Bei den Volksbanken gibt es offenbar Planungen zur Umstrukturierung des eigenen Wertpapierhandels.
Die Volks- und Raiffeisenbanken legen im laufenden Wertpapiermarkt nach. Im Fokus steht ein Ausbau der Banking-App, durch den es ab Oktober 2026 auch ein günstigeres Depot geben soll. Darüber hinaus soll dann auch der ETF-, Aktien- und Kryptohandel in der App ermöglicht werden. Das alles geht aus einem Artikel des Handelsblattes hervor, das sich auf ein Schreiben vom genossenschaftlichen Spitzeninstitut DZ Bank an die Vorstände der mehr als 600 deutschen Genossenschaftsbanken beruft.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Volksbanken planen Ausbau und Vergünstigung ihres Depot-Angebotes in der Banking-App
- Auch ETF-, Aktien- und Kryptohandel soll dann über die App möglich sein
- Die Neuerungen sollen ab Oktober 2026 in Kraft treten
Mehr Depot-Optionen in der Banking-App ab Oktober 2026
Der Wettbewerb im Bereich der Wertpapierdepots ist in vollem Gange. Das liegt nicht zuletzt an Neo-Brokern wie Trade Republic oder Scalable Capital, die durch attraktive Angebote gestandene Banken unter Druck setzen. Auf diesen Druck reagieren nun auch die Volks- und Raiffeisenbanken mit einer Überarbeitung ihres Depot-Angebotes in der hauseigenen Banking-App.

Schon im Sommer 2026 hatten die Sparkassen in diesem Bereich vorgelegt – jetzt zieht die Volksbank nach. Ab Oktober 2026 soll die VR-Banking-App eine deutlich größere Bandbreite an Depots anbieten, sodass Kunden ab diesem Zeitpunkt auch ETF-, Aktien- und Kryptohandel über die App durchführen können.
Darüber hinaus wollen die Volksbanken ihr Portfolio in Sachen Kosten angleichen. Dadurch soll das Volksbank Depot auch auf Kostenebene attraktiver für Kunden werden. Bei den Sparkassen gibt es bereits Angebote mit Gebühren in Höhe von 0,95 bis 1 Euro für Trades. Die Depotführung und die Ausführung von Sparplänen sind darüber hinaus kostenlos. Ähnlich soll es wohl auch bei den Volksbanken aussehen, wobei hier keine konkrete Summe genannt wird, sondern bislang lediglich von “wettbewerbsfähigen Preisen” die Rede ist.
📉 Für die Volks- und Raiffeisenbanken ist dieser Schritt dringend notwendig. Zwischen 2004 und Ende 2024 hat sich der an der Anzahl von Depots gemessene Marktanteil um rund 16 Prozent verringert – von 36 auf nur noch knapp 20 Prozent. Die neue Strategie soll nun für neuen Aufschwung sorgen.
Eigene App für junge Neukunden
Auch der Fokus auf junge Personen soll bei den Volksbanken verstärkt werden. Dafür will man unter dem Projekt “Zuwachs” bis Ende des Jahres 2027 eine Extra-App einführen, die sich mit ihrem Angebot ausschließlich an junge Neukunden richtet. Damit wollen die Volks- und Raiffeisenbanken eine neue Marke aus dem Boden heben, die eigenständig für sich steht.
Wie genau sich das Angebot von dem in der allgemeinen Banking-App unterscheidet und wo die Altersgrenze liegt, bleibt die Volksbank als Information noch schuldig. Bekannt ist bislang lediglich, dass die rechtliche Einheit über den Genobroker, eine Tochter des genossenschaftlichen Spitzeninstituts DZ Bank, gebildet werden soll.
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