Mit der Viking Star hat Viking 2015 überhaupt erst angefangen, auf hoher See zu fahren. Sie steht als erstes Schiff in der offiziellen Flottenliste der Reederei, und alles, was danach kam, folgt ihrem Bauplan: 930 Gäste, 48.000 BRZ, ausschließlich Kabinen mit Veranda.
Wer heute an Bord geht, reist also nicht auf einem veralteten Schiff, sondern auf der Urfassung eines Entwurfs, den Viking seither unverändert weiterbaut. Wir haben aufgeschrieben, was an Bord steckt und wohin die Star fährt.
Inhaltsverzeichnis
- Warum ist die Viking Star ein besonderes Schiff?
- Welche technischen Daten hat die Viking Star?
- Welche Kabinenkategorien gibt es?
- Wie unterscheiden sich die Suiten von den Staterooms?
- Welche Restaurants gibt es an Bord?
- Wo lässt sich der Abend verbringen?
- Was bietet der Nordic Spa?
- Welche Routen fährt die Viking Star?
- Viking Star oder Viking Neptune: worin liegt der Unterschied?
- Für wen eignet sich die Viking Star?
- Weitere Schiffe und Anbieter im Überblick
Warum ist die Viking Star ein besonderes Schiff?
Viking startete 1997 als reiner Flussanbieter. Der Sprung aufs offene Meer kam erst achtzehn Jahre später, und die Star war das Schiff, mit dem er gelang. In der Aufstellung der Erstsaisons, die Viking selbst veröffentlicht, steht sie mit dem Jahr 2015 an erster Stelle, gefolgt von Sea, Sky, Orion, Jupiter, Venus, Mars, Neptune und Saturn.
Bemerkenswert daran ist die Konsequenz: Statt jede Generation neu zu entwerfen, hat Viking den Entwurf der Star über ein Jahrzehnt hinweg praktisch unangetastet gelassen. Vermessung, Abmessungen, Deckaufteilung und Kabinenkategorien der neueren Schiffe stimmen mit ihr überein. Für Gäste heißt das vor allem eins: Der Baujahrgang sagt hier wenig über das aus, was einen an Bord erwartet.
Welche technischen Daten hat die Viking Star?
Die Reederei ordnet das Schiff der Kategorie Small Ship zu. Vermessen ist es mit 48.000 BRZ, die Länge beträgt 745 Fuß und die Breite 94,5 Fuß, in metrischen Einheiten also etwa 227 auf 29 Meter. Als Dienstgeschwindigkeit gibt Viking 20 Knoten an, Heimatregister ist Norwegen.
Neun nummerierte Gästedecks plus ein zusätzliches Deck A nehmen die Kabinen und öffentlichen Bereiche auf. Zur Orientierung dienen zwei durchgehende Elemente: ein Atrium, das sich über drei Decks öffnet, und ein Promenadendeck rund um das Schiff, bei dem vier Runden laut Reederei eine Meile ergeben. Ein Theater über zwei Ebenen, zwei Kinosäle, eine Selbstbedienungswäscherei und ein Bordhospital gehören ebenfalls dazu.
Welche Kabinenkategorien gibt es?
Auf der Star gibt es weder Innenkabinen noch Kabinen mit reinem Fenster. Jede der sechs Kategorien verfügt über eine eigene Veranda, die über eine bodentiefe Schiebetür erreichbar ist. Die von Viking genannten Flächen umfassen die Veranda:
- Veranda Stateroom ab rund 25 Quadratmetern
- Deluxe Veranda Stateroom mit gleicher Fläche, aber besseren Buchungsrechten an Bord
- Penthouse Veranda mit rund 31 Quadratmetern
- Penthouse Junior Suite mit rund 38 Quadratmetern
- Explorer Suite mit rund 57 bis 72 Quadratmetern, je nach Lage im Schiff
- Owner’s Suite mit rund 120 Quadratmetern
Bereits die kleinste Kategorie bringt ein Kingsize-Bett, ein Bad mit begehbarer Dusche und Fußbodenheizung sowie eine von Viking als vollwertig bezeichnete Veranda mit. Die Unterschiede nach oben liegen weniger im Grundausstattungsniveau als in Platz und Vorrechten.
Wie unterscheiden sich die Suiten von den Staterooms?
Ab der Explorer Suite wird aus der Kabine eine Zweiraumwohnung mit getrenntem Wohn- und Essbereich für vier Personen. Die Owner’s Suite an der Spitze geht noch einen Schritt weiter: Schlafzimmer, Wohnzimmer, Essplatz für sechs Personen, eine eigene Pantry, ein Besprechungsraum für zwölf Personen mit Kamin und eine private Trockensauna mit Blick nach draußen. Die dort aufgestellte Bibliothek samt Wein- und Musikauswahl hat Firmengründer Torstein Hagen selbst zusammengestellt.
Praktisch relevanter als die Quadratmeter ist allerdings ein anderer Punkt: An der Kategorie hängt, wie früh sich Landausflüge, Restaurantplätze und Spa-Termine reservieren lassen. Zwischen der obersten und der untersten Stufe liegen dabei 47 Tage Vorlauf. Wer auf ausgebuchte Touren scharf ist, sollte das bei der Kabinenwahl mitrechnen.
Welche Restaurants gibt es an Bord?
Statt eines großen Speisesaals mit angeschlossenem Buffet arbeitet Viking mit mehreren kleineren Lokalen, die über das Schiff verteilt liegen:
- The Restaurant als klassisches Hauptrestaurant
- World Café mit offenen Küchen und Blick auf die Zubereitung
- Manfredi’s Italian Restaurant mit italienischer Karte
- The Chef’s Table mit festen Menüfolgen und abgestimmten Weinen
- The Kitchen Table, wo Gäste unter Anleitung selbst kochen
- Mamsen’s mit norwegischen Gerichten im Wintergarten
- Pool Grill und Aquavit Terrace für Mahlzeiten im Freien
Zwei zusätzliche Räume lassen sich für private Tischrunden reservieren. Die Aquavit Terrace am Heck ist dabei das Element, das Viking auf allen Hochseeschiffen als Erkennungsmerkmal führt: ein halboffener Essbereich direkt über dem Kielwasser.
Wo lässt sich der Abend verbringen?
Den Mittelpunkt bildet die Explorers’ Lounge über zwei Ebenen im vorderen Schiffsbereich. Dazu kommen die Bar Torshavn, eine Bar im Atrium und The Living Room, ein offener Aufenthaltsbereich mit Bibliothekscharakter. Im Theater laufen Vorträge und Bühnenprogramm, die beiden Kinosäle zeigen Filme.
Wer im Deckplan nach einem Casino oder einem Kinderclub sucht, findet beides nicht. Viking nimmt keine Gäste unter 18 Jahren mit und verzichtet bewusst auf Glücksspiel. Das Bordprogramm dreht sich stattdessen um Vorträge und Landeskunde zur jeweiligen Route.
Was bietet der Nordic Spa?
Der Wellnessbereich trägt den Namen The Nordic Spa und liegt weit unten im Schiff, wo die Bewegung im Seegang am geringsten ausfällt. Direkt daneben liegen Fitnessbereich und Friseur, ein Sportdeck ganz oben ergänzt das Angebot.
Beim Baden gibt es zwei getrennte Bereiche: den Hauptpool mittschiffs unter einem verschiebbaren Glasdach, der damit auch bei Wind und Kälte nutzbar bleibt, und einen Infinity-Pool am Heck. Beheizte Whirlpools sind an beiden Stellen vorhanden.
Welche Routen fährt die Viking Star?
Der Schwerpunkt liegt eindeutig im Mittelmeer. Viking setzt das Schiff auf Strecken zwischen Barcelona, Lissabon, Rom, Venedig, Athen und Istanbul ein, mit Reisedauern von acht bis 22 Tagen. Kürzere Klassiker sind etwa Barcelona nach Rom in acht Tagen oder eine Rundreise ab Athen in elf Tagen.
Im Winter verlässt die Star Europa und fährt nach Südamerika. Die auffälligste Strecke im Programm führt in 18 Tagen von Buenos Aires durch die chilenischen Fjorde nach Santiago. Genau dieses Fahrtgebiet unterscheidet sie von den Schwesterschiffen, die stattdessen in Asien oder der Karibik eingesetzt werden.
Viking Star oder Viking Neptune: worin liegt der Unterschied?
Ehrliche Antwort: baulich in nichts. Die Viking Neptune hat dieselbe Vermessung, dieselben Abmessungen, dieselbe Gästezahl, denselben Deckplan und dieselben sechs Kabinenkategorien. Der einzige Unterschied in den offiziellen Daten ist das Jahr der Erstsaison, 2015 gegenüber 2022.
Entschieden wird deshalb über die Route. Wer Südamerika oder eine lange Mittelmeerstrecke sucht, landet bei der Star. Wer nach Asien, Australien oder Nordeuropa will, bei der Neptune. Der Rest ist Termin- und Preisfrage, und beides ändert sich ohnehin von Saison zu Saison.
Für wen eignet sich die Viking Star?
Sie eignet sich für Erwachsene, die das Reiseziel wichtiger finden als das Bordprogramm und die ein Schiff bevorzugen, das auch kleinere Häfen anlaufen kann. Wer im Mittelmeer mehrere Länder in einer Reise verbinden möchte, findet auf der Star die dichteste Auswahl innerhalb der Flotte.
Nicht geeignet ist das Schiff für Familien mit Kindern, da Viking Minderjährige grundsätzlich nicht an Bord nimmt. Was sonst noch im Reisepreis enthalten ist und wie sich die Fluss- und Expeditionsflotte davon unterscheidet, steht in unserem Viking Guide.
Weitere Schiffe und Anbieter im Überblick
Für den weiteren Vergleich lohnen sich diese Seiten:
- Viking Guide mit allen drei Flotten des Anbieters
- Viking Neptune als jüngeres Schwesterschiff derselben Bauart
- Hurtigruten Guide für alle, die es nach Norwegen zieht
Welcher Anbieter zu welchem Reisetyp passt, ordnet unsere Übersicht der Kreuzfahrt-Reedereien ein.




