Aus dem Zuschlag ist ein Vertrag geworden: Die Lufthansa Group kauft sich bei TAP Air Portugal ein und will Lissabon zu ihrem siebten Drehkreuz machen. Reisende müssen sich aber noch gedulden.
Mitte Oktober hatte Portugal der Lufthansa Group den Zuschlag für die TAP-Anteile erteilt. Am 3. November 2026 haben der Konzern und die portugiesische Regierung am Flughafen Lissabon nun den Kaufvertrag unterzeichnet, wie die Lufthansa Group in einer Pressemitteilung bekannt gegeben hat. Neu sind vor allem die Angaben dazu, welche Rolle TAP im Konzern spielen soll.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Lufthansa Group übernimmt zunächst 44,9 Prozent an TAP Air Portugal für 1,025 Milliarden Euro
- Lissabon soll perspektivisch das siebte Drehkreuz des Konzerns werden
- Vollzogen wird der Kauf erst nach der Zustimmung der Behörden, vor allem der EU-Kommission
Lissabon soll das siebte Drehkreuz der Lufthansa Group werden
Bisher setzt die Gruppe auf sechs Drehkreuze: Frankfurt, München, Zürich, Wien, Brüssel und Rom. Lissabon soll perspektivisch hinzukommen, einen Termin nennt der Konzern allerdings nicht. Im Mittelpunkt der Wachstumspläne steht das Streckennetz von TAP, vor allem die Verbindungen nach Brasilien, ins portugiesischsprachige Afrika und nach Nordamerika. Auch Porto, die Azoren, Madeira und die Algarve gehören zur Wachstumsstrategie.

Der wichtigste Grund für den Einstieg liegt über dem Atlantik. Zwischen Europa und Lateinamerika kommt die Lufthansa Group derzeit auf einen Marktanteil von rund neun Prozent, gemeinsam mit TAP wären es rechnerisch rund 20 Prozent. Damit würde der Konzern nach eigenen Angaben zu seinen wesentlichen Wettbewerbern aufschließen. TAP baut das Netz in Amerika bereits aus und fliegt seit Ende Oktober nach Orlando.

Die möglichen Synergien schätzt der Konzern auf bis zu 450 Millionen Euro, den Großteil davon hält er schon mit der Minderheitsbeteiligung für erreichbar. Carsten Spohr, Vorstandsvorsitzender der Deutsche Lufthansa AG, ordnet den Schritt so ein:
Unsere Netzwerke ergänzen sich ideal und eröffnen uns neben Portugal insbesondere in Südamerika und Brasilien neue Wachstumsperspektiven. Gemeinsam mit den Mitarbeitern von TAP wollen wir die Erfolgsgeschichte der Airline fortschreiben, ihre portugiesische Identität bewahren und Lissabon zum Drehkreuz der Lufthansa Group entwickeln.
Carsten Spohr, Vorstandsvorsitzender der Deutsche Lufthansa AG
Für Reisende ändert sich vor der Freigabe erst einmal nichts
Mit der Unterschrift ist der Kauf noch nicht vollzogen. Dafür braucht es die Zustimmung der zuständigen Behörden, vor allem der EU-Kommission. Einen Zeitplan nennt die Lufthansa Group nicht. Auch zu Miles & More, dem TAP-Programm Miles&Go, Codeshares oder Lounges macht der Konzern in der Mitteilung keine Angaben.
Für Euch heißt das: Bis auf Weiteres läuft alles wie gewohnt. TAP und Lufthansa sind schon heute Partner in der Star Alliance, und auch Miles & More Meilen lassen sich auf TAP-Flügen bereits sammeln. Ob und wann sich daran etwas ändert, ist offen.
Am Preis hat sich gegenüber Oktober nichts geändert. Für die 44,9 Prozent zahlt die Lufthansa Group 1,025 Milliarden Euro, vollständig aus verfügbarer Liquidität. Übernimmt sie auch die zunächst den Mitarbeitern angebotenen Anteile, kann die Beteiligung auf bis zu 49,9 Prozent steigen, der Gesamtpreis inklusive der sogenannten Ticking Fee auf bis zu 1,2 Milliarden Euro. Eine spätere Mehrheit ist zumindest denkbar: Der Konzern begrüßt die Perspektive einer vollständigen Privatisierung von TAP ausdrücklich, eine konkrete Ankündigung enthält die Mitteilung aber nicht.
Wer schon jetzt mit einer der beiden Airlines fliegen möchte, findet die passenden Verbindungen hier:
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