Der Flugbetrieb an zentralen Drehkreuzen wie Dubai, Doha und Abu Dhabi wurde in den vergangenen Monaten schrittweise wieder ausgeweitet, nachdem es im März infolge der angespannten Sicherheitslage zu massiven Beeinträchtigungen und zehntausenden gestrandeten Reisenden gekommen war. Mittlerweile sind einige Airlines bereits fast bei ihrer ursprünglichen Kapazität angelangt.
Die angespannte Sicherheitslage im Nahen Osten hatte seit Ende Februar spürbare Auswirkungen auf den internationalen Luftverkehr. Luftraumsperrungen sowie zeitweilige Flughafenschließungen führten zu erheblichen Einschränkungen des Flugbetriebs. Zahlreiche Fluggesellschaften informieren Reisende fortlaufend über die aktuelle Situation sowie über mögliche Umbuchungs- oder Stornierungsoptionen. Die Lage bleibt jedoch weiterhin volatil, auch wenn das Auswärtige Amt zuletzt die Reisewarnungen für Dubai, Oman, Katar und Jordanien aufgehoben hat und sich dadurch laut aeroTELEGRAPH sogar der bisherige Aufpreis für Flüge verringert.
Eine vollständige Aufnahme des regulären Flugbetriebs scheint vorerst weiterhin nicht bei allen Airlines möglich. Wir geben einen Überblick über den aktuellen Stand der Lage und zeigen, welche Umbuchungs- und Stornierungsoptionen betroffene Fluggesellschaften derzeit anbieten.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Airlines im Nahen Osten bauen Ihren Flugbetrieb stetig weiter aus
- Reduzierte Flugpläne bieten eine Vielzahl an Zielen, jedoch ist immer wieder mit Änderungen und Ausfällen zu rechnen
- Einige Airlines sind fast wieder bei ihrer ursprünglichen Kapazität angelangt
- Vermutlich zum Spätsommer 2026 hin könnte sich die Lage noch weiter verbessern, wenn die Situation vor Ort sich mehr und mehr stabilisiert
Regulärer Flugbetrieb bald in Sicht?
In mehreren Ländern der Golfregion wurden aufgrund der Sicherheitslage die Lufträume vorübergehend gesperrt. Besonders stark betroffen waren die großen internationalen Drehkreuze in Dubai, Abu Dhabi und Doha, die ihren regulären Betrieb Anfang März einstellen mussten. Aber auch Kuwait und Bahrain sowie weitere Flughäfen in der Region waren betroffen. Anfang Juni kam es wieder zu neuen Ausfällen, nachdem der Kuwait International Airport von einer Drohne getroffen und beschädigt wurde. Mittlerweile sind viele Flüge in begrenztem Umfang wieder gestartet, auch der Kuwait International Airport ist wieder geöffnet.
Auch der Luftraum der Vereinigten Arabischen Emirate musste in der Vergangenheit bereits nach einem Drohnenangriff kurzfristig wieder geschlossen werden. Das zeigt, wie schnell und kurzfristig sich die Lage immer wieder ändern kann. Der Konflikt gilt weiterhin als nicht gelöst, die Lage bleibt daher zu beobachten. Dennoch nehmen bereits einige Airlines immer mehr ihrer ursprünglichen Flüge wieder in ihren Flugplan auf. Im Folgenden geben wir einen Überblick über die aktuelle Reaktion der wichtigsten Airlines in der Region.
Emirates
Emirates hält den Flugplan weiterhin eingeschränkt. Konkret gilt bis auf Weiteres die folgende Weisung:
- Emirates bedient derzeit 137 Ziele in 72 Ländern, allerdings mit einem reduzierten Flugplan.
Nachdem einige Flüge nach London im Juni gestrichen wurden, werden London-Heathrow, London-Gatwick und London-Stansted mittlerweile wieder täglich angeflogen. Auch Düsseldorf und Birmingham werden wieder zweimal täglich angeflogen, Amsterdam teilweise sogar dreimal täglich.

Bei den möglichen Flügen werden Passagiere mit bestehenden Buchungen bevorzugt berücksichtigt. Es kann jedoch weiterhin zu kurzfristigen Flugplanänderungen und Flugausfällen kommen. Den eingeschränkten Flugplan hat Emirates mittlerweile von seiner Webseite entfernt. Generelle Reisehinweise können Passagiere unter folgendem Link einsehen:
Bei Buchungen ab dem 2. April 2026 kann einmal kostenlos das Datum geändert werden, wobei aber Tarifdifferenzen möglich sind. Es ist auch möglich, die Umbuchung online vorzunehmen, ohne den Kundendienst kontaktieren zu müssen.
Emirates arbeitet kontinuierlich daran, den ursprünglichen Flugplan wiederherzustellen und den Betrieb zu erhöhen. Für einige Destinationen ist der reguläre Flugbetrieb bereits wiederhergestellt. Gleichzeitig erscheint aber vor der Buchung auf der Website weiterhin die Warnung, dass bis auf Weiteres lediglich eine reduzierte Anzahl von Flügen durchgeführt werde. Emirates beobachtet die Situation weiterhin genau und empfiehlt Passagieren, vor der Anreise zum Flughafen den aktuellen Flugstatus online zu prüfen. Die Airline betont, dass die Sicherheit von Passagieren und Mitarbeitern oberste Priorität habe.
Qatar Airways
Auch Qatar Airways baut ihr Netz in den Nahen Osten weiter aus. Zuletzt hatte die Airline allerdings ihre Flüge nach Hamburg aus dem Programm genommen. Seit dem 16. Juni hat Qatar Airways zusätzliche Frequenzen zu mehr als 160 Destinationen aufgenommen und bietet wieder mehr Flüge nach Afrika an. Die Flüge finden innerhalb eines begrenzten Sicherheitskorridors statt, der von der katarischen Zivilluftfahrtbehörde (Qatar Civil Aviation Authority) definiert wurde. Geplant sind bis zu 35 wöchentliche Flüge zwischen Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten, momentan werden 20 Destinationen in der Region bedient. Das globale Netzwerk von Qatar Airways soll zudem auf über 160 Destinationen erhöht werden.
Im Zuge der schrittweisen Wiederherstellung ihres Streckennetzes nimmt Qatar den Flugbetrieb zwischen Doha und ausgewählten Zielen wieder auf:
- Seit dem 2. Juli fliegt Qatar Airways wieder dreimal wöchentlich nach Port Sudan
- Ab dem 15. Juli 2026 werden die Destinationen Helsinki und Tokio wieder angeflogen
- Ab dem 22. Juli 2026 wird Qatar Airways nach Caracas in Venezuela, und nach Bogotá in Kolumbien fliegen
Zudem hat Qatar Airways auch die Flüge von Doha nach Abu Dhabi wieder aufgenommen und bedient diese zweimal am Tag. Seit dem 15. Juni 2026 wurde die Strecke nach Dubai außerdem auf vier tägliche Flüge erhöht, ein fünfter täglicher Flug soll im Verlauf des Sommers ergänzt werden. Zum Einsatz kommen sollen hier die Boeing 777 sowie der Airbus A350.

Die katarische Fluggesellschaft gibt sich optimistisch und betont, mit der Wiederaufnahme diverser Flüge ihren Kunden wieder mehr Flexibilität zu ermöglichen. Zuvor war Qatar Airways eine der am stärksten betroffenen Airlines des Nahost-Konfliktes. Im April und Mai blieben alle acht Airbus A380 der Airline am Boden in Doha. Passagieren stehen verschiedene Rückerstattungs- beziehungsweise Umbuchungsoptionen zur Verfügung.
Aufgrund eines erhöhten Anfrageaufkommens kann es allgemein beim Kundenservice zu längeren Wartezeiten kommen. Reisende werden gebeten, ihre Buchung möglichst online zu verwalten und ihre Kontaktdaten aktuell zu halten, um über Änderungen informiert zu werden. Auch sollen Reisende sich nur dann am Flughafen einfinden, wenn sie über ein bestätigtes Ticket verfügen.
Etihad Airways
Auch Etihad Airways lässt den Flugbetrieb weiterhin eingeschränkt. Folgend der aktuelle Stand:
- Etihad Airways hat ihren kommerziellen Flugbetrieb in eingeschränktem Umfang wieder aufgenommen. Bereits gebuchte Gäste werden so schnell wie möglich auf diese Flüge umgebucht. Tickets können außerdem direkt bei der Airline erworben werden.
- Ab dem 25. Juli wird Düsseldorf wieder 7 mal die Woche angeflogen
- Die Eröffnung der Strecke nach Bukarest wurde vom 17. August auf den 17. Dezember 2026 verschoben
- Die Verbindung nach Tbilisi ab dem 17. August ist gestrichen
Die Genehmigungen können je nach den regionalen Luftraumbedingungen angepasst werden, den aktuellen Stand könnt Ihr auch auf der Webseite der Airline mitverfolgen.
ℹ️ Seit dem 1. Juli 2026 ist die kostenfreie Umbuchung auf ein anderes Datum bei Etihad nicht mehr möglich. Auch Rückerstattungen und Gebühren für Nichterscheinen fallen wieder an, wie zum Zeitpunkt des Ticketkaufs angegeben.
In Abstimmung mit den zuständigen Behörden der Vereinigten Arabischen Emirate wird die Lage weiterhin genau überwacht, und Flüge werden nur weiter aufgenommen, sobald alle Sicherheitsanforderungen erfüllt sind.

Etihad empfiehlt Reisenden, vor der Anreise zum Flughafen den aktuellen Flugstatus zu prüfen und sicherzustellen, dass ihre Kontaktdaten in der Buchung aktuell sind, um über Änderungen informiert zu werden. Die Airline betont, dass der reguläre Flugbetrieb erst wieder aufgenommen wird, wenn alle Sicherheitskriterien erfüllt sind.
Oman Air
Auch Oman Air hatte aufgrund der Situation zahlreiche Flüge gestrichen. Die Flüge von und nach Amman und Dammam wurden am 1. April 2026 jedoch wieder aufgenommen. Der Muscat International Airport ist weiterhin normal in Betrieb und Oman Air fliegt mittlerweile wieder nach Khasab, Dubai, Bahrain, Doha und Kuwait. Ab dem 9. Juli fliegt Oman Air außerdem täglich nach Abu Dhabi. Weitere Ziele, die im Juli zum Flugplan hinzukommen, sind Singapur und Sochi (2. Juli 2026) sowie Direktflüge nach Salalah und Abu Dhabi ab dem 3. Juli 2026.

Generell empfiehlt sich auch hier, regelmäßig die Webseite der Airline zu überprüfen.
Weitere Airlines in der Region
Gulf Air hatte ihre Flüge ursprünglich bis auf Weiteres vom Flughafen in Bahrain nach Dammam verlegt. Seit Anfang April 2026 wurden einige der Flüge von Bahrain aus Schritt für Schritt wieder aufgenommen, zuletzt hatte Gulf Air 75 Prozent des regulären Flugbetriebs wiederhergestellt, mittlerweile gibt es auf der Webseite der Airline keine Informationen zu gestrichenen Flügen mehr.
Seit dem 15. Mai 2026 wurden zudem Flüge von und nach Manchester, Rom, Guangzhou und Singapur wieder aufgenommen und seit dem 23. Mai 2026 nach Nizza. Seit dem 1. Juni 2026 wurden die Flüge zu folgenden Destinationen wieder aufgenommen:
- Al Qassim
- London Gatwick
- Larnaca
- Baku
- Tbilisi
- Málaga
- Shanghai
- New York (JFK)
Seit dem 5. Juni 2026 wird Genf wieder angeflogen, seit dem 18. Juni 2026 wird auch El Alamein wieder bedient. Außerdem gibt es eine kostenlose Datumsänderung für Passagiere, die ab dem 5. April 2026 Flugtickets gebucht haben. Umbuchungen waren bis zum 31. März 2027 möglich, bei Tarifunterschieden muss die Differenz getragen werden. Zuletzt wurde auch Bahrain wieder angegriffen, es bleibt also wichtig, sich vor Flugantritt noch einmal zu informieren.

Die größte Airline Saudi-Arabiens, Saudia, fliegt inzwischen wieder eine Reihe von Zielen an, weist allerdings auf ihrer Webseite weiter auf mögliche Flugstreichungen zu bestimmten Zielen hin. Hier plant Saudia, Passagieren schnell einen Ersatzflug anzubieten, ohne zusätzliche Kosten. Die Ersatzbuchung bei Flügen mit Saudia soll in bis zu 14 Tagen nach dem ursprünglichen Flugdatum möglich sein und die Umleitung zum nächstgelegenen Flughafen innerhalb desselben Landes oder im Umkreis von 300 Meilen einschließen.
El Al plant, ihren regulären Flugbetrieb wiederherzustellen. Seit dem 18. April 2026 werden zunächst 30 Zielorte wieder in voller Kapazität bedient, danach sollte die Anzahl steigen. Bis Ende August 2026 soll es außerdem eine Preisobergrenze geben, um die Preise stabil zu halten. Laut ihrer Webseite sind Flüge ab und nach Dubai weiterhin gecancelt, nach jetzigen Plänen noch bis Ende September 2026.

Royal Jordanian fliegt ebenso wieder, aber auch hier empfiehlt es sich, bei anstehenden Flügen die entsprechende Verbindung zu prüfen. Teilweise werden auch dann kulante Umbuchungsoptionen angeboten, wenn die entsprechende Verbindung nicht gestrichen wird. Für gestrichene Verbindungen bis zum 15. Dezember 2026 im Kuwait-Sektor bietet Royal Jordanian momentan etwa kostenlose Umbuchungen ohne Preisunterschied an, genauso wie Umbuchungen auf andere Strecken in derselben IATA-Zone. Seit Ende Juni fliegt Royal Jordanian wieder viermal wöchentlich mit einem Airbus A320neo nach Wien.
Singapore Airlines
Singapore Airlines setzt ihre Reservierungen für Flüge nach Dubai weiterhin aus:
- Aktuell sind bis zum 3. August 2026 keine Buchungen möglich
- Direktflüge nach Riad wurden auf den 1. September 2026 verschoben
- Zudem wurde der Flugplan um eine weitere Verbindung nach Frankfurt ergänzt
Cathay Pacific
Cathay Pacific hatte zunächst bis einschließlich 31. August 2026 alle Verbindungen nach Dubai und Riad gestrichen. Nun plant die Airline ab 1. September 2026 wieder tägliche Flüge nach Dubai mit der Boeing 777-300ER und ab 3. September 2026 vier wöchentliche Flüge nach Riad mit dem Airbus A350-900 durchzuführen.
Cathay bietet flexiblere Umbuchungen für Flüge von und ab Dubai, Riad und Doha: Kunden, die Reisen im Zeitraum bis zum 30. September 2026 gebucht haben, können ihre Tickets kostenfrei umbuchen oder stornieren. Einen aktuelleren Stand konnten wir bei der Airline bisher nicht auffinden.
Risiko besteht weiterhin – trotz aufgehobener Reisewarnungen
Die Einschränkungen im Luftverkehr infolge des Iran Konflikts wurden in einigen Regionen zunächst wieder aufgehoben, nachdem eine Waffenruhe vereinbart worden war. Dann folgte Anfang Mai 2026 überraschend die Freigabe des Luftverkehrs in den Vereinigten Arabischen Emiraten, nur um kurz darauf nach einem Drohnenangriff wieder zurückgenommen zu werden.
Mittlerweile wurden die Reisewarnungen für einige Länder in der Region wieder aufgehoben und es besteht nur noch ein Sicherheitshinweis. Trotz Verhandlungen gilt der Konflikt aber weiterhin als nicht gelöst, die Lage bleibt daher aufmerksam zu beobachten. Entsprechend werden wir diesen Artikel laufend aktualisieren, um Euch über die neuesten Entwicklungen auf dem Laufenden zu halten.
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