Lufthansa sprach bereits 2019 über eine Umstrukturierung von Miles & More. Nun ist es offiziell: Das Portal soll bis 2024 signifikant vereinfacht werden.
Eigentlich sollte Miles & More bereits 2021 umstrukturiert werden. Nachdem der Termin erst auf 2022 und dann auf unbestimmte Zeit verschoben wurde, kommt jetzt die Ankündigung, dass das Projekt nun in Angriff genommen werden soll. Bis Anfang 2024 soll die Umgestaltung des Programms stattgefunden haben, so simpleflying.com.
Noch keine genauen Details bekannt
Klar ist, dass das Frequent Traveller Statusprogramm vereinfacht werden soll. Das Sammeln von Meilen soll für Nutzer in Zukunft weitaus einfacher werden. Die Summe der gesammelten Meilen bei einem Flug soll dann nicht mehr von dem gebuchten Tarif abhängen. Stattdessen wird es, je nach Reiseklasse und -dauer, feste Tarife geben.
Welche weiteren Änderungen vorgenommen werden und wie das Programm nach der Umstrukturierung final aussehen wird, ist noch nicht bekannt. Auf der Branchenkonferenz Altitude 22 in Dubai äußerte sich der Vizepräsident der Digital Channel Solutions & Commerce von Lufthansa, Schloegl, zu diesem Thema. Genauere Details werden wohl erst im Dezember 2022 verkündet.
Nachhaltigkeit als Teil der Erneuerungen
Bei Qantas wurde bereits Ende 2021 eine Erweiterung der Vielfliegerstatus angekündigt. Zusätzlich zu den bereits vorhandenen Kategorien gibt es seit Beginn des Jahres eine grüne Statusstufe. Reisende werden für Nachhaltige Entscheidungen belohnt und können so Extra-Punkte sammeln.
Das scheint wohl auch für Miles & More infrage zu kommen. Auch Lufthansa will ihre Kundinnen und Kunden für nachhaltiges Verhalten belohnen. Laut Schloegl soll Umweltfreundlichkeit eine neue Säule des Programms werden.
Bezüglich Nachhaltigkeit hat Lufthansa 2022 einige neue Produkte auf den Markt gebracht. So gibt es beispielsweise einen neuen Tarif für Flüge nach und ab Skandinavien, der für eine komplette CO₂-Kompensation sorgt. Auch die Buchungsmaske wurde entsprechend verändert und bietet nun einfachere Möglichkeiten, CO₂-Ausgleich und weitere Nachhaltige Maßnahmen zum Ticket dazuzubuchen.
Fazit zur Umstrukturierung von Miles & More
Anfang 2024 kommt die Umstrukturierung von Miles & More – so zumindest der Plan. Im Dezember soll es weitere Details zu den Plänen für die Erneuerungen geben. Wir sind gespannt, ob es diesmal wirklich klappt und wie das Endergebnis aussehen wird. Zudem ist es auch durchaus fraglich, ob sich die Änderungen für die Nutzerinnen und Nutzer des Programms auch positiv auswirken werden.
Wer befürchtet, dass das System “abgewertet” wird, dem sei gesagt, dass LH dies bereits mit der Umstellung auf ein umsatzbasiertes System bei den Prämienmeilen vollzogen hat.
Was die Statusmeilen anbelangt, sah das Konzept (Stand 2019) vor, dass man Kunden belohnen will, die viel fliegen. Aktuell lässt sich ein “Frequent Traveler” Status prinzipiell mit einem einzigen Firstclass Flug erfliegen. Mit irgendeiner Doppelte-Meilen-Aktion sollte man auch einen Senator mit zwei Flügen erreichen. Das hat mit einem “Treueprogramm” nicht mehr viel zu tun.
Bei der Konkurrenz (z. B. Qatar, BA, AF/KLM) werden günstigere Flüge in Eco wesentlich höher gewichtet. Dorthin wird sich LH hinbewegen.
Der normale Dienstreisende wird sich schwer tun, den Posten ´CO2- Kompensation´ in seiner Reisekostenabrechnung zu argumentieren.
Warum muss man so etwas zum Ticket dazu buchen?
Wie wäre es mit: Lufthansa trifft für sich die Entscheidung, nachhaltiger zu werden, setzt die entsprechenden Maßnahmen, kommuniziert sie und legt die Mehrkosten (falls welche entstehen) auf den Ticketpreis um?
Und im Übrigen: Ein Schritt könnte ja z.B. sein, verbrauchsgünstigere Flugzeuge einzusetzen. Müssten dann die Tickets nicht günstiger werden?
Meine Prognose: Haut eure Meilen jetzt noch raus. Was auch immer diese “Umstrukturierung” bringen wird, es wir nicht zu Gunsten der Kunden sein. Ist nur konsequent, nachdem ichLH eh meide, ist es nun an der Zeit auch das Programm vorteilhaft zu verlassen.
Die Erfahrungen der letzten x Jahre zeigen eins:
Sämtliche von LH als “Verbesserungen” und “Anpassungen” propagierten Änderungen erweisen sich als nachteilig für den Kunden.
Ich erwarte hier also nichts anderes.
Mir fällt (als wirkliche Verbesserung) das 2018 eingeführte Meilenpooling ein, aber ansonsten muss ich dir recht geben.