Die französische Großbank Crédit Agricole und die IKB Deutsche Industriebank haben eine schriftliche Vereinbarung über eine vollständige Übernahme getroffen.
Die Übernahme wurde vom Finanzinvestor Lone Star unterzeichnet, wie das Handelsblatt berichtet, das sich auf Informationen der Crédit Agricole beruft. Damit enden auch die langwierigen Versuche des Investors, die IKB zu verkaufen. Im Raum steht eine dreistellige Millionensumme, die an der Milliarde kratzen könnte.
Das Wichtigste in Kürze
- Crédit Agricole übernimmt die IKB Deutsche Industriebank vollständig
- Eine entsprechende Vereinbarung wurde bereits am Montag, den 12. Oktober 2026, unterschrieben
- Im Raum steht eine Summe, die nur knapp die Milliardenmarke verfehlt
IKB-Übernahme für beinahe eine Milliarde Euro?
Die Crédit Agricole hat große Expansionspläne für ihren deutschen Markt. Das hatte die französische Großbank in den vergangenen Monaten immer wieder bekräftigt. Sowohl auf dem Tagesgeld– als auch auf dem Festgeldmarkt gehört sie mit starken Zinssätzen längst auch in Deutschland zu einer festen Größe.
Mit der Übernahme der IKB Deutsche Industriebank unterstreicht die Crédit Agricole nun einmal mehr ihre Ambitionen – insbesondere mit Blick auf die kolportierte Summe, die dafür im Raum steht. Offizielle Angaben zum genauen Kaufpreis machten beide Banken nicht, es wird jedoch von einer Summe im Bereich der 900-Millionen-Euro-Marke ausgegangen. Die Crédit Agricole lässt sich die IKB demnach also beinahe eine Milliarde Euro kosten.
💸 Doch wie kommt die Summe zustande? Finanzinvestor Lone Star versucht bereits seit Jahren, die IKB zu verkaufen. Bislang hatte es jedoch kein Angebot gegeben, das den Investor zufriedenstellen konnte. Der Buchwert der IKB liegt aktuell bei 958 Millionen Euro – und nach einem Angebot der Helaba in Höhe von rund 600 Millionen Euro waren Informationen zu weiteren Angeboten durchgesickert, die dem Buchungswert deutlich näherkommen sollen.
Bereits im November 2025 hatte Olivier Gavalda, Vorstandschef bei der Crédit Agricole, das Ziel ausgegeben, die Zahl der Kunden in Deutschland bis 2028 zu verdoppeln.
Langjährige Ungewissheit bei der IKB geklärt
Bei der IKB kam es in der Vergangenheit immer wieder zu unklaren Verhältnissen. 2007 wurde die Industriebank stark von der Finanzkrise betroffen – als erste deutsche Bank überhaupt. Grund war die Investition in US-Schrotthypotheken, am Ende musste die IKB mit rund zehn Milliarden Euro Steuergeldern gerettet werden.
Das markierte gleichzeitig auch den Einstieg des Finanzinvestors Lone Star im Jahr 2008, der im späteren Verlauf 100-prozentiger Anteilseigner der IKB wurde. Im Anschluss setzte die IKB ihren Fokus vor allem auf Mittelstandskunden. Die Bilanzsumme der Bank liegt derzeit bei 14,3 Millionen Euro, was vom Geschäftsvolumen her dem einer größeren deutschen Volksbank entspricht. Mit einer Rendite von 8,5 Prozent lag sie unter dem Niveau einer Großbank. Bereits seit Jahren versucht Lone Star, die IKB wieder abzustoßen und einen Käufer zu finden.
Der Abschluss der Übernahme wird für das Ende des zweiten Quartals 2027 forciert. Hierfür müssen unter anderem noch die Aufsichtsbehörden ihre Zustimmung erteilen.


