LOT Polish Airlines bringt Reisende künftig per Bahn bis ans Ziel. Mit dem neuen Angebot Fly&Rail lassen sich Flug und Zugfahrt in die Schweiz und nach Schweden in einem Ticket buchen.
Wer mit LOT nach Zürich, Genf oder Stockholm fliegt, muss sich um die Weiterfahrt mit der Bahn nicht mehr separat kümmern. Wie die polnische Fluggesellschaft in einer Pressemitteilung bekannt gegeben hat, startet sie mit LOT Fly&Rail ihr erstes intermodales Angebot. Partner sind die Schweizerischen Bundesbahnen SBB und die schwedische Staatsbahn SJ. Die technische Anbindung übernimmt der Dienstleister AccesRail.
Das Wichtigste in Kürze
- LOT verkauft Flug und Bahnfahrt in einer gemeinsamen Buchung
- Zum Start sind 33 Bahnhöfe in der Schweiz und in Schweden angebunden
- Fällt der Zug aus oder verspätet er sich, bucht LOT auf den nächsten Flug um
33 Bahnhöfe in der Schweiz und in Schweden zum Start
Zum Start umfasst Fly&Rail 18 Bahnhöfe in der Schweiz und 15 in Schweden. In der Schweiz geht es nach der Landung in Zürich oder Genf unter anderem weiter nach Bern, Basel Badischer Bahnhof, Luzern, Lausanne, Montreux, Interlaken Ost und St. Gallen. In Schweden fahren die Züge ab Stockholm zum Beispiel nach Uppsala, Linköping, Norrköping, Gävle, Sundsvall und Östersund. Damit erreicht Ihr auch Orte ohne eigenen Flughafen.
Gebucht wird über alle LOT-Vertriebskanäle. Auf lot.com wird dazu einfach der gewünschte Bahnhof als Ziel eingegeben. Anschließend erscheinen kombinierte Verbindungen aus Flug und Zug, die sich mit einer einzigen Zahlung buchen lassen. Vorerst gilt das Angebot nur für LOT-Kurzstreckenflüge. Nach und nach soll es aber auf weitere Strecken und langfristig auf das gesamte Netz ausgeweitet werden. Interessant ist das etwa für Umsteiger aus Asien, denn LOT fliegt inzwischen sechsmal pro Woche nach Bangkok.

LOT-Vertriebschef Robert Ludera sieht Fly&Rail als ersten Schritt hin zu einem breiteren Angebot aus Flug und Bahn. Eine wichtige Rolle soll dabei der geplante neue Zentralflughafen Port Polska spielen. Ganz neu ist die Idee in Europa allerdings nicht. So bietet die Lufthansa Group mit Express Rail schon lange Zubringerzüge der Deutschen Bahn an, ITA Airways kooperiert mit dem Bahnbetreiber Italo und bei Emirates lassen sich mit Skywards Rail sogar Meilen für Zugfahrten in Europa einlösen.
Wagenklasse richtet sich nach der Flugklasse
In welcher Klasse Reisende im Zug sitzen, hängt vom Flug direkt vor der Bahnfahrt ab: Economy-Passagiere fahren in der 2. Klasse, Business-Class-Gäste in der 1. Klasse. Bei der SBB gibt es keine festen Plätze. Ist der Zug voll, gilt das Ticket auch für die nächste Verbindung. In Schwedens Zügen von SJ ist dagegen ein Sitzplatz fest zugewiesen.
Für die Bahnstrecke ist ein eigener Check-in auf der Plattform von AccesRail nötig. Laut LOT öffnet er 72 Stunden vor der Abfahrt. Anschließend wird das Reisedokument als PDF heruntergeladen und bei der Kontrolle im Zug vorgezeigt. Den Weg vom Terminal zum Bahnhof müssen Reisende selbst organisieren, auch das aufgegebene Gepäck wird selbst vom Band geholt. Beim Gepäck gelten die Regeln des Flugtarifs, im Zug gibt es keine Mengengrenze, solange sich die Koffer selbst tragen lassen.
Wird wegen eines verspäteten oder ausgefallenen Zuges der Flug verpasst, besteht Anspruch auf eine Umbuchung auf den nächsten verfügbaren Flug. Für Umbuchung und Erstattung gelten auch auf der Bahnstrecke die Tarifbedingungen des LOT-Tickets. Gruppenbuchungen sind bisher nicht möglich, und Zusatzleistungen wie Sitzplatzreservierungen oder Extragepäck lassen sich nur für den Flug dazubuchen.

Mit Fly&Rail macht LOT einen ersten, noch überschaubaren Schritt hin zu Reisen aus Flug und Bahn. Der größte Vorteil ist die Umbuchungsgarantie, wenn der Zug den Anschluss kostet. Allerdings müsst Ihr Euch um Check-in, Transfer und Gepäck weiter selbst kümmern. Offen bleibt, welche Strecken als Nächstes dazukommen und ob sich die Bahnstrecke auch beim Meilensammeln in der Star Alliance bzw. bei Miles & More bemerkbar macht.
Wer die nächste Reise mit LOT plant, findet Flüge und die neuen Fly&Rail-Verbindungen direkt auf der Website der Airline:
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