Auf Reisen können viele versteckte Kosten entstehen. Einige davon lassen sich verhindern, weswegen wir Euch an dieser Stelle darauf hinweisen wollen, dass Ihr bei Kreditkartenzahlungen im Ausland immer in Landeswährungen zahlen solltet, um die versteckte Gebühr durch die Dynamic Currency Conversion zu vermeiden. Eine Zahlung in Euro ist außerhalb der Euro-Zone nie sinnvoll.

Wir wollen Euch auf reisetopia nicht nur die besten Deals rund um Flüge und Hotels präsentieren, sondern auch dafür sorgen, dass Ihr auf Reisen an anderer Stelle Geld sparen könnt. Wir empfehlen Euch gerade deshalb auch Kreditkarten ohne Fremdwährungsgebühren sowie Kreditkarten ohne Abhebegebühren. Doch selbst wenn Ihr ein passendes Zahlungsmittel habt, kann es immer noch Kostenfallen geben. Eine solche ist die Dynamic Currency Conversion (DCC), die in einigen Ländern stark verbreitet ist. Dabei werden Euch nahezu hinterhältig zusätzliche Gebühren berechnet.

Wo und wann kommen zusätzliche Gebühren auf mich zu?

Die Dynamic Currency Conversion (DCC) kann theoretisch bei allen Zahlungen in Fremdwährungen zum Problem werden. Wichtig ist hierbei die Unterschiedung zwischen Ausland und Fremdwährung. Wenn Ihr mit einer Kreditkarte innerhalb der Euro-Zone bezahlt, ist diese Transaktion immer kostenlos. Das ist unabhängig davon, ob Eure Kreditkartenbank eine sogenannte Fremdwährungsgebühr erhebt oder nicht. Auch DCC kann in diesem Fall keine Rolle spielen. Die zusätzliche DCC-Gebühr kann nur dann anfallen, wenn Ihr in einem Land bezahlt, das den Euro nicht als Landeswährung hat. Sofern auf Eurem Beleg oder auf dem Kartenterminal die Währung Euro auftaucht, Ihr aber nicht in einem Euro-Land seid, sollten bei Euch die die Alarmglocken läuten.

Dynamic Currency Conversion Thailand
Besonders in Asien solltet Ihr auf die Dynamic Currency Conversion Gebühren achten

In diesen Fällen müsst Ihr zwingend vorsichtig sein und solltet generell erst einmal auf eine Kreditkarte ohne Fremdwährungsgebühr setzen. In Frage kommen dafür zum Beispiel die komplett kostenlose Santander 1plus Visa Kreditkarte oder die Advanzia Gebührenfrei Master Card Gold. Danach gilt es danach zu achten, ob Ihr bei einer Zahlung, an einem Geldautomaten oder auf einem Kartenterminal gefragt werdet, ob Ihr in Euro oder der jeweiligen Landeswährung bezahlen wollt. Hier müsst Ihr zwingend die Zahlung in Landeswährung auswählen, um Gebühren zu vermeiden. Gerade auf Reisen ist das relevant. Hier kann Euch DCC an drei verschiedenen Stellen begegnen:

  • bei Zahlungen bei Händlern, Hotels etc.
  • bei Abhebungen am Geldautomaten
  • bei Zahlungen im Internet

Am üblichsten ist DCC bei der Zahlung bei Ladengeschäften sowie bei Hotels. In einigen Ländern kommt die versteckte Gebühr dabei tatsächlich bei fast jeder Zahlung zum Einsatz, wenn Ihr diese nicht konkret ablehnt. Besonders vorsichtig solltet Ihr beispielswiese in China sein. Auch in Großbritannien oder in vielen Ländern Südostasiens kommt die Dynamic Currency Conversion leider häufig zum Einsatz.

Wie hoch sind die zusätzlichen Gebühren durch DCC?

Wenn bei einer Zahlung die Dynamic Currency Conversion zum Einsatz kommt, bedeutet das meist zusätzliche Gebühren zwischen 3 und 10 Prozent. Diese Gebühren fallen zusätzlich zur Fremdwährungsgebühr und verteuern Zahlungen in Fremdwährungen damit ungemein. Erkennen könnt Ihr die Zusatzgebühr vielfach erst nachträglich, da Euch bei der Abhebung oder der Zahlung nur ein Betrag in der Landeswährung und ein Betrag in Euro angezeigt wird. Der Umrechnungskurs wird dabei entweder gar nicht oder nur sehr verstärkt angezeigt. Besonders wenn Ihr den regulären Kurs aber nicht im Kopf habt, seht Ihr den Unterschied zum regulären Kurs kaum.

Hotel DCC Zahlung
Besonders wenn Ihr eine Hotelrechnung bezahlt, ist die Zahlung in Landeswährung wichtig

Genau nach diesem Muster funktioniert die zusätzliche Gebühr, die Euch vorgaukelt, dass es einfacher und komfortabler wäre, in Eurer Landeswährung zu bezahlen. Dies ist aber in jedem Fall die teurere Variante, da alle Anbieter eine Gebühr für ihren “Service” einrechnen. Diese Gebühr unterscheidet sich von Land zu Land und von Anbieter zu Anbieter, liegt aber immer mindestens bei 3 Prozent. An einem konkreten Beispiel lässt sich der Verlust, den Ihr durch DCC macht, anschaulich darstellen. Sofern Ihr in einem Hotel eine Rechnung von umgerechnet 1.000 Euro bezahlt, würdet Ihr auf Grund von DCC zwischen 30 und 100 Euro mehr bezahlen als ohne die Umrechnung in Euro.

Gerade bei Vielreisenden können sich die Gebühren summieren, sodass Ihr unbedingt darauf achten solltet, dass Ihr immer in der Landeswährung bezaht. Im Folgenden wollen wir Euch deshalb zeigen, wie Ihr die zusätzlichen Gebühren vermeiden könnt.

Wie kann ich Gebühren durch die Dynamic Currency Conversion vermeiden?

Wenn Ihr die hohen Gebühren bei Zahlungen in Fremdwährungen vermeiden wollt, solltet Ihr unbedingt bei jeder Zahlung darauf achten. Sofern Ihr außerhalb der Euro-Zone unterwegs seid, werdet Ihr immer wieder gefragt, ob Ihr in der Landeswährung oder in Euro bezahlen möchtet. In diesem Fall solltet Ihr immer sagen, dass Ihr in der Landeswährung bezahlen möchtet. Im ersten Moment seht Ihr zwar nicht, wie viel Geld Ihr dadurch spart, wenn Ihr den Umrechnungskurs aber im Kopf hat, solltet Ihr zumindest ein grobes Gefühl dafür haben. Dieselbe Vorsicht wie bei Zahlungen in Ladengeschäften und in Hotels solltet Ihr auch am Geldautomaten haben. Auch hier solltet Ihr Euch immer für den Abhebebetrag in der Landeswährung entscheiden. Recherchiert dabei am besten schon davor, wie viel Geld Ihr in Euro abheben wollt. Dann seht Ihr auch gut, wie viel Geld Ihr durch die Abhebung in Landeswährung im Vergleich zur Verwendung von DCC spart.

Jakarta
Vor einer Reise solltet Ihr den Umrechnungsbetrag für die Landeswährung im Kopf haben

Leider ist es aber so, dass Ihr keineswegs immer gefragt werdet, ob Ihr so oder so bezahlen möchtet. Manche Händler und sogar Luxushotels nutzen automatisch die Dyanmic Currency Conversion und geben Euch überhaupt nicht die Wahlmöglichkeit. Dieses Vorgehen ist zwar illegal, wird in vielen Ländern aber maximal halbherzig verfolgt. Ihr solltet daher sofort nach jeder Zahlung einen Blick auf den Abrechnungsbeleg werfen. Sofern auf dem Beleg eine Abrechnung in Euro vermerkt ist, solltet Ihr Euch sofort beschweren und darauf bestehen, die Zahlung rückgängig zu machen. Dies ist jedem Händler möglich, auch wenn viele Händler behaupten, dass sie nur via DCC abrechnen können. Dabei handelt es sich um eine Lüge. Gerade in Hotels solltet Ihr in einem solchen Fall einen Manager anfordern oder im Zweifel im Nachhinein eine Beschwere an das Management oder generell die Hotelkette richten.

In manchen Situationen, in denen lokale Händler in Südostasien allerdings DCC verwenden und eine Abbuchung nicht rückgängig machen wollen, habt Ihr leider keine wirklichen Möglichkeiten mehr. Zwar könntet Ihr in diesem Fall die Polizei rufen, Aufwand und Ertrag stehen hier aber in keinem Verhältnis. Manchmal werdet Ihr also damit leben müssen, dass Ihr durch die Dynamic Currency Conversion am Ende draufzahlt.

Fallen DCC-Gebühren bei allen Kreditkarten an?

Leider ist es so, dass Eure Kreditkartenbank keinen Einfluss darauf hat, ob Dynamic Currency Conversion Gebühren genommen werden oder nicht. Deshalb ist auch keine nachträgliche Erstattung möglich, wenn Ihr einmal wissentlich oder unwissentlich in Euro statt einer Landeswährung bezahlt habt. Leider können wir Euch deshalb auch keine gesonderte Reise-Kreditkarte empfehlen, bei der grundsätzlich keine DCC-Gebühren anfallen. Selbst bei unseren Empfehlungen, etwa der DKB Kreditkarte, der Santander Kreditkarte oder dem Barclaycard Platinum Double könnt Ihr die Gebühren nicht grundlegend vermeiden. Ihr müsst stattdessen in jedem Moment aufmerksam sein und selbst darauf achten, dass Ihr durch die Zusatzgebühren nicht abgezockt werdet.

American Express DCC
Bei Ameriacn Express Kreditkarten gibt es kein DCC

Eine Ausnahme von der Dynamic Currency Conversion gibt es allerdings. Alle American Express Kreditkarten, also zum Beispiel die Payback Kreditkarte, die American Express Gold Card oder die American Express Business Platinum Card, sind von DCC-Gebühren ausgenommen. American Express erlaubt die Umrechnung in die Landeswährung grundsätzlich nicht und schützt dadurch Euch als Kunden. Dennoch würden wir die American Express Kreditkarten für Zahlungen und Abhebungen im Ausland auf Grund der generell hohen Gebühren für Fremdwährungen (2 Prozent) sowie Abhebungen (4 Prozent) nicht unbedingt empfehlen.

Welche Krediktarten bieten sich für Reisen ins Ausland an?

Wenngleich Ihr die Dynamic Currency Conversion Gebühren auch mit der richtigen Kreditkarte nur dann umgehen könnt, wenn Ihr immer aufmerksam darauf achtet, gibt es dennoch einige Karten, die sich im Ausland besonders anbieten. Unter den kostenlosen Kreditkarten bieten sich die folgenden an:

Bei beiden Karten fallen weder Gebühren für Zahlungen in Fremdwährungen noch für Abhebungen an. Bei der 1plus Visa Card dürft Ihr Euch sogar darüber freuen, dass die teilweise im Ausland anfallenden Automatenentgelte von bis zu 5 Euro pro Vorgang erstattet werden. Diesen Service bietet sonst keine Kreditkarte in Deutschland. Beachten solltet Ihr, dass gebührenfreie Zahlungen im Fremdwährungen bei der DKB Visa Kreditkarte nur für sogenannte Aktivkunden möglich sind. Bei der Santander Kreditkarte solltet Ihr bezüglich der Kartenabrechnung vorsichtig sein. Diese ist nicht wie üblich per Lastschrift möglich, stattdessen müsst Ihr die Abrechnung per Überweisung ausgleichen.

Alternativ bieten sich auch noch die beiden folgenden Premium-Kreditkarten an:

Bei beiden Karten fällt generell keine Gebühr für Abhebungen sowie Zahlungen in Fremdwährungen an. Darüber hinaus dürft Ihr Euch auf umfangreiche Versicherungsleistungen für Reisen freuen, wobei das Platinum Double hier die besseren Deckungssummen und zudem auch eine Reiserücktrittskosten-Versiherung bietet. Mit den Eurowings Kreditkarten Gold könnt Ihr dafür Meilen sammeln.

Fazit zur Vermeidung der Dynamic Currency Conversion

Wenn Ihr viel unterwegs seid und gerade Reisen zu Zielen außerhalb der Euro-Zone unternehmt, sollte Euch der Begriff Dynamic Currency Conversion etwas sagen. In Zukunft solltet Ihr unbedingt darauf achten, dass Ihr außerhalb der Euro-Zone immer in der Landeswährung und nicht etwa in Euro bezahlt, auch wenn Händler Euch das aufschwatzen wollen. Auch wenn die Abbuchung einfach via DCC durchgeführt wird, solltet Ihr dagegen vorgehen und direkt vor Ort eine Rückbuchung fordern. Auch am Geldautomaten solltet Ihr achtsam sein. Ansonsten solltet Ihr generell auf eine Karte setzen, bei der keine Abhebe- und Fremdwährungsgebühren im Ausland anfallen. Wenn Ihr aufmerksam vorgeht und die richtige Karte im Portemonnaie habt, könnt Ihr so auf Reisen viel Geld sparen!

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Moritz fliegt durchschnittlich an jedem dritten Tag und verbringt noch mehr Nächte in Hotels. Auf der Suche nach neuen Erlebnissen hat Moritz schon dutzende Airlines getestet und mehr als 100 Städte erkundet. Auf reisetopia lässt er Euch an seinen Erlebnissen & Tipps teilhaben!

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  • Lieber Moritz,
    danke für diesen Beitrag. Nur kurz in 2 Sätzen:
    Die Serviceleistung der Umrechnung Fremdwährung auf die eigene Währung wird immer brechnet, spätestens bei deiner kartenherausgebende Hausbank als Privatperson. Weil auf dem Konto nur EUR liegen, kann der Betrag nur in EUR eingzogen werden und nicht in der Fremdwährung. Das heißt die Gebühr für die Umrechnung berechnet dann die eigene Hausbank. Generell find ich den Begriff “versteckt” nicht so richtig, weil sich jeder Zahlungsdienstleister mit der Unterschrift des Kunden und einem Belegtext absichern muss, dass der Kunde mit der Gebühr einverstanden ist. Zudem der Hinweis, es sind nicht die Geschäfte oder Hotels die diese Gebühr erhaben sondern eben der Zahlungsdienstleister vom Terminal. Die Gebühr wird also immer fällig.

    Seriöse Zahlungsdienstleister geben sogar ein Garantie mit Rückerstattung sollte die DCC Gebühr im Geschäft/Hotel höher sein als die hauseigene Bank berechnet hätte, gibt es eine Erstattung.

    Ja man muss immer aufmerksam sein, um nicht ungewollte Serviceangebote zu aktivieren, in diesem Fall ist dein Beitrag sehr kritisch ggü. Hotels und Einzelhandelsgeschäften formuliert und sorgt nicht vollumfänglich für Aufklärung die diese Thema verdient hätte, warum es diese Gebühr IMMER gibt, sondern pauschalisert alles auf eine angeblich “versteckte & vermeidbare Gebühr”.
    Dem ist nicht so.

    LG Christian

    • Hallo Christian,

      es ist sicherlich richtig, dass dieses Thema im Finanz-Sinne deutlich ausführlicher und detaillierter betrachtet werden könnte. Wir gehen hier aber allen voran auf Reiseerfahrungen ein und beschäftige uns mit dem Alltag des Reisenden. Garantie hin oder her (davon habe ich ehrlich gesagt noch nie gehört, welche Banken bieten das denn?), habe ich noch nie einen Cent wieder gesehen, der bei DCC draufgegangen ist. Ein aktuelles Beispiel: In einem Curio in China wurde ungefragt DCC verwendet, insgesamt 8 Euro mehr als ohne DCC. Ich sehe da dann doch die Hotels & Einzelhändler als kritisch, denn zu keinem Zeitpunkt habe ich zugestimmt, dass die jeweilige Buchung nicht in Landeswährung, sondern in meiner Währung abgewickelt wird.

      Sofern ich gefragt werde (was meist passiert), ist alles in Ordnung. Wenn ein Händler aber eigenwillig die DCC-Abbuchung verwendet, ist das eben nicht okay, da es aus Kundensicht insgesamt deutlich teurer ist.

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