MSC World America

Die MSC World America ist seit April 2025 im Dienst und mit 215.863 BRZ eines der größten Kreuzfahrtschiffe überhaupt. Sie ist das Schwesterschiff der MSC World Europa – und das erste Schiff dieser Baureihe, das MSC ausdrücklich für den nordamerikanischen Markt gebaut hat.

MSC Cruises

  • Reiseziele rund um die Welt
  • Vollpension inklusive
  • Theatershows und Live Musik an Bord
  • Familienfreundliche Aktivitäten für Groß und Klein
  • Sport und Wellnessangebote inklusive
  • Landausflüge möglich

Genau das ist der Punkt, an dem sich für deutschsprachige Reisende entscheidet, ob dieses Schiff infrage kommt. Wir zeigen Euch die Eckdaten, die sieben Erlebniswelten, das Kabinenangebot – und was der Heimathafen Miami praktisch bedeutet.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die MSC World America misst 215.863 BRZ bei 333 Metern Länge und hat 22 Decks, davon 16 für Gäste
  • Bei Doppelbelegung reisen 5.240 Gäste mit, maximal sind es rund 6.770
  • Betreut werden sie von 2.138 Crewmitgliedern
  • Gebaut 2025 bei Chantiers de l’Atlantique in Saint-Nazaire, angetrieben mit verflüssigtem Erdgas
  • Heimathafen ist Miami – gefahren werden Karibikrouten über sieben Nächte

Die folgenden Abschnitte gehen durch Baudaten, Erlebniswelten, Kabinen und Gastronomie – und beantworten vor allem die Frage, die bei diesem Schiff über die Buchung entscheidet: für wen es eigentlich gebaut wurde.

Die MSC World America im Überblick

MSC baut seine World-Klasse als vierteilige Baureihe. Die World Europa machte 2022 den Anfang, die World America folgte 2025, World Asia und World Atlantic sind angekündigt. Alle teilen sich denselben Entwurf, unterscheiden sich aber im Zuschnitt der Bordbereiche und vor allem im Fahrtgebiet.

Wie groß ist das Schiff?

Die Vermessung liegt bei 215.863 BRZ, das Schiff ist 333 Meter lang und 47 Meter breit. Von den 22 Decks stehen 16 den Gästen offen. Gebaut wurde es bei Chantiers de l’Atlantique im französischen Saint-Nazaire und im April 2025 in Miami getauft.

Angetrieben wird die World America mit verflüssigtem Erdgas. Das senkt den Ausstoß von Schwefeloxiden praktisch auf null und reduziert Feinstaub und Stickoxide deutlich; beim Kohlendioxid fällt der Vorteil kleiner aus. Ein Neubau dieser Größenordnung ohne LNG wäre heute allerdings kaum noch genehmigungsfähig – der Antrieb ist Standard geworden, kein Alleinstellungsmerkmal.

Wie viele Gäste sind an Bord?

Hier lohnt der genaue Blick, weil zwei sehr unterschiedliche Zahlen kursieren. Bei Doppelbelegung – also zwei Personen je Kabine – reisen 5.240 Gäste mit. Werden alle Zusatzbetten belegt, sind es rund 6.770. Die Differenz von gut 1.500 Personen entspricht der Einwohnerzahl eines Dorfes.

Für die Planung heißt das: In den Ferienzeiten, wenn viele Familien mit Kindern in Dreier- und Viererkabinen reisen, ist das Schiff spürbar voller als die 5.240 vermuten lassen. Wer Andrang meiden möchte, bucht außerhalb der Schulferien – der Unterschied ist auf einem Schiff dieser Größe deutlich messbar.

Dem gegenüber stehen 2.138 Crewmitglieder. Bei Doppelbelegung ergibt das rund 2,5 Gäste je Besatzungsmitglied, bei Vollbelegung gut drei – ein normaler Wert für den Massenmarkt und weit entfernt von den Luxusreedereien, die bei eins zu eins liegen.

Top Sail Lounge im MSC Yacht Club der MSC World America
Die Top Sail Lounge gehört zum abgetrennten MSC Yacht Club. Foto: MSC Cruises

Die eigentliche Besonderheit dieses Schiffes liegt aber nicht in den Maßen, sondern im Markt, für den es gebaut wurde.

Wie voll fühlt sich das Schiff an?

Die Branche misst das über das Raumverhältnis, also Vermessung geteilt durch Gästezahl. Bei Doppelbelegung kommt die World America auf rund 41, bei voller Belegung nur noch auf etwa 32. Große Mainstream-Schiffe bewegen sich typischerweise zwischen 35 und 45 – die World America liegt also im normalen Bereich, rutscht bei Vollbelegung aber ans untere Ende.

Zum Einordnen: Luxusschiffe wie die Seven Seas Grandeur erreichen rund 75, also fast das Doppelte. Wer dieses Raumgefühl erwartet, ist auf einem Schiff der World-Klasse grundsätzlich falsch – der Reiz liegt hier im Angebot, nicht im Platz je Person.

Praktisch bedeutet die Zahl vor allem eines: Die Erlebniswelten sind kein Marketingbegriff, sondern eine Notwendigkeit. Ohne die Aufteilung in Zonen würde ein Schiff mit über 5.000 Gästen an den Engstellen dauerhaft verstopfen.

Was ist die World-Klasse?

MSC hat die Baureihe als vierteiliges Programm angelegt. Die World Europa eröffnete sie 2022, die World America folgte 2025, World Asia und World Atlantic sind angekündigt. Schon die Namen zeigen die Logik: Jedes Schiff bekommt einen Markt zugewiesen, statt die Flotte saisonal um den Globus zu schieben.

Technisch verbindet die Klasse drei Dinge: der LNG-Antrieb, die Aufteilung in Erlebniswelten und der Yacht Club als abgetrennter Bereich an der Spitze. Diese Kombination ist MSCs Antwort auf die Frage, wie ein Schiff mit über 5.000 Gästen nicht wie ein Bahnhof wirkt.

Für die Buchung ist die Marktzuordnung der praktisch wichtigste Punkt. Sie bedeutet, dass die Schiffe nicht gegeneinander austauschbar sind – wer die World-Klasse erleben möchte, wählt zuerst den Kontinent und danach das Schiff.

Für welchen Markt wurde die MSC World America gebaut?

MSC hat die World-Klasse bewusst auf zwei Märkte aufgeteilt. Die World Europa fährt im Mittelmeer und in Nordeuropa, die World America hat ihren Heimathafen in Miami und bedient von dort die Karibik. Das ist keine saisonale Laune, sondern die Grundausrichtung des Schiffes.

Für deutschsprachige Reisende hat das vier konkrete Folgen, die vor der Buchung geklärt gehören.

Was bedeutet der Heimathafen Miami?

Zuerst und am teuersten: die Anreise. Eine Karibikreise auf diesem Schiff beginnt mit einem Transatlantikflug nach Florida, dazu kommt mindestens eine Hotelnacht vor der Einschiffung. Dieser Block taucht im Kreuzfahrtpreis nicht auf und macht bei zwei Personen schnell einen vierstelligen Betrag aus.

Zweitens das Publikum. Ein Schiff, das ganzjährig ab Miami fährt, füllt sich überwiegend mit nordamerikanischen Gästen. Das prägt Ansagen, Bordprogramm, Essenszeiten und den Umgangston. Wer die durchgehend deutschsprachige Betreuung gewohnt ist, wie sie AIDA oder Mein Schiff bieten, findet sie hier nicht.

Drittens die Abrechnung. Bordkonto und Serviceentgelte laufen in US-Dollar. Für deutsche Karten kommt damit eine Fremdwährungsgebühr ins Spiel, und das automatische Trinkgeld je Person und Nacht ist im nordamerikanischen Markt höher angesetzt als im europäischen.

Und viertens die Route selbst: Sieben Nächte Ost- oder Westkaribik ab Miami, mit einem Halt auf Ocean Cay, der reedereieigenen Insel auf den Bahamas. Wer das Mittelmeer sucht, ist beim Schwesterschiff richtig.

MerkmalMSC World America
Vermessung215.863 BRZ
Länge333 Meter
Decks22, davon 16 für Gäste
Gäste bei Doppelbelegung5.240
Gäste maximalrund 6.770
Crew2.138
Kabinenrund 2.600
HeimathafenMiami
Indienststellung2025

Das solltet Ihr vor einer Buchung ab Miami einkalkulieren

  • Transatlantikflug und mindestens eine Hotelnacht vor der Einschiffung
  • Überwiegend nordamerikanisches Publikum, keine durchgehend deutschsprachige Betreuung
  • Bordkonto und Serviceentgelt in US-Dollar, dazu die Fremdwährungsgebühr Eurer Karte
  • In den Schulferien liegt die Belegung deutlich über den 5.240 der Doppelbelegung

Wer diese vier Punkte einpreist und trotzdem bucht, bekommt dafür ein Schiff, das im europäischen Programm so nicht fährt. Wie sich das Schwesterschiff im Mittelmeer schlägt, steht auf unserer Seite zur MSC World Europa.

Was ist Ocean Cay?

Fast jede Route der World America läuft Ocean Cay an, eine Insel auf den Bahamas, die MSC als Marine Reserve führt. Sie war früher eine Sandabbaustelle und wurde von der Reederei hergerichtet – ein Modell, das inzwischen mehrere Anbieter mit eigenen Privatinseln verfolgen.

Für Gäste heißt das: ein Strandtag ohne Ausflugsbuchung, mit Bordverpflegung und der eigenen Kabine in Sichtweite. Das ist bequem und für Familien der entspannteste Tag der Reise. Es heißt aber auch, dass ein Siebtel der Reisezeit auf einer Insel stattfindet, die keine gewachsene Ortschaft ist.

Wer Karibik im Sinne von Landeskunde sucht, sollte die Routen daraufhin prüfen, wie viele echte Häfen neben Ocean Cay stehen. Wer einen unkomplizierten Strandtag will, bekommt hier genau das.

Welche Erlebniswelten gibt es an Bord?

MSC gliedert die World-Klasse in sieben Bereiche, die das Schiff in Zonen mit eigenem Charakter teilen. Das ist der eigentliche Kniff bei einem Schiff dieser Größe: Statt eines durchgehenden Bordbetriebs entstehen Nachbarschaften, die sich unterschiedlich anfühlen.

  • Family Aventura als Familienbereich mit Wasserrutschen und Spielflächen
  • Aqua Deck mit den Pools und Sonnenflächen
  • Zen Area als ruhiger Erwachsenenbereich
  • Galleria als überdachte Promenade über drei Ebenen mit Läden und Lokalen
  • The Terraces mit gestuften Außenflächen zum Meer
  • Promenade als Außendeck mit Bars und Imbissen
  • MSC Yacht Club als abgetrennter Suitenbereich mit eigenem Zugang
The Harbour an Bord der MSC World America
The Harbour ist der Familienbereich an Deck. Foto: MSC Cruises

Zwei Bereiche verdienen eine genauere Betrachtung, weil sie den Aufenthalt stärker prägen als die übrigen fünf.

Was ist der MSC Yacht Club?

Der Yacht Club ist ein Schiff im Schiff. Er umfasst eigene Suiten, einen eigenen Pool, ein eigenes Restaurant und die Top Sail Lounge, und er ist per Schlüsselkarte vom Rest des Schiffes abgetrennt. Dazu kommen Butlerservice und ein eigener Zugang beim Ein- und Ausschiffen.

Für ein Schiff mit über 5.000 Gästen ist das der wirksamste Hebel gegen Gedränge – und der teuerste. Wer den Aufpreis rechnet, sollte ihn nicht gegen eine Balkonkabine auf demselben Schiff halten, sondern gegen eine Reise auf einem kleineren Schiff. Oft landet man preislich in derselben Größenordnung.

Lohnt sich der MSC Yacht Club?

Diese Frage stellt sich auf einem Schiff mit über 5.000 Gästen anders als anderswo. Der Yacht Club kostet ein Vielfaches einer Balkonkabine, liefert dafür aber nicht nur eine größere Suite, sondern einen eigenen Pool, ein eigenes Restaurant, eine eigene Lounge und einen separaten Zugang beim Ein- und Ausschiffen.

Rechnen sollte man ihn deshalb nicht gegen die Kabine nebenan, sondern gegen die Alternative, dieselbe Reise auf einem kleineren Schiff zu machen. Wer den Aufpreis vor allem zahlt, um dem Gedränge zu entgehen, bekommt dasselbe Ergebnis auf einem Schiff mit tausend Gästen – oft zum ähnlichen Preis und ohne den Umweg über einen abgetrennten Bereich.

Sinnvoll ist der Yacht Club dagegen, wenn beides gewollt ist: das große Bordangebot für zwischendurch und der ruhige Rückzugsort für den Rest des Tages. Diese Kombination gibt es auf einem kleinen Schiff nicht, und dafür ist der Aufpreis dann auch das Geld wert.

Was ist der Cliffhanger?

Der Cliffhanger ist eine Schaukel, die über die Bordwand hinausschwingt und die MSC als einzige ihrer Art auf See bewirbt. Sie gehört zu den Attraktionen, die auf Fotos mehr hermachen als im Tagesablauf: Ein Durchgang dauert Minuten, die Warteschlange an Seetagen deutlich länger.

Sinnvoll einplanen lässt sich so etwas an Hafentagen, wenn ein großer Teil der Gäste von Bord ist. Das gilt auf diesem Schiff für sämtliche Attraktionen mit Anstellfläche – bei über 5.000 Mitreisenden entscheidet der Zeitpunkt mehr als die Attraktion selbst.

Wie sieht das Abendprogramm aus?

Das Unterhaltungsangebot ist auf die Größe des Schiffes ausgelegt: mehrere Bühnen, ein Theater mit wechselnden Produktionen, Livemusik in den Bars und ein Programm, das über den Abend gestaffelt läuft. Bei über 5.000 Gästen wäre eine einzige Vorstellungszeit gar nicht darstellbar.

Praktisch heißt das, dass Shows mehrfach am Abend laufen und reserviert werden wollen. Wer sich darauf nicht einstellt, steht vor vollen Rängen – das ist auf Schiffen dieser Größenklasse der häufigste Kritikpunkt in Bewertungen und lässt sich mit etwas Planung vollständig vermeiden.

Welche Kabinen gibt es an Bord?

Rund 2.600 Kabinen verteilen sich auf 19 Kategorien – von der Innenkabine bis zur Owner’s Suite im Yacht Club. Die Bandbreite ist entsprechend groß, und anders als auf kleineren Schiffen entscheidet hier nicht nur die Kategorie, sondern vor allem die Lage.

Balkonkabine an Bord der MSC World America
Die Balkonkabinen sind die häufigste Kategorie an Bord. Foto: MSC Cruises

Drei Punkte sind bei der Wahl wichtiger als die Quadratmeter.

Worauf kommt es bei der Lage an?

Erstens die Nähe zu den Erlebniswelten. Eine Kabine über der Promenade oder neben dem Familienbereich liegt komfortabel für den Weg, aber ungünstig für die Nachtruhe. Wer früh schlafen will, bucht in einem der ruhigeren Bereiche, auch wenn der Weg zum Pool dann länger ist.

Zweitens das Deck. Bei 16 Gästedecks liegen zwischen der untersten und der obersten Kabine mehrere Minuten Fußweg und im Zweifel eine Wartezeit am Aufzug. Auf einem Schiff mit 5.000 Gästen sind die Aufzüge zu den Stoßzeiten der Engpass, nicht die Restaurants.

Drittens die Kategorie im Verhältnis zum Bordkonzept. Die Aurea-Kategorien bringen Zusatzleistungen wie Spa-Zugang und bevorzugte Reservierungen mit, der Yacht Club noch einmal deutlich mehr. Wer viel Zeit an Bord verbringt, holt diesen Aufpreis eher heraus als jemand, der in jedem Hafen von Bord geht.

Wo wird an Bord gegessen?

Das Angebot teilt sich wie bei MSC üblich in Restaurants, die im Reisepreis enthalten sind, und Zuzahllokale. Zum inbegriffenen Teil gehören die Hauptrestaurants und das Buffet, das auf einem Schiff dieser Größe über weite Öffnungszeiten läuft.

Esagono Restaurant an Bord der MSC World America
Das Esagono ist eines der Zuzahlrestaurants. Foto: MSC Cruises

Die Spezialitätenrestaurants werden einzeln berechnet und decken ein breites Spektrum ab, von Steakhouse bis asiatisch. MSC verkauft dafür auch Pakete mit mehreren Besuchen, die sich rechnen, wenn man ohnehin mehrfach hingehen möchte.

Praktisch entscheidend ist auf diesem Schiff die Reservierung. Bei über 5.000 Gästen sind die gefragten Adressen an Seetagen früh ausgebucht – wer flexibel bleiben möchte, reserviert gleich zu Reisebeginn für die ganze Woche und sagt notfalls ab.

Was bietet das Schiff für Familien?

Der Familienbereich ist einer der Gründe, warum MSC dieses Schiff für den amerikanischen Markt so zugeschnitten hat. Es gibt nach Altersgruppen getrennte Clubs, Wasserflächen und Spielbereiche, dazu ein Programm, das über den Tag verteilt läuft.

Junior Club an Bord der MSC World America
Für Kinder und Jugendliche gibt es nach Alter getrennte Bereiche. Foto: MSC Cruises

Für Reisende ohne Kinder ist die Kehrseite ebenso wichtig: In den Schulferien ist ein Schiff mit dieser Ausrichtung entsprechend voll und laut. Die Zen Area und der Yacht Club sind die Bereiche, in denen sich das umgehen lässt – wer beides nicht bucht, sollte die Reisezeit außerhalb der Ferien legen.

Wie funktioniert das Bordkonto?

Bezahlt wird ausschließlich bargeldlos über die Bordkarte, die zugleich als Kabinenschlüssel dient. Bei der Anmeldung wird eine Kreditkarte hinterlegt, abgerechnet wird auf diesem Schiff in US-Dollar.

Zwei Posten laufen dabei automatisch mit: das tägliche Serviceentgelt und, falls gebucht, das Getränkepaket. Wer die Bordrechnung im Blick behalten möchte, kann den Zwischenstand jederzeit über die MSC-App abrufen – das erspart die Überraschung am letzten Abend.

Für deutsche Karten kommt die Fremdwährungsgebühr hinzu. Bei einer Woche mit Ausflügen, Getränken und Serviceentgelt bewegt sich der Bordumsatz schnell im dreistelligen Bereich, sodass sich eine Karte ohne diese Gebühr hier tatsächlich rechnet.

Wann sollte man in die Karibik fahren?

Die Karibik hat eine Hurrikansaison, und sie fällt genau in die europäischen Sommerferien. Offiziell läuft sie vom 1. Juni bis zum 30. November, der Schwerpunkt liegt im August und September. In diesem Fenster sind Routenänderungen und ausgelassene Häfen keine Ausnahme, sondern eingeplanter Normalfall.

Das ist kein Sicherheitsproblem – Kreuzfahrtschiffe weichen Stürmen großräumig aus, und genau darin liegt der Vorteil gegenüber einem festen Hotel. Es ist ein Erwartungsproblem: Wer auf einen bestimmten Hafen gebucht hat, sollte damit rechnen, ihn nicht zu sehen.

Die verlässlichsten Monate liegen zwischen Dezember und Mai. Sie sind entsprechend gefragt und teurer, dafür stimmt die Route meist mit dem Prospekt überein. Wer in den Sommerferien fährt, sollte den Preisvorteil als das verstehen, was er ist: eine Risikoprämie.

Wie plant man die Anreise nach Miami?

Der Hafen liegt direkt an der Stadt, und von den europäischen Drehkreuzen gibt es Direktflüge nach Miami. Der Transfer vom Flughafen zum Terminal dauert je nach Verkehr zwanzig bis vierzig Minuten – das ist der unkomplizierteste Teil der Reise.

Kritisch ist der Puffer. Ein Schiff wartet nicht auf verspätete Flüge, und bei einem einzigen Langstreckenflug am Abreisetag ist ein verpasster Anschluss ein realistisches Risiko. Mindestens eine Hotelnacht vor der Einschiffung gehört deshalb zur Planung, besser zwei – die zweite fängt auch den Zeitunterschied ab.

Ein Nebeneffekt lohnt die Überlegung: Wer ohnehin zwei Nächte in Miami verbringt, kann die Kreuzfahrt zum Baustein einer längeren USA-Reise machen. Genau in dieser Kombination rechnet sich der Aufwand – als reines Kreuzfahrtziel bleibt Miami für den deutschen Markt teuer.

Prüft außerdem, ob Eure Einreisegenehmigung für die USA gültig ist und rechtzeitig vorliegt. Das betrifft auch reine Transitgäste, die nur zum Schiff wollen – ohne gültige Genehmigung endet die Reise am Abflughafen.

World America oder World Europa?

Beide Schiffe stammen aus derselben Baureihe, haben nahezu identische Abmessungen und dasselbe Grundkonzept mit Erlebniswelten und Yacht Club. Wer die Datenblätter nebeneinanderlegt, findet kaum Unterschiede – und trifft damit die falsche Entscheidungsgrundlage.

Entschieden wird über das Fahrtgebiet und damit über die Reisekosten insgesamt. Die World Europa fährt im Mittelmeer und ist ab deutschen Flughäfen mit einem Kurzstreckenflug erreichbar, teils sogar mit der Bahn zum Hafen. Die World America verlangt einen Transatlantikflug plus Hotelnacht.

Der zweite Unterschied ist das Publikum. Auf der World Europa reisen überwiegend Europäer, die Bordsprachen sind entsprechend breiter aufgestellt. Auf der World America dominiert der nordamerikanische Markt, was Ansagen, Essenszeiten und Programm prägt.

Kurz gefasst: Wer die Karibik will, nimmt die World America. Wer das Schiff will und beim Ziel flexibel ist, fährt mit dem europäischen Schwesterschiff deutlich günstiger und einfacher.

Was ist im Reisepreis enthalten?

Enthalten sind die Kabine, die Verpflegung in den Hauptrestaurants und im Buffet sowie der Großteil des Unterhaltungsprogramms. Nicht enthalten sind Getränke, die Spezialitätenrestaurants, Landausflüge, Spa-Behandlungen und das Serviceentgelt.

Das Serviceentgelt wird bei MSC automatisch je Person und Nacht auf das Bordkonto gebucht. Auf einer Karibikreise ab Miami fällt es in US-Dollar an und liegt über dem, was im europäischen Programm üblich ist. Bei einer Woche und zwei Personen kommt hier ein dreistelliger Betrag zusammen, der in keinem Reisepreis steht.

Getränkepakete gibt es in mehreren Stufen. Ob sie sich lohnen, hängt schlicht am Verbrauch – die Rechnung geht in aller Regel erst ab etwa vier bis fünf Getränken pro Tag auf. Wer das nicht trinkt, fährt mit Einzelabrechnung günstiger.

Für wen lohnt sich die MSC World America?

Das Schiff passt zu Reisenden, die ein großes Bordangebot suchen und die Karibik als Ziel haben – am ehesten Familien, für die das Schiff selbst der Urlaub ist. Wer Wasserrutschen, mehrere Pools, Shows und ein breites Restaurantangebot erwartet, bekommt hier alles davon.

Weniger passend ist es für alle, denen deutschsprachige Betreuung wichtig ist, die Ruhe suchen oder die Anreise gering halten wollen. Für diese drei Ansprüche gibt es im europäischen Programm bessere Antworten – bei MSC selbst mit der MSC World Europa, darüber hinaus bei den deutschsprachigen Anbietern.

Eine ehrliche Einordnung zum Schluss: Ein Schiff dieser Größe ab Miami ist für den deutschen Markt ein Sonderfall, kein Naheliegendes. Es lohnt sich, wenn die Karibik ohnehin auf dem Plan steht und die Kreuzfahrt Teil einer längeren USA-Reise ist. Als reines Kreuzfahrtziel ist der Aufwand hoch.

MSC Cruises

  • Reiseziele rund um die Welt
  • Vollpension inklusive
  • Theatershows und Live Musik an Bord
  • Familienfreundliche Aktivitäten für Groß und Klein
  • Sport und Wellnessangebote inklusive
  • Landausflüge möglich

Dafür ist die MSC World America die richtige Wahl

  • Wenn die Karibik das Ziel ist und die USA ohnehin auf dem Reiseplan stehen
  • Wenn Ihr mit Kindern reist und ein großes Bordprogramm sucht
  • Wenn Ihr den Yacht Club bucht und damit ein abgetrenntes Schiff im Schiff bekommt
  • Wenn Euch ein neues Schiff wichtig ist – die World America fährt seit 2025

Weitere Schiffe und Anbieter im Überblick

Für die Einordnung helfen diese Seiten:

Wie sich MSC gegen die übrigen Anbieter im Massenmarkt schlägt und welche Reederei zu welchem Reisetyp passt, klärt unsere Übersicht der Kreuzfahrt-Reedereien.

Autor

Moritz hat sich über die Jahre ein enormes Wissen über Finanzprodukte, Loyalitätsprogramme und Luxusreisen angeeignet. Für Luxushotels, First Class Flüge sowie die Details von Kreditkarten, Tagesgeldkonten und mehr ist Moritz genau der richtige Ansprechpartner!

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