Die Situation im Mittleren Osten hat auch die Luftfahrt stark getroffen. Noch sind die langfristigen Entwicklungen nicht absehbar, doch klar ist schon jetzt: Auch für die Welt der Meilen & Punkte wird es Folgen geben.
Vielfliegerprogramme wie Emirates Skywards oder Qatar Airways Privilege Club sind in den vergangenen Jahren in den Fokus des einen oder anderen Meilensammlers geraten. Trotz einiger Abwertungen gab es in den vergangenen Jahren auch weiterhin spannende Einlösungen, gerade für die als besonders exklusiv geltenden Business und First Class Produkte der Airline. Mit der Krise im Mittleren Osten dürfte sich allerdings vieles verändern, nicht nur für die Vielfliegerprogramme der besonders betroffenen Airlines.
Die besten Tipps von reisetopia findet Ihr täglich in unserem Newsletter, aber auch auf Instagram und TikTok. Austauschen könnt Ihr Euch auch in unserer Facebook Gruppe!
Erhöhte Treibstoffzuschläge machen Prämientickets teurer
Eine Folge des Konflikts im Nahen Osten lässt sich bereits nach wenigen Wochen bei gleich mehreren Vielfliegerprogrammen beobachten. Durch die gestiegenen Kerosinpreise sind die sogenannten Treibstoffzuschläge bei einigen Airlines, etwa Cathay Pacific, aber auch der Lufthansa Group, angehoben worden. Wie üblich schlagen diese Erhöhungen direkt auf die Zuschläge von Prämientickets durch, während sie bei bezahlten Tickets teilweise durch niedrigere Basistarife ausgeglichen werden.
Problematisch ist dieser Effekt speziell deshalb, weil der mittlerweile oftmals auch internationaler Zuschlag genannte Aufpreis für Prämientickets in den vergangenen Jahren – trotz lange Zeit sinkender Kerosinpreise – nicht etwa gesunken, sondern sogar gestiegen ist. Besonders extrem war dies etwa bei Miles & More Prämienflügen nach Nordamerika oder auch Emirates Business und First Class Einlösungen der Fall.
Auf ein ohnehin schon hohes Niveau bei den Zuschlägen, die bei einigen Programmen vor der Krise im Mittleren Osten in einem Bereich von mehreren hundert Euro pro Richtung lagen, kommen somit weitere Preiserhöhungen. Das führt dazu, dass die Zuschläge alleine bei einem Hin- und Rückflug in der Business und First Class bei mehr als 1.000 oder gar 2.000 Euro liegen können.
Bei solchen Aufpreisen für die Einlösung von Meilen werden Vielfliegerprogramme nahezu natürlich unattraktiv, was eine bedenkliche Entwicklung ist. Das gilt umso mehr, als viele Fluggesellschaften nicht dafür bekannt sind, die Zuschläge wieder zu reduzieren, sobald die Kerosinpreise rückläufig sind.
Problematische Verfügbarkeiten auf vielen Strecken
Doch die Folgen der Krise dürften über diesen Effekt hinausgehen, denn durch den temporären Flugstopp und den nun weiterhin reduzierten Betrieb an den großen Hubs in Abu Dhabi, Dubai und Doha, fehlen massiv Kapazitäten nach Asien, Afrika oder Australien. Das führt dazu, dass es schon regulär teilweise ausgesprochen schwierig ist, noch ein Ticket, etwa nach Bangkok, Singapur oder Sydney, zu ergattern.

Wenig überraschend führt dieser Effekt auch dazu, dass zumindest in den kommenden Wochen im Grunde kaum mehr Verfügbarkeiten für Prämientickets in diesen Weltregionen zu finden sind. Für die Business Class und First Class gilt das dabei sogar in besonderem Maße, wobei Prämienflüge hier auch für die etwas fernere Zukunft kaum verfügbar sind.
Ändern dürfte sich dabei zumindest bei Programmen wie Miles & More oder Air France-KLM Flying Blue in den nächsten Monaten wohl wenig, sind die Direktflüge nach Asien mit Blick auf die Unsicherheit zur Entwicklung im Mittleren Osten doch aus Sicht vieler Passagiere noch deutlich attraktiver geworden. Entsprechend gut ist die prognostizierte Buchungslage – mit entsprechenden Folgen für die Verfügbarkeiten in Vielfliegerprogrammen.
Viele mögliche Szenarien rund um Emirates und Qatar Airways
Höhere Zuschläge und schlechtere Verfügbarkeiten auf Strecken in viele Weltregionen – die Folgen der Krise im Mittleren Osten für Vielfliegerprogramme klingen dramatisch. Doch zumindest eine Variable scheint aktuell komplett unbestimmt: die Zukunft der Vielfliegerprogramme der Airlines aus dem Mittleren Osten.
Denkbar sind hier verschiedene Szenarien, denn nachdem der Flugbetrieb wieder normal läuft und die Krise bestenfalls ein Ende nimmt, dürfte sich die Passagiernachfrage für die betroffenen Airlines zumindest nicht sofort nachhaltig erholen. Die Unsicherheit bei Reisenden, die einmal vom Geschehen betroffen waren oder die Berichterstattung mitbekommen haben, dürfte so schnell nicht verschwinden.

Der Ticketverkauf bei Airlines wie Emirates oder Qatar Airways dürfte damit vermeintlich ins Stottern geraten, egal wie attraktiv die Bordprodukte sein mögen und egal wie groß die Anziehung von Dubai als Destination in den vergangenen Jahren war. Das gilt umso mehr, als völlig unklar ist, inwieweit der Konflikt so weit befriedet werden kann, dass ein neuer Ausbruch der Feindseligkeiten nicht wieder möglich ist.
Die Folgen einer geringeren Nachfrage könnten auch für Vielfliegerprogramme relevant werden, denn in der Regel sorgen mehr freie Plätze auch für bessere Verfügbarkeiten für Prämienflüge. Ob es allerdings wirklich so kommt oder ein anderes Szenario eintritt, lässt sich aktuell nicht vorhersehen.
Schwierige Zeiten für die Entwicklung von Vielfliegerprogrammen
Wenngleich die Entwicklung von Vielfliegerprogrammen im Verhältnis zum Leid durch den Krieg in der Region und die wirtschaftlichen Folgen sicherlich von verhältnismäßig geringer Bedeutung ist, fügt sich die Entwicklung doch in einen problematischen Trend rund um die beliebten Meilenprogramme ein.
In den vergangenen Jahren gab es immer wieder neue Abwertungen, etwa mit Blick auf einen Anstieg der notwendigen Meilen für Prämienflüge oder eben die ansteigenden Zuschläge. Mit der neuen Krise verschärft sich diese Entwicklung nun, wie sich etwa an den steigenden Zuschlägen für Miles & More Prämienflüge zeigt.

Zwar lässt sich noch nicht absehen, was die kommenden Monate bringen und wie sich die Situation im Mittleren Osten entwickelt, scheint schon jetzt klar: Die negativen Änderungen bei den Vielfliegerprogrammen werden wohl nicht zurückgedreht – die Vergangenheit zeigt das leider eindrucksvoll.
Als Hoffnung bleibt nur, dass zumindest mit Blick auf das Meilen sammeln durch die multiplen Krisen positive Entwicklungen folgen, etwa mit Blick auf den Neukundenbonus von Karten wie der American Express Platinum Card oder der neuen Miles & More Kreditkarte.
Die besten Tipps von reisetopia findet Ihr täglich in unserem Newsletter, aber auch auf Instagram und TikTok. Austauschen könnt Ihr Euch auch in unserer Facebook Gruppe!






Menschen sterben und Faschisten zerstören die Weltwirtschaft, aber ihr macht euch Sorgen um die Vielfliegerprogramme. Mutig
Hallo Micha, wie auch im Artikel erwähnt, ist die Zukunft von Vielfliegerprogrammen sicherlich ein Problem mit weniger Gewicht als das Leid in der Region oder die allgemeinen wirtschaftlichen Folgen. Aber seien wir doch ehrlich: Sind Reisen, Luxus oder generell die schönen Dinge im Leben nicht generell ein Thema, das im Verhältnis zum Leid und zu anderen Problemen auf der Welt nicht immer verhältnismäßig unbedeutend ist? Wir fokussieren uns bei reisetopia auf Loyalitätsprogramme, Luxusreisen und Finanzprodukte – hierbei beobachten wir die weltweiten Entwicklungen und setzen diese zu eben jenen Themen ins Verhältnis. Das heißt nicht, dass wir die Themen deshalb für relevanter halten als andere Entwicklungen auf der Welt – im Gegenteil. Vielmehr liegt hier unsere fachliche Expertise, die wir nutzen wollen, um Entwicklungen für eben diesen Themenbereich einzuordnen – so auch in diesem Artikel.