- Die Chilenischen Fjorde und Südgeorgien im Süden Amerikas
Was ändert der Umbau im Winter 2026?
Anfang November 2026 geht die MS Hamburg in eine Werft in Istanbul und bleibt dort bis zum 11. Dezember. Es ist der zweite größere Umbau nach 2020 – und der erste, der die Kabinenstruktur selbst verändert und nicht nur den Ausbauzustand auffrischt.
Was passiert an Bord?
Alle Kabinen bekommen ein neues Design. Der eigentliche Eingriff sind aber vier neue Mini-Suiten mit eigener Veranda: Bislang gibt es einen privaten Außenbereich ausschließlich in der teuersten Suitenkategorie. Dazu kommen eine neu gestaltete Lounge und ein aufgefrischter Poolbereich mit neuem Bodenbelag im maritimen Stil.
Der Anbieter betont, dass der Charakter des Schiffes erhalten bleibt. Das ist glaubwürdig, denn der Umbau vergrößert weder die Gästezahl noch die öffentlichen Flächen – er verteilt vorhandenen Raum neu und hebt den Ausstattungsstand.
Was bedeutet das für die Buchung?
Zwei Dinge sind praktisch relevant. Erstens fällt die Weltreise im Winter 2026/27 aus, weil der Werftaufenthalt genau in dieses Fenster fällt. An ihre Stelle treten zwei Nordkap-Reisen im Januar und Februar 2027, die durch die norwegischen Winterfjorde führen und Nordlichter in Aussicht stellen.
Zweitens beschreiben Reiseberichte, Kabinenfotos und Deckpläne aus der Zeit vor Dezember 2026 einen anderen Innenausbau. Wer für 2027 bucht und sich an älteren Bewertungen orientiert, sollte das Datum jeder Quelle prüfen – gerade bei den Kabinen, die als Einziges wirklich neu gestaltet werden.
Wer dagegen den Zustand vor dem Umbau kennt und mochte, muss nichts befürchten: Restaurants, Bars und Bordkonzept bleiben unverändert, und die Gästezahl steigt nicht.
Welche Kabinen gibt es an Bord?
Das Schiff führt 197 Kabinen, dazu acht Suiten. 134 davon liegen außen, 63 innen, zwei sind behindertengerecht ausgestattet. Die Grundrisse fallen nach heutigen Maßstäben kompakt aus – das ist der Preis für ein Schiff dieser Größe und sollte vor der Buchung klar sein.
- Innenkabine mit rund 13 Quadratmetern, auch als Einzel- und als Vierbettkabine mit Pullmanbetten
- Außenkabine mit rund 13 oder 15 Quadratmetern, je nach Deck mit Fenster oder Bullaugen
- Suite mit rund 27 Quadratmetern, Sofa, Schreibtisch und Sitzgruppe
- Balkonsuite mit rund 31,5 Quadratmetern, zwei Panoramafenstern und eigener Veranda
Wichtiger als die Kategorie ist auf diesem Schiff allerdings die Frage, auf welchem Deck die Kabine liegt.
Welches Deck sollte man wählen?
Hier liegt die wichtigste Entscheidung, und sie hat nichts mit der Kategorie zu tun. Beim Umbau 2020 hat Plantours auf den Decks 4 und 5 elektrisch absenkbare Panoramafenster eingebaut. Weiter unten sorgen je nach Kabine zwei bis fünf Bullaugen für Licht – ausreichend zum Schlafen, aber kein Vergleich, wenn man die Kabine tagsüber nutzen möchte.
Auf einer Route mit vielen Seetagen oder in einer Landschaftsregion wie den Fjorden zahlt sich der Aufpreis für ein oberes Deck deshalb deutlicher aus als ein paar Quadratmeter mehr Fläche. Auf einer Mittelmeerreise mit dichtem Hafenprogramm fällt er dagegen kaum ins Gewicht.
Ab Dezember 2026 kommt mit den vier neuen Mini-Suiten eine Zwischenstufe dazu, die es bisher nicht gab: eigener Außenbereich, ohne gleich die teuerste Kategorie buchen zu müssen. Bei nur vier Einheiten dürften sie allerdings früh vergeben sein.
Wo wird an Bord gegessen?
Die MS Hamburg arbeitet mit einem Modell, das auf großen Schiffen praktisch verschwunden ist: feste Tischplätze für die gesamte Reise. Das Alsterblick-Restaurant ist das Hauptrestaurant, und alle Gäste essen in einer einzigen Tischzeit – bei 400 Passagieren braucht es keine zwei Durchgänge.
Das hat eine Folge, die man vor der Buchung kennen sollte: Ein fester Tisch bedeutet feste Tischnachbarn. Auf einer Reise über mehrere Wochen ist das entweder der beste Teil des Abends oder genau das Gegenteil. Wer lieber flexibel bleibt, weicht auf den Palmgarten aus, das Buffet-Restaurant mit freier Platzwahl und direktem Ausgang zum Sonnendeck; der Buffetbereich dort heißt seit dem Umbau The Grill.
Neben den beiden Restaurants prägen vor allem die Bars den Abend an Bord.
Welche Bars gibt es?
Drei Bars verteilen sich über das Schiff: die Bar in der Lounge als zentraler Treffpunkt, die beim Umbau 2020 deutlich vergrößerte Weinstube und die Poolbar auf dem Sonnendeck. Mehr ist es nicht – und mehr braucht ein Schiff mit 400 Gästen auch nicht, um am Abend nicht leer zu wirken.
Über Restaurants und Bars hinaus fällt das Bordangebot bewusst knapp aus.
Was gibt es sonst an Bord?
Das Bordangebot ist bewusst überschaubar gehalten. Es gibt eine Sauna, einen Wellnessbereich mit Massagen und kosmetischen Behandlungen, einen Friseur, ein Bordhospital und zwei Fahrstühle. Der beheizte Süßwasserpool liegt auf dem Sonnendeck, der Fitnessbereich hat Meerblick, und gegen Seegang arbeiten Stabilisatoren.
Ebenso wichtig ist, was fehlt – und zwar erklärtermaßen: kein Kasino, kein Theater mit großen Produktionen, kein Kinderclub. Wer ein Bordprogramm im Stil der großen Reedereien erwartet, ist auf diesem Schiff falsch.
Stattdessen setzt Plantours auf Einordnung: Lektorenvorträge zum jeweiligen Reisegebiet und ein Concierge-Service gehören zum Standard, nach der Abendshow gibt es einen Mitternachtsimbiss. Das Programm zielt auf das Reiseziel, nicht auf Unterhaltung an Bord.
Wie läuft ein Tag an Bord ab?
Der Rhythmus ergibt sich aus der Größe. Es gibt eine Tischzeit im Hauptrestaurant, einen Pool, drei Bars und einen Vortragsraum – wer an Bord ist, trifft im Lauf einer Reise zwangsläufig immer wieder dieselben Menschen. Das ist der Unterschied zu einem Großschiff, auf dem man Mitreisende nach dem ersten Abend nie wiedersieht.
Getaktet wird der Tag von den Häfen und den Lektorenvorträgen, nicht von einem Unterhaltungsprogramm. Auf Seetagen füllen Vorträge zum Reisegebiet die Lücke, abends gibt es eine Show im kleinen Rahmen und danach den Mitternachtsimbiss. Wer Ruhe sucht, findet sie; wer Abwechslung im Stundentakt erwartet, wird sie vermissen.
Wie umweltfreundlich fährt die MS Hamburg?
Bei einem Schiff mit Baujahr 1997 ist die Frage berechtigt, und Plantours benennt dazu konkrete Maßnahmen statt allgemeiner Absichtserklärungen:
- Seit dem 1. Januar 2020 freiwilliger Verzicht auf Schweröl in allen Fahrtgebieten – gefahren wird mit schwefelarmem Marine-Gasöl
- Müllverbrennungs-, Bioklär- und Osmoseanlage an Bord
- Routenplanung unterhalb der möglichen Höchstgeschwindigkeit, was nach Angaben des Anbieters mehr als ein Drittel Treibstoff spart
- TBT- und biozidfreier Anstrich des Rumpfes gegen Bewuchs
Einordnen sollte man das nüchtern. Ein Hybridantrieb, wie ihn die norwegische Küstenflotte inzwischen führt, ist das nicht, und ein Neubau wäre in der Bilanz ohnehin besser. Für ein Schiff dieses Jahrgangs ist es aber mehr, als die meisten Anbieter überhaupt ausweisen – und der Verzicht auf Schweröl ist die Maßnahme mit dem größten unmittelbaren Effekt.
Der Punkt mit der größten Wirkung steht dabei nicht auf der Liste: Ein Schiff mit 400 Gästen verbraucht in absoluten Zahlen einen Bruchteil dessen, was ein Schiff mit 5.000 Gästen benötigt. Pro Person gerechnet dreht sich das Bild allerdings, weil sich der Grundverbrauch auf weniger Köpfe verteilt.
Wo beginnt eine Reise mit der MS Hamburg?
Das hängt am Fahrtgebiet und ist der Posten, der die Gesamtkosten am stärksten bewegt. Ein Teil des Europaprogramms startet in deutschen Häfen – dann entfällt der Flug komplett, und die Reise beginnt mit einer Bahnfahrt. Für die Nordkap-Reisen im Winter 2027 hat der Anbieter genau das angekündigt.
Anders sieht es bei den Fernrouten aus. Antarktis, Chilenische Fjorde, Große Seen oder Südafrika verlangen einen Interkontinentalflug, der im Reisepreis nicht immer enthalten ist. Bei einer Antarktisreise summiert sich allein die Anreise nach Südamerika schnell auf einen vierstelligen Betrag pro Person.
Prüft deshalb bei jedem Angebot, ob An- und Abreise Bestandteil des Pakets sind. Zwei Reisen mit ähnlichem Kreuzfahrtpreis können sich dadurch um mehrere tausend Euro unterscheiden – und bei diesem Anbieter ist die Spanne der Fahrtgebiete so groß, dass beide Fälle im selben Katalog stehen.
Ist das ein Expeditionsschiff?
Nicht im engeren Sinn, aber näher dran als die meisten Schiffe seiner Größenklasse. Die Eisklasse 1B und die mitgeführten Zodiacs erlauben Anlandungen abseits von Hafenanlagen – das ist die technische Grundlage jeder Expeditionsreise. Was fehlt, ist ein ständiges Expeditionsteam im Umfang spezialisierter Anbieter.
Praktisch heißt das: In den Polarregionen bekommt Ihr Anlandungen und fachliche Einordnung durch Lektoren, aber kein tägliches Programm aus Kajaktouren, Schneeschuhwanderungen und Citizen Science wie auf einem reinen Expeditionsschiff. Wer genau das sucht, ist bei den spezialisierten Flotten besser aufgehoben und zahlt dafür deutlich mehr.
Die MS Hamburg besetzt damit eine Position, die es im deutschsprachigen Markt selten gibt: ein klassisches Kreuzfahrtschiff mit Vollpension und fester Tischzeit, das trotzdem in der Antarktis anlanden kann.
Wie schlägt sie sich gegen die Wettbewerber?
Im deutschsprachigen Markt konkurriert die MS Hamburg vor allem mit den Schiffen von Phoenix Reisen und nicko cruises. Alle drei Anbieter zielen auf dieselbe Erwartung: deutsche Bordsprache, überschaubare Schiffe, Ziel vor Bordprogramm. Die Unterschiede liegen im Detail.
Der Vorteil der MS Hamburg ist ihre Reichweite. Eisklasse und Schleusenmaß erschließen ihr Polarregionen und die Großen Seen – eine Kombination, die sonst kein Schiff dieser Größenklasse im deutschsprachigen Programm bietet. Der Nachteil sind die Kabinengrößen, bei denen neuere Schiffe klar vorn liegen.
Wer also nach Norwegen oder ins Mittelmeer will, findet Alternativen mit mehr Komfort zum ähnlichen Preis. Wer in die Antarktis oder auf die Großen Seen möchte und dabei auf Deutsch reisen will, hat kaum eine Wahl – und genau dort liegt der Wert dieses Schiffes.
Wie wird an Bord bezahlt?
Abgerechnet wird in Euro über das Bordkonto, und die Bordsprache ist durchgehend Deutsch – von der Ansage bis zur Speisekarte. Für Reisende, die auf internationalen Schiffen schon einmal an der Sprachbarriere hingen, ist das der eigentliche Komfortgewinn dieses Anbieters.
Praktisch heißt es außerdem: keine Fremdwährungsgebühr auf der Bordrechnung, wie sie bei den in US-Dollar abrechnenden Reedereien anfällt. Bei einer mehrwöchigen Reise mit Ausflügen und Getränkepaket ist das ein Posten, der sonst schnell im zweistelligen Bereich landet – auf diesem Schiff entfällt er komplett.
Gibt es ein Treueprogramm?
Nein. Ein öffentlich ausgewiesenes Stammgastprogramm mit Punkten, Stufen und festen Vorteilen führt Plantours weder für die MS Hamburg noch für die Flussschiffe. Wiederkehrende Gäste sollten deshalb gezielt beim Veranstalter nach Konditionen für Bestandskunden fragen, statt automatische Statusleistungen zu erwarten – anders als bei den großen Reedereien passiert hier nichts von selbst.
Wohin fährt die MS Hamburg?
Für ein Schiff mit 400 Gästen ist die Bandbreite ungewöhnlich groß. In Europa stehen Norwegen mit Nordkap, Spitzbergen, Island, Grönland, Ostsee, Nordsee, Mittelmeer und Ägäis im Programm, dazu Kanaren, Kapverden und Nordafrika.
Auf der anderen Seite des Atlantiks kommen Karibik, Kuba, der Panamakanal, die Großen Seen, Südamerika, die Chilenischen Fjorde, Südgeorgien und die Antarktis hinzu. Auch Indien, die Malediven, die Seychellen, Madagaskar und Südafrika finden sich im Angebot.
Diese Liste ist kein Marketing, sondern die direkte Folge der Bauweise. Ein Schiff, das durch die Schleusen bei Montreal passt und zugleich Eisklasse 1B führt, kann Reviere kombinieren, die sonst verschiedene Schiffstypen erfordern. Im Winter 2026/27 entfällt allerdings die sonst übliche Weltreise wegen des Werftaufenthalts; stattdessen stehen zwei Nordkap-Reisen im Januar und Februar 2027 an.
Was ist im Reisepreis enthalten?
Plantours arbeitet mit Vollpension. Dazu gehören das Frühstück samt Säften, Wasser, Kaffee und Sekt, Mittag- und Abendessen, eine ganztägige Kaffee- und Teestation sowie der Nachmittagsservice mit Kuchen und Snacks. Willkommens- und Abschiedscocktail sind ebenfalls enthalten.
Getränke außerhalb dieser Zeiten sind es nicht. Wer regelmäßig Wein zum Essen trinkt, sollte eines der Getränkepakete vorab buchen – sie lassen sich vor der Reise dazunehmen und machen die Bordrechnung planbar. Das ist der wesentliche Unterschied zu den Ultra-Luxus-Anbietern, bei denen Getränke pauschal im Preis stecken.
Nicht enthalten sind außerdem Landausflüge, Wellnessbehandlungen und der Friseur. Bei einem Schiff, dessen Programm auf Ziele ausgelegt ist, gehören die Ausflüge zum ernstzunehmenden Budgetposten und nicht zu den Kleinbeträgen.
Für wen lohnt sich die MS Hamburg?
Das Schiff passt zu Reisenden, die deutschsprachig unterwegs sein möchten, denen das Ziel wichtiger ist als das Bordprogramm und die ein überschaubares Schiff einem großen vorziehen. Wer eine Antarktis- oder Grönlandreise auf Deutsch sucht, findet auf dem Markt ohnehin nur eine Handvoll Möglichkeiten – und diese ist eine davon.
Weniger geeignet ist sie für alle, die Wert auf große Kabinen legen: Mit 13 bis 15 Quadratmetern in den Standardkategorien liegt das Schiff deutlich unter dem, was neuere Einheiten bieten. Auch wer einen Balkon erwartet, wird bislang enttäuscht – den gibt es nur in der teuersten Suitenkategorie, und ab Dezember 2026 zusätzlich in vier Mini-Suiten.
Wie sich Plantours im deutschsprachigen Markt einordnet und welche Flussschiffe der Anbieter außerdem fährt, steht in unserem Plantours Guide.
Kreuzfahrt mit Plantours
- MS Hamburg mit höchstens 400 Gästen auf 144 Metern
- Häfen, die großen Schiffen verschlossen bleiben stehen offen
- Dazu eine eigene Flussflotte Hochsee und Fluss aus einer Hand
- Durchgehend deutschsprachig unterwegs
Das solltet Ihr vor der Buchung wissen
- Die Standardkabinen messen 13 bis 15 Quadratmeter – nach heutigen Maßstäben kompakt
- Feste Tischzeit und feste Tischnachbarn für die gesamte Reise im Hauptrestaurant
- Einen eigenen Balkon gibt es nur in der teuersten Suite, ab Dezember 2026 zusätzlich in vier Mini-Suiten
- Getränke außerhalb der Mahlzeiten, Landausflüge und Wellness werden separat berechnet
- Reiseberichte von vor Dezember 2026 beschreiben einen anderen Kabinenausbau
Weitere Schiffe und Anbieter im Überblick
Für die Einordnung im deutschsprachigen Markt helfen diese Seiten:
- Plantours Guide mit der Flussflotte und dem Anbieterprofil
- Hurtigruten Postschiffe als Alternative für Norwegen
- MS Fridtjof Nansen als größeres Expeditionsschiff für die Polarregionen
Wo Plantours zwischen den übrigen Reedereien steht, ordnet unsere Übersicht der Kreuzfahrt-Reedereien ein.



