Silver Wind

Die Silver Wind ist das zweite Schiff, das Silversea je in Dienst gestellt hat, und fährt seit ihrem Umbau 2021 als Expeditionsschiff. Mit 274 Gästen ist sie das größere der beiden Erstlinge der Flotte.

Kreuzfahrt mit Silversea

  • All-Suite-Schiffe mit persönlichem Butlerservice
  • All-Inclusive Plus mit Guthaben für Landausflüge
  • Getränke, Trinkgeld und WLAN im Preis enthalten
  • Expeditionsreisen bis in die Antarktis

Auf dem Datenblatt stehen 17.400 Bruttoraumzahl, 156,7 Meter Länge und 21,5 Meter Breite – Maße, die heute jedes Mittelklasse-Fährschiff übertrifft. Entscheidend ist aber die zweite Zeile: 239 Crewmitglieder für 274 Gäste und ein Rumpf mit der Eisklasse 1C.

Rumpf und Maße teilt sie sich mit der Silver Cloud von 1994. Die Unterschiede zwischen beiden liegen in der Gästezahl, im Jahr des Umbaus und in der Raumaufteilung der öffentlichen Decks – und die ist überraschend unterschiedlich.

Das Wichtigste in Kürze

  • Kategorie: Luxus-Expedition – 274 Gäste auf einem 2021 umgebauten Luxusschiff mit Eisklasse 1C für loses Eis
  • Zweites Schiff der Reederei von 1995, 2021 zum Expeditionsschiff umgebaut
  • 274 Gäste und 239 Crewmitglieder auf 17.400 Bruttoraumzahl
  • Eisklasse 1C – ausgelegt für dünnes, loses Eis, nicht für geschlossene Decken
  • Vier Restaurants und acht Suitenkategorien, dazu eine eigene Show Lounge

Diese Seite ordnet ein, was der Umbau gebracht hat, welche Suiten es gibt, was auf welchem Deck liegt, wie eine Expedition abläuft und worin sich die Silver Wind vom Schwesterschiff unterscheidet.

Die Silver Wind im Überblick

Die Silver Wind kam 1995 in Fahrt, ein Jahr nach der Silver Cloud. Beide Schiffe begründeten ein Segment, das es vorher nicht gab: kleine Einheiten mit ausschließlich Suiten, Butler und einem Serviceniveau, das man bis dahin nur aus Grandhotels kannte.

MerkmalWert
Indienststellung1995, zweites Schiff der Reederei
Umbau zum Expeditionsschiff2021
Vermessung17.400 Bruttoraumzahl
Länge und Breite156,7 Meter × 21,5 Meter
Gäste274
Crew239
Eisklasse1C
Gästedeckssieben, Deck 3 bis Deck 9
Reisegeschwindigkeit18 Knoten

274 Gäste bei 239 Crewmitgliedern ergeben rund 1,15 Gäste je Besatzungsmitglied – der beste Wert der gesamten Ozean- und Expeditionsflotte außerhalb der Galápagos-Einheit. Auf einem Expeditionsschiff ist dieser Schlüssel besonders relevant, weil das Personal zusätzlich Anlandungen und Zodiacs betreut.

Silver Wind Aussenansicht
Die Silver Wind fährt seit ihrem Umbau 2021 als Expeditionsschiff. Foto: Silversea Cruises

Silver Wind oder Silver Cloud?

Beide Schiffe stammen aus derselben Baureihe und teilen Vermessung, Länge, Breite, Geschwindigkeit und Eisklasse. Unterschiedlich sind Kapazität, Umbaujahr – und die Belegung der öffentlichen Decks.

MerkmalSilver Wind gegenüber Silver Cloud
Gäste274 statt 254
Crew239 statt 212
Umbau2021 statt 2017
Deck 6The Show Lounge und Konferenzraum statt Explorer Lounge
Wellnessauf Deck 9 statt auf Deck 7
ZodiacsSilver Cloud führt 20 Zodiacs und 10 Kajaks

Die praktische Konsequenz: Auf der Silver Wind laufen Vorträge und Einweisungen in der Show Lounge auf Deck 6, also in einem klassischen Bühnensaal. Auf der Silver Cloud übernimmt das die Explorer Lounge. Wer viele Seetage vor sich hat, wird den Unterschied bemerken – der Bühnensaal ist der bequemere Vortragsraum, die Explorer Lounge der geselligere Aufenthaltsort.

Wie läuft eine Expedition auf der Silver Wind ab?

Der Ablauf folgt nicht dem Hafenplan, sondern dem Wetter. Statt Liegezeiten gibt es Anlandungen, und die hängen von Wind, Seegang und Eis ab. Der veröffentlichte Fahrplan ist eine Absichtserklärung, kein Versprechen.

Am Vorabend gibt das Expeditionsteam eine Einweisung, morgens wird gruppenweise ausgebootet. Vor der Rückkehr an Bord werden Stiefel und Kleidung gereinigt – in der Antarktis Vorschrift, damit keine fremden Organismen eingeschleppt werden. Auf Deck 3 gibt es dafür einen eigenen Umkleidebereich.

Die Ausrüstung stellt die Reederei zum großen Teil: Parka und Gummistiefel gehören bei Polarreisen dazu, wasserdichte Hosen und Handschuhe bringt Ihr selbst mit. Begleitet werden die Reisen von einem Team aus Biologen, Geologen und Historikern, deren Vorträge an Seetagen einen großen Teil des Programms ausmachen.

Panorama Lounge Silversea
Die Panorama Lounge auf Deck 8 blickt über das Heck. Foto: Silversea Cruises

Was leistet die Eisklasse 1C?

Die Eisklasse beschreibt, wie viel Eis der Rumpf verträgt. 1C ist die niedrigste der finnisch-schwedischen Klassen: Fahrt in dünnem, losem Eis ja, Brechen geschlossener Decken nein. Für Antarktis-Sommerreisen und die Arktis reicht das aus. Wer in schwereres Eis will, braucht ein Schiff mit Polar-Code-Einstufung wie die Silver Endeavour mit PC6.

Deckplan der Silver Wind: Was liegt auf welchem Deck?

Sieben Decks stehen Gästen offen. Die Aufteilung unterscheidet sich in zwei Punkten deutlich vom Schwesterschiff – Deck 6 und Deck 9 sind anders belegt.

DeckWas sich dort befindet
3Bordhospital und Umkleide für die Anlandungen
4The Restaurant, La Dame und Wäscherei
5Dolce Vita, Boutique und Photo Studio
6The Show Lounge, Konferenzraum, Expedition Office und Rezeption
7La Terrazza und Suiten
8Pooldeck, Pool Bar, The Grill, Panorama Lounge und Connoisseur’s Corner
9Fitnessbereich, Beauty Spa, Beauty Salon, Observation Library und Joggingstrecke

Für die Suitenwahl folgt daraus: Deck 7 ist das ruhigste Suitendeck, weil dort außer dem La Terrazza nichts liegt, was Betrieb erzeugt. Unter dem Pooldeck auf Deck 8 wird es morgens früh laut, wenn die Liegen gerichtet werden.

Den vollständigen Grundriss mit allen Suitennummern veröffentlicht die Reederei selbst: der offizielle Deckplan der Silver Wind.

Die Suiten auf der Silver Wind

Auch nach dem Umbau blieb das Grundprinzip unangetastet: keine Innenkabinen, ausschließlich Suiten, und in jeder ein persönlicher Butler. Verteilt sind sie auf acht Kategorien, die sich in Fläche und Lage unterscheiden, nicht im Serviceumfang.

KategorieEinordnung
Vista SuiteEinstieg, großes Panoramafenster statt Veranda
Classic Veranda Suiteerste Kategorie mit eigenem Balkon
Deluxe Veranda Suitemehr Fläche, mittschiffs gelegen
Medallion Suitegetrennter Wohn- und Essbereich
Silver Suitedeutlich mehr Fläche, eigener Essplatz
Royal Suitemit Veranda-Suite zur Zweizimmer-Variante kombinierbar
Grand Suitemehrere Räume mit eigenem Essbereich
Owner’s SuiteSpitzenkategorie an Bord

Der Unterschied zum Schwesterschiff ist auch hier klein, aber vorhanden: Die Silver Cloud führt eine schlichte Veranda Suite, die Silver Wind stattdessen eine Classic Veranda Suite. Inhaltlich beschreiben beide dieselbe Position im Kategoriengefüge.

Grand Suite Silversea
Die Grand Suite lässt sich mit einer Veranda-Suite zu zwei Schlafzimmern verbinden. Foto: Silversea Cruises

Bei der Kategorienwahl lohnt eine nüchterne Überlegung: Auf einer Polarreise sitzt praktisch niemand auf seiner Veranda. Man steht an Deck, im Zodiac oder in der Observation Library. Der Aufpreis für einen Balkon kauft auf diesen Routen also vor allem Tageslicht und Blickachse – und dafür reicht auch die Vista Suite mit ihrem Panoramafenster.

Die Kulinarik an Bord der Silver Wind

Gastronomisch bleibt vom früheren Luxusschiff alles erhalten: vier Adressen, keine davon mit Zuschlag. Auf 274 Gäste gerechnet bedeutet das rund 70 Personen je Restaurant – eine Dichte, die man auf keinem anderen Expeditionsschiff dieser Größenklasse findet.

RestaurantWas Euch dort erwartet
The RestaurantHauptrestaurant auf Deck 4, offene Sitzordnung
La Damefranzösisches Feinschmeckerrestaurant mit wenigen Tischen
La Terrazzaitalienische Küche auf Deck 7
The GrillGrill am Pooldeck, abends auf heißem Lavastein

Möglich ist das nur, weil der Rumpf aus einer anderen Zeit stammt. Wer ein Schiff von Grund auf für Expeditionen plant, gibt die Fläche lieber für Mud Room, Marina und Vortragssaal aus – so wie es Silversea bei der Silver Endeavour getan hat.

The Grill Silversea
The Grill serviert am Pooldeck unter freiem Himmel. Foto: Silversea Cruises

Dass es keine festen Tischzeiten gibt, ist auf diesem Schiff weniger Komfortmerkmal als Betriebsnotwendigkeit. Wenn eine Anlandung um sechs Uhr beginnt und die letzte Gruppe erst gegen Mittag zurückkommt, muss die Küche über Stunden durchlaufen – ein festes Zwei-Sitzungen-System wäre schlicht nicht umsetzbar.

La Dame Restaurant Silversea
La Dame ist das französische Feinschmeckerrestaurant der Flotte. Foto: Silversea Cruises

Welche Bars und Lounges gibt es an Bord?

Der gesellige Mittelpunkt ist die Dolce Vita auf Deck 5. Dazu kommen die Panorama Lounge und die Connoisseur’s Corner als Zigarren- und Cognacbar auf Deck 8 sowie die Observation Library ganz oben auf Deck 9. Bühnenprogramm und Vorträge laufen in der Show Lounge auf Deck 6.

Connoisseurs Corner Silversea
Die Connoisseur’s Corner ist die Zigarren- und Cognacbar an Bord. Foto: Silversea Cruises

Weil Getränke im Reisepreis enthalten sind, entfällt die Rechnung am Ende des Abends. Auf Expeditionsreisen mit langen Tagen an Deck ist das mehr wert, als es klingt – niemand rechnet nach, ob sich der Grog nach der Zodiac-Fahrt lohnt.

Was ist im Reisepreis der Silver Wind enthalten?

Anders als auf Ozeanrouten gibt es hier keine Ausflugsbroschüre, aus der man auswählt. Das Expeditionsprogramm mit Zodiac-Ausfahrten und Anlandungen ist Bestandteil der Reise und im Preis enthalten – das ändert die Kalkulation gegenüber einem klassischen Kreuzfahrtangebot grundlegend.

LeistungIm Reisepreis
Suite mit Meerblickenthalten
Butler in jeder Kategorieenthalten
Alle vier Restaurantsenthalten
Weine, Spirituosen und Champagnerenthalten
Trinkgelder an Bordenthalten
WLAN im Standardnetzenthalten
Zodiac-Ausfahrten des Expeditionsprogrammsenthalten
Flüge, Transfers und Hotelnächteje nach Tarif

Seit der Tarifreform vom Herbst 2025 heißen die Optionen All-Inclusive Plus, All-Inclusive und Last Minute. Für ein Expeditionsschiff hat diese Umstellung eine besondere Pointe: Das Ausflugsguthaben des Plus-Tarifs, das auf Ozeanrouten den Hauptunterschied ausmacht, läuft hier weitgehend ins Leere – die Anlandungen sind ohnehin Teil des Expeditionsprogramms.

Was den Plus-Tarif auf diesem Schiff trotzdem rechtfertigen kann, ist die erstattungsfähige Anzahlung. Polarreisen werden oft ein Jahr im Voraus gebucht, und der Betrag, der bei einer Stornierung im Feuer steht, ist hier größer als auf einer Mittelmeerwoche. Rechnet also nicht den Ausflugswert gegen, sondern das Stornorisiko.

Wellness und Bordleben auf der Silver Wind

Deck 9 fasst zusammen, was auf dem Schwesterschiff über zwei Ebenen verteilt liegt: Beauty Spa, Beauty Salon, Fitnessbereich und die Observation Library mit Blick nach vorn, dazu die Joggingstrecke. Nach mehreren Stunden im Zodiac ist der kurze Weg vom Deck in den Wellnessbereich mehr wert, als es im Deckplan aussieht.

Weil die Silver Wind als einziges Expeditionsschiff der Flotte einen echten Bühnensaal behalten hat, laufen Vorträge hier unter besseren Bedingungen als anderswo: feste Bestuhlung, Bühne, ordentliche Projektion. Auf einer Reise mit vielen Seetagen ist das ein Vorteil, den man im Deckplan leicht übersieht.

Auf Deck 5 liegt außerdem ein Photo Studio. Auf Polarreisen gehört ein Fotograf zum Expeditionsteam und gibt Einweisungen zu Kameraeinstellungen bei Schnee und Gegenlicht – für viele Gäste der nützlichste Programmpunkt der Reise.

Für wen lohnt sich die Silver Wind?

Das Schiff richtet sich an Reisende, die in entlegene Regionen wollen und dabei nicht auf den Bordstandard einer Luxusreederei verzichten möchten.

Geeignet fürWeniger geeignet für
Wer Antarktis oder Arktis mit Anlandungen erleben willWer eine klassische Hafenrundreise sucht
Reisende, denen der beste Personalschlüssel der Flotte wichtig istWer schweres Eis befahren möchte – dafür reicht 1C nicht
Wer Vorträge und Naturbeobachtung dem Bordprogramm vorziehtFamilien mit Kindern, für die es kein Programm gibt
Wer ein frisch umgebautes Schiff bevorzugtWer nach dem günstigsten Preis je Nacht sucht

Welche Routen fährt die Silver Wind?

Die Silver Wind wechselt saisonal zwischen den Polarregionen und wärmeren Fahrtgebieten. Im Südsommer stehen Antarktis-Reisen ab Südamerika an, im Nordsommer Arktis, Spitzbergen und Grönland. Dazwischen liegen Überführungsreisen, die sich eigenständig buchen lassen.

Pool Bar Silversea
Die Pool Bar liegt auf Deck 8 direkt am Pooldeck. Foto: Silversea Cruises

Die Startpunkte sind dabei die eigentliche Planungsaufgabe: Ushuaia an der Südspitze Argentiniens und Longyearbyen auf Spitzbergen erreicht man nicht mit einem Direktflug. Rechnet mit mindestens einem Umsteigeflug und einer Hotelnacht vor der Einschiffung – und bucht beides früh, weil die Kapazitäten an beiden Orten überschaubar sind.

Was sind Überführungsreisen und lohnen sie sich?

Zwischen den beiden Polarsaisons muss das Schiff die halbe Erdkugel überqueren. Diese Verlegungsfahrten verkauft Silversea als eigenständige Reisen – und für Kenner sind sie das interessanteste Produkt der Expeditionsflotte. Sie führen entlang der Küsten Westafrikas, durch die Kapverden oder an Südamerika hinunter und laufen dabei Häfen an, die auf keinem regulären Kreuzfahrtprogramm stehen.

Der praktische Vorteil: Weil solche Reisen schwerer zu verkaufen sind als eine Antarktis-Woche, liegt der Preis je Nacht spürbar niedriger – bei identischem Bordstandard. Der Nachteil: Es gibt mehr Seetage und weniger Anlandungen. Wer die Zeit an Bord als Teil der Reise begreift und nicht als Transport, macht hier das bessere Geschäft.

Mit der Silver Wind unterwegs

Die Silver Wind ist das Expeditionsschiff mit dem großzügigsten Betreuungsverhältnis der Silversea-Flotte. 274 Gäste, 239 Crewmitglieder, vier Restaurants und Butler in jeder Suite – das gibt es im Eis nicht oft.

Die Grenzen des Schiffes sind dabei klar benannt: Bei anspruchsvollen Eisrouten endet die Eisklasse 1C, und beim gastronomischen Angebot enden vier Restaurants. Wer das eine braucht, landet bei der Silver Endeavour; wer das andere sucht, bei einem der Ozeanschiffe. Für alles dazwischen ist die Silver Wind die passende Größe.

Bei der Venetian Society hat dieses Schiff einen unterschätzten Vorteil. Das Programm zählt Nächte an Bord, und Expeditionsreisen dauern typischerweise zwei bis drei Wochen statt sieben Nächte. Wer zwei Polarreisen fährt, hat damit ein Guthaben aufgebaut, für das es auf Mittelmeerrouten ein halbes Dutzend Buchungen bräuchte.

Kreuzfahrt mit Silversea

  • All-Suite-Schiffe mit persönlichem Butlerservice
  • All-Inclusive Plus mit Guthaben für Landausflüge
  • Getränke, Trinkgeld und WLAN im Preis enthalten
  • Expeditionsreisen bis in die Antarktis

Weitere Schiffe von Silversea im Überblick

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Autor

Moritz hat sich über die Jahre ein enormes Wissen über Finanzprodukte, Loyalitätsprogramme und Luxusreisen angeeignet. Für Luxushotels, First Class Flüge sowie die Details von Kreditkarten, Tagesgeldkonten und mehr ist Moritz genau der richtige Ansprechpartner!

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