United Airlines baut die Statusqualifikation im Vielfliegerprogramm MileagePlus grundlegend um: Ab dem 1. Januar 2027 zählen für den Premier Status nur noch Premier Qualifying Points (PQP). Die Zahl der Flugsegmente, bisher als Premier Qualifying Flights (PQF) ein eigener Qualifikationsweg, spielt keine Rolle mehr. Gleichzeitig steigt die Hürde für den höchsten regulären Status Premier 1K von 28.000 auf 32.000 PQP.
Das geht aus der offiziellen MileagePlus Update Seite von United hervor, die am 13. Oktober 2026 veröffentlicht wurde. Die neuen Regeln gelten für das Qualifikationsjahr 2027 und damit für den Status, den Ihr 2028 genießt. Nach der Umstellung der Meilengutschrift im April ist das bereits der zweite große Umbau in diesem Jahr – und für Mitglieder aus Deutschland steckt die größte Verschlechterung im Kleingedruckten.
Das Wichtigste in Kürze
- Ab 2027 zählen für den Premier Status nur noch PQP, Flugsegmente fallen als Kriterium weg
- Premier 1K erfordert künftig 32.000 statt 28.000 PQP, Silver, Gold und Platinum bleiben gleich
- Starter PQP zum Jahresbeginn gibt es nur noch mit einer United Kreditkarte, die in Deutschland nicht erhältlich ist
Nur noch Umsatz zählt: Premier 1K steigt auf 32.000 PQP
Bisher führten zwei Wege zum Premier Status: entweder allein über PQP oder über eine Kombination aus etwas weniger PQP und einer Mindestzahl an Flugsegmenten. Von der zweiten Variante profitierten vor allem Vielflieger mit vielen günstigen Kurzstrecken – für Premier Gold reichten etwa 10.000 PQP plus 30 Segmente statt 12.000 PQP. Diesen Weg schafft United nun komplett ab.
Die PQP-Schwellen für Silver, Gold und Platinum bleiben dabei unverändert. Wer seinen Status schon bisher rein über den Umsatz erreicht hat, merkt bis einschließlich Platinum also keinen Unterschied. Teurer wird es nur an der Spitze: Für den Premier 1K verlangt United künftig 4.000 PQP mehr, gegenüber dem bisherigen Segment-Weg sind es sogar 10.000 PQP mehr.
PQP sammelt Ihr weiterhin auf Flügen mit United, United Express und den Star Alliance Partnern. Auf von United ausgestellten Tickets gibt es einen PQP pro US-Dollar Ticketpreis, bei Tickets anderer Airlines richtet sich die Gutschrift nach Strecke und Buchungsklasse. So sehen die Anforderungen im Vergleich aus:
| Premier Status | Bisher PQP + PQF | Bisher nur PQP | Ab 2027 |
|---|---|---|---|
| Premier Silver | 5.000 PQP + 15 PQF | 6.000 PQP | 6.000 PQP |
| Premier Gold | 10.000 PQP + 30 PQF | 12.000 PQP | 12.000 PQP |
| Premier Platinum | 15.000 PQP + 45 PQF | 18.000 PQP | 18.000 PQP |
| Premier 1K | 22.000 PQP + 60 PQF | 28.000 PQP | 32.000 PQP |
Bestehen bleibt die Pflicht, pro Jahr mindestens vier Flüge mit United oder United Express zu absolvieren – Partnerflüge zählen dafür nicht. Wer bereits PlusPoints gegen PQF für 2027 eingetauscht hat, bekommt diese laut United zurückerstattet. Laufende Status Challenges, die 2026 begonnen haben, behalten ihre PQF-Vorgabe dagegen.
Ohne US-Kreditkarte kostet der 1K effektiv 5.400 PQP mehr
Die Starter PQP, die United bislang allen Premier Mitgliedern zum Jahresstart gutgeschrieben hat, sind künftig an eine United Kreditkarte gebunden. Wer bis zum 31. Dezember 2026 eine berechtigte Karte besitzt und am 1. Februar 2027 einen Premier Status hält, erhält 5 Prozent der PQP, die für den eigenen Status nötig sind: 300 PQP für Silver, 600 für Gold, 900 für Platinum und 1.600 für 1K. Infrage kommen dafür in der Praxis vor allem die US-Karten von Chase – eine United Kreditkarte für Kunden in Deutschland gibt es nicht.
Für Vielflieger aus Europa summiert sich das spürbar: Bisher brauchte ein 1K nach der Gutschrift von 1.400 Starter PQP effektiv noch 26.600 PQP, künftig sind es volle 32.000 PQP – ein Plus von rund 20 Prozent. Beim Premier Gold, der Euch den Star Alliance Gold Status bringt, fallen immerhin 600 PQP Vorsprung weg.
US-Kreditkarteninhaber können den Status dagegen immer stärker über Kartenumsatz erreichen. Mit der United Explorer Card sind bis zu 1.000 PQP pro Jahr drin, mit der United Quest Card bis zu 18.000 PQP und mit der United Club Card sogar bis zu 32.000 PQP – genug für den 1K, sofern die vier Pflichtflüge absolviert sind.
Bereits im Dezember angekündigt war außerdem die Umstellung bei den PlusPoints: Für Reisen ab dem 1. Februar 2027 schwankt die Zahl der PlusPoints für ein Upgrade je nach Nachfrage und Sitzplatzverfügbarkeit, einen festen Upgrade-Chart gibt es dann nicht mehr. Wie viel ein Upgrade in die Polaris Business Class künftig kostet, hat United bislang nicht beziffert.

Unterm Strich verliert MileagePlus für Mitglieder außerhalb der USA erneut an Attraktivität. Wer bislang viele günstige Strecken geflogen ist, verliert den Segment-Weg, wer den 1K anpeilt, muss deutlich mehr Umsatz machen, und der Starter-Bonus entfällt ohne US-Kreditkarte ganz. Wer MileagePlus vor allem für den Star Alliance Gold Status nutzt, sollte deshalb nachrechnen, ob ein anderes Vielfliegerprogramm günstiger ans Ziel führt.
Alle Details zum Sammeln und Einlösen von Meilen findet Ihr in unserem Guide zu United MileagePlus.



