Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen nach Saudi-Arabien. Grund sind wiederholte Angriffe auf Flughäfen des Landes – allen voran auf den internationalen Flughafen der Hauptstadt Riad.
Für Urlauber, Geschäftsreisende und Pilger hat die Reisewarnung ganz praktische Folgen: Reiseveranstalter sagen Touren ab, Airlines streichen Flüge und gebuchte Pauschalreisen lassen sich in vielen Fällen kostenfrei stornieren. Wir fassen zusammen, was Ihr jetzt wissen müsst.
Das Wichtigste in Kürze
- Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen nach Saudi-Arabien und ausdrücklich vor der Nutzung des Flughafens Riad
- Der Flughafen Riad bleibt voraussichtlich bis zum späten Abend des 17. Oktober 2026 gesperrt
- Pauschalreisen lassen sich in der Regel kostenfrei stornieren, reine Flugbuchungen dagegen nicht
Auswärtiges Amt warnt ausdrücklich vor dem Flughafen Riad
Auf seiner Länderseite zu Saudi-Arabien spricht das Auswärtige Amt inzwischen eine Reisewarnung für das gesamte Land aus. Im Juni hatte die Behörde die Reisewarnungen für mehrere Golfstaaten aufgehoben und für Saudi-Arabien nur noch vor Reisen in die Grenzregionen zum Jemen gewarnt. Begründet wird die Verschärfung mit den Angriffen der Huthi-Miliz, die sich vor allem gegen Flughäfen richten. Neben Riad war zuletzt auch der Flughafen in Dammam betroffen.

Vor der Nutzung des internationalen Flughafens Riad warnt das Amt ausdrücklich. Auch an den übrigen Flughäfen des Landes sei der Flugverkehr derzeit unregelmäßig und riskant, kurzfristige Streichungen und größere Verspätungen sind jederzeit möglich. Laut einer Luftfahrerinformation (NOTAM) bleibt der Flughafen der Hauptstadt bis zum 17. Oktober 2026 um 23 Uhr deutscher Zeit gesperrt, wie airliners.de berichtet.

Viele Airlines haben ihre Verbindungen ohnehin bereits ausgesetzt. Die Lufthansa Group fliegt Riad mindestens bis zum 16. Oktober 2026 nicht an, Air France-KLM hat die Riad-Flüge sogar bis Ende Oktober gestrichen. Qatar Airways setzt Verbindungen nach Riad und Dammam vorübergehend aus, Etihad streicht die Flüge zwischen Abu Dhabi und Riad bis zum 19. Oktober.
Wer sich aktuell in Saudi-Arabien aufhält, sollte sich in die Krisenvorsorgeliste des Auswärtigen Amts eintragen. Vor der Fahrt zum Flughafen rät das Amt außerdem, sich über die Sicherheitslage vor Ort zu informieren und den Status des Fluges direkt bei der Airline oder beim Reiseveranstalter zu prüfen.
Pauschalreisen lassen sich meist kostenfrei stornieren – reine Flüge nicht
Eine Reisewarnung ist kein Reiseverbot. Sie gilt aber als starkes Indiz für außergewöhnliche Umstände – und damit können Urlauber eine gebuchte Pauschalreise in der Regel kostenfrei stornieren. Voraussetzung ist, dass die Gefahr zum Reisebeginn konkret oder sehr wahrscheinlich besteht. Reiserechtler halten einen Rücktritt etwa drei bis vier Wochen vor der Abreise für vertretbar, wie die dpa berichtet.
Viele Veranstalter haben ohnehin schon reagiert. Dertour hat Reisen nach Saudi-Arabien bis Ende Oktober abgesagt, Kunden konnten umbuchen oder bekamen ihr Geld zurück. Bei Gebeco sind bis zum Jahresende keine weiteren Abreisen in das Land geplant.
Anders sieht es bei Flügen aus, die Ihr direkt bei einer Airline gebucht habt: Allein wegen der Reisewarnung gibt es keinen Anspruch auf eine kostenlose Stornierung. Hier bleibt nur die Kulanz der Airlines, etwa in Form von Umbuchungsangeboten. Streicht die Airline den Flug selbst, zum Beispiel wegen der Flughafensperrung, bekommt Ihr den Ticketpreis erstattet – mehr dazu in unserem Guide zu den Fluggastrechten bei Annullierung. Für separat gebuchte Hotels gelten die jeweiligen Stornobedingungen.
Pilger, die bereits für den Hadsch im Mai 2027 gebucht haben, sollten nicht vorschnell stornieren, sondern die Lage beobachten und sich mit ihrem Veranstalter abstimmen. Die Pilgerreisen werden über die staatliche Plattform Nusuk organisiert. Wie es mit den Flugverbindungen in die Golfregion weitergeht, verfolgen wir in unserem Nahost-Update mit allen aktuellen Streichungen und Wiederaufnahmen der Airlines.
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