Kaum nutzbar oder extrem attraktiv? Am Vielfliegerprogramm der Lufthansa Group scheiden sich die Geister. Doch wer Meilen auf den richtigen Strecken nutzt, kann enorm viel sparen!
Es ist nun mehr eine Weile her, dass Miles & More ein neues System zur Einlösung von Meilen vorgestellt hat. Das dynamische System sieht je nach Abflug- und Zielort unterschiedliche Preise vor, was zu teils kuriosen Preisunterschieden führt. Doch der Wert von Miles & More Meilen kann weiterhin ausgesprochen attraktiv sein, gerade wenn man vergleichend auf andere Vielfliegerprogramme oder flexible Punktewährungen blickt.
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Hoher Gegenwert auf Strecken nach Afrika und Asien
Geht es um die Einlösung von Meilen, spielen mit Blick auf die vielen geschäftlichen, aber auch privaten Reisen, Ziele in Nordamerika oft eine besonders wichtige Rolle. Hier hat Miles & More unglücklicherweise schon vor den Umstellungen zum neuen System mit enorm hohen Zuschlägen die Einlösung von Meilen deutlich weniger attraktiv gemacht.
Auf Strecken in andere Weltregionen, also beispielsweise nach Südamerika, Afrika oder Asien, ist dasselbe nicht passiert. Nun sind die Zuschläge auf den längeren Strecken mit 200 bis 400 Euro pro Richtung weiterhin nicht gerade niedrig, doch sie sind zumindest im Konkurrenzvergleich als moderat einzustufen.
Relevant ist dieser Umstand besonders in Kombination mit den notwendigen Meilenwerten. Selbst bei einem Abflug beziehungsweise einer Landung in Deutschland zahlt man im günstigsten Saver-Tarif in der Business Class etwa nach Dubai, Kapstadt oder Bangkok gerade einmal 40.000 bis 60.000 Meilen pro Person.
Günstiger ist es vielfach noch bei einem Abflug ab dem europäischen Ausland, wobei hier Kosten für einen Zubringer und natürlich auch der zusätzliche Aufwand zu bedenken sind.
Einfache Wege vom Meilen sammeln hin zu attraktiven Einlösungen
Eine Stärke von Miles & More gegenüber anderen Programmen ist dabei ebenfalls nicht zu vernachlässigen: einfache Wege zum Meilen sammeln. Das zeigt sich aktuell besonders, ist es aktuell doch im Rahmen personalisierter Aktionen möglich, ab nur 1,1 Cent pro Meile das Konto aufzufüllen. Möglich ist das sogar durch den indirekten Kauf von Miles & More Meilen.
Alternativ gibt es auch immer wieder spannende Aktionen rund um Zeitungen und Zeitschriften, momentan etwa 70.000 Miles & More für ein Jahresabonnement der Welt. Auch hier liegt der Kurs nur wenig über 1,1 Cent pro Meile, was gut zeigt, dass es an Möglichkeiten für den günstigsten Einkauf von Meilen nicht fehlt.

Praktisch ist bei Miles & More zudem, dass anders als bei flexiblen Punktewährungen nicht erst ein Transfer zu Vielfliegerprogrammen notwendig ist. Vielmehr kann man die Meilen nach Gutschrift und Freigabe auf dem Konto direkt einlösen.
Möglich ist dies mittlerweile zudem in den allermeisten Fällen mobil, was bei passenden Verfügbarkeiten ermöglicht, dass man innerhalb von wenigen Minuten ein Prämienticket in der Tasche hat.
Miles & More ist auf einigen Strecken konkurrenzlos günstig
Diese Faktoren spielen gerade in der Kombination mit dem hohen Wert von Miles & More Meilen eine entscheidende Rolle. So ergeben sich zumindest bei meiner Recherche immer wieder Fälle, in denen Miles & More konkurrenzlos günstige Einlösungen bietet.
Beispiel Südafrika: Für einen Flug von Berlin nach Kapstadt werden in der Business Class weniger als 60.000 Miles & More Meilen und Zuschläge von weniger als 300 Euro aufgerufen. Ab Johannesburg zurück nach Berlin sind es im günstigsten Tarif sogar gerade einmal 44.000 Meilen und Zuschläge von nur knapp 200 Euro. Macht für einen Hin- und Rückflug etwa 100.000 Meilen und 500 Euro, was im Vergleich zu bezahlten Tickets ab etwa 3.000 Euro enorm attraktiv ist.
Trotz umfangreicher Recherche und prall gefülltem Membership Rewards Konto konnte ich bei anderen Programmen nicht einmal im Ansatz vergleichbar günstige Tickets finden. Ob mehr als 150.000 Flying Blue Meilen, 240.000 Emirates Skywards Meilen, zwischen 150.000 und 300.000 Qatar Airways Avios oder auch über 200.000 Etihad Guest Meilen – schon die Meilenwerte anderer Programme liegen deutlich über Miles & More.
Damit aber nicht genug, denn auch bei den Zuschlägen ist Miles & More, zumindest außerhalb von Nordamerika, mindestens konkurrenzfähig. Ob dreimal so hohe Zuschläge bei Emirates oder bis zu 50 Prozent höhere bei Programmen wie Etihad Guest oder Flying Blue – zu meinem eigenen Erstaunen hatte bei meiner Recherche sogar bei diesem Faktor Miles & More die Nase vorn.
Verfügbarkeiten und Nordamerika bleiben als Probleme
Das beste Vielfliegerprogramm überhaupt also? So einfach ist es nicht, denn spätestens mit der Einführung des flexiblen Systems zur Einlösung von Miles & More Meilen ist das Programm selektiv extrem interessant geworden, hat aber gleichzeitig auch noch stärkere Schwächen entwickelt.
Das gilt besonders auf Flügen nach Nordamerika, bei denen die Verfügbarkeiten zwar gut sind, die Zuschläge aber teils abenteuerlich hoch anmuten und mittlerweile vielfach bei mehr als 1.000 Euro für einen Hin- und Rückflug sind. Bei Meilen-Upgrades, mit denen sich die hohen Zuschläge umgehen lassen, landet man derweil trotz Verfügbarkeiten für Prämienflüge auf der Warteliste – ein Unding.
Dazu kommt das Problem der geringen Verfügbarkeiten, das je nach Strecke unterschiedlich ausgeprägt ist. Am Beispiel von Südafrika zeigt es sich gleichwohl stark, denn hier muss man schon sehr intensiv suchen, um passende Flüge zu finden – das richtige Timing benötigt man zudem. Einfacher ist es auf, mittlerweile oftmals bei Meilenbuchung sehr attraktiven, Strecken innerhalb Europas.
Zuletzt ist auch das Bordprodukt in einigen Fällen noch weniger attraktiv als bei der Konkurrenz, wenngleich es hier positive Tendenzen gibt. So lässt sich abschließend sagen: Miles & More ist im Jahr 2026 in einigen Fällen die mit Abstand attraktivste Option, lohnt sich deshalb aber noch lange nicht universell und für jeden.
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Bei der ersten Veröffentlichung konnte ich mich zurückhalten. Nachdem diese Kolumne heute aber erneut ganz oben auf der Startseite angeführt wird:
Kommen jetzt im Rhythmus von 3 1/2 Wochen Beiträge mit Lobpreisungen von Miles & More, bei denen vermeintliche Vorteile überbetont und faktische Nachteile ignoriert oder relativiert werden?
Von „kaum nutzbar“ habe ich im Kontext von Miles & More noch in keinem serösen Artikel oder Beitrag etwas gelesen. Berichtet doch bspw. mal über Aeroplan oder Krisflyer, wenn es um die Star Alliance geht!
Die Nordamerika-Situation ist nicht „unglücklich“, sie ist eine bodenlose Unverschämtheit (vor und nach der Umstellung des Systems).
Auf Strecken in anderen Weltregionen sind Prämienflüge durch die Dynamik i. d. R. genau dann günstig, wenn es die bezahlten Flüge ebenfalls sind. Was für ein toller Vorteil!
Verfügbarkeiten sind leider teils immer noch Mangelware, das Thema Upgrades leidig.
Die Nachteile der günstigsten Saver-Tarife sind Dir bekannt? Diese Tarifkonditionen könnte man vergleichen mit den Konditionen bei Prämienflügen in anderen Programmen!
Miles & More Prämienmeilen sind keine flexible Währung, natürlich bekommt man sie sofort gutgeschrieben. Das gilt auch für Meilen, Avios usw. von anderen Programmen. Warum wird es hier als Vorteil aufgeführt, dass Miles & More Prämienmeilen etwas anderes sind als AMEX Membership Rewards oder Revolut RevPoints? Was wird in diesem Beitrag denn nun verglichen – die Währungen der Meilenprogramme von Airlines oder die Währungen der Anbieter von Kreditkarten?
Die dynamischen Meilenpreise sind bei Miles & More im Vergleich zu anderen Programmen gedeckelt, d‘accord. Die Höchstpreise in anderen Programmen muss ich ja nicht buchen und finde davon abgesehen in diesen Programmen regelmäßig günstige Angebote.
Früher war mehr Lametta, und früher hatten Deine Beiträge mehr Substanz.
Bei dem tollen Tipp, mit den Daten flexibel zu sein, muss ich immer lachen. Die meisten sind leider nicht freischaffend, sondern müssen ihren Urlaub im Voraus planen und abstimmen.
Es macht doch niemand aus 3 Wochen Urlaub 3 Tage, nur weil MM hier gerade mal Verfügbarkeiten bietet. Und ich fliege auch nicht nach Südafrika, wenn ich eigentlich nach Südostasien will.
Wenn ich für dieses Jahr Langstrecke etwas gefunden habe war das Eco oder PE, Business oder First Fehlanzeige. Verfügbarkeiten auf anderen *A Airlines gleich Null.
Man darf aber auch nicht vergessen, dass ein Businessflug mit Qatar, Emirates, Singapore etc. ein tolles Erlebnis im Vergleichzu LH ist.
Hallo Thomas, die Geschmäcker gehen sicherlich auseinander, aber viele Passagiere schätzen selbst bei einem schwächeren Bordprodukt Direktflüge bzw. lange Nachtflüge, ohne Umstieg auf halbem Weg.
Diese Direktflüge oder längere Nachtflüge gibts gibts auch bei SQ, BR, TG, TK, NH etc.
Davon bekommt man bei MM aber aktuell nichts angeboten obwohl angeblich alles möglich.
Das ist alles nur Theorie. Wenn man seine Ziele nach Verfügbarkeit aussucht und nicht nach Bedarf, kann man das ein oder andere Schnäppchen machen. Die meisten jedoch ticken nicht so. Daher ist und bleibt die Verfügbarkeit schlecht. Dann dazu die Tipps um ein paar Meilen zu sparen aus dem Ausland zu fliegen finde ich einfach nur doof. Dieses Flughopping nur um günstig irgendwo hin zu fliegen um das Gefühl zu haben einen richtig tollen Deal gemacht zu haben.
Tatsächlich sehe ich genau das anders. Ich nutze Miles & More und das ist auch der Kern des Artikels, explizit nach Bedarf, und genau hier ist das Programm deutlich besser als die Konkurrenz. Ich habe in dem Fall sogar ganz konkret an zwei ganz spezifischen Daten (auch noch in Verbindung mit Feiertagen) gesucht und sowohl bei der Route nach Kapstadt als auch von Johannesburg Verfügbarkeiten bei Miles & More zu ausgesprochen günstigen Preisen gefunden, während fast alle anderen Programme gar keine oder sehr teure Verfügbarkeiten hatten. Genau dieses Erlebnis habe ich auch anderswo, unter anderem auch bei Flügen in Europa, schon gemacht. Gerade hier glänzt Miles & More oftmals in der Praxis und eben nicht nur in der Theorie.
Ich habe einen Prämienflug nach Südafrika ab November 2026 gesucht, angegeben hatte ich First. Was wurde mir angezeigt? Keine First, keine Business.
Zweiter Versuch für Oktober 2026 Gran Canaria – Berlin. Verschiedene Daten abgefragt. Keine Flüge. Null.
Miles&More hat genau einen Zweck: Es ist eine Gelddruckmaschine für den Lufthansa-Konzern.