Kaum eine Hoteladresse der Welt trägt so viel Erwartung mit sich wie diese: Das Ritz Paris steht seit 1898 am Place Vendôme und ist für viele der Inbegriff des Grand Hotels. Was davon im Alltag übrig bleibt, zeigt unsere Ritz Paris Bewertung nach zwei Nächten in einer Junior Suite.
Inhaltsverzeichnis
Wir haben das Haus im Rahmen eines Mystery Checks getestet – das Hotel wusste also nichts von unserem Besuch und hat uns wie jeden anderen Gast behandelt. Das Ergebnis fällt zweigeteilt aus – und ist gerade deshalb spannend.
Ritz Paris – die Buchung
Anders als die meisten Häuser dieser Kategorie gehört das Ritz Paris zu keiner Kette, sondern wird unabhängig geführt. Buchbar ist es unter anderem über suitespot, wo Ihr eine Reihe kostenfreier Zusatzleistungen erhaltet, ohne dafür mehr zu bezahlen.
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Konkret gehören dazu ein täglich kostenfreies Frühstück für zwei Personen im Salon Marie-Louise, ein Zimmer-Upgrade nach Verfügbarkeit, früher Check-in und späterer Check-out, kostenfreies Internet sowie ein Transfer zum Flughafen in beide Richtungen. Der Frühstücks-Vorteil allein hat einen Wert von rund 72 Euro pro Person und Tag.
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Für unsere zwei Nächte in der Junior Suite lagen wir bei 5.425 Euro. Damit spielt das Ritz preislich in der obersten Pariser Liga. In der Nebensaison kann derselbe Aufenthalt rund 800 Euro günstiger ausfallen, in der Hauptsaison etwa 400 Euro teurer.
Wir kamen bereits um 8:30 Uhr morgens an und rechneten mit einer langen Wartezeit. Tatsächlich war unser Zimmer nach zehn Minuten bezugsfertig – ein starker Auftakt. Der Check-in verlief effizient und freundlich, blieb aber merkwürdig unpersönlich: Denn nach der ersten Anrede per Namen wurden wir nicht mehr namentlich angesprochen.
Auch die Vorteile wurden zwar größtenteils umgesetzt, aber nicht proaktiv kommuniziert. Das Frühstück mussten wir ausdrücklich nachfragen. Beim Rooming fehlten uns Hinweise, die in dieser Kategorie selbstverständlich sind – etwa der Weg zum Spa, den wir daraufhin tatsächlich nicht auf Anhieb fanden. Immerhin: Das Upgrade fiel großzügig aus, aus dem gebuchten Deluxe Zimmer wurde eine Junior Suite.
Der Aufenthalt im Ritz Paris fand im Mai 2025 im Rahmen eines Mystery Checks statt. Das Hotel wusste nichts von der Buchung, der Aufenthalt wurde vollständig von reisetopia bezahlt.
Ritz Paris – die Lage
Das Ritz Paris liegt am Place Vendôme und damit an einer der exklusivsten Adressen der Stadt – umgeben von den Schaufenstern der großen Juweliere, wenige Minuten vom Jardin des Tuileries und vom Louvre entfernt. Eine Lage, die sich kaum überbieten lässt.
Vom Flughafen Charles de Gaulle braucht Ihr mit dem Auto rund 40 Minuten, vom Gare du Nord etwa 15 Minuten. Eine Metrostation liegt in direkter Nähe, sodass Ihr die Stadt auch ohne Taxi gut erreicht. Wer mit dem eigenen Auto anreist, kann den Valet-Parking-Service nutzen.
Historisch ist die Adresse ohnehin aufgeladen: César Ritz eröffnete das Haus am 1. Juni 1898 gemeinsam mit dem Küchenchef Auguste Escoffier. Es war das erste Hotel der Stadt, in dem jedes Zimmer ein eigenes Badezimmer, elektrisches Licht und ein Telefon hatte – damals eine kleine Revolution. Von 2012 bis 2016 war das Haus für eine vierjährige Grundrenovierung geschlossen.
Ritz Paris – das Zimmer
Gebucht hatten wir ein Deluxe Zimmer, erhalten haben wir eine Junior Suite – ein doppeltes Upgrade, das den Aufenthalt deutlich aufgewertet hat. Der erste Eindruck: sehr edel, sehr französisch, und vor allem sehr großzügig für Pariser Verhältnisse.
Der Grundriss ist weitläufig und durchdacht, die Räume sind hoch und durch mehrere Fenster hell. Hochwertige Materialien, klassische französische Möbel und viele goldene Details prägen das Bild – Belle-Époque-Flair, das nach der Renovierung moderne Technik mitbringt, ohne sich in den Vordergrund zu spielen.
Der Wohnbereich
Der Wohnbereich der Junior Suite ist vom Schlafbereich abgesetzt und wird von einem gepolsterten Sofa in gedecktem Blaugrün dominiert. Davor steht ein niedriger Tisch, auf dem bei unserer Ankunft der Willkommensgruß wartete. Der Teppich mit floralem Muster zieht sich durch die gesamte Suite.
Wer arbeiten möchte, findet einen großen Schreibtisch aus dunklem Holz mit Lederauflage, Schreibutensilien und ausreichend Steckdosen. Für ein Stadthotel ist das ein echter Arbeitsplatz und keine Alibi-Konsole – hier lässt sich problemlos ein halber Tag verbringen.
Charmant gelöst ist der Fernseher: Er steht nicht an der Wand, sondern frei auf einer Staffelei und lässt sich so ausrichten, wie Ihr ihn braucht. Ein Detail, das gut zum Haus passt, weil es die historische Optik der Wandvertäfelung nicht zerstört.
Die Minibar ist umfangreich bestückt und beleuchtet. Neben Softdrinks, Bier und Champagner in kleinen Flaschen gibt es eine Auswahl an Wein sowie Gläser in mehreren Formen. Kostenfrei ist der Inhalt nicht – die Preise bewegen sich auf dem Niveau, das man am Place Vendôme erwartet.
Dazu kommt eine kleine Snack-Auswahl mit Chips, Schokolade und Nüssen sowie eine Reihe hauseigener Gläser mit Konfitüren und Delikatessen. Kaffeemaschine, Wasserkocher und Bügeleisen sind vorhanden, werden aber nur auf Nachfrage gebracht – in dieser Preisklasse hätten wir sie standardmäßig im Zimmer erwartet.
Reichlich Platz gibt es beim Verstauen: Der Kleiderschrank ist tief, hell ausgeleuchtet und mit Holzbügeln, Schuhlöffel und einem Schirm ausgestattet. Ein eigener Bereich nimmt Koffer auf, sodass das Gepäck nicht im Raum steht.
Der Ankleidebereich schließt direkt an und verbindet Schlafzimmer und Badezimmer. Durch die Spiegel und die helle Vertäfelung wirkt der Durchgang größer, als er tatsächlich ist – ein Trick, den das Haus an mehreren Stellen einsetzt.
Was der Junior Suite fehlt, ist ein Balkon. Den gibt es erst ab den höheren Kategorien – wer also unbedingt draußen sitzen möchte, muss deutlich tiefer in die Tasche greifen.
Das Schlafzimmer
Das Schlafzimmer ist der ruhigste Teil der Suite und in gedeckten Blau- und Cremetönen gehalten. Über dem Bett hängt ein gerahmtes Gemälde, seitlich stehen eine Kommode und eine gepolsterte Bank – klassisch, aber nicht überladen.
Das Bett selbst gehört zu den besten, in denen wir in Paris geschlafen haben. Die Matratze ist eher fest, die Bettwäsche hochwertig, und auf Wunsch bekommt Ihr eine Auswahl weiterer Kissen. Auch die Klimaanlage arbeitet leise und wirksam.
An beiden Bettseiten stehen Nachttische mit Leselampe, Steckdosen und Ablagefläche – alles direkt in Reichweite, ohne dass Ihr im Dunkeln nach dem Schalter suchen müsst. Die Sauberkeit war während des gesamten Aufenthalts makellos, der Reinigungsservice war diskret und sehr gründlich.
Weil Schlaf- und Wohnbereich über eine breite Öffnung verbunden sind, wirkt die Suite größer als die Summe ihrer Räume. Vom Bett aus fällt der Blick durch den Wohnbereich bis zu den Fenstern – ein Grundriss, wie man ihn in Paris selten findet.
Ein besonders schöner Platz ist der bestickte Sessel am Fenster mit dem kleinen Beistelltisch daneben. Hier haben wir morgens den Kaffee getrunken, bevor es hinaus in die Stadt ging.
Insgesamt ist das Schlafzimmer der Bereich, in dem das Ritz seinem Ruf am nächsten kommt: großzügig, still und in jedem Detail gepflegt.
Das Badezimmer
Das Badezimmer setzt auf zeitlose Eleganz: heller Marmor, viel Spiegelfläche und goldverzierte Armaturen. Für Pariser Verhältnisse ist die Größe in Ordnung, für ein Haus dieser Liga fällt es im Vergleich zum übrigen Zimmer aber eher klein aus.
Das eigentliche Wahrzeichen sind die berühmten „swan taps“ – Wasserhähne in Form von Schwänen, die es in dieser Ausführung fast nur hier gibt. Sie sitzen über einem Doppelwaschbecken, das genügend Ablagefläche für zwei Personen bietet.
Dusche und Badewanne sind getrennt, was den Alltag zu zweit deutlich entspannter macht. Die Wanne selbst ist allerdings recht klein geraten – wer lange und ausgiebig baden möchte, wird sie als knapp empfinden.
Auch an der Wanne wiederholt sich das Schwanen-Motiv, ergänzt durch geschliffene Glasgriffe. Es sind diese Details, die den Unterschied zwischen einem sehr guten und einem ikonischen Badezimmer machen.
Die Toilette liegt in einem eigenen, abgetrennten Raum und ist fast vollständig in Gold gehalten – von der Spülung bis zum Papierhalter. Das wirkt ausgesprochen pompös und dürfte Geschmackssache sein.
Bei den Pflegeprodukten setzt das Haus auf die eigene Linie, abgefüllt in großzügigen Flaschen statt in Miniaturen. Das Amenity Kit lässt kaum einen Wunsch offen – es gibt sogar ein Glätteisen, was wir in Hotels praktisch nie finden.
Bademantel und Handtücher sind in einem warmen Apricot gehalten und mit dem Hotelwappen bestickt – ein Farbton, der sich durch alle Bäder des Hauses zieht und angenehm aus dem üblichen Hotelweiß heraussticht.
Dazu kommen einzeln verpackte Slippers auf einer goldenen Ablage. Auch hier gilt: An der Ausstattung gibt es nichts zu kritisieren, nur an den Quadratmetern.
Unterm Strich ist das Badezimmer schön, makellos sauber und liebevoll ausgestattet – aber der einzige Bereich der Suite, in dem uns tatsächlich Platz gefehlt hat.
Ritz Paris – die Gastronomie
Kulinarisch ist das Ritz Paris breit aufgestellt: vom Frühstück im Salon Marie-Louise über die Brasserie-Küche der Bar Vendôme und den Afternoon Tea im holzvertäfelten Salon Proust bis zum Sterne-Menü im L’Espadon. Dazu kommen mehrere Bars, die jede für sich einen eigenen Charakter haben.
Das Frühstück
Serviert wird das Frühstück im Salon Marie-Louise, einem hellen Raum mit klassisch-französischem Ambiente, täglich zwischen 7:00 und 11:00 Uhr. Ein Buffet gibt es nicht – stattdessen wählt jede Person ein festes Menü, das über reisetopia Hotels bereits im Zimmerpreis enthalten ist.
Alles kommt an den Tisch, Kaffee, Tee und frisch gepresste Säfte sind unbegrenzt inklusive. Der Service ist aufmerksam und ausgesprochen freundlich – hier zeigte sich das Haus von seiner besten Seite.
Die Qualität der Speisen ist erstklassig. Das Croissant ist buttrig und blättrig, wie man es in Paris erwartet, und auch das übrige Gebäck kommt sichtbar aus der eigenen Backstube. Die Portionen sind eher klein, in der Summe aber völlig ausreichend.
Dazu gibt es zahlreiche Eierspeisen, Joghurt, Müsli und frisches Obst. Neben dem klassischen Menü steht eine Variante mit laktose- und glutenfreien Gerichten zur Wahl, und generell zeigt sich die Küche sehr flexibel bei individuellen Wünschen.
Besonders in Erinnerung geblieben ist uns der erste Morgen: Nach dem Frühstück bekamen wir zusätzlich ein paar Croissants als kleine Tüte für den Tag mit – eine Geste, die nichts kostet und dafür umso mehr Wirkung hat.
Verpackt war das Ganze in den hauseigenen blauen Schachteln, serviert auf einem silbernen Tablett. So etwas bleibt hängen, weil es zeigt, dass jemand mitgedacht hat.
Am zweiten Tag haben wir das Frühstück aufs Zimmer bestellt. Auch das war im kostenfreien Frühstück inkludiert und wurde vollständig eingedeckt gebracht – vom Silberkännchen bis zur Konfitüren-Etagere.
Der Service war auch hier sehr gut, allerdings ohne die zusätzlichen Croissants für unterwegs. Das ist aber nur eine Kleinigkeit am Rande, aber sie zeigt, dass die schöne Geste vom Vortag doch eher Zufall als Standard war.
Insgesamt war das Frühstück für uns eines der Highlights des Aufenthalts – qualitativ hervorragend und mit einem Service, der auf Sonderwünsche wirklich eingeht.
Die Restaurants und Bars
Im Mittelpunkt steht das L’Espadon, das Gourmetrestaurant des Hauses, das mit einem MICHELIN Stern ausgezeichnet ist. Küchenchefin Eugénie Béziat kocht hier eine moderne Haute Cuisine mit mediterranen Einflüssen, geöffnet ist abends von 17:30 bis 23:30 Uhr. Sonntags wird zusätzlich der Grand Brunch serviert.
Die Bar Vendôme funktioniert tagsüber als Brasserie und ist durch ihre Glasüberdachung angenehm hell, während abends eine ruhigere, elegantere Stimmung entsteht. Die Karte ist à la carte gestaltet und mischt französische Klassiker mit internationalen Gerichten; im Sommer öffnet sich die Terrasse zum grünen Innenhof. Für den klassischen Afternoon Tea zwischen 14:00 und 19:30 Uhr ist der Salon Proust mit seiner Bibliotheksatmosphäre die erste Wahl.
Bei den Bars hat das Haus drei sehr unterschiedliche Adressen: Die Ritz Bar ist modern und glamourös, mit markantem Sternenhimmel-Design und astrologisch inspirierten Cocktails, geöffnet dienstags bis samstags am Abend. Die Bar Hemingway – benannt nach Ernest Hemingway, der hier Stammgast war – ist intim, holzvertäfelt und weltberühmt; für Hotelgäste werden Plätze freigehalten, reserviert werden muss bis zum Vorabend. Und die Bar Vendôme dient abends auch als Ort für ein Glas Champagner unter der Glasdecke.
Der Room Service
An einem Abend haben wir uns ein Club Sandwich aufs Zimmer bestellt. Preislich lag das bei rund 75 Euro, was selbst für das Ritz sehr hoch ist. Geschmacklich war es in Ordnung, aber kein Erlebnis, das man in Erinnerung behält.
Der Service dagegen war tadellos: Das Essen stand nach 20 Minuten im Zimmer, schön angerichtet und mit der Freundlichkeit serviert, die uns im gastronomischen Bereich durchgehend begleitet hat.
Ritz Paris – die Erholung
Der Wellnessbereich ist auf dem Papier ein Argument für sich: Das Ritz beherbergt mit dem Chanel au Ritz Paris den weltweit ersten und bislang einzigen Spa der Marke Chanel, dazu einen der größten Innenpools der Stadt und einen für ein Stadtpalais erstaunlich großen Fitnessbereich.
Der Spa
Das Behandlungsangebot ist breit und reicht von Massagen über Facials bis zu Beauty-Anwendungen, die auf der Chanel-Pflegelinie aufbauen. Der Service ist professionell und diskret, die Räume sind elegant gestaltet.
Der Saunabereich konnte uns dagegen nicht überzeugen. Die Sauna wirkte leicht muffig, und sie ist nach Geschlechtern getrennt – was in einem Haus, das so viele Paare anzieht, für uns schlicht unpassend ist. Auch die Atmosphäre war insgesamt nüchterner, als wir es aus vergleichbaren Häusern kennen.
An der Ausstattung selbst liegt es nicht: Handtücher, Bademäntel und Pflegeprodukte sind reichlich vorhanden und die Hygiene war einwandfrei. Es fehlt eher das Gefühl, sich in einem Rückzugsort zu befinden.
Wer also vor allem für eine Behandlung kommt, ist hier gut aufgehoben. Wer den Nachmittag im Wellnessbereich verbringen will, wird andere Häuser stimmiger finden.
Der Fitnessbereich
Der Fitnessbereich ist mit rund 1.700 Quadratmetern für ein Stadthotel überraschend groß und in getrennte Zonen für Cardio- und Krafttraining aufgeteilt. Die Geräte sind modern, die Räume hell und weitläufig – deutlich großzügiger, als man es in einem Pariser Stadtpalais erwarten würde.
Dazu kommen über 40 Kurse pro Woche, von Pilates und Yoga über Aquabike bis zu Boxen und Circuit Training. Wer es privater mag, kann eigene Trainingsräume und Personal Trainer buchen.
Der Pool
Der Pool liegt im Untergeschoss und ist tatsächlich groß, eingefasst von Säulen, Palmen und einer umlaufenden Galerie. Von oben betrachtet ist das ein beeindruckender Raum – einer der schönsten Hotelpools, die Paris zu bieten hat.
Im Alltag fällt der Bereich dann aber ab. Es gibt keine Fenster und damit kein Tageslicht, was dem Raum die Leichtigkeit nimmt. Sitz- und Liegemöglichkeiten sind vorhanden, aber nicht so gemütlich, wie wir es uns gewünscht hätten. Und dann gab es die Getränke am Pool in Pappbechern, während an der Bar immerhin stabile Plastikgläser bereitstanden – ein Detail, das nicht zum Preis passt.
Ritz Paris – mein Highlight
Mein persönliches Highlight war das Frühstück im Salon Marie-Louise. Nicht nur, weil die Qualität stimmte, sondern weil hier zum einzigen Mal während des Aufenthalts jemand über die Pflicht hinausgedacht hat: Die Croissants, die wir am ersten Morgen ungefragt für den Tag mitbekamen, waren genau die Art kleiner Geste, für die man ein Haus in Erinnerung behält.
Direkt danach kommt die Junior Suite selbst. Ein Grundriss dieser Größe ist in Paris eine Ausnahme, und die Kombination aus hohen Räumen, klassischen Möbeln und makelloser Sauberkeit hat uns durchgehend überzeugt. Wer einmal im Ritz wohnen möchte, wird genau dieses Raumgefühl mitnehmen.
Ritz Paris – das hätte besser sein können
Am deutlichsten fehlte uns die persönliche Note im Service. Der Check-in war schnell und freundlich, aber nach der ersten Namensnennung wurden wir nicht mehr persönlich angesprochen. Die Buchungsvorteile wurden umgesetzt, aber nicht kommuniziert – das Frühstück mussten wir aktiv erfragen. Und beim Rooming fehlten Hinweise wie der Weg zum Spa, den wir daraufhin nicht fanden.
Der zweite Punkt ist der Wellnessbereich. Die muffige, nach Geschlechtern getrennte Sauna und die nüchterne Atmosphäre am Pool passen nicht zum Anspruch des Hauses – Pappbecher am Pool schon gar nicht. Dazu kommen Kleinigkeiten im Zimmer: Kaffeemaschine, Wasserkocher und Bügeleisen nur auf Nachfrage, kein Balkon in dieser Kategorie und ein Badezimmer, das im Vergleich zum übrigen Grundriss deutlich zu klein geraten ist.
Ritz Paris – das Fazit
Das Ritz Paris ist ohne Zweifel eines der bekanntesten Hotels der Welt, und die Lage am Place Vendôme ist spektakulär. Die Junior Suite war großzügig, elegant und makellos sauber – in dieser Hinsicht spielt das Haus auf absolutem Topniveau. Weniger überzeugend war der Wellnessbereich. Auch beim Service blieb das Haus hinter unseren Erwartungen zurück: Wiedererkennung, proaktive Kommunikation und kleine Gesten fehlten überwiegend. Solche Details summieren sich – und gerade weil das Ritz einen legendären Ruf hat, fallen sie besonders auf.
Unterm Strich bleibt ein beeindruckender Aufenthalt, der viel von dem hält, was man sich verspricht: ikonische Architektur, luxuriöse Zimmer, großartige Kulinarik. Wer einmal im Leben im Ritz wohnen möchte, wird das nicht vergessen. Wer regelmäßig in Luxushotels reist, wird aber merken, dass es in Paris Alternativen gibt, die beim Service und im Spa mehr überzeugen – etwa das Mandarin Oriental Lutetia, das in diesen Punkten stimmiger auftritt.
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