Der Ätna auf Sizilien legt den Flugverkehr in Catania erneut lahm. Seit Samstag, 26. September, starten und landen am Flughafen Catania-Fontanarossa keine Flugzeuge mehr – und die ursprünglich bis Sonntagmittag geplante Sperrung wurde inzwischen bis Mitternacht verlängert.
Das geht aus einem aktuellen Update der Flughafenbetreibergesellschaft SAC hervor. Demnach bleiben wegen der Vulkanasche in der Atmosphäre sämtliche Starts und Landungen bis 23:59 Uhr ausgesetzt. Grund für die Verlängerung ist, dass der Luftraumsektor C1 rund um den Vulkan weiterhin gesperrt bleibt. SAC bittet alle Passagiere, den Status ihres Fluges vor der Fahrt zum Flughafen bei der Airline zu prüfen.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Flughafen Catania ist wegen Vulkanasche des Ätna bis 27. September, 23:59 Uhr, gesperrt
- Mehr als die Hälfte aller Flüge des Tages ist gestrichen, einzelne Maschinen werden nach Palermo und Comiso umgeleitet
- Auch nach der Wiedereröffnung ist mit Verspätungen und Folgeausfällen zu rechnen
Zweiter Tag in Folge ohne Starts und Landungen in Catania
Laut dem italienischen Institut für Geophysik und Vulkanologie (INGV) tritt aus dem Nordostkrater des Ätna Asche aus. Die Wolke reicht rund vier Kilometer hoch und wird vom Wind nach Süden getragen – also direkt in Richtung Catania. Die Betreibergesellschaft SAC hat deshalb die Luftraumsektoren C1 und B3 geschlossen, für den Luftverkehr gilt die höchste Warnstufe Rot.
Wie groß die Auswirkungen sind, zeigt ein Blick auf Flightradar24: Allein am Sonntag waren bis zum Mittag 80 Abflüge und 67 Ankünfte gestrichen, betroffen sind unter anderem ITA Airways, KLM und Turkish Airlines. Verbindungen von Lufthansa ab Frankfurt und München sowie von Eurowings ab Düsseldorf und Stuttgart waren zu diesem Zeitpunkt noch für den Nachmittag und Abend eingeplant – nach der Verlängerung der Sperrung dürfte sich das allerdings kaum halten lassen.
Es kam in den vergangenen Monaten mehrfach zu Einschränkungen im Flugverkehr aufgrund des Ätna. Ob die Sperrung um Mitternacht tatsächlich endet, hängt vor allem von der Windrichtung ab. Und auch danach werden die Airlines einige Zeit brauchen, um Maschinen und Crews wieder an die richtigen Orte zu bringen. Plant daher auch für Montag noch mit Einschränkungen.
Kein Anspruch auf Entschädigung, aber auf Betreuung und Ersatzbeförderung
Wer in den kommenden Tagen von oder nach Catania fliegt, sollte vor allem Folgendes beachten:
- Flugstatus in der App prüfen: Aktiviert die Push-Benachrichtigungen Eurer Airline und fahrt erst zum Flughafen, wenn Euer Flug bestätigt ist.
- Ausweichflughäfen einplanen: Palermo liegt rund drei Autostunden entfernt, Comiso etwa eineinhalb. Lasst Euch eine Umbuchung dorthin möglichst direkt von der Airline bestätigen, statt eigenständig neu zu buchen.
- Status nutzen: Vielflieger mit Status erreichen über ihre eigene Service-Hotline in solchen Situationen meist deutlich schneller jemanden, der Umbuchungen vornimmt.
- Belege sammeln: Der Ausbruch gilt als außergewöhnlicher Umstand, eine Ausgleichszahlung nach der EU-Fluggastrechteverordnung entfällt daher in der Regel. Anspruch auf Ersatzbeförderung oder Erstattung sowie auf Betreuung mit Verpflegung und bei Bedarf Hotelübernachtung habt Ihr trotzdem. Hebt alle Quittungen auf – mehr dazu erfahrt Ihr in unserem Guide zu Fluggastrechten.
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