Smartbroker+ entscheidet sich für zwei Modelle beim Altersvorsorgedepot. Die Produktkosten sollen beim Standarddepot für drei Jahre erstattet werden.
Das geht aus der Produktseite des Neobrokers hervor. Für das flexible Modell des Altersvorsorgedepots macht Smartbroker+ ebenfalls bereits Angaben. In beiden Depotvarianten gibt es keine Depotführungsgebühr und auch keine Sparplankosten. Konkrete Informationen zur Total Expense Ratio (TER) fehlen allerdings noch gänzlich.
Das Wichtigste in Kürze
- Smartbroker+ bringt 2027 ein Standard- und ein flexibles Altersvorsorgedepot auf den Markt
- In beiden Fällen werden keine Depotgebühren sowie keine Sparplankosten erhoben
- Für das Standarddepot erstattet Smartbroker+ die Produktkosten für drei Jahre bis zu einem Anlagevolumen von 25.000 Euro
Produktkostenerstattung auch bei Smartbroker+
Der Wettbewerb für das 2027 startende Altersvorsorgedepot ist in vollem Gange. Stück für Stück geben Neobroker, Direktbanken und mit den Sparkassen (über das Tochterunternehmen Deka) sogar erste Filialbanken ihre Konditionen bekannt. Auch bei Smartbroker+ gibt es bereits erste konkrete Informationen zu den Produkten. Der Neobroker folgt dabei demselben Trend wie die Konkurrenz.
Anders als es beispielsweise bei flatex, Traders Place oder auch der Deka der Fall ist, bietet Smartbroker+ nur zwei Modelle für das Altersvorsorgedepot an. Damit erfüllt der Neobroker den Standard des Altersvorsorgereformgesetzes der Bundesregierung.
ℹ️ Das Altersvorsorgereformgesetz der Bundesregierung sieht grundsätzlich zwei verschiedene Modelle für das Altersvorsorgedepot vor: Ein Standard-Modell für Einsteiger und ein flexibles Modell für erfahrenere Anleger. Beim Standard-Modell werden automatisch zwei Fonds zugeordnet – einer davon ist auf Sicherheit ausgelegt, der andere auf Wachstum. Beim flexiblen Modell können Kunden zwischen mehreren tausend ETFs wählen, in die sie investieren können, müssen dafür aber auch Faktoren wie die Umschichtung vor Rentenbeginn selbst im Blick behalten. Beim Einsteigermodell passiert diese wiederum automatisch, zudem gibt es hier einen jährlichen Kostendeckel von 1 Prozent.
Innerhalb der Neobroker-Bubble hat sich im Wettbieten um Abschlüsse bereits ein erster Trend ergeben: Die Erstattung der Total Expense Ratio (TER), also der jährlichen Produktkosten. Scalable Capital hatte hier den Anfang gemacht und eine Produktkostenerstattung bis Ende 2027 für das Standardmodell angekündigt, seitdem haben zahlreiche Neobroker nachgezogen. Auch Smartbroker+ erstattet beziehungsweise reinvestiert die TER für drei Jahre – allerdings nur bis zu einem Anlagevolumen von 25.000 Euro. Wie hoch diese reinvestierte TER pro Jahr ausfällt, hat Smartbroker+ bislang nicht angegeben.
Nicht überraschend ist, dass der Neobroker keine Depotgebühr sowie keine Sparplankosten oder Gebühren für Einzeltransaktionen – beim Standardmodell – erhebt. Dies hat sich bereits als Standard etabliert, unabhängig davon, ob das Angebot von einem Neobroker, einer Direktbank oder einer Filialbank kommt. Auch das freie Altersvorsorgedepot, die fortgeschrittene Version von Smartbroker+, kommt ohne Depotgebühr und Sparplankosten aus; Einzeltransaktionen unter 500 Euro werden hier mit Ordergebühren von 1 Euro pro Order belegt.
Wie schlägt sich das Altersvorsorgedepot von Smartbroker+?
Smartbroker+ erfüllt mit seinen Altersvorsorgedepots grundsätzlich alle Standards: Keine Depotgebühren und keine Sparplankosten für beide Versionen, Einzeltransaktionen werden nur beim freien Altersvorsorgedepot mit 1 Euro pro Order belegt, wenn das Ordervolumen unter 500 Euro liegt. Beim Standarddepot reinvestiert Smartbroker+ die Produktkosten für drei Jahre und folgt damit dem Trend, den andere Neobroker bereits vorgelegt haben.
📊 Zum Vergleich: Bei Scalable Capital sind Konto, Depot sowie Spar- und Auszahlpläne im Altersvorsorgedepot ebenfalls gebührenfrei. Für ausgewählte ETFs fallen bei Scalable Capital bis zum 31. Dezember 2027 effektiv keine laufenden Kosten an, weil auch hier die Produktkosten in Höhe von 0,15 Prozent pro Jahr im Rahmen von Scalables sogenanntem Rentenbonus in die ETFs zurückinvestiert werden. Dieser Vorteil ist damit allerdings befristet. Bei Smartbroker+ gibt es die Produktkostenerstattung gleich für drei Jahre – und zwar offenbar ab Depoteröffnung statt bis zu einem festen Stichtag.
Bei der Dauer der Produktkostenerstattung hat Smartbroker+ bislang nur gegen flatex wirklich das Nachsehen, das Kunden die TER-Erstattung gleich für fünf Jahre anbietet. Bei Traders Place sollen bis Ende 2028 keine Produktkosten, deren Höhe wie bei Smartbroker+ noch nicht bekannt ist, erhoben werden. Trade Republic hat ebenfalls sein Altersvorsorgedepot angekündigt, hier fehlen jedoch noch Informationen zu laufenden Kosten und zur TER. Dafür will Trade Republic dutzende ETFs ohne Produktkosten anbieten – und das möglicherweise sogar dauerhaft.
Auch die ING bewirbt bereits ihr Altersvorsorgedepot und lockt Neukunden mit einem Startbonus von 50 Euro, wenn man sich bis zum 31. Dezember 2026 auf die Starterliste setzen lässt. Die Informationen zu möglichen laufenden Kosten sind bei der ING allerdings bislang noch relativ vage, wenngleich es kürzlich erste konkretere Informationen von ING-Privatkundenchefin Burcu Civelek Yüce gegeben hat. Die Sparkassen bieten über die Deka mehr Vielseitigkeit an, die Effektivkosten fallen mit 0,1 Prozent für das Standarddepot gering aus. Zudem gibt es, genau wie bei der ING, die von einer Kostenquote von 0,2 Prozent pro Jahr spricht, keine Produktkostenerstattung. Ein Vergleich zu Smartbroker+ fällt hier schwer, da der Neobroker seine jährlichen Produktkosten noch nicht bekannt gegeben hat.
