Nachdem die Lufthansa selbst und auch ihre Schwester Austrian bereits vor einigen Wochen offizielle Staatshilfe erhalten haben, konnte man sich jetzt auch bei Brussels Airlines auf einen Betrag einigen: Fast 300 Millionen Euro wird die belgische Regierung der Fluggesellschaft bald überweisen – doch damit nicht genug!

Wie wir in den vergangenen Wochen bereits mehrfach berichteten, erhielten beinahe alle Mitglieder der Lufthansa-Familie mittlerweile staatliche Hilfsgelder um die aktuelle Krisensituation zu überstehen. Alle – außer Brussels Airlines, denn hier hatten die Verhandlungen zuletzt gestockt. Nach wochenlangen Diskussionen wurde jetzt auch hier eine Einigung erzielt, wie das Reiseportal frankfurtflyer.de zuerst berichtete.

Mehr als 300 Millionen Euro für die belgische Tochter

290 Millionen Euro lautet die magische Zahl, die vonseiten der belgischen Regierung fließen wird. Das Geld werde in Form eines Kredites verfügbar gemacht, der bis 2026 zurückgezahlt werden muss, wie verschiedene Medien übereinstimmend berichteten. Doch diese Staatshilfe wird Belgien nicht alleine tragen: Auch die Lufthansa sieht sich in der Verpflichtung, der Tochter-Airline unter die Arme zu greifen – und wird sich finanziell daher ebenso an den Rettungsgeldern beteiligen.

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Das weitere Kapital beläuft sich auf rund 170 Millionen Euro zusätzlich, die die Mutter der Tochter nun zur Verfügung stellen muss. Davon seien knapp 70 Millionen Euro für Restrukturierungsmaßnahmen innerhalb der Fluggesellschaft angesetzt. Weitere 100 Millionen Euro werden der Airline als Eigenkapital übertragen, um Brussels Airlines vorerst finanziell zu stabilisieren. Insgesamt erreicht die Fluggesellschaft damit einen Wert von rund 460 Millionen Euro Rettungsgelder, die allerdings sowohl von der belgischen Regierung, als auch von der zuständigen EU-Kommission bewilligt werden muss.

Restrukturierungsmaßnahmen und mindestens 1.000 Entlassungen

Zuletzt hatte sich Brussels Airlines mit einer ungewissen Zukunft konfrontiert gesehen. Zwischendurch habe man unter anderem über eine vollständige Einstellung der Fluggesellschaft oder eine langfristige Integration in die deutsche Eurowings debattiert. Entgegen dieser Überlegungen wird die Airlines jetzt künftig ausgebaut und mithilfe der oben beschrieben Hilfsgelder auch intern restrukturiert. Neben einer Modernisierung der Flotte wird der Fokus der Fluggesellschaft künftig auf Langstrecken liegen. Auch die von der EU gestellten Umweltauflagen werden künftig integriert und bestmöglich erfüllt.

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Zudem steht offensichtlich eine drastische Verkleinerung der Airline im Raum, um diese auf lange Sicht und nach den dramatischen Krisenmonaten effizienter zu gestalten. Im Zuge einer potenziellen Reduzierung der Fluggesellschaft um 25 Prozent waren bereits bis zu 1.000 Entlassungen und Stellenstreichungen im Gespräch. Aktuell hofft man jedoch, durch eine Kombination aus Kurzarbeit und Freistellungen nur unter 400 Arbeitskräfte verabschieden zu müssen.

Fazit zur Staatshilfe in Millionenhöhe bei Brussels Airlines

Dass nun endlich auch die Situation rund um die stark angeschlagene Brussels Airlines gesichert ist, und diese in den kommenden Monaten nicht mehr um ihr Überleben bangen muss, ist natürlich eine positive Nachricht. Schließlich hat auch in der jetzigen Situation niemand Freude an dramatischen Insolvenzen und sterbenden Airlines. Ob die angedachten Restrukturierungsmaßnahmen durch die neu bewilligten Hilfsgelder tatsächlich einen Großteil der gefährdeten Arbeitsplätze sichern können, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Wir drücken natürlich wie immer die Daumen!

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Autorin

Lilli ist am liebsten in den Wolken - und das nicht nur mit ihrem Kopf. Schon als Kind tourte sie mit einer Tanzgruppe durch Europa, heute ist Fernweh ihr ständiger Begleiter. Wenn sie sich nicht gerade mit ihrem Studium in Berlin beschäftigt, sitzt sie irgendwo auf der Welt hinter ihrem Laptop und berichtet für Euch über die angesagtesten Travel News rund um den Globus - direkt hier auf reisetopia.de!

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