Trotz hoher Treibstoffkosten und spürbarem Preisdruck in der Luftfahrtbranche kündigt Condor-Chef Gerber im Handelsblatt-Interview weiteres Wachstum an. Gleichzeitig schließt er sinkende Ticketpreise vorerst aus.
Im Gespräch mit dem Handelsblatt am 3. August 2026 äußerte sich Condor-Chef Peter Gerber zur aktuellen Lage der Fluggesellschaft. Dabei ging es um die Auswirkungen hoher Kerosinkosten auf die Ticketpreise, die geplante Wiederaufnahme von Flügen nach Dubai sowie den Wandel vom Ferienflieger zur Netzwerk-Airline mit eigenem Drehkreuz in Frankfurt am Main. Zuletzt hatte Condor bereits eine neue Verbindung nach Tel Aviv sowie eine weitere neue Strecke in die USA in ihren Flugplan aufgenommen.
Das Wichtigste in Kürze
- Condor-Chef Peter Gerber schließt sinkende Ticketpreise trotz Preisdruck in der Branche aus
- Ab November 2026 fliegt Condor wieder nach Dubai
- Ab 2027 betreibt Condor im neuen Terminal 3 in Frankfurt ein eigenes Drehkreuz
Teure Kerosinpreise lassen kaum Spielraum für günstigere Flugtickets
In seinem Interview mit dem Handelsblatt verrät Peter Gerber bereits einige Details zur zukünftigen Strategie von Condor. Dazu gehört auch die Gestaltung der Ticketpreise. Einige Airlines hatten ihre Preise im Verlauf des Jahres gesenkt, um die Nachfrage auf bestimmten Strecken zu erhöhen. Steigende Ölpreise verteuern das Kerosin und damit die Betriebskosten der gesamten Branche. Eine Weitergabe dieser Mehrkosten an die Passagiere schließt Gerber zwar aus, die gestiegenen Treibstoffkosten würden jedoch auch die Gewinne der Airlines schmälern. Die Hoffnung auf deutlich günstigere Flugpreise bezeichnet er im Interview als “illusorisch”.
Ab November 2026 plant Condor, Dubai wieder in ihr Streckennetz aufzunehmen. Trotz der angespannten geopolitischen Lage im Nahen Osten hält Gerber an dem Ziel fest, da Sicherheit für die Airline höchste Priorität habe und Flüge nur angeboten würden, wenn es die Situation auch erlaube.
Sicherheit hat für uns höchste Priorität. Wir fliegen nur dann, wenn es die Situation erlaubt. Aber Dubai und der Nahe Osten sind Märkte, die die Leute sehen wollen.
Peter Gerber, CEO, Condor Airlines
Dubai sei bei Condor-Gästen vor allem als eigenständiges Reiseziel vertreten, während Umsteigeverkehr in der Region eher über Abu Dhabi abgewickelt werde.
Condor wird zur Netzwerk-Airline mit Frankfurt als Drehkreuz
Parallel treibt Condor den Ausbau zur Netzwerk-Airline voran: Ab dem kommenden Jahr 2027 betreibt die Fluggesellschaft im neuen Terminal 3 des Frankfurter Flughafens ein eigenes, kleines Drehkreuz. Hintergrund ist die Kündigung des langjährigen Zubringerabkommens mit Lufthansa, wodurch Condor gezwungen war, ein eigenes Zubringernetz aufzubauen. Aktuell umfasst dieses 13 Verbindungen von verschiedenen Flughäfen in Deutschland nach Frankfurt. Laut Gerber könnte das Netz aber durchaus noch breiter aufgestellt werden, um bessere Durchschnittserlöse zu erzielen.
Wer auf spürbar günstigere Ticketpreise gehofft hat, dürfte laut Gerber aber vorerst enttäuscht werden. Die weiterhin hohen Treibstoffkosten halten das Preisniveau auf einem eher hohen Level. Reisende, die Dubai als Ziel planen, können ab November wieder direkt mit Condor dorthin fliegen. Und wer über Frankfurt reist, profitiert künftig vom wachsenden Zubringernetz der Airline zum neuen Drehkreuz in Terminal 3.
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