Wer nur mit kleinem Gepäck reist, spart Zeit und oft auch Geld. Damit an der Sicherheitskontrolle nichts im Müll landet, lohnt sich vor dem Packen ein Blick auf die Regeln: Was ins Handgepäck darf, bestimmen die EU-Sicherheitsvorschriften, die Gefahrgutregeln der Luftfahrt und die Vorgaben Eurer Airline.

Wir zeigen, welche Maße und Gewichte die großen Airlines erlauben, wie viele Flüssigkeiten mit dürfen, an welchen deutschen Flughäfen die 100-Milliliter-Regel inzwischen gelockert ist und was seit 2026 für Powerbanks gilt. Diesen Guide haben wir Ende September 2026 komplett überarbeitet.

Das Wichtigste in Kürze: Größe und Gewicht legt jede Airline selbst fest, bei Lufthansa sind es 55 x 40 x 23 Zentimeter und 8 Kilogramm. Grundsätzlich gilt für Flüssigkeiten weiter die Regel von maximal 100 Millilitern je Behälter in einem 1-Liter-Beutel. An Kontrollspuren mit CT-Scannern, etwa in Frankfurt, München, Köln/Bonn, Nürnberg und am BER, sind Behälter bis zu zwei Liter erlaubt. Powerbanks gehören ins Handgepäck, pro Person sind höchstens zwei erlaubt, und an Bord dürfen sie nicht mehr aufgeladen werden.

Welche Maße und welches Gewicht darf das Handgepäck haben?

Eine gesetzliche Einheitsgröße gibt es nicht, jede Fluggesellschaft legt Maße, Gewicht und Anzahl der Gepäckstücke selbst fest. Hinzu kommt, dass immer mehr Airlines günstige Tarife anbieten, in denen nur noch ein kleiner persönlicher Gegenstand enthalten ist, der unter den Vordersitz passen muss. Prüft deshalb vor dem Flug nicht nur die Airline, sondern auch den gebuchten Tarif.

AirlineInklusiveGrößeres Handgepäck
Lufthansa (Economy ab Light)ein Handgepäckstück und ein persönlicher Gegenstand55 x 40 x 23 Zentimeter, 8 Kilogramm
Lufthansa Economy Basicnur persönlicher Gegenstand, 40 x 30 x 15 Zentimetergegen Aufpreis
easyJetkleine Tasche bis 45 x 36 x 20 Zentimeter, 15 Kilogramm56 x 45 x 25 Zentimeter, 15 Kilogramm, gegen Aufpreis
Ryanairkleine Tasche bis 40 x 30 x 20 Zentimeter55 x 40 x 20 Zentimeter, 10 Kilogramm, gegen Aufpreis

Den Tarif Economy Basic ohne großes Handgepäckstück führt die Lufthansa Group seit dem 19. Mai 2026 schrittweise auf ausgewählten Kurz- und Mittelstrecken ein, Details dazu lest Ihr in unserem Artikel zum neuen Lufthansa Tarif ohne Handgepäck. In der Business Class erlaubt Lufthansa zwei Handgepäckstücke mit je 8 Kilogramm. Bei Abflügen aus den USA lässt die Sicherheitsbehörde TSA allerdings nur ein Handgepäckstück und einen persönlichen Gegenstand pro Person durch die Kontrolle, auch in Business und First Class.

Masse Handgepaeck
Passt das Handgepäck nicht in den Messrahmen, wird es am Gate oft kostenpflichtig aufgegeben

Auch bei Eurowings ist im günstigsten Tarif BASIC nur ein kleines Gepäckstück enthalten, ein größeres Handgepäck mit 8 Kilogramm kostet extra. Welche Leistungen in welchem Tarif stecken, zeigt unser Vergleich der Eurowings Tarife. Die im Juli 2026 beschlossene Reform der EU-Fluggastrechte soll künftig einen persönlichen Gegenstand von mindestens 40 x 30 x 15 Zentimetern für alle Passagiere garantieren. Ein Gratis-Trolley ist darin nicht vorgesehen, und die neuen Regeln gelten voraussichtlich frühestens ab Sommer 2027.

Welche Flüssigkeiten dürfen mit ins Handgepäck?

An Kontrollstellen mit herkömmlicher Röntgentechnik gilt in der EU weiterhin die bekannte Regel: Jeder Behälter darf höchstens 100 Milliliter fassen, maßgeblich ist das aufgedruckte Fassungsvermögen und nicht der tatsächliche Inhalt. Alle Behälter müssen in einen durchsichtigen, wiederverschließbaren Plastikbeutel mit maximal einem Liter Fassungsvermögen passen, pro Person ist ein Beutel erlaubt. An der Kontrolle legt Ihr ihn separat in die Wanne.

Als Flüssigkeit zählt deutlich mehr, als viele denken. Laut Bundespolizei fällt alles darunter, was bei Raumtemperatur flüssig, zähflüssig, gelartig oder cremig ist, etwa Zahnpasta, Haargel, Lotionen, Parfüm, Rasierschaum, Sirup, Suppen oder Streichkäse. Auch Honig, Marmelade und Nussnougatcreme müssen deshalb in den Beutel. Im Zweifel entscheidet das Kontrollpersonal.

Kosmetik Handgepaeck
Auch Cremes, Gels und Pasten gelten an der Sicherheitskontrolle als Flüssigkeit

Ausnahmen gibt es für Medikamente und Spezialnahrung wie Babynahrung, die Ihr während der Reise braucht. Sie dürfen auch außerhalb des Beutels und in größeren Mengen mit, werden aber gesondert kontrolliert. Den Bedarf müsst Ihr glaubhaft machen können, bei Medikamenten etwa mit einem Rezept oder Attest. Tipps für die Reise mit Kleinkindern haben wir im Guide Fliegen mit Baby gesammelt.

Flüssige Duty-Free-Einkäufe vom Flughafen oder aus dem Flugzeug dürfen ebenfalls mit, wenn sie zusammen mit dem Kassenbon in dem versiegelten Sicherheitsbeutel mit rotem Rand bleiben, den Ihr beim Kauf bekommt. Öffnet ihn erst am Ziel. Muss das Kontrollpersonal den Beutel öffnen und Ihr habt noch einen Anschlussflug, weist darauf hin, damit die Ware neu versiegelt werden kann.

Duty Free
Duty-Free-Flüssigkeiten bleiben bis zum Ziel im versiegelten Sicherheitsbeutel

Verboten sind dagegen Farben und Lacke in Sprühdosen, Säuren und andere entzündliche oder giftige Stoffe, und zwar im Handgepäck wie im Koffer. Normale Kosmetiksprays wie Deo oder Haarspray sind in kleinen Mengen erlaubt, sie sollten aber eine Schutzkappe haben.

An welchen Flughäfen sind bis zu zwei Liter Flüssigkeit erlaubt?

Neue Scanner mit Computertomografie, kurz CT-Scanner, erkennen Sprengstoffe auch in Flüssigkeiten. Nachdem die EU-Kommission deren Einsatz für größere Flüssigkeiten zum 1. September 2024 vorübergehend gestoppt hatte, sind bestimmte zertifizierte Geräte seit Sommer 2025 wieder dafür zugelassen. Ob ein Flughafen die Regel lockert, entscheidet er selbst, und zwar oft nur an einzelnen Kontrollspuren. Laut den Angaben der Flughäfen gilt im September 2026:

  • Frankfurt: bis zu zwei Liter an den meisten Kontrollstellen in Terminal 1 und an allen in Terminal 3, nicht jedoch an den Gates C1, C2, C4 und C6 sowie an den Transferkontrollen.
  • München: Behälter bis zu zwei Liter, seit dem 18. September 2026 an allen Sicherheitskontrollstellen in Terminal 1 und 2.
  • Köln/Bonn: bis zu zwei Liter pro Person in auslaufsicheren Behältern.
  • Nürnberg: Behälter bis zu zwei Liter, seit Mai 2026.
  • BER: bis zu zwei Liter in Terminal 2 sowie in den Kontrollbereichen 1 und 5 von Terminal 1, die übrigen Spuren werden noch umgerüstet.
  • Hamburg: weiterhin 100 Milliliter im 1-Liter-Beutel.

An den CT-Spuren dürfen meist auch Laptops und Tablets im Gepäck bleiben. Unterschiede gibt es im Detail: Köln/Bonn begrenzt die Menge auf insgesamt zwei Liter pro Person, Nürnberg nennt dagegen nur die Behältergröße. Offene Getränke wie Kaffeebecher sind überall tabu. Mehr zur Umstellung lest Ihr in unserer Meldung zu den CT-Scannern am Flughafen München.

Handgepaeck Fluessigkeiten
Für Umstiege und Rückflug solltet Ihr den 1-Liter-Beutel weiter dabeihaben

Der BER empfiehlt ausdrücklich, weiter nach der 100-Milliliter-Regel zu packen, weil man nicht vorhersagen kann, an welcher Spur man landet. Das gilt erst recht für die Rückreise, denn an vielen Urlaubsflughäfen gibt es noch keine CT-Technik.

Achtung: Was am Abflughafen erlaubt war, gilt beim Umsteigen nicht automatisch. Müsst Ihr am Transferflughafen erneut durch die Kontrolle, etwa in Frankfurt an einer Transferkontrollstelle, werden größere Flaschen dort abgenommen.

Welche Regeln gelten für Powerbanks und Akkus?

Powerbanks und lose Ersatzakkus sind im aufgegebenen Gepäck verboten und gehören ins Handgepäck. Seit März 2026 gelten dafür strengere internationale Gefahrgutregeln: Die UN-Luftfahrtorganisation ICAO hat am 27. März 2026 beschlossen, dass jede Person höchstens zwei Powerbanks mitführen darf und diese an Bord nicht aufgeladen werden dürfen. Der Branchenverband IATA empfiehlt zudem, mit Powerbanks an Bord keine Geräte mehr zu laden.

Powerbanks bis 100 Wattstunden, das sind etwa 27.000 Milliamperestunden, dürft Ihr ohne Genehmigung mitnehmen. Für Modelle zwischen 100 und 160 Wattstunden braucht Ihr die vorherige Zustimmung der Airline, laut IATA soll diese Möglichkeit ab Januar 2027 für Powerbanks aber entfallen. Alles über 160 Wattstunden ist für Passagiere verboten. Akkus, die fest in Handy, Tablet oder Laptop verbaut sind, sind unproblematisch.

Powerbank Handgepaeck
Powerbanks dürfen nur ins Handgepäck und an Bord vieler Airlines nicht mehr genutzt werden

Viele Airlines gehen noch weiter. Bei Lufthansa, Swiss, Austrian, Brussels, Eurowings, Discover und Edelweiss dürft Ihr Powerbanks seit dem 15. Januar 2026 weder benutzen noch aufladen. Sie müssen in der Sitztasche, am Körper oder im Handgepäck unter dem Vordersitz bleiben, im Gepäckfach über dem Sitz sind sie verboten. Dasselbe gilt dort für E-Zigaretten, medizinische Geräte sind ausgenommen. Alle Details stehen in unserem Artikel zur Powerbank Regelung der Lufthansa Group.

Ähnliche Verbote gelten unter anderem bei Emirates, Singapore Airlines, Cathay Pacific und Qantas. Da sich die Regeln gerade häufig ändern, lohnt vor jedem Flug ein Blick auf die Seite Eurer Airline. Schützt Powerbanks und Ersatzakkus außerdem gegen Kurzschluss, etwa mit einer Hülle oder abgeklebten Kontakten.

Dürfen Feuerzeug, Rasierer und Nagelschere mit ins Handgepäck?

Ein Feuerzeug oder eine kleine Packung Sicherheitsstreichhölzer pro Person ist erlaubt, beides tragt Ihr am Körper. Benzinfeuerzeuge wie ein Zippo lehnen manche Flughäfen ab, Köln/Bonn etwa schließt sie ausdrücklich aus. Sturmfeuerzeuge mit Jetflamme gehören nicht ins Flugzeug. Zigaretten sind aus Sicherheitssicht kein Problem, E-Zigaretten dürfen nur ins Handgepäck, nicht in den Koffer.

Bei scharfen Gegenständen gibt die EU eine klare Grenze vor: Messer und Scheren mit einer Klinge über 6 Zentimetern sind verboten, bei Scheren gemessen ab dem Scharnier. Kleine Nagelscheren und Nagelfeilen sind damit grundsätzlich erlaubt. Die Auslegung schwankt aber: Mir wurde nach über 50 Flügen ein Nagelset auf Teneriffa abgenommen, obwohl es die Vorgaben erfüllte. Wer auf Nummer sicher gehen will, packt es in den Koffer.

Taschenmesser Handgepaeck
Klingen über 6 Zentimeter sind im Handgepäck verboten

Elektrorasierer sind problemlos erlaubt. Lose Rasierklingen stehen dagegen ausdrücklich auf der EU-Verbotsliste, dazu zählen auch Rasiermesser. Systemrasierer mit fest eingesetzter Klinge und Einwegrasierer werden in der EU in aller Regel akzeptiert, außerhalb der EU kann das anders aussehen. Auf mehreren hundert Flügen auf verschiedenen Kontinenten wurde mir mein kleiner Nassrasierer bisher nie abgenommen, Ersatzklingen packt Ihr aber besser in den Koffer.

Was darf auf keinen Fall ins Handgepäck?

Welche Gegenstände an der Kontrolle tabu sind, regelt die EU in einer Verbotsliste, die die Bundespolizei veröffentlicht. Dazu gehören diese Gruppen:

  • Schusswaffen aller Art, auch Spielzeugwaffen und Nachbildungen, dazu Luftdruckwaffen, Schleudern, Bögen und Armbrüste
  • Betäubungsgeräte wie Taser sowie Reizgas und Pfefferspray
  • Spitze und scharfe Gegenstände wie Äxte, Teppichmesser, Rasierklingen und Messer oder Scheren mit Klingen über 6 Zentimeter
  • Werkzeuge wie Bohrmaschinen, Sägen und Schraubendreher mit einem Schaft über 6 Zentimeter
  • Stumpfe Schlaggegenstände wie Baseballschläger und Schlagstöcke
  • Munition, Feuerwerk und andere Spreng- und Brandstoffe

Die Liste ist nicht abschließend, im Zweifel entscheidet das Kontrollpersonal. Ein normaler Regenschirm ist dagegen erlaubt, solange er keine auffällig spitze Metallspitze hat. Wie die Kontrolle selbst abläuft, erklären wir im Guide zur Sicherheitskontrolle am Flughafen.

Fazit zu den Handgepäckregeln im Flugzeug

Beim Handgepäck spielen drei Regelwerke zusammen: Die Airline bestimmt Größe und Gewicht, die EU legt fest, was durch die Kontrolle darf, und die Gefahrgutregeln bestimmen, wie Ihr mit Akkus und Feuerzeugen umgeht. Gerade bei Flüssigkeiten und Powerbanks hat sich seit 2025 viel verändert, an einigen deutschen Flughäfen sind Behälter bis zu zwei Liter erlaubt, Powerbanks dürft Ihr an Bord dagegen nicht mehr aufladen.

Am entspanntesten reist, wer Flüssigkeiten trotzdem nach der 100-Milliliter-Regel packt, den Tarif auf Handgepäck prüft und scharfe Gegenstände im Koffer lässt. So kommt Ihr an jedem Flughafen und auch auf dem Rückweg ohne Überraschungen durch die Kontrolle.

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Autor

Moritz hat sich über die Jahre ein enormes Wissen über Finanzprodukte, Loyalitätsprogramme und Luxusreisen angeeignet. Für Luxushotels, First Class Flüge sowie die Details von Kreditkarten, Tagesgeldkonten und mehr ist Moritz genau der richtige Ansprechpartner!

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