Georgien verbindet auf kleinem Raum eine lebendige Hauptstadt, jahrtausendealte Kirchen, die Gipfel des Großen Kaukasus und eine der ältesten Weinregionen der Welt. Für eine Georgien Reise braucht Ihr kein Visum, seit Januar 2026 aber eine Auslandskrankenversicherung mit Nachweis. Dazu kommen vergleichsweise günstige Preise und eine Gastfreundschaft, von der fast jeder Besucher schwärmt.
Wir zeigen, was Ihr für die Einreise braucht, wie Ihr anreist und im Land unterwegs seid, was Ihr in Tiflis, Mzcheta, im Kaukasus und in Kachetien sehen solltet, wo Ihr übernachten könnt und wann die beste Reisezeit ist. Grundlage sind unsere Rundreise durch Georgien und aktuelle Angaben des Auswärtigen Amts. Diesen Guide haben wir im Oktober 2026 komplett überarbeitet und unseren separaten Beitrag zur Umgebung von Tiflis darin aufgenommen.
Inhaltsverzeichnis
- Was muss man für die Einreise nach Georgien wissen?
- Wie kommt man nach Georgien?
- Wie reist man am besten durch Georgien?
- Was sollte man in Tiflis und Umgebung sehen?
- Welche Regionen lohnen sich außerhalb von Tiflis?
- Wo übernachtet man in Georgien am besten?
- Wann ist die beste Reisezeit für Georgien?
- Fazit zur Georgien Reise
Das Wichtigste in Kürze: Deutsche Staatsangehörige dürfen mit Reisepass oder Personalausweis visumfrei bis zu 360 Tage in Georgien bleiben. Seit dem 1. Januar 2026 müsst Ihr bei der Einreise eine Kranken- und Unfallversicherung mit mindestens 30.000 Lari Deckung nachweisen. Von Reisen nach Abchasien, Südossetien und in die Nähe der Konfliktregionen rät das Auswärtige Amt dringend ab. Am flexibelsten seid Ihr mit dem Mietwagen, die schönsten Reisemonate sind Mai, Juni, September und Oktober.
Was muss man für die Einreise nach Georgien wissen?
Für deutsche Staatsangehörige ist die Einreise unkompliziert. Laut Auswärtigem Amt reicht ein Reisepass, ein Personalausweis oder ein Kinderreisepass, der mindestens bis zur Ausreise gültig ist. Ein Visum braucht Ihr für Aufenthalte bis zu 360 Tagen nicht. Rechnet bei der Ankunft trotzdem mit etwas Wartezeit an der Passkontrolle.
Neu ist seit dem 1. Januar 2026 die Versicherungspflicht. Ihr müsst eine Kranken- und Unfallversicherung für den gesamten Aufenthalt mit einer Deckung von mindestens 30.000 Georgischen Lari nachweisen, das sind rund 10.000 Euro. Die Bestätigung der Versicherung muss auf Englisch oder Georgisch ausgestellt sein und darf digital oder ausgedruckt vorliegen. Viele Reisekrankenversicherungen und Kreditkarten mit Versicherungsschutz erfüllen das, eine englische Bescheinigung solltet Ihr aber vor Abflug anfordern. Mehr dazu lest Ihr in unserer News zur Versicherungspflicht in Georgien und in unserem Überblick zu Reiseversicherungen.
Achtung: Das Auswärtige Amt rät mit Stand Oktober 2026 dringend von Reisen nach Abchasien, Südossetien und in die unmittelbare Nähe der Konfliktregionen ab. In Tiflis und anderen größeren Städten kommt es regelmäßig zu Demonstrationen, die auch gewaltsam verlaufen können. Meidet Menschenansammlungen und prüft vor der Reise die aktuellen Reise- und Sicherheitshinweise.
Bezahlt wird in Lari. Kartenzahlung ist in Tiflis und Batumi weit verbreitet, in Dörfern, Gästehäusern und an Marktständen solltet Ihr aber Bargeld dabeihaben.
Wie kommt man nach Georgien?
Die meisten Reisenden fliegen nach Tiflis, dem wichtigsten Flughafen des Landes. Daneben gibt es Flughäfen in Kutaissi im Westen, der vor allem von Billigfliegern angeflogen wird, und in Batumi am Schwarzen Meer. Nonstop-Verbindungen aus Deutschland nach Tiflis gibt es nur saisonal und mit wechselndem Angebot, prüft deshalb vor der Buchung den aktuellen Flugplan. Ganzjährig gut erreichbar ist Tiflis mit einem Umstieg, etwa in Istanbul, Wien oder München.
Der Flughafen Tiflis ist überschaubar, die Wege sind kurz. Bei unserer Abreise war es vor den Kontrollen allerdings sehr voll, plant also etwas Puffer ein. Wer auf den Abflug warten muss, findet im Terminal die Primeclass Lounge Tiflis, die wir getestet haben. Ein Tipp für den Rückflug: Georgischer Wein ist ein schönes Mitbringsel, beachtet aber die Freimengen bei der Einreise nach Deutschland.

Über Land erreicht Ihr Georgien unter anderem aus der Türkei und aus Armenien. Für eine erste Reise ist der Flug aber deutlich bequemer, zumal die Distanzen aus Mitteleuropa groß sind.
Wie reist man am besten durch Georgien?
Am flexibelsten seid Ihr mit dem Mietwagen. Bei unserer Rundreise 2022 kostete ein SUV für zehn Tage rund 600 Euro, Benzin war vergleichsweise günstig. Die Preise schwanken je nach Saison und Anbieter, vergleicht deshalb vorab und achtet darauf, wo Ihr den Wagen übernehmt. Unser Auto wurde zum Flughafen gebracht, was eine längere Wartezeit bedeutete, einige kleinere Anbieter hatten ihre Fahrzeuge direkt vor Ort.
Für die Bergstraßen Richtung Kaukasus empfehlen wir ein Fahrzeug mit etwas mehr Bodenfreiheit. Viele Straßen sind gut ausgebaut, abseits der Hauptrouten wird es aber schnell holprig. Der Fahrstil ist gewöhnungsbedürftig, und auf dem Land laufen regelmäßig Kühe über die Fahrbahn. Laut Auswärtigem Amt braucht Ihr zum Fahren einen internationalen Führerschein oder eine beglaubigte georgische Übersetzung Eures Führerscheins.

Ohne eigenes Auto kommt Ihr mit Marschrutkas, also Kleinbussen, günstig zwischen den Städten voran, allerdings ohne festen Komfort und oft ohne genauen Fahrplan. Zwischen Tiflis und Batumi fahren außerdem Züge. In Tiflis und Batumi nutzten wir für kurze Strecken Fahrdienst-Apps wie Bolt und zahlten selten mehr als zwei bis drei Euro pro Fahrt. In Tiflis gibt es zusätzlich eine Metro und ein dichtes Busnetz.
Was sollte man in Tiflis und Umgebung sehen?
Tiflis ist für die meisten Reisenden Start- und Endpunkt. Die Stadt mischt verwinkelte Altstadtgassen mit Holzbalkonen, sowjetische Architektur und moderne Bauten wie die Friedensbrücke. Lasst Euch tagsüber durch die Altstadt treiben, fahrt mit der Seilbahn zur Festung Narikala und gönnt Euch einen Besuch in einem der Schwefelbäder im Viertel Abanotubani. Abends lohnen sich die vielen Restaurants, Weinbars und Clubs, das Nachtleben beginnt spät.
Der Klassiker für einen halben Tag ist Mzcheta, rund 20 Kilometer nördlich von Tiflis. Die alte Hauptstadt liegt am Zusammenfluss von Aragwi und Kura, ihre historischen Kirchen gehören seit 1994 zum UNESCO-Welterbe. Hoch über dem Tal steht das Kloster Dschwari aus dem 6. Jahrhundert, von dem Ihr einen weiten Blick über beide Flüsse und die Stadt habt. Anders als oft beschrieben ist Dschwari keine Ruine, sondern eine noch genutzte Kirche und bis heute ein Wallfahrtsort.

Unten im Ort steht die Swetizchoweli-Kathedrale aus dem 11. Jahrhundert, eine der bedeutendsten Kirchen des Landes. Rund um die Kathedrale ist Mzcheta sehr touristisch, mit Souvenirläden und Restaurants, sehenswert ist der Ort trotzdem. Bei unserem Besuch haben wir eine private Rundfahrt von etwa vier Stunden ab dem Hotel gebucht. Rückblickend war das zu knapp, wir empfehlen eher eine ganztägige Tour, die Mzcheta mit weiter entfernten Zielen kombiniert, etwa der Festung Ananuri an der Georgischen Heerstraße.
Welche Regionen lohnen sich außerhalb von Tiflis?
Unser Highlight war der Große Kaukasus rund um Stepanzminda, das vielen noch unter seinem alten Namen Kasbegi bekannt ist. Die Fahrt über die Georgische Heerstraße ab Tiflis dauert je nach Verkehr rund drei Stunden und ist schon für sich ein Erlebnis. Oberhalb des Ortes thront die Dreifaltigkeitskirche von Gergeti auf gut 2.100 Metern, eines der bekanntesten Fotomotive des Landes. Für eine Wanderung empfehlen wir das Tal von Dschuta, wo wir selbst unterwegs waren, Abenteuerlustige finden in der Region auch Angebote zum Paragliding.

Ganz anders ist Kachetien im Osten, die bekannteste Weinregion Georgiens. Georgischer Wein wird traditionell in großen Tongefäßen, den Qvevri, ausgebaut, eine Methode, die zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO zählt. Plant hier unbedingt eine Weinprobe ein, etwa in Zinandali mit dem Museum des Fürsten Alexander Tschawtschawadse oder im hübschen Hügelstädtchen Sighnaghi. Auf unserer Liste für die nächste Reise steht außerdem das Höhlenkloster David Garedscha an der Grenze zu Aserbaidschan.
Am Schwarzen Meer liegt Batumi mit Strandpromenade, Seilbahn und vielen Neubauten. Die Stadt muss man mögen, uns hat sie weniger begeistert als Tiflis. Dafür haben wir dort vom Strand aus Delfine gesehen und einige der besten Gerichte der Reise gegessen. Weitere Ziele für eine längere Reise sind die Höhlenstadt Wardsia im Süden, die Bergregion Swanetien und die alte Bergbaustadt Tschiatura mit ihren sowjetischen Seilbahnen.

Für zehn Tage empfehlen wir aus eigener Erfahrung, nicht zu viele Stationen einzuplanen. Eine Route aus Tiflis mit Mzcheta, dem Kaukasus und Kachetien ist gut machbar, wer zusätzlich nach Batumi möchte, sollte für die lange Strecke ans Schwarze Meer einen Inlandsflug oder den Zug in Betracht ziehen.
Wo übernachtet man in Georgien am besten?
In Tiflis und Batumi ist die Auswahl an Luxushotels größer, als viele erwarten, und die Preise liegen meist unter dem Niveau westeuropäischer Metropolen. Beim Service solltet Ihr nicht immer mitteleuropäische Standards erwarten. Über suitespot lassen sich in Tiflis mit Stand Oktober 2026 zwei Häuser mit zusätzlichen Vorteilen buchen.
Das Paragraph Freedom Square liegt direkt am Freiheitsplatz und damit ideal für Spaziergänge in die Altstadt. Wir haben das Hotel selbst getestet, alle Eindrücke lest Ihr in unserem Review zum Paragraph Freedom Square Tiflis. Bei einer Buchung über suitespot erhaltet Ihr tägliches Frühstück für zwei Personen, 100 USD Hotelguthaben, ein Upgrade bei Anreise nach Verfügbarkeit, reguläre Punkte und Statusvorteile, frühen Check-in und späten Check-out nach Verfügbarkeit sowie ein Willkommensgeschenk.
Eine Alternative ist The Telegraph Tbilisi im Zentrum der Stadt. Über suitespot sind hier tägliches Frühstück für zwei Personen, ein Upgrade bei Anreise nach Verfügbarkeit, früher Check-in und später Check-out nach Verfügbarkeit sowie reguläre Punkte inklusive, sofern Ihr bei der Buchung Eure Leaders Club Nummer angebt. Ein Hotelguthaben gibt es bei diesem Haus nicht.
Im Kaukasus, in Kachetien und in Batumi findet Ihr zahlreiche Design- und Boutiquehotels sowie einfache Gästehäuser. Gerade auf dem Land sind familiengeführte Unterkünfte oft die authentischere Wahl, häufig gehört ein selbst gekochtes Abendessen mit hauseigenem Wein dazu.
Wann ist die beste Reisezeit für Georgien?
Georgien lässt sich das ganze Jahr bereisen, für eine klassische Rundreise sind Mai, Juni, September und Oktober aber am angenehmsten. Im Hochsommer wird es in Tiflis oft über 35 Grad heiß, bei unserem Besuch Ende August war das Sightseeing tagsüber anstrengend. Im Kaukasus ist es dann dagegen angenehm, viele Wanderwege sind ohnehin nur im Sommer gut begehbar.

Im September und Oktober ist in Kachetien Weinlese, eine besonders schöne Zeit für einen Abstecher in die Weinregion. Der Winter ist in den Bergen schneereich, dann lockt Georgien vor allem Skifahrer, etwa nach Gudauri an der Georgischen Heerstraße. Für Rundreisen ist diese Jahreszeit weniger geeignet, weil Pässe und Bergstraßen zeitweise gesperrt sein können.
Fazit zur Georgien Reise
Georgien ist ein abwechslungsreiches Reiseziel mit großartiger Natur, spannender Geschichte, sehr gutem Essen und Wein und einer herzlichen Gastfreundschaft, und das zu vergleichsweise moderaten Preisen. Mit Tiflis, Mzcheta, dem Kaukasus und Kachetien lassen sich in zehn Tagen die wichtigsten Highlights verbinden, am flexibelsten mit dem Mietwagen. Denkt vor der Abreise an den Versicherungsnachweis, der seit Januar 2026 Pflicht ist, und an die Teilreisewarnung für Abchasien und Südossetien. Wer etwas Abenteuerlust mitbringt und bei Komfort und Service kleine Abstriche akzeptiert, wird mit einer der spannendsten Reisen rund um den Kaukasus belohnt. Alle Etappen unserer Reise findet Ihr im Tripreport zu unserer Rundreise durch Georgien.

