Nach nur rund vier Jahren ist Schluß: Ryanair verlässt Ende März den Flughafen Frankfurt. Schuld daran sollen die erhöhten Gebühren haben. Zudem kritisierten die Iren die Bundesregierung.
Die irische Low-Cost-Airline Ryanair schließt im kommenden März ihre Basis am Flughafen Frankfurt. Nach gut vier Jahren verlässt die Fluggesellschaft den größten deutschen Airport, an dem sie sich erst im Jahr 2017 niederließ. Grund dafür soll die Erhöhung der Gebühren um 4,3 Prozent sein, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet. Dabei hielten die Iren mit Kritik am Flughafen Frankfurt nicht hinterm Berg – sowie an der Bundesregierung.
Moderate Gebührenerhöhung erzürnt die Iren
Ryanair plant nach nur gut vier Jahren dem Flughafen Frankfurt schon wieder den Rücken zuzukehren. Wie der neue Chef des Ultra-Low-Cost-Carriers, Eddie Wilson, gegenüber der FAZ bestätigte, planen die Iren ihre Basis am größten deutschen Flughafen zum 31. März zu schließen, die Ryanair erst im Jahr 2017 in der Mainmetropole eröffnete. Die derzeit fünf in Frankfurt stationierten Flugzeuge sollen auf andere Flughäfen verteilt werden. Begründet wird die Basenschließung mit den für Ryanair zu hohen Flughafengebühren, die – trotz der Corona-Krise – jüngst um 4,3 Prozent nochmals angehoben wurden. Der Flughafen, beziehungsweise Betreiber Fraport bedauerte indes die Entscheidung Ryanairs, die zeitgleich jedoch nicht nachzuvollziehen sei.
So hätte der Flughafen Frankfurt die Gebühren im europäischen Vergleich nur leicht erhöht, während beispielsweise der Flughafen London-Heathrow jüngst die Genehmigung erhielt, die Entgelte um erschlagende 50 Prozent anzuheben. Zudem würden Gebührenanpassungen zunächst durch das hessische Wirtschafts- und Verkehrsministerium geprüft. Ryanair argumentierte dagegen, dass andere europäische Flughäfen niedrigere Gebühren vorweisen würden, was dem Flugverkehr in der Krise helfen würde. So hätte sich der Frankfurter Flughafen jedoch dazu entschieden durch die Gebührenerhöhung nicht mehr wettbewerbsfähig zu sein, so die Iren.
Ryanair kritisiert die Bundesregierung
Dennoch möchte Ryanair in Deutschland weiter wachsen und das mit Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe. Erst kürzlich gab die Günstig-Airline ihre Rückkehr zum Flughafen Nürnberg bekannt. Für die Bundesregierung hatte Ryanair erneut keine guten Worte übrig und war dieser vor, „etablierte Fluggesellschaften wie die Lufthansa“ mit Milliarden Euro zu helfen, jedoch nicht „diskriminierungsfreie Verkehrsrückgewinnungsprogramme“ einzuführen. Von diesen hätten laut der Airline denn auch alle Fluggesellschaften was von. Die bis dato in Frankfurt stationierten Crews seien bereits über die Schließung informiert worden und könnten sich innerhalb des Netzes einen neuen Standort suchen.
Schließlich plant Ryanair ohnehin insgesamt deutlich zu wachsen. In diesem Zuge wurden denn auch 210 neue Flugzeuge bestellt. Allein im kommenden Sommer sollen insgesamt 65 neue Boeing 737-8200 – die Low-Cost-Variante der 737 MAX – den Ultra-Low-Cost-Carrier weiter nach vorne bringen. Denn man möchte die aktuelle Situation für starken Wachstum nutzen, um entstandene Lücken zu füllen. Nun wolle man mit anderen europäischen Flughäfen wachsen, während sich Frankfurt dazu entschieden hätte „Verkehr und Arbeitsplätze durch eine Erhöhung der Flughafenentgelte zu vertreiben“.
Fazit zum Ende Ryanairs in Frankfurt
Das war ein vergleichsweise kurzes Intermezzo: Nach gut vier Jahren verlässt die irische Low-Cost-Airline Ryanair auch schon wieder den Flughafen Frankfurt. Schon im kommenden März soll die Basis am größten deutschen Airport geschlossen werden. Grund dafür soll die Erhöhung der Gebühren in Zeiten der anhaltenden Krise sein. Dafür will sich Ryanair nun nach neuen Standorten umschauen, die Teil des groß geplanten Wachstums werden sollen. Wie üblich ließ die Airline keine guten Worte am Flughafen Frankfurt – sowie an der Bundesregierung.
Kein großer Verlust für FRA
Um Ryan kräht keiner hinterher. Sollte es jedenfalls … 🥸
Und bald wird sicher ein anderer Flughafen mit großem TamTam verkünden, dass man mit FR einen neuen Kunden gewinnen konnte (und natürlich mit diversen Vergünstigungen). Aber auch da wird es nicht allzu lange dauern, bis FR wieder weiterzieht.
Wann lernen die verantwortlichen Flughafenmanager endlich dazu?