Die Deutsche Bahn strukturiert die private Mitnutzung geschäftlicher BahnBonus-Vorteile um. Inhaber einer BahnCard Business können ihre Punkte bald nicht mehr auf ein anderes Konto übertragen.

Ab 18. September 2026 können Vielfahrer, die mit einer BahnCard Business unterwegs sind und so BahnBonus-Punkte gesammelt haben, ihre Punkte nicht mehr auf ein privates Konto transferieren. Die Neuerung geht aus einem kleinen Zusatz in den BahnBonus-FAQs für Geschäftskunden hervor. Laut einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) informiert die Bahn Inhaber der BahnCard Business zudem in einem Schreiben. Die gemeinsame Nutzung von geschäftlich und privat erworbenen Vorteilen bleibt über einen Umweg aber möglich.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Transfer von geschäftlich gesammelten BahnBonus-Punkten auf ein privates Konto ist ab 18. September 2026 nicht mehr möglich
  • Die Nutzung von geschäftlich und privat erworbenen Vorteilen bleibt aber grundsätzlich erhalten
  • Betroffene sollten bis zum 17. September 2026 reagieren, um BahnBonus-Punkte und Status-Vorteile nicht zu verlieren

Gemischte Nutzung ist ein einfacher Weg zum Vielfahrerstatus

Für jeden Euro, der bei der Deutschen Bahn in Tickets oder eine BahnCard fließt, gibt es einen BahnBonus-Prämienpunkt, zugleich kommt ein Statuspunkt obendrauf. In der Bordgastronomie und bei Sammelpartnern gibt es hingegen nur Prämienpunkte, beim Sparpreis Gruppe gar keine Statuspunkte. 1.500 Statuspunkte im Jahr braucht man, um den Silberstatus zu erreichen, für den Goldstatus sind es 2.500 und für den Platinstatus 6.000 Statuspunkte. Wer ein solches Vielfahrer-Statuslevel bei der Bahn hält, profitiert von Zugang zu den DB Lounges und erhält beispielsweise Freigetränke. Manchmal lohnen sich zudem bestimmte Sonderaktionen, um mehr Punkte zu sammeln.

Doppelte BahnBonus Punkte

  • Anbieter: Deutsche Bahn
  • Angebot: Doppelte BahnBonus Punkte auf Buchungen und Fahrten
  • Aktionszeitraum: 19. August bis 6. September 2026

Um den Silber- oder Goldstatus zu erreichen, legen Bahnfahrer geschäftlich und privat gesammelte BahnBonus-Punkte gern zusammen. Das ist möglich, wenn Firmen eine BahnCard Business an ihre Mitarbeiter herausgeben.

Hinterlegen die Mitarbeiter dann bei privaten wie geschäftlichen Reisen dieselbe BahnBonus-Nummer, fließen privat und geschäftlich gesammelte Prämien- und Statuspunkte in einem gemeinsamen Topf zusammen. So gelangen Vielreisende auch einfacher zu einem Statuslevel und profitieren etwa vom Lounge-Zugang. Gestattet das Unternehmen die private Nutzung der Punkte, übernimmt die Bahn zudem die Pauschalversteuerung des geldwerten Vorteils.

Kunden führen oft separate BahnBonus-Konten

In der Praxis sieht das aber oft anders aus: Häufig haben Bahnreisende zwei oder mehrere BahnBonus-Konten und entsprechend auch mehrere BahnBonus-Nummern. Etwa eins aus privaten Zeiten und eins, das automatisch mit der neuen BahnCard Business entstanden ist: Konten, die sie bewusst nicht verbunden oder unbewusst separat geführt haben.

Bisher gab es dafür eine einfache Lösung, um die erworbenen BahnBonus-Vorteile dennoch zusammenzulegen: Die BahnCard Business 25/50 ließ sich in ein anderes DB-Kundenkonto übertragen – und mit ihr wanderten automatisch auch die BahnBonus-Teilnahme, die gesammelten Punkte und das Statuslevel mit. Beides ist laut den FAQs fest gekoppelt und lässt sich nicht getrennt voneinander übertragen. Voraussetzung war natürlich, dass die Firma dies vorsah. Die Möglichkeit entfällt ab dem 18. September 2026.

ICE der Deutschen Bahn
4,7 Millionen BahnCard-Inhaber fahren mit den Zügen der Deutschen Bahn

Betroffen sind auch Vielfahrer, deren Reisen über eine zentrale Buchungsstelle im Unternehmen abgewickelt wurden: Die entsprechenden Punkte wurden dabei meist dem Unternehmenskonto gutgeschrieben. Mitarbeiter konnten sie sich anschließend auf ihr eigenes BahnBonus-Konto übertragen lassen – auch das ist ab dem 18. September nicht mehr möglich.

Die Umstellung betrifft auch zahlreiche weitere Szenarien: Wechseln Mitarbeiter etwa das Unternehmen oder die Abteilung und die BahnCard Business wird daraufhin gekündigt oder eine neue BahnBonus-Nummer eingerichtet, lassen sich die Punkte nach den neuen FAQs nicht mehr in ein bereits bestehendes privates Konto überführen. Verlässt ein Mitarbeiter das Unternehmen, wandelt die Bahn das Geschäftskonto laut ihrer Kundenbetreuung allerdings automatisch in ein privates Konto um – gesammelte Punkte und ein erreichter Status bleiben dabei erhalten.

Punktetransfer vor dem 18. September 2026 empfiehlt sich

Betroffene sind nun aufgerufen, ihre BahnCard Business 25/50 samt BahnBonus-Teilnahme rechtzeitig zu übertragen, um weiter geschäftlich erhaltene BahnBonus-Punkte privat zu nutzen. Der letzte Tag, an dem das möglich ist, ist der 17. September 2026.

Wer den Stichtag verpasst oder ohnehin keine Übertragungsmöglichkeit hat, kann künftig zumindest bei jeder Buchung über das zweite Kundenkonto die eigentliche BahnBonus-Nummer manuell eintragen und ab diesem Zeitpunkt nur noch ein BahnBonus-Konto führen. Zudem verweist die Bahn darauf, dass sich Fahrkarten weiterhin über die Auftragsnummer dem Konto hinzufügen lassen, in dem die BahnCard hinterlegt ist – so genügt für die Fahrt ein einziges Gerät. Für wen das allerdings nicht möglich ist – etwa weil eine Buchungsstelle zwischengeschaltet ist –, für den dürfte es künftig schwerer werden, den Silber- oder Goldstatus zu erreichen oder zu halten.

Hauptbahnhof Hamburg der Deutschen Bahn
5,3 Millionen Menschen reisen täglich mit der Deutschen Bahn

Wie viele Bahnfahrer genau von der Neuregelung betroffen sind, ist indes nicht bekannt. Eine Sprecherin der Bahn betonte auf Anfrage der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ), es handle sich lediglich um eine technische Umstellung, Nachteile entstünden Inhabern einer BahnCard Business nicht. Wie viele Business-BahnCards ausgegeben sind, wollte sie nicht exakt beziffern – es handle sich um einen einstelligen Prozentsatz der 4,7 Millionen BahnCard-Inhaber.

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Autor

Während seiner Studienzeit ist Thomas bereits viel herumgekommen. Er hat bei verschiedenen Print- und Online-Zeitungen im In- und Ausland Praktika gemacht, Schreiberfahrung gesammelt und gelernt aus dem Ausland zu berichten. Zuletzt hat der studierte Journalist für die Handelsblatt Media Group gearbeitet – vor allem im Bereich SEO. So weiß er, wie man Menschen erreicht, Reichweite generiert und zugleich Mehrwert für Userinnen und User schafft.

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