Als größtes Vielfliegerprogramm muss Miles & More schon nahezu natürlich viel Kritik einstecken. Doch auch für das neue Jahr gilt: Miles & More bleibt bei der richtigen Nutzung ausgesprochen attraktiv.
Schon seit Jahren gibt es einen nahezu konstanten Abgesang auf Loyalitätsprogramme wie Miles & More. Alles werde teurer, alles werde schlechter und alles werde schwieriger, heißt es immer wieder. Doch wenngleich es fraglos auch negative Veränderungen gibt, lässt sich durch die smarte Nutzung von Miles & More auch im neuen Jahr ein überdurchschnittlicher Gegenwert erzielen. Auch der Weg zum Status ist so einfach wie wohl lange nicht mehr!
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Auch 2026 kommt man einfach an Miles & More Meilen
Dass sich das Miles & More Programm lohnt, hat verschiedene Gründe. Einer davon sind die vergleichsweise einfachen und vielfältigen Möglichkeiten, um überhaupt an die Meilen zu kommen. Gerade hier dürfte sich im neuen Jahr wenig verändern. Der aktuelle Bonus von 25 Prozent für den Transfer von Payback Punkten zu Miles & More ist dabei ein perfekter Start.
Generell dürfte dabei auch im Jahr 2026 gelten, dass die Nutzung von Payback mit entsprechenden eCoupons im Alltag die beste Quelle ist, um das Meilenkonto nahezu nebenbei zu füllen. Ergänzt wird diese Option durch die Miles & More Kreditkarte, die neuerdings von der Deutschen Bank herausgegeben wird. Ob bei Zahlungen oder auch einem Geldtransfer unter Freunden via PayPal sammelt man ganz nebenbei weitere Meilen.

Eben hier wird es interessant, denn nach der Startphase dürfte es in Richtung des zweiten Quartals voraussichtlich auch interessante Aktionen für Neukunden geben. Aktuell läuft noch eine Phase, in der die Deutsche Bank primär Bestandskunden der DKB zum Wechsel bringen möchte, weswegen die Boni im Verhältnis zu anderen Anbietern noch recht verhalten wirken.
Damit aber nicht genug, denn beim Meilen sammeln dürften auch im Jahr 2026 weitere Optionen wie Zeitungsabonnements oder auch verschiedene andere Partnerangebote interessant bleiben. Wenngleich neuerdings personalisiert, bietet auch das wiederkehrende Angebot zum indirekten Kauf von Miles & More Meilen teilweise einen sehr attraktiven Preis.
Attraktive Einlösungen schon mit einigen Tausend Meilen
Dass Miles & More im Jahr 2026 möglicherweise für einige sogar noch attraktiver ist als in der Vergangenheit, liegt allerdings auch am neuen System zur Einlösung von Meilen. Seit dieses dynamisiert wurde, ergeben sich erstmals ausgesprochen attraktive Einlösungen innerhalb von Europa. Das gilt für die Economy Class, aber sogar besonders für die Business Class.
Relevant ist das allen voran deshalb, weil sich so auch schon mit einigen tausend oder wenigen zehntausend Meilen ausgesprochen attraktive Einlösungen erzielen lassen. War der Gegenwert pro Miles & More Meile bei kleineren Einlösungen in der Vergangenheit oft sehr gering, ist neuerdings auch bei Flügen innerhalb Europas teilweise ein Wert pro Meile von 3 Cent und mehr möglich.
Auch auf anderen Strecken bleiben Miles & More lukrativ. Nun mag es durch die Dynamisierung des Systems auf Langstrecken ab Deutschland etwas teurer geworden sein, Meilen für die Business Class und First Class einzulösen. Doch wer einen kleinen Umweg nicht scheut, kommt bei den günstigsten Abflughäfen für Business Class Awards sowie den Sweetspots für First Class Prämienflüge mittlerweile oft sogar günstiger weg.
Wenngleich fraglos nicht alles besser geworden ist und speziell weiterhin die Aussetzung der Flex Plus Pärmie schmerzt, ergeben sich seit einiger Zeit auch wiederkehrende Meilen Deals, über die wir bei reisetopia natürlich berichten. Ob für knapp über 50.000 Miles & More Meilen in der Business Class nach Bangkok oder für weniger als 60.000 Meilen nach Singapur – attraktive Möglichkeiten ergeben sich immer wieder.
Überraschend gute Verfügbarkeiten für Upgrades und Meileneinlösungen
Doch es sind nicht nur die Meilenpreise, die Miles & More auch im neuen Jahr zu einer interessanten Option machen. Positiv fallen auch die konstant soliden Verfügbarkeiten auf. “Solide” klingt zwar nicht nach einer überschwänglichen Beschreibung, doch im Vergleich zur Vergangenheit oder manch anderem Vielfliegerprogramm ist es doch ein Kompliment für Miles & More.
War es beispielsweise lange aussichtslos, an Prämienflüge nach Singapur oder Bangkok in der Business oder First Class zu kommen, ist dies mit ein wenig Flexibilität mittlerweile machbar. Ähnlich sieht es auch bei beliebten Strecken nach Südafrika aus.
Besonders auffällig ist allerdings, dass die Verfügbarkeiten nach Nordamerika teils wirklich überragend sind. Selbst für Flüge an die Westküste findet man mittlerweile teilweise sogar täglich gute Verfügbarkeiten. Mit Meilen nach Los Angeles, San Francisco oder San Diego – mittlerweile überhaupt kein Problem.
Nun mag man argumentieren, dass dies wegen der hohen Zuschläge für Flüge nach Nordamerika wenig attraktiv ist. Das greift aber zu kurz, denn die Verfügbarkeiten greifen auch für Upgrades. Diese kosten dasselbe wie in der Vergangenheit und können mittlerweile bei Miles & More Einlösungen nach Nordamerika oftmals die bessere Option sein – anders als bei Flügen in andere Weltregionen.
So einfach zum Miles & More Status wie noch nie im neuen System
Ergänzt sei ansonsten noch, dass sich bei Miles & More auch in puncto Statussystem etwas getan hat. Nach den Umstellungen Anfang 2024 klagten viele Vielflieger darüber, dass das Erreichen von einem Status schwieriger geworden ist. Doch auch hier hat sich enorm viel getan, denn gerade Ende vergangenen Jahres wurden zahlreiche neue Wege eingeführt, um einfacher an einen Status zu kommen.
Unser Ratgeber zum Sammeln von Miles & More Meilen ohne Flüge zeigt gut, wie viele (Qualifying) Points mittlerweile auf anderen Wegen gesammelt werden können, womit der Weg zum Frequent Traveller Status oder Senator Status nicht nur kürzer, sondern für den einen oder anderen auch realistischer werden dürfte. Dank Privilegien wie dem Companion Award wird in der Kombination auch das Sammeln und Einlösen von Meilen noch attraktiver.
Dass ergänzend auch noch mehr Points für First Class Flüge gutgeschrieben werden, passt gut ins Bild. Das Jahr 2026 verspricht für diejenigen, die einen Status anstreben, entsprechend sehr attraktiv zu werden. So einfach wie in diesem Jahr war das Erreichen des Status seit der Umstellung des Programms noch nie.
All das passt gut in ein Gesamtbild, das zeigt, dass sich Miles & More trotz Defiziten und auch mancher negativer Veränderungen, im Jahr 2026 weiterhin stark lohnen dürfte – zumindest dann, wenn man das Programm geschickt nutzt. Egal ob beim Meilen sammeln, der Einlösung von Meilen oder dem Weg zum Status: Wer Lust hat, sich mit dem Loyalitätsprogramm von Miles & More auseinanderzusetzen, darf sich im neuen Jahr auf einen teils erstaunlich guten Gegenwert freuen!
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Dass es noch sinnvolle Einlösungen für Prämienmeilen geben muss, versteht sich wohl von selbst. Wenn ich mir als Vielfliegerin aber das Gesamtbild ansehe, dann relativieren sich diese „Sweetspots“ oder „smarten Einlösungen“ ganz erheblich.
Contradictio
Miles & More hat an für mich zentralen Punkten geschraubt, und diese Punkte führen allesamt zu erheblichen Verschlechterungen für mich.
Um einige der für mich entscheidenden Punkte zu nennen:
– Halbierte Statuslaufzeit
– Umsatzbasiertes System
– Stark reduzierte Zahl der First Class Sitze
– Aufpreise bei allen vernünftigen Sitzen in der Business Class
– Absurde Zuschläge in Richtung Nordamerika
– Dynamik statt Planbarkeit
– Zusatzmeilen für flexible Prämientickets
– Wegfall der Flex Plus Tarife
– Entwertung der eVoucher
– Entwertung der Buchungsgarantie für HONs
– Erhöhte Komplexität statt Vereinfachung
Die angeblich so tollen Verfügbarkeiten für Flüge oder für Upgrades (Nordamerika und andere Ziele) erleben mein Umfeld und ich anders.
Günstige Flüge in der Economy innerhalb Europas interessieren mich nicht.
Warum ich als Noch-Senatorin aus dem DACH-Raum jetzt bei Prämienflügen aus dem DACH-Raum derart benachteiligt werde, erschließt sich mir nicht: Für vernünftige Meilenpreise möchte ich nicht nach Dublin, Oslo, Krakau oder Skopje fliegen und von dort meinen Business- oder First Class Flug antreten.
Bisher war ein Prämienflug grundsätzlich ein Flex-Tarif, jetzt werden für diese Option noch mehr Meilen fällig. Flex-Plus-Tarife gibt es nicht mehr, ob sie wiederkommen, interessiert mich bei diesem Gesamtbild nicht mehr.
Abwertungen der Prämienmeilen (Award Chart) mussten bisher mit einem Vorlauf angekündigt werden, jetzt hat Miles & More völlig freie Hand. Wie sollte ich alleingenommen diese Tatsache gut finden? Ich bin nicht erst seit gestern Mensch, und mir ist klar, was das für die Zukunft bedeutet.
Und noch bis mindestens 2030 soll ich höllisch aufpassen, bei jedem Business Class Flug mit der LH nicht in der Steinzeit-Ausstattung zu landen? Meine eVoucher soll ich einsetzen, um bei Allegris in der Business Class einen Classic Seat upzugraden?
Allegris kenne ich (Business Suite und Classic Seat), und Allegris ist für mich kein Grund, Lufthansa oder SWISS zu buchen.
Fazit:
Miles & More hat sich drastisch verschlechtert und ist für mich nicht mehr attraktiv. Mit meinem Profil als Vielfliegerin werde ich massiv benachteiligt und habe die Airline(s) gewechselt.
Wer durch ein Zeitungsabo und einen Einkauf bei dm (Drei-Jahres-Vorrat an Toilettenpapier) die Meilen für einen Flug in der Business Class alle 5 Jahre sammelt und erstmal nach Bukarest fliegt, der mag glücklich sein mit Miles & More.
Super Beitrag! Genau so sehe ich das auch. Danke!!
@Estelle: Danke, das ist eine sehr gute Zusammenfassung.
@Moritz: Ein nahezu konstanter Abgesang auf die Programme? Unsinn. Man analysiert als Nutzer Veränderungen und zieht seine Schlüsse. Als HON soll ich bspw. mit potenziell 3x 32kg Gepäck von Deutschland aus erst, wie Du das formulierst, „einen kleinen Umweg“ ins Ausland machen, um dann über Deutschland einen First Class Flug anzutreten? Nicht bei einem regulären Flug mit günstigem Abflugort, sondern jetzt bei einem Prämienflug? Hallo?
Nun sind wir nicht alle HON, SEN oder Vielflieger, Schnäppchenjäger haben andere Profile und Präferenzen. Aber wie die temporär ins Schaufenster gestellten neuen „Sweetspots“ derartige Begeisterung hervorrufen können und wie unkritisch mit den Verschlechterungen umgegangen wird, ist mir wahrlich ein Rätsel.
Mich interessieren diese Reaktionen der Miles & More Teilnehmer und die Kommentare. Mich würde interessieren, ob Payback-Punkte aktuell noch in gleichem Maße umgewandelt werden wie bei früheren Aktionen.
In Frankfurt und in München klopft man sich vor Freude jedenfalls auf die Schenkel und amüsiert sich vortrefflich:
Die Tragweite der vorgenommenen Veränderungen wird überwiegend gar nicht realisiert. Hingegen freuen sich die Teilnehmer über das, was Miles & More zum jetzigen Zeitpunkt noch an Resten gelassen hat oder feiern euphorisch, was zum jetzigen Zeitpunkt an neuen Krümeln hingeworfen wurde.
danke sehr interessanter Beitrag! Gibt es 2026 auch wieder die Möglichkeiten in Nachhinein den Flug zu kompensieren und bis zu 80% Points zu erhalten?