Die Lufthansa Allegris Einführung ist eine Geschichte voller Pannen. Nach vielen Jahren steht nun allerdings ein Durchbruch an, der für Passagiere ausgesprochen positive Folgen haben dürfte.

Die finale Einführung der innovativen Lufthansa Allegris Business Class nach vielen Jahren Verspätung ist schon wieder eineinhalb Jahre her und sogar die neue Lufthansa Allegris First Class fliegt bereits seit einem Jahr. Die Dramen nahmen damit aber noch lange kein Ende, wie die Posse rund um die Zulassung der Sitze in der Boeing 787-9 zeigte. Doch nun könnte es tatsächlich zu dem Durchbruch kommen, auf den die Lufthansa und insbesondere ihre Passagiere lange gewartet haben.

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Verdopplung der Lufthansa Allegris-Kapazitäten ab April

Mit der Ankündigung, dass ab Mitte April endlich fast alle Allegris Business Class Sitze in der Boeing 787-9 verkauft werden dürfen, wird die Lufthansa Allegris Business Class von einem Exoten im Netz der Lufthansa zu einem Produkt, das sich zumindest in etwa jeder dritten Langstreckenmaschine finden und auch tatsächlich buchen lässt.

Lufthansa Allegris Business Class Suite Fenster 2
Bislang werden in der Boeing 787-9 nur die Allegris Suiten zum Verkauf angeboten

Bislang waren in den in Frankfurt stationierten und neu ausgelieferten Maschinen nur die vier Suiten in der Business Class Kabine buchbar, eine First Class ist gar nicht verbaut. Mit der indessen scheinbar anstehenden Zulassung durch die amerikanische Luftfahrtbehörde, steht die Lufthansa also vor einem Meilenstein, den man eigentlich schon vor Jahren erreichen wollte.

Wenngleich das Desaster rund um die Allegris-Einführung damit nicht wettgemacht wird, sind die Entwicklungen dennoch entscheidend. Hintergrund ist, dass bis Ende des Jahres bereits 15 fertiggestellte Maschinen auf die Indienststellung warteten und die Lufthansa davon spricht, dass jeden Monat bis zu zwei weitere neue Boeing 787-9 zur Flotte stoßen.

Lufthansa Boeing 787 9
Bis 2027 sollen alle bestellten Boeing 787-9 bei der Lufthansa eintreffen

Da gleichzeitig auch weitere Airbus A350 mit der neuen Allegris Business Class in München in Dienst gestellt werden, wächst das Angebot an Maschinen mit den neuen Sitzen in den kommenden Monaten dramatisch. Bis Mitte April dürften es statt aktuell weniger als 20 voll einsatzfähigen Maschinen mit Allegris Business Class nahezu 40 sein.

Umrüstung und konstante Allegris-Auslieferung in den kommenden Monaten

Damit könnte das Jahr 2026 tatsächlich zum Durchbruch bei der Modernisierung des Lufthansa-Langstreckenprodukts werden. Was man eigentlich schon vor fünf Jahren erreichen wollte, könnte bis Ende des Jahres wirklich zur Realität werden: eine Flotte, in der ein relevanter Teil der Maschinen ein modernes Bordprodukt aufweist.

Zwar werden auch im Jahr 2027 noch einige Maschinen mit dem antiquierten aktuellen Business Class fliegen, doch die Geschwindigkeit der Entwicklungen in den kommenden Monaten dürfte für Passagiere eine gute Nachricht sein.

Lufthansa Allegris Business Class Layout
Ab April bleiben nur noch vier Allegris-Plätze in der Boeing 787-9 frei

Einerseits sollen weitere der insgesamt 32 bestellten Boeing 787-9 mit Allegris Ausstattung ausgeliefert werden, andererseits kommen auch weitere neue Airbus A350 in die Flotte. Rechnet man konservativ mit je einem Jet pro Monat, wächst die Allegris-Flotte allein im zweiten Halbjahr noch einmal um zwölf neue Maschinen.

Andererseits arbeitet die Lufthansa nun endlich auch mit einer Umrüstung älterer Maschinen. Sowohl der Teileinbau der Allegris Business Class in der Boeing 747-8 als auch die Umrüstung des Airbus A380 auf ein attraktiveres Business Class Produkt starten gerade und dürften im Laufe des Jahres bereits dafür sorgen, dass Passagiere sich auf modernere Sitze, insbesondere in der Business Class, freuen dürfen.

Lufthansa A380 Umruestung
Auch die Lufthansa Business Class im Airbus A380 wird überarbeitet

Zuletzt dürfte die Indienststellung vieler neuer Maschinen ohne weitere Verzögerungen auch dazu führen, dass ältere Maschinen ohne Zukunft bei der Lufthansa schneller ausgeflottet werden, was ebenfalls zu einem höheren Anteil an neuen Business Class Sitzen im Flottenmix führt.

Gute Nachricht für Lufthansa Allegris Business Class Awards

Für Passagiere ist all das nach der mehrfach verzögerten Einführung der Sitze eine in doppelter Hinsicht gute Nachricht. Bei bezahlten Tickets dürfte in den kommenden Monaten deutlich öfter die neue Sitzkonfiguration in der Sitzplatzauswahl auftauchen, was Buchungen bei der Lufthansa zumindest wieder konkurrenzfähig macht.

Spannend dürften auch die Entwicklungen bei Miles & More Award Tickets sein, denn durch die Freigabe der Sitze in der Boeing 787-9 dürften Business Class Awards auf einigen Allegris Strecken für den Sommerflugplan 2026 zurückkehren, etwa von Frankfurt nach Austin, Kapstadt oder Shanghai. Durch die geringe Zahl an verfügbaren Sitzen auf diesen Routen in den letzten und kommenden Wochen wurden Awards gar nicht erst freigeschaltet.

Mehr Verfügbarkeiten und ein besseres Produkt für den voraussichtlich selben Preis wie bislang, sind für Passagiere fraglos gute Nachrichten und wahrlich ein Durchbruch für das Lufthansa Allegris Business Class Produkt. Dieser mag zwar gleich mehrere Jahre zu spät kommen, aber auch in diesem Fall gilt: besser spät als nie.

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Autor

Moritz hat sich über die Jahre ein enormes Wissen über Finanzprodukte, Loyalitätsprogramme und Luxusreisen angeeignet. Für Luxushotels, First Class Flüge sowie die Details von Kreditkarten, Tagesgeldkonten und mehr ist Moritz genau der richtige Ansprechpartner!

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  • Bei aller Erleichterung über die nun endlich steigende Verfügbarkeit von Allegris-Sitzen bleibt ein schaler Beigeschmack. Wenn man nüchtern betrachtet, was Lufthansa ursprünglich versprochen hat, was über Jahre kommuniziert wurde – und was am Ende tatsächlich bei den Passagieren angekommen ist –, dann wirkt diese „Erfolgsmeldung“ eher wie Schadensbegrenzung als ein echter Durchbruch.
    Ein Produkt, das 2017 als Quantensprung angekündigt wurde, fliegt 2026 immer noch nur auf einem Bruchteil der Langstreckenflotte. Dass nun die Zulassung von Sitzen gefeiert wird, die längst hätten Standard sein sollen, sagt mehr über die Dimension des Scheiterns als über die Qualität des Fortschritts aus. Die jahrelangen Verzögerungen, technischen Pannen und improvisierten Übergangslösungen haben massiv Vertrauen gekostet – insbesondere bei Vielfliegern, die regelmäßig Premiumpreise zahlen.
    Ja, „besser spät als nie“ mag für den Moment stimmen. Aber angesichts des enormen Zeitverzugs, der verpassten Marktchancen und der Tatsache, dass Wettbewerber in dieser Zeit mehrfach ihre Produkte erneuert haben, wirkt das bisher Gelieferte eher wie ein Armutszeugnis für Projektmanagement und Anspruchsniveau. Die Messlatte lag hoch – Lufthansa selbst hat sie gesetzt. Umso deutlicher fällt auf, wie weit man ihr jahrelang hinterhergeflogen ist.

  • Nur ist die allegris bekanntlich an dem von der LH als Hauptzielgruppe Premium Leisure Segment vorbei designed, sondern das Layout ist auf dem Stand von Vorcorona auf den eingenrochenen Geschaeftsreiseverkehr ausgelegt.

    Daher ist die alte C in vielen Faellen die bessere Wahl

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