Die Stiftung Warentest hat in ihrer neuen Finanzen-Ausgabe (11/2026) erneut die Depotkosten von 42 Angeboten verglichen. Das Ergebnis: Der teuerste Anbieter kostet über 800 Euro im Jahr mehr als die günstigsten Depots.

Neobroker bleiben trotz des seit Juli 2026 geltenden PFOF-Verbots am günstigsten. Neu unter den Kostensiegern ist Trading 212, nicht mehr im Test sind dagegen die Openbank (ehemals Santander) und die KD-Bank.

Das Wichtigste in Kürze

  • Fünf Depots kosten in allen vier Modelldepots 0 Euro: finanzen.net Zero, Smartbroker+, Tradegate.direct, Traders Place und Trading 212
  • Insgesamt zwölf Angebote kosten höchstens zwölf Euro im Jahr, darunter Trade Republic und Scalable Capital Free
  • Der teuerste Anbieter war bis zu 814 Euro pro Jahr teurer als die günstigsten Depots
  • Neu im Test: das Sparkassen-Depot S-Neo, das nur mit Girokonto der jeweiligen Sparkasse erhältlich ist

Fünf Neobroker sind komplett kostenlos – mit Hintertürchen

Für den aktuellen Test hat die Stiftung Warentest 26 Depotangebote von 23 Direktbanken, Online- und Neobrokern sowie acht Online-Depots und acht Filialdepots bundesweiter Filialbanken untersucht. Fünf Anbieter berechnen für alle vier Modelldepots mit 12.000 bis 150.000 Euro Bestand und bis zu zwölf Orders im Jahr keine Kosten, auch nicht für die Verwahrung: finanzen.net Zero, Smartbroker+, Tradegate.direct, Traders Place und Trading 212, der erstmals dabei ist und in Sachen Kosten gleich den Spitzenplatz belegt.

Trading 212 Depot

  • Provisionsfrei – 0 Euro pro Aktien- und ETF-Order
  • Steuereinfach seit 2026 (automatische deutsche Steuerabführung)
  • Kostenlose Sparpläne (Pies) und Bruchteilsaktien ab 1 Euro
  • 4,2 Prozent Zinsen auf nicht investiertes EUR-Guthaben für vier Monate
  • 2,8 Prozent reguläre Zinsen auf nicht investiertes EUR-Guthaben
  • Top-App und Demokonto, BaFin-reguliert
  • Kostensieger im Depot-Test von Stiftung Warentest (11/2026)

Erneut unter den Kostensiegern ist das finanzen.net Zero Depot. Orders ab 500 Euro sind dort kostenlos, bei kleineren Orders fällt 1 Euro an.

finanzen.net ZERO Depot

  • Kostenlose Depotführung
  • 0 Euro Ordergebühren auf Aktien, ETFs und Kryptowährungen ab 500 Euro Ordervolumen
  • Über 3000 Sparpläne ab 1 Euro besparbar
  • Breites Handelsangebot mit mehr als 8.000 Aktien aus 52 Ländern
  • Einfache Online-Beantragung möglich
  • Kostensieger im Depot-Test von Stiftung Warentest (11/2026)

Sieben weitere Anbieter kosten in den Modelldepots höchstens zwölf Euro im Jahr, darunter Scalable Capital Free Broker und Trade Republic.

Scalable Capital Depot

  • Kostenloses Depot
  • Günstige Ordergebühren ab 0,99 Euro
  • Vielfältige Assets und Sparpläne handeln
  • Übersichtliche Mobile App inklusive
  • Attraktive Zinsen auf inkludiertem Tagesgeldkonto
  • Empfohlen von Stiftung Warentest (11/2026)

💸 Erwähnenswert: Insgesamt schaffen es fünf Neobroker, ein wirklich vollständig kostenloses Angebot für ein Depot anzubieten – doch nur zwei gelingt dies auch ohne Hintertür. Trading 212 und Tradegate.direct sind die einzigen Broker, deren Depot auch in der Kategorie “Höchstpreis” von Stiftung Warentest bei 0 Euro liegt. Bei Tradegate.direct gilt allerdings ein Mindestordervolumen von 500 Euro für Aktien und 100 Euro für ETF. finanzen.net ZERO nimmt beispielsweise eine Ordergebühr von 1 Euro pro Order unter 500 Euro, auch bei den im Test der Stiftung Warentest kostenlosen Smartbroker+ und Traders Place ist ein Höchstpreis von 1 Euro beziehungsweise 0,95 Euro angegeben.

Filialbanken können mit Neobrokern nur teilweise mithalten

Am anderen Ende der Skala stehen die Filialbanken. Auch 2026 stammen zehn der zwölf günstigsten Angebote von Neobrokern. Am teuersten ist das Klassikdepot der Commerzbank mit Filialservice: Im mittleren Modelldepot mit 50.000 Euro Bestand und zwölf Orders fallen dort 814 Euro im Jahr an. Beim Online-Depot der Deutschen Bank (db Privatdepot Comfort) kostet eine einzelne Order bis zu 122 Euro. Das große Depot mit 150.000 Euro kommt dort auf 548 Euro im Jahr, davon 180 Euro für die Verwahrung.

Auf der anderen Seite bemerkt man auch bei klassischen Banken deutliche Fortschritte. Der S Broker hat beispielsweise seine Verwahr- und Orderkosten deutlich gesenkt. Auch das Pure-Modell aus der Depot-Reihe von Comdirect kommt mit sehr günstigen Konditionen daher, gilt allerdings ausschließlich für Neukunden.

Wie im Vorjahr hat die Stiftung Warentest auch die Kosten eines monatlichen ETF-Sparplans über 50 Euro erfasst. Bei den Online-Depots der Filialbanken kommen vier Institute auf höchstens 12 Euro im Jahr: die Postbank mit 0 Euro, die Apobank mit 8 Euro, die Hypovereinsbank mit 9 Euro und die BBBank mit 12 Euro. Das Depot der Apobank steht allerdings nur Heilberuflern und Personen aus deren Umfeld offen.

Bank Schriftzug an einem groessen Gebaeude
Bei ETF-Sparplänen bieten auch einige Filialbanken durchaus günstige Konditionen

Bei der Postbank werden die im Preis- und Leistungsverzeichnis genannten 90 Cent pro Ausführung bis auf Weiteres nicht berechnet. Im Filialdepot kann es dagegen teuer werden: Beim Klassikdepot der Commerzbank kostet die Sparplanausführung 36 Euro im Jahr. Die Openbank, die im letzten Test noch zu den günstigen Sparplan-Anbietern zählte, ist dieses Mal nicht mehr dabei, weil die Bank ihre Konditionen derzeit umbaut.

PFOF-Verbot setzt Neobroker unter Druck

Seit dem 1. Juli 2026 ist “Payment for Order Flow” (PFOF) EU-weit verboten. Bis dahin erhielten Neobroker Rückvergütungen von den Marketmakern, über die sie ihre Orders abwickelten. Die Stiftung Warentest hat die nach dem Verbot angepassten Preise bereits berücksichtigt und hält es für fraglich, ob die günstigen Konditionen dauerhaft Bestand haben. Testleiter Stefan Fischer zieht trotzdem ein positives Zwischenfazit.

“Obwohl durch das ‚Payment for Order Flow‘-Verbot eine wichtige Einnahmequelle vieler Neobroker wegfällt, hat sich die Zahl der günstigen Angebote vergrößert.”

Stefan Fischer, Testleiter bei der Stiftung Warentest

Trade Republic hat sein Handelsangebot bereits umgestellt: Kunden können nun aus zahlreichen Börsen weltweit wählen, bei individueller Handelsplatzwahl verdoppeln sich aber die Orderkosten von 1 auf 2 Euro. Außerdem hat der Neobroker 2026 rund 1.000 Servicemitarbeiter eingestellt und einen Telefonsupport eingeführt.

Vier Modelldepots als Vergleichsbasis

Um die unterschiedlichen Preismodelle vergleichbar zu machen, hat die Stiftung Warentest die Jahreskosten für vier Modelldepots berechnet:

  1. Kleines Depot mit Sparplan über 50 Euro im Monat
  2. Kleines Depot (12.000 Euro Volumen)
  3. Mittleres Depot (50.000 Euro Volumen)
  4. Großes Depot (150.000 Euro Volumen)

Neben den Kosten zählt auch das Angebot: Comdirect Pure, finanzen.net Zero, Justtrade, N26 und Tradegate.direct bieten keinen Handel über Xetra an. Von einem Depotwechsel allein wegen einer Wechselprämie rät die Stiftung Warentest ab, sofern die regulären Konditionen nicht ohnehin passen.

Unter den Testsiegern des Stiftung Warentest Depot-Tests 2026: das kostenlose finanzen.net ZERO Depot

finanzen.net ZERO Depot

  • Kostenlose Depotführung
  • 0 Euro Ordergebühren auf Aktien, ETFs und Kryptowährungen ab 500 Euro Ordervolumen
  • Über 3000 Sparpläne ab 1 Euro besparbar
  • Breites Handelsangebot mit mehr als 8.000 Aktien aus 52 Ländern
  • Einfache Online-Beantragung möglich
  • Kostensieger im Depot-Test von Stiftung Warentest (11/2026)

Was ist die Stiftung Warentest?

Die Stiftung Warentest ist eine unabhängige Verbraucherorganisation, die seit 1964 Produkte und Dienstleistungen in Deutschland untersucht. Ziel ist es, mehr Transparenz zu schaffen und Verbrauchern eine fundierte Entscheidungsgrundlage zu geben. Mit ihren Finanzen-Ausgaben führt sie regelmäßig umfassende Untersuchungen zu Finanzprodukten durch – von Girokonten über Versicherungen bis hin zu Kreditkarten.

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