Die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) haben am 14. Oktober 2026 neue Direktverbindungen sowie Modernisierungen bei den Zügen angekündigt.
Sowohl national als auch international will sich das österreichische Bahnunternehmen neu und vor allem breiter aufstellen, wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht. Dabei beziehen sich die ÖBB auf den ab dem 13. Dezember 2026 europaweit in Kraft tretenden neuen Fahrplan. Auch die Deutsche Bahn hat für 2027 erste Neuerungen in Form von mehr ICE-Sprintern angekündigt.
Das Wichtigste in Kürze
- ÖBB kündigen für 2027 neue Verbindungen und Züge an
- Sowohl national als auch international sollen mehr Direktverbindungen angeboten werden
- Ausgangspunkt ist der ab dem 13. Dezember 2026 europaweit geltende neue Fahrplan
ÖBB versprechen mehr Quantität und Qualität
Geht es nach den Verantwortlichen der Österreichischen Bundesbahnen, dann sorgt das Jahr 2027 für ordentlich Aufbruchstimmung auf den Schienen. Die ÖBB planen für das kommende Jahr zahlreiche neue Verbindungen – auf nationaler wie internationaler Ebene.

Dazu setzen die ÖBB unter anderem auf zusätzliche Interregio-Verbindungen zwischen Graz und Villach über die Koralmbahn am Tagesrand. Weiterhin sollen ab Juli 2027 drei zusätzliche IC-Züge pro Tag und Richtung zwischen Graz und Linz eingesetzt werden. Zusammen mit den bestehenden Interregio-Zügen gibt es dann je Richtung elf Direktzüge pro Tag.
Gleichzeitig wollen die ÖBB die Ostregion besser mit dem Flughafen Wien verbinden und zusätzliche Züge unter anderem zwischen Wien und Wiener Neustadt, Eisenstadt und Wulkaprodersdorf einsetzen.
Auch auf internationaler Ebene legen die ÖBB zu. Ab Vorarlberg sind grenzüberschreitende Direktverbindungen nach Deutschland und in die Schweiz geplant. Zudem kehrt nach Abschluss der Generalsanierung der Strecke Passau–Nürnberg mit dem Fahrplanwechsel der ICE zurück und verbindet die deutschen Städte Nürnberg, Frankfurt, Dortmund und Berlin wieder mit Österreich. Außerdem ergänzt ein zusätzliches ICE-Zugpaar am Tagesrand zwischen Wien und Dortmund das Angebot, insgesamt gibt es dann zehn ICE-Verbindungen von Wien nach Nürnberg. Neu ist zudem ein Nacht-ICE zwischen Wien und Stuttgart.
In Kooperation mit der Deutschen Bahn sowie Trenitalia verbinden die ÖBB Österreich ab Sommer 2027 außerdem verstärkt mit Italien und Deutschland. Der Hochgeschwindigkeitszug “Frecciarossa” soll Reisende von München über Innsbruck nach Mailand und Rom transportieren. Erstmals seit acht Jahren soll 2027 auch wieder eine Direktverbindung nach Belgrad aufgenommen werden – der Startzeitpunkt ist jedoch noch unbekannt und hängt von der Zulassung der Strecke in Ungarn ab. Geplant sind zwei Züge pro Tag und Richtung mit einer Fahrzeit von rund sechseinhalb Stunden.
Ganz ohne Einschränkungen geht es 2027 allerdings nicht: Vom 8. Februar bis 9. Juli 2027 ist das sogenannte Deutsche Eck zwischen Freilassing und Rosenheim wegen Bauarbeiten am deutschen Schienennetz gesperrt. Gleichzeitig ist die Tauernstrecke zwischen Schwarzach-St. Veit und Mallnitz-Obervellach für die Tunnel- und Streckensanierung vollständig gesperrt. Auf der Weststrecke nach Tirol, Vorarlberg und Zürich fahren je nach Ziel durchgehende Züge mit längerer Fahrzeit oder Verbindungen mit Schienenersatzverkehr. Die Verbindungen von und nach Deutschland über Passau fahren dagegen ab dem 13. Dezember 2026 wieder planmäßig.
Modernere Züge für mehr Komfort
Neben neuen Verbindungen und zusätzlichen Frequenzen wollen die Österreichischen Bundesbahnen auch ihre Flotte modernisieren. Geplant sind insgesamt 27 neue Cityjet-Doppelstockzüge für den Nahverkehr. Zudem soll der grenzüberschreitende Verkehr zwischen Tirol und Südtirol mit sechs neuen Coradia-Stream-Zügen bestückt werden – das würde den Umstieg am Brenner obsolet machen.

Im Fernverkehr wollen sich die ÖBB ebenfalls neu aufstellen. Nach eigenen Angaben investieren die ÖBB bis 2030 rund 6,1 Milliarden Euro in insgesamt 330 neue Züge. Von diesen erhalten die ÖBB 57 im kommenden Jahr – im Fernverkehr wird die ÖBB-Flotte um zehn Railjets der neuen Generation und 14 neue Railjet-Doppelstockzüge aufgestockt.
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