Die Silver Endeavour ist das leistungsfähigste Expeditionsschiff von Silversea – und das einzige, das eine Einstufung nach dem IMO-Polarkodex trägt. 220 Gäste, 207 Crewmitglieder und ein Rumpf, der für schweres Eis gebaut wurde.
Kreuzfahrt mit Silversea
- All-Suite-Schiffe mit persönlichem Butlerservice
- All-Inclusive Plus mit Guthaben für Landausflüge
- Getränke, Trinkgeld und WLAN im Preis enthalten
- Expeditionsreisen bis in die Antarktis
Die Eckdaten der Reederei: 20.649 Bruttoraumzahl, 164,4 Meter Länge, 28,35 Meter Breite und die Polar-Code-Einstufung PC6. Acht Decks stehen Gästen offen, gefahren wird mit bis zu 19 Knoten unter der Flagge der Bahamas.
Bemerkenswert ist das Verhältnis von Breite zu Länge: Mit 28,35 Metern ist die Silver Endeavour fast sieben Meter breiter als die umgebauten Expeditionsschiffe der Flotte, bei nur acht Metern mehr Länge. Diese Proportion ist kein Zufall, sondern die Folge eines Rumpfes, der von Anfang an für Eis konstruiert wurde.
Das Wichtigste in Kürze
- Kategorie: Luxus-Expedition – Polarkodex PC6, die höchste Eisklasse der Flotte, bei nur 220 Gästen und Butler in jeder Suite
- 2021 als Crystal Endeavor gebaut, seit Ende 2022 im Dienst von Silversea
- 220 Gäste und 207 Crewmitglieder – rund 1,06 Gäste je Besatzungsmitglied
- Einstufung PC6 nach IMO-Polarkodex, die höchste der Flotte
- Fünf gastronomische Adressen und neun Suitenkategorien, alle mit Butler
Diese Seite erklärt, was PC6 praktisch bedeutet, welche Suiten es gibt, was auf welchem Deck liegt, wie eine Expedition abläuft und wodurch sich das Schiff von den umgebauten Einheiten der Flotte unterscheidet.
Inhaltsverzeichnis
- Die Silver Endeavour im Überblick
- Wie läuft eine Expedition auf der Silver Endeavour ab?
- Die Suiten auf der Silver Endeavour
- Deckplan der Silver Endeavour: Was liegt auf welchem Deck?
- Die Kulinarik an Bord der Silver Endeavour
- Was ist im Reisepreis der Silver Endeavour enthalten?
- Wellness und Bordleben auf der Silver Endeavour
- Für wen lohnt sich die Silver Endeavour?
- Welche Routen fährt die Silver Endeavour?
- Mit der Silver Endeavour unterwegs
- Weitere Schiffe von Silversea im Überblick
Die Silver Endeavour im Überblick
Die Silver Endeavour ist das einzige Schiff der Flotte, das Silversea nicht selbst bestellt hat. Gebaut wurde sie 2021 als Crystal Endeavor für einen anderen Anbieter; nach dessen Insolvenz übernahm Silversea das Schiff und stellte es Ende 2022 in Dienst.
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Baujahr | 2021, ursprünglich als Crystal Endeavor |
| Im Dienst für Silversea | seit Ende 2022 |
| Vermessung | 20.649 Bruttoraumzahl |
| Länge und Breite | 164,4 Meter × 28,35 Meter |
| Gäste | 220 |
| Crew | 207 |
| Polar-Code-Einstufung | PC6 |
| Gästedecks | acht, Deck 3 bis Deck 10 |
| Reisegeschwindigkeit | 19 Knoten |
Für die Einordnung ist das Baujahr wichtig: Die Silver Endeavour ist als Expeditionsschiff geplant und gebaut worden, während Silver Cloud und Silver Wind umgebaute Luxusschiffe sind. Das merkt man an jeder Stelle, an der es um Eis, Stabilität und Ausbootung geht.
Was bedeutet die Einstufung PC6?
Der IMO-Polarkodex teilt Schiffe in die Klassen PC1 bis PC7 ein, wobei PC1 die höchste ist. PC6 erlaubt den Sommer- und Herbstbetrieb in mitteldickem einjährigem Eis. Das ist eine andere Liga als die Eisklasse 1C der beiden umgebauten Schwesterschiffe, die nur für dünnes, loses Eis ausgelegt sind.
Praktisch heißt das: Die Silver Endeavour erreicht Regionen und Zeitfenster, die den anderen Expeditionsschiffen der Flotte verschlossen bleiben – etwa Routen, die weiter nach Süden führen oder früher in der Saison beginnen. Wer sich für ein bestimmtes Ziel interessiert, sollte deshalb zuerst prüfen, welches Schiff dort überhaupt fahren darf.
Wie viel Personal kommt auf einen Gast?
220 Gäste bei 207 Crewmitgliedern ergeben rund 1,06 Gäste je Besatzungsmitglied – der günstigste Wert der gesamten Flotte außerhalb der Galápagos-Einheit. Auf einem Expeditionsschiff zählt dieser Schlüssel doppelt, weil die Crew neben dem Hotelbetrieb auch Anlandungen, Zodiacs und das Expeditionsprogramm stemmt.
Wie läuft eine Expedition auf der Silver Endeavour ab?
Der Tagesablauf richtet sich nach Wetter, Eis und Tierwelt, nicht nach einem Hafenplan. Statt Liegezeiten gibt es Anlandungen – und die sind ausdrücklich nicht garantiert.
Zwei bauliche Besonderheiten machen den Ablauf hier komfortabler als auf umgebauten Schiffen. Das Schiff hat gleich zwei Mud Rooms, in denen Expeditionskleidung und Stiefel lagern und gereinigt werden – auf zwei Gruppen verteilt entfällt das Anstehen. Und es hat eine Marina, also eine absenkbare Plattform am Rumpf, über die das Ein- und Aussteigen in die Zodiacs direkt am Wasser stattfindet.
Dazu kommt The Bow, eine Aussichtsplattform ganz vorn am Bug. Auf Eisfahrten ist das der beste Platz an Bord: Man steht über der Wasserlinie und sieht, wie der Rumpf durch das Eis geht. Auf klassischen Ozeanschiffen ist dieser Bereich für Gäste gesperrt.
Begleitet werden die Reisen von einem Expeditionsteam aus Biologen, Geologen, Historikern und Fotografen. An Seetagen übernehmen deren Vorträge einen großen Teil des Programms. Vor der ersten Anlandung gibt es eine verbindliche Einweisung nach den Regeln der IAATO, des Verbands der Antarktis-Reiseveranstalter.
Die Suiten auf der Silver Endeavour
Innenkabinen führt Silversea nicht. Sämtliche Unterkünfte sind Suiten, und zu jeder gehört ein persönlicher Butler. Das Schiff führt neun Kategorien – und die Namen unterscheiden sich deutlich vom Rest der Flotte.
| Kategorie | Einordnung |
|---|---|
| Classic Veranda Suite | Einstieg mit eigener Veranda |
| Superior Veranda Suite | gleicher Grundriss, andere Lage im Schiff |
| Deluxe Veranda Suite | mehr Fläche, mittschiffs gelegen |
| Premium Veranda Suite | gibt es in dieser Form nur auf diesem Schiff |
| Silver Suite | getrennter Wohn- und Essbereich |
| Signature Suite | aus der ursprünglichen Ausstattung übernommen |
| Master Suite | mehrere Räume mit eigenem Essbereich |
| Grand Suite | Spitzenkategorie mit großzügigem Wohnbereich |
| Owner’s Suite | größte Kategorie an Bord |
Zwei Kategorien fallen auf: Die Premium Veranda Suite und die Signature Suite tragen Namen, die es sonst nirgends in der Flotte gibt. Beide stammen aus der ursprünglichen Kategorienlogik des Vorbesitzers, die Silversea beim Übergang beibehalten hat. Umgekehrt fehlen Medallion, Royal und Vista Suite komplett.
Anders als auf den umgebauten Expeditionsschiffen hat hier jede Kategorie eine Veranda – eine Suite ohne Balkon gibt es an Bord nicht. Auf Polarrouten ist das weniger entscheidend, als es klingt, weil man draußen ohnehin selten sitzt; es erklärt aber, warum das Preisniveau höher liegt als bei den Schwesterschiffen.
Deckplan der Silver Endeavour: Was liegt auf welchem Deck?
Acht Decks stehen Gästen offen. Der Aufbau folgt der Expeditionslogik: unten die Technik für Anlandungen, oben die Aussicht.
| Bereich | Was sich dort befindet |
|---|---|
| Untere Decks | Mud Room A und B, Marina, Bordhospital |
| Gesellschaftsdecks | Explorer Lounge, Rezeption, Arts Café, The Restaurant |
| Restaurantebene | Il Terrazzino, La Dame und Connoisseur’s Corner |
| Wellness und Shopping | Otium Spa, Beauty Salon, Fitnessbereich und Boutique |
| Pooldeck | Pool, Whirlpool und The Grill |
| Oberste Decks | Observation Lounge, The Study, Bibliothek, Sonnendeck und Joggingstrecke |
| Ganz vorn | The Bow als Aussichtsplattform über dem Bug |
Für die Suitenwahl gilt hier eine Besonderheit: Weil die Mud Rooms auf den unteren Decks liegen und morgens der gesamte Gästestrom dort durchläuft, sind die Suiten in ihrer Nähe an Anlandungstagen früh lebhaft. Ruhiger liegen die oberen Decks – die dafür weiter vom Ausstieg entfernt sind.
Den vollständigen Grundriss mit allen Suitennummern veröffentlicht die Reederei selbst: der offizielle Deckplan der Silver Endeavour.
Die Kulinarik an Bord der Silver Endeavour
Fünf gastronomische Adressen stehen zur Wahl, alle im Reisepreis enthalten. Eine davon gibt es so nur auf diesem Schiff.
| Restaurant | Was Euch dort erwartet |
|---|---|
| The Restaurant | Hauptrestaurant mit offener Sitzordnung |
| Il Terrazzino | italienisch geprägt – existiert nur auf diesem Schiff |
| La Dame | französisches Feinschmeckerrestaurant mit wenigen Tischen |
| The Grill | Grill am Pooldeck, abends auf heißem Lavastein |
| Arts Café | Kaffee, Kuchen und Kleinigkeiten über den Tag |
Il Terrazzino ist die kulinarische Eigenheit des Schiffes. Auf den übrigen Einheiten der Flotte heißt das italienische Restaurant La Terrazza – hier trägt es einen eigenen Namen und ein eigenes Konzept, ein Erbe aus der Zeit vor dem Übergang zu Silversea.
Bemerkenswert ist die Bandbreite auf so kleinem Raum: Ein Schiff mit 220 Gästen unterhält hier ein Hauptrestaurant, zwei Spezialitätenkonzepte, einen Außengrill und ein Tagescafé. Zum Vergleich kommen Expeditionsschiffe anderer Anbieter dieser Größe typischerweise mit einem Restaurant und einem Buffet aus.
Weil Speisen und Getränke ohnehin im Reisepreis stecken, verhält sich das Publikum an Bord anders als auf Schiffen mit Einzelabrechnung: Es wird eher gewechselt und ausprobiert, und niemand rechnet nach, ob sich der Grog nach der Zodiac-Fahrt lohnt.
Welche Bars und Lounges gibt es an Bord?
Das Schiff kommt mit drei Adressen aus: der Explorer Lounge als Ort für Vorträge und Einweisungen, der Connoisseur’s Corner als Zigarren- und Cognacbar und der Observation Lounge ganz oben mit Blick nach vorn. Dazu kommen The Study und die Bibliothek als ruhige Rückzugsorte.
Was ist im Reisepreis der Silver Endeavour enthalten?
Der Reisepreis deckt den kompletten Bordbetrieb ab. Auf Expeditionsreisen kommt hinzu, dass Zodiac-Ausfahrten und Anlandungen Teil des Expeditionsprogramms sind und nicht als Landausflug gebucht werden.
| Leistung | Im Reisepreis |
|---|---|
| Suite mit Veranda | enthalten |
| Butler in jeder Kategorie | enthalten |
| Alle fünf gastronomischen Adressen | enthalten |
| Weine, Spirituosen und Champagner | enthalten |
| Trinkgelder an Bord | enthalten |
| WLAN im Standardnetz | enthalten |
| Zodiac-Ausfahrten des Expeditionsprogramms | enthalten |
| Flüge, Transfers und Hotelnächte | je nach Tarif |
Zum 11. September 2025 hat Silversea seine Preisstruktur umgestellt. Die alten Namen Door-to-Door, Port-to-Port und Essential sind entfallen; geblieben sind All-Inclusive Plus, All-Inclusive und Last Minute.
Ein Detail, das beim Tarifvergleich oft untergeht: Das Ausflugsguthaben des Plus-Tarifs, das auf Ozeanrouten den Hauptunterschied ausmacht, hat auf diesem Schiff wenig Wirkung – die Anlandungen gehören ohnehin zum Expeditionsprogramm. Was den Plus-Tarif hier trägt, ist die erstattungsfähige Anzahlung bei Buchungen, die ein Jahr oder länger im Voraus liegen.
Wellness und Bordleben auf der Silver Endeavour
Der Otium Spa trägt denselben Namen wie das Wellnesskonzept auf den jüngeren Ozeanschiffen der Flotte. Daneben liegen Beauty Salon und Fitnessbereich, dazu kommen Pool und Whirlpool am Pooldeck.
Abends übernimmt das Expeditionsteam. Fester Programmpunkt ist das sogenannte Recap: eine halbe Stunde, in der die Guides den Tag einordnen, gesichtete Tiere bestimmen und erklären, was für den nächsten Morgen geplant ist. Was auf einem Ozeanschiff die Abendshow wäre, ist hier eine Unterrichtsstunde – und die meisten Gäste kommen genau deswegen.
Wer über die Venetian Society nachdenkt, sollte die Rechnung an diesem Schiff aufmachen: Das Treueprogramm zählt Nächte, und eine Antarktis-Reise bringt in einem Rutsch so viele davon wie zwei bis drei Mittelmeerwochen. Das macht ausgerechnet die teuerste Reiseart zum schnellsten Weg nach oben.
Für wen lohnt sich die Silver Endeavour?
Das Schiff ist die Antwort auf die Frage, wie weit man ins Eis kommt, ohne den Bordstandard einer Ultra-Luxus-Reederei aufzugeben.
| Geeignet für | Weniger geeignet für |
|---|---|
| Wer anspruchsvolle Polarrouten fahren will, die PC6 voraussetzen | Wer eine klassische Hafenrundreise sucht |
| Reisende, denen ein eigens gebautes Expeditionsschiff wichtig ist | Wer möglichst günstig ins Ultra-Luxus-Segment einsteigen möchte |
| Wer Wert auf zwei Mud Rooms und eine Marina legt | Familien mit Kindern, für die es kein Programm gibt |
| Wer eine Veranda in jeder Kategorie erwartet | Wer die Vielfalt eines Ozeanschiffs mit acht Restaurants sucht |
Welche Routen fährt die Silver Endeavour?
Die Silver Endeavour wechselt saisonal zwischen den Polarregionen: im Südsommer Antarktis ab Südamerika, im Nordsommer Arktis, Spitzbergen und Grönland. Dank der Polar-Code-Einstufung stehen dabei Routen im Programm, die den umgebauten Schwesterschiffen verschlossen bleiben.
Die konkrete Saisonplanung veröffentlicht Silversea jährlich neu, und gerade bei diesem Schiff lohnt der frühe Blick: Weil es je Saison weniger Abfahrten gibt als bei den kleineren Expeditionsschiffen, sind die attraktiven Termine oft mehr als ein Jahr im Voraus vergeben.
Welche Routen setzen PC6 voraus?
Die Einstufung zahlt sich nicht auf jeder Polarreise aus. Eine Antarktis-Woche entlang der Halbinsel im Januar fährt jedes Schiff der Flotte. Interessant wird PC6 dort, wo die Saison länger ist oder die Route weiter reicht: früh im Frühjahr, wenn das Eis noch nicht aufgebrochen ist, im hohen Norden jenseits von Spitzbergen – oder auf Routen, die das Weddellmeer und die Randbereiche des Rossmeeres berühren.
Vor der Buchung lohnt deshalb der Blick auf das konkrete Fahrtgebiet statt auf die Klasse. Wer eine Standardroute bucht, zahlt für eine Fähigkeit mit, die auf dieser Reise nicht abgerufen wird. Wer dagegen ein Ziel ansteuern will, das nur wenige Schiffe erreichen, hat innerhalb der Flotte keine Alternative.
Warum liegt der Preis über dem der Schwesterschiffe?
Zwei Gründe. Erstens führt die Silver Endeavour ausschließlich Suiten mit Veranda – es gibt keine günstige Einstiegskategorie ohne Balkon, mit der sich der Nachtpreis drücken ließe. Zweitens sind die Routen, für die sie eingesetzt wird, aufwendiger: längere Anfahrten, kürzere Zeitfenster und weniger Abfahrten je Saison.
Mit der Silver Endeavour unterwegs
Die Silver Endeavour ist das einzige Schiff der Flotte, das als Expeditionsschiff geplant und gebaut wurde. Polar-Code-Einstufung, zwei Mud Rooms, eine Marina und ein Bugdeck für Gäste – das sind Merkmale, die ein umgebautes Luxusschiff nicht nachrüsten kann.
Wer keine anspruchsvollen Eisrouten braucht, findet auf Silver Cloud und Silver Wind dasselbe Serviceniveau zu einem meist niedrigeren Preis. Wer die Galápagos-Inseln im Blick hat, schaut auf die Silver Origin. Und wer gar keine Anlandungen sucht, ist auf den Ozeanschiffen der Flotte besser aufgehoben.
Kreuzfahrt mit Silversea
- All-Suite-Schiffe mit persönlichem Butlerservice
- All-Inclusive Plus mit Guthaben für Landausflüge
- Getränke, Trinkgeld und WLAN im Preis enthalten
- Expeditionsreisen bis in die Antarktis
Weitere Schiffe von Silversea im Überblick
Diese Seiten helfen beim Vergleich innerhalb der Flotte weiter:
- Silver Cloud und Silver Wind – die umgebauten Expeditionsschiffe mit Eisklasse 1C
- Silver Origin – der Spezialist für die Galápagos-Inseln
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- Silver Dawn – ein Ozeanschiff mit demselben Otium-Konzept
- Silversea Guide mit der kompletten Flotte, den Tarifen und den Preisspannen
