Auch flatex wird ab dem 1. Januar 2027 ein Altersvorsorgedepot anbieten. Und auch dieser Broker wird über das herkömmliche Angebot hinausgehen.
Innerhalb des Standarddepotmodells wird flatex laut eigener Produktseite zwei Varianten anbieten: Das Standarddepot Core und das Standarddepot Plus. Als dritte Option gibt es das Altersvorsorgedepot Flex für erfahrene Anleger. Während flatex aus den Konditionen für die Modelle Plus und Flex noch ein Geheimnis macht, ist bereits bekannt, dass der Broker mindestens beim Core-Modell dem Trend der Konkurrenz folgen wird.
Das Wichtigste in Kürze
- flatex wird ab dem 1. Januar 2027 ein Altersvorsorgedepot anbieten
- Es gibt zwei Standardmodelle und das Flex-Depot
- Für das Standardmodell Core will flatex die Produktkosten in den ersten fünf Jahren erstatten
Altersvorsorge 2027: Auch flatex geht den Trend mit
Das Altersvorsorgedepot kommt ab 2027 – und so langsam werden Stück für Stück die Konditionen der einzelnen Anbieter sichtbar. Den Anfang hatte Scalable Capital bereits Ende August gemacht, vor wenigen Tagen folgten dann Trade Republic, Traders Place und auch die ING wurde konkreter – inklusive Seitenhieb gegen die Broker-Konkurrenz.
Zur solchen zählt auch flatex – und dieser geht den aktuellen Trend im Wettbieten beim Altersvorsorgedepot vollständig mit. Zuletzt hatte Traders Place mit der Ankündigung auf sich aufmerksam gemacht, gleich drei Standarddepotmodelle und ein flexibles Altersvorsorgedepot anzubieten. Auch flatex belässt es nicht bei einem Standard- und einem Flex-Modell.
ℹ️ Das Altersvorsorgereformgesetz der Bundesregierung sieht grundsätzlich zwei verschiedene Modelle für das Altersvorsorgedepot vor: Ein Standard-Modell für Einsteiger und ein flexibles Modell für erfahrenere Anleger. Beim Standard-Modell werden automatisch zwei Fonds zugeordnet – einer davon ist auf Sicherheit ausgelegt, der andere auf Wachstum. Beim flexiblen Modell können Kunden zwischen mehreren hundert ETFs wählen, in die sie investieren können, müssen dafür aber auch Faktoren wie die Umschichtung vor Rentenbeginn selbst im Blick behalten. Beim Einsteigermodell passiert diese wiederum automatisch.
Natürlich ist es den Anbietern freigestellt, Angebote über die Standard-Auswahl hinaus zu machen. Und genau das nutzen unter anderem Traders Place wie auch flatex für sich. flatex wird Kunden insgesamt drei Modelle anbieten:
- Standarddepot Core
- Standarddepot Plus
- Altersvorsorgedepot Flex
Das Modell Plus, das flatex anbietet, kann als Zwischenschritt zwischen einem Standarddepot und einem flexiblen Depot angesehen werden. Es ermöglicht Anlegern in einem begrenzten Rahmen aktiver zu sein, indem man aus verschiedenen, weltweit gestreuten Aktien-Bausteinen wählen kann. Der Sicherheits-Baustein wird um einen Goldanteil ergänzt.
💰 Bekannt gegeben hat flatex bislang nur die Konditionen für das Standardmodell Core – und auch hier geht der Broker den jüngsten Trend im Wettbieten voll mit: Keine Depotgebühren, keine Kosten für Sparplanausführungen sowie für Einzeltransaktionen. Zusätzlich werden die Produktkosten für ganze fünf Jahre erstattet. Anschließend beträgt die Total Expense Ration (TER) pro Jahr 0,07 Prozent – durch das Reinvestieren der Kosten müssten Kunden diese aber erst ab 2032 einplanen.
Wie schlägt sich das Altersvorsorgedepot von flatex?
Auch flatex geht den Weg, sein Altersvorsorgedepot nicht bloß auf dem Standard des Altersvorsorgereformgesetzes aufzubauen. Mit dem Standardmodell Plus bietet der Broker die Möglichkeit eines Mittelweges zwischen Einstieg und Erfahrung. Damit deckt flatex ein größeres Kundennetz ab, als so manche Konkurrenz.
Und auch die bislang bekannten Konditionen können sich sehen lassen – wenngleich diese bislang nur für das Standardmodell Core veröffentlicht wurden. Bei den Modellen Plus und Flex können sie entsprechend abweichen. Für fünf Jahre reinvestiert flatex die TER, die darüber hinaus mit 0,07 Prozent auch noch enorm niedrig ausfällt. Depotgebühren oder Kosten für Sparplanausführungen und Einzeltransaktionen gibt es ohnehin nicht.
📊 Zum Vergleich: Bei Scalable Capital sind Konto, Depot sowie Spar- und Auszahlpläne im Altersvorsorgedepot ebenfalls gebührenfrei. Für ausgewählte ETFs fallen bis zum 31. Dezember 2027 effektiv keine laufenden Kosten an, weil auch hier die Produktkosten im Rahmen von Scalables sogenanntem Rentenbonus in die ETFs zurück investiert werden. Dieser Vorteil ist damit allerdings befristet – flatex bietet diesen für stattliche vier Jahre länger an. Auch Traders Place kann mit der Ankündigung, bis Ende 2028 keine Produktkosten zu erheben, nicht mit flatex mithalten. Trade Republic hat ebenfalls sein Altersvorsorgedepot angekündigt, hier fehlen jedoch noch Informationen zu laufenden Kosten und zur TER. Dafür will Trade Republic dutzende ETFs ohne Produktkosten anbieten – und das möglicherweise sogar dauerhaft.
Auch die ING bewirbt bereits ihr Altersvorsorgedepot und lockt Neukunden mit einem Startbonus von 50 Euro, wenn man sich bis zum 31. Dezember 2026 auf die Starterliste setzen lässt. Die Informationen zu möglichen laufenden Kosten sind bei der ING allerdings bislang noch relativ vage, wenngleich es kürzlich erste konkretere Informationen von ING-Privatkundenchefin Burcu Civelek Yüce gegeben hat. Ein Vergleich zu anderen Anbietern wie flatex fällt teilweise dennoch schwer. Im allgemeinen Depotangebot und den dazugehörigen Konditionen wird die Direktbank von Neobrokern aber in der Regel teils deutlich geschlagen.



