Strom weg, und an der Kasse geht nichts mehr? Das soll sich ändern: Mastercard hat neue Anforderungen für Offline Zahlungen in ganz Europa angekündigt. Kartenzahlungen sollen damit auch bei Strom- oder Netzausfällen funktionieren.
Wie groß das Problem werden kann, zeigte der Stromausfall auf der Iberischen Halbinsel im April 2025. Laut Mastercard konnten damals rund 55 Millionen Menschen in Spanien und Portugal nicht mehr digital bezahlen. Hier will der Zahlungsdienstleister nun Abhilfe schaffen, wie er in einer Pressemitteilung bekannt gab.
Das Wichtigste in Kürze
- Ab Februar 2027 sind alle neu ausgegebenen Mastercard-Karten in Europa offlinefähig
- Bezahlt wird bei Strom- oder Netzausfall mit Chip und PIN, bis zu 200 Euro pro Zahlung
- Neue Terminals müssen die Funktion ab Mai 2027 unterstützen, auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz
Ab Februar 2027 offlinefähig
Der Zeitplan steht schon fest. Ab Februar 2027 werden alle neu ausgegebenen Mastercard-Karten in Europa für Offline-Zahlungen freigeschaltet. Bis Mai 2027 müssen außerdem alle neu installierten Zahlungsterminals und alle Austauschgeräte Offline-Zahlungen unterstützen.
Technisch funktioniert das über den Chip der Karte. Auf ihm wird ein Ausgabenlimit sicher gespeichert. Verliert das Terminal die Verbindung, kann die Zahlung direkt vor Ort freigegeben werden, und zwar bis zu 200 Euro pro Transaktion. Sobald die Verbindung wieder steht, wird die Zahlung nachträglich übermittelt und verrechnet.
System läuft schon
Ganz neu ist das Verfahren nicht. Mastercard bietet Offline-Zahlungen bereits in Dänemark, Schweden, Estland und Lettland an. Dort hat es sich laut Unternehmen bewährt. Als in Lettland vor Kurzem ein Sturm wütete, liefen Kartenzahlungen in Geschäften mit Notstromaggregaten weiter. In Dänemark trennte im Frühjahr ein technischer Ausfall die Terminals vom Zahlungssystem, trotzdem konnten viele Händler weiter Zahlungen annehmen.
Nach Abstimmung mit Partnern, nationalen Regierungen, Aufsichtsbehörden und Zentralbanken wird die Funktion nun auf ganz Europa ausgeweitet. Ab 2027 kommt sie schrittweise in mehr als 50 Länder und Gebiete, darunter Deutschland, Österreich und die Schweiz. Auch viele beliebte Reiseziele sind dabei, etwa Spanien samt Kanaren, Portugal mit Azoren und Madeira, Italien, Griechenland, Frankreich, Kroatien und das Vereinigte Königreich. Laut Mastercard knüpft der Schritt an frühere Investitionen in lokale Infrastruktur und Cybersicherheit an. Damit sollen die europäischen Zahlungsnetze widerstandsfähiger werden.

