Die Commerzbank hat die Zinsen ihres Festgeldkontos erneut angehoben – und diesmal trifft es fast die gesamte Staffel. Am stärksten legen die mittleren Laufzeiten zu: Zwischen zwei und vier Jahren kommen bis zu 0,40 Prozentpunkte hinzu.
Commerzbank Festgeld
- 2,05 bis 3,1 Prozent Zinsen pro Jahr
- 6 Monate bis 10 Jahre Anlagedauer
- Ab 1.000 Euro Anlagebetrag
- Zinsausschüttung zum Laufzeitende
- Hervorragende Einlagensicherung
Für eine Filialbank ist das ein bemerkenswerter Schritt, denn traditionell zahlen die großen Häuser beim Festgeld weniger als die Direktbanken. Gemessen an den Spitzenreitern im Festgeld-Vergleich bleibt trotzdem Luft nach oben.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Höchstsatz über zehn Jahre steigt von 3 auf 3,1 Prozent
- Vier Jahre springen von 2,6 auf 3 Prozent – der größte Einzelsprung
- Angelegt werden können weiterhin 1.000 bis 5.000.000 Euro
Bis zu 3,1 Prozent – die mittleren Laufzeiten legen am stärksten zu
Den kräftigsten Aufschlag gibt es bei vier Jahren: 3 statt 2,6 Prozent bedeuten ein Plus von 0,40 Prozentpunkten. Zwei und drei Jahre ziehen um jeweils 0,35 Punkte auf 2,95 Prozent nach, zwölf Monate steigen von 2,5 auf 2,75 Prozent.
Unverändert bleibt allein das Halbjahresfestgeld bei 2,05 Prozent. Am langen Ende fällt die Anhebung kleiner aus, weil dort bereits Anfang September nachgebessert worden war: Fünf bis neun Jahre kommen jetzt einheitlich auf 3 Prozent, zehn Jahre auf 3,1 Prozent. Die Kurve ist damit deutlich flacher geworden – wer länger als vier Jahre bindet, bekommt dafür nur noch 0,1 Prozentpunkte mehr.
Für Privatkunden startet das Angebot bei sechs Monaten
Ein Detail, das leicht übersehen wird: Die im Preisaushang zusätzlich genannten Laufzeiten über drei, vier und fünf Monate sind Unternehmerkunden vorbehalten. Für Privatkunden beginnt das Festgeld bei sechs Monaten. Die Zinsen werden am Ende der Laufzeit ausgezahlt, angelegt werden können 1.000 bis 5.000.000 Euro.
| Laufzeit | Zinssatz |
|---|---|
| 6 Monate | 2,05 Prozent pro Jahr |
| 1 Jahr | 2,75 Prozent pro Jahr |
| 2 Jahre | 2,95 Prozent pro Jahr |
| 3 Jahre | 2,95 Prozent pro Jahr |
| 4 Jahre | 3 Prozent pro Jahr |
| 5 Jahre | 3 Prozent pro Jahr |
| 6 Jahre | 3 Prozent pro Jahr |
| 7 Jahre | 3 Prozent pro Jahr |
| 8 Jahre | 3 Prozent pro Jahr |
| 9 Jahre | 3 Prozent pro Jahr |
| 10 Jahre | 3,1 Prozent pro Jahr |
Im Marktvergleich bleibt weiter Luft nach oben
An die Spitze reicht die Commerzbank damit trotzdem nicht heran. Über zehn Jahre zahlen Achmea mit 4,25, willbe mit 3,77 und Nexent mit 3,65 Prozent klar mehr als die 3,1 Prozent der Commerzbank; auch Ascory, die J&T Direktbank und Bigbank liegen mit jeweils 3,5 Prozent darüber.
Im kurzen Bereich bleibt der Rückstand am größten. Über ein Jahr zahlen die Opel Bank und Stellantis jeweils 3,49 Prozent – rund 0,74 Prozentpunkte mehr als die Commerzbank. Dazu kommt ein struktureller Nachteil: Die Zinsen fließen erst zum Laufzeitende, was bei mehrjähriger Anlage den Zinseszinseffekt kostet. Wer den Namen und die Filialanbindung nicht braucht, bekommt anderswo schlicht mehr.
Die Festgeld- sowie Sparbriefzinsen orientieren sich in der Regel am Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB). Dieser wurde am 11. Juni 2026 erstmals seit September 2023 wieder angehoben: Der Einlagenzins stieg zum 17. Juni 2026 von 2 auf 2,25 Prozent. Nach einer Zinspause im Juli 2026 folgte am 10. September 2026 der nächste Schritt: Der Einlagenzins liegt seit dem 16. September 2026 bei 2,50 Prozent. Hintergrund ist die durch den Nahost-Konflikt weiterhin erhöhte Inflation, die laut EZB-Prognose noch länger über dem Zielwert bleiben dürfte.
Wie umfangreiche Recherchen der reisetopia Finanzexperten zeigen, liegt der durchschnittliche Zinssatz für Angebote in den Bereichen Festgeld und Sparbrief in Deutschland im Oktober 2026 bei Wahl eines der besser verzinsten Angebote bereits bei kurzen Laufzeiten von einem Jahr deutlich über dem Leitzins der EZB.
Nach einer relativen Stagnation in den ersten Monaten des Jahres ziehen die Festgeldzinsen seit einiger Zeit wieder spürbar an. Die reisetopia Analyse der verschiedenen Laufzeiten zeigt, dass die Zinsen über alle Laufzeiten hinweg seit dem Frühjahr insgesamt deutlich gestiegen sind und zuletzt sogar noch einmal deutlicher zugelegt haben:

Die durchschnittliche Höhe der Zinsen in den vergangenen sechs Monaten stellte sich bei einer beispielhaften Anlagedauer von drei Jahren wie folgt dar, wobei sich der anhaltend positive Trend gut erkennen lässt:
- April 2026: 2,38 Prozent
- Mai 2026: 2,45 Prozent
- Juni 2026: 2,56 Prozent
- Juli 2026: 2,71 Prozent
- August 2026: 2,78 Prozent
- September 2026: 2,78 Prozent
Im Oktober 2026 liegt der durchschnittliche Zinssatz für Festgeldanlagen bei einer Anlagedauer von einem Jahr bei 2,72 Prozent. Wer sich für eine Anlage über drei Jahre entscheidet, erzielt im Schnitt sogar einen Zinssatz von 2,92 Prozent. Über ein Jahr legt der Durchschnitt damit um 0,17, über drei Jahre um 0,14 Prozentpunkte zu – jeweils der kräftigste Zuwachs seit Juli 2026. Getragen wird der Anstieg von der Breite des Marktes: 44 der 67 erfassten Angebote wurden binnen eines Monats angepasst, nahezu alle davon nach oben.
Diese Banken zahlen über ein Jahr deutlich mehr
Alle Eckdaten haben wir im Test zum Commerzbank Festgeld zusammengefasst. Wer die Laufzeit frei wählen kann, sollte die Sätze gezielt je Zeitraum vergleichen – die Rangfolge der Anbieter unterscheidet sich zwischen kurzen und langen Bindungen erheblich. Die folgende Übersicht ordnet die aktuellen Angebote ein.
Opel Bank Festgeld
- Zinssatz: bis zu 3,55 Prozent p.a.
- Laufzeit: 1 bis 3 Jahre
- Anlagebetrag: 1.000 bis 1.000.000 Euro
- Einlagensicherung: bis 100.000 Euro
- Zinsausschüttung: jährlich
Bigbank Festgeld
- Zinssatz: bis zu 3,50 Prozent p.a.
- Laufzeit: 1 Monat bis 10 Jahre
- Anlagebetrag: ab 1.000 Euro
- Einlagensicherung: bis 100.000 Euro
- Zinsausschüttung: zum Laufzeitende oder jährlich
BBVA Festgeld
- Aktion: 1 Jahr Opodo Prime Plus mit dem Code: OPODOBBVA1
- Zinssatz: bis zu 3,6 Prozent pro Jahr
- Laufzeit: 6 Monate bis 5 Jahre
- Anlagebetrag: ab 500 Euro
- Einlagensicherung: bis 100.000 Euro
- Zinsausschüttung: zum Laufzeitende
Zu den stärksten Angeboten fürs Jahresfestgeld zählt im Oktober 2026 das Opel Bank Festgeld: Über zwölf Monate zahlt die Bank 3,49 Prozent, über zwei Jahre sogar 3,55 Prozent. Für drei Jahre gibt es 3,02 Prozent.
Die Einlagen sichert der französische Einlagensicherungsfonds bis 100.000 Euro ab, die Zinsen werden jährlich gutgeschrieben – wahlweise aufs Tagesgeldkonto oder zur Wiederanlage. Angelegt werden können ab 1.000 Euro, ein kostenloses Tagesgeldkonto wird automatisch als Verrechnungskonto mit eröffnet.
Opel Bank Festgeld
- 3,02 bis 3,55 Prozent Zinsen pro Jahr
- 1 bis 3 Jahre Anlagedauer
- Ab 1.000 Euro Anlagebetrag
- Jährliche Zinsausschüttung
- Solide Einlagensicherung
Dicht dahinter folgt das Bigbank Festgeld: Über zwölf Monate zahlt die Bank 3,4 Prozent, ab zwei Jahren durchgehend 3,5 Prozent. Schon für sechs Monate gibt es 3 Prozent.
Die Einlagen sichert der estnische Einlagensicherungsfonds bis 100.000 Euro ab, die Zinsen fließen wahlweise jährlich oder zum Laufzeitende. Angelegt werden können 1.000 bis 100.000 Euro, ein Giro- oder Tagesgeldkonto ist nicht nötig.
Bigbank Festgeld
- 2,35 bis 3,50 Prozent Zinsen pro Jahr
- 1 Monat bis 10 Jahre Anlagedauer
- Ab 1.000 Euro Anlagebetrag
- Zinsausschüttung: zum Laufzeitende oder jährlich
- Ausbaufähige Einlagensicherung
Wer länger anlegen möchte, findet beim BBVA Bank Festgeld den höchsten Satz dieser Auswahl: Über fünf Jahre zahlt die Bank 3,6 Prozent, über drei Jahre 3,45 Prozent und über zwölf Monate 3,25 Prozent. Schon für sechs Monate gibt es 3 Prozent.
Die Einlagen sichert der spanische Einlagensicherungsfonds bis 100.000 Euro ab, die Zinsen fließen vollständig zum Laufzeitende. Angelegt werden können 500 bis 1.000.000 Euro, vorausgesetzt wird ein kostenloses BBVA Girokonto.
BBVA Festgeld
- 3 bis 3,6 Prozent Zinsen pro Jahr
- 6 Monate bis 5 Jahre Anlagedauer
- Ab 500 Euro Anlagebetrag
- Zinsausschüttung zum Laufzeitende
- Hervorragende Einlagensicherung
Sofern mehr Flexibilität bei der Anlage gewünscht ist, könnte sich auch ein Blick auf die momentan besten Angebote aus dem reisetopia Tagesgeld-Vergleich lohnen.
Zu begeistern weiß hierbei aktuell speziell das Bank of Scotland Tagesgeld, das Neukunden 3 Prozent für zwölf Monate garantiert – danach greift der reguläre Zins von 1,25 Prozent.
Bank of Scotland Tagesgeld
- 3 Prozent Zinsen für Neukunden bis zu zwölf Monate
- 1,25 Prozent Zinsen für Bestandskunden
- Aktionszins bis 50.000 Euro
- Jährliche Zinsausschüttung
- Gute Einlagensicherung





